Kenya und Tansania Reisebericht:
Spaziergang am Kilimandscharo 

 
 

Freitag und Sonnabend; 16./17. September

 

 

Wir haben alles zusammengepackt und sind fertig zum Aufbruch. Bei keiner Reise vorher hatten wir soviel Klamotten dabei wie diesmal. Mit dem Taxi geht es zum Flughafen, wo Israel Hands schon in der Reihe zum Einchecken bei Emirates wartet. Wir haben eine kleine Sauerstoffflasche dabei, und Baron Blixen fragt nach, ob wir die im Handgepäck haben dürfen. Eigentlich ist es Blödsinn, so etwas zu fragen, weil sofort alle Sicherheitsbeamten in der Nähe herbeikommen und unseren Sauerstoff begutachten. Bis zum Abflug vertreiben wir uns die Zeit im Duty Free Shop. Das Flugzeug nach Dubai ist voll. Aber Dank vieler Filme und des guten Service vergehen die fünf Stunden relativ schnell. In Dubai geht gerade die Sonne auf, als wir landen. Es bleibt auch gerade mal eine Stunde für Sicherheitschecks und Zähneputzen, bis wir schon wieder einsteigen und nach Nairobi abheben. Die Sauerstoffflasche fährt unbeschadet im Handgepäck mit.
 
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Diesen Teil des Flugs haben wir komplett verpennt. Über Kenia gibt es dichte Wolken – aber keinen Regen – und weil es so diesig ist, sieht man von der Stadt nichts. Der Flughafen macht einen ordentlichen Eindruck. Passkontrolle, Geldtauschen und Gepäckholen – alles geht fix. Draußen spricht uns eine Frau mit Handy an. Sie ist ein lebender Taxiruf und hat auch gleich einen Fahrer bei der Hand, der uns für 15$ zum Hotel bringt. Wir quatschen etwas mit ihm und bestellen ihn auch gleich für abends für die Fahrt zum Carnivore Restaurant. Unser Hotel heißt Kenya Comfort Inn und ist eine Budget-Absteige. Unser Zimmer kostet 50$ mit Frühstück. Das Hotel liegt ziemlich zentral und ist ja auch nur für eine Nacht. 19.00 Uhr fahren wir mit dem Taxi zum Carnivore-Restaurant. Wir haben bereits von Deutschland aus reserviert, weil ja schließlich Sonnabendabend ist und wir daher keine Risiken eingehen wollten. Diesmal haben sie Strauß, Kamel und Krokodil als exotisches Essen und außerdem Würstchen, Huhn, Truthahn, Rind, Lamm und Rippchen. Wir essen auch fleißig – besonders gut ist der Strauß. Beim Kamel ist die äußere Kruste ziemlich gut, während der Rest eher zäh ist. Zwischendurch müssen wir eine Runde Underberg einschieben, um etwas Pause zu haben. Preislich hält sich das ganze auch sehr im Rahmen – für 16 € kann man so viel essen wie man will. Die Nacht im Hotel ist dann auch ganz in Ordnung und wird nur durch einige Feiergeräusche der übrigen Backpacker gestört, die die Strecke Kapstadt – Nairobi hinter sich gebracht haben. Morgen geht es gleich in die Massai Mara. Durch Zufall trafen wir den Tour-Operator Lenard im Hotel, der dort gerade andere Gäste empfing.
 

 
 

Sonntag, 18.September

 

 

Ganz entgegen meinen etwas pessimistischen Erwartungen traf unser Safari-Bus pünktlich um 08.00 Uhr im Hotel ein. Da wir die einzigen Gäste sind, ist auch mit Gepäck viel Platz. Die Route ist die gleiche wie beim letzten Mal: Nairobi – Rift Valley – Narok – Mara. Am Rift Valley haben wir gestoppt und den Blick schweifen lassen. Dabei sollten wir bei Händlern am Aussichtspunkt Curios zu Mondpreisen kaufen. Was die sich einbilden. Weiter ging es nach Narok. Die Straße ist repariert und asphaltiert worden, aber teilweise immer noch in einem sehr schlechten Zustand. Bei Narok stoppten wir wieder. Seit dem letzten Besuch 1995 hatte sich auch einiges entlang der Strecke verändert. Nicht nur die Straße war besser geworden, sondern auch jede Menge Tankstellen und Curio-Supermärkte waren entstanden. Baron Blixen versuchte zwei Speere zu kaufen. Nachdem der Verkäufer von 300$ auf 100$ runtergegangen war, fing das richtige Verhandeln an. Blixen wollte nicht mehr als 70$ für beide Speere zahlen, aber da hatte der Baron irgendeine Grenze erreicht. Unter 80$ pro Speer wollten die Verkäufer nicht gehen. Wahrscheinlich findet sich immer ein Dummer, der diese Preise bezahlt. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir das Gate zur Massai Mara. Dort werden wir von Massai-Frauen umlagert, die uns ihren Schmuck andrehen wollen. Besonders Trinity hat darunter zu leiden, weil sie ständig angefasst wird. Vom Gate bis zur Lodge ging es recht schnell – wir mussten uns beeilen, um noch rechtzeitig zum Lunch zu kommen. So sehr wie die Straße bis Narok verbessert worden ist, so mies ist sie jetzt. Einige Male sah es aus, als ob der Bus umkippt oder zumindest auseinanderfällt.
 
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In der Lodge angekommen, sagt man uns, dass wir eine Nacht im Zelt schlafen müssen – überbuchtes Hotel. Als Ausgleich bietet man uns eine Flasche Wein und die Teilnahme am Buschdinner. Das Zelt ist ein cooles Safari-Zelt mit drei Betten und einem Waschzelt-Nebenraum. Dort ist eine Toilette und eine Dusche. Zum Zelt gehört ein Boy, der auch die Dusche bedient. Dazu füllt er heißes Wasser in einen Sack, den er über die Dusche schwenkt. Dann kann man drunter stehen und das Wasser laufen lassen. Um vier treffen sich alle zum Game Drive. Die Lodge ist richtig voll, so dass jede Menge Busse ausschwärmen und nach Tieren suchen. Sobald etwas entdeckt ist, sammeln sich die Fahrzeuge wieder - wie die Geier. Wir haben in unserem Bus das Dach hochgeklappt und schauen oben hinaus. Leider beginnt es zu regnen. Trotzdem sehen wir in den nächsten zwei Stunden jede Menge Tiere. Gleich am Anfang treffen wir ein Löwenrudel. Die sehen aus wie nasse Katzen. Eine Löwin rennt sogar hinter unserem Auto her. Die Löwen benutzen den Regen und die Autos, um einige Zebras einzukreisen. Sie liegen geduckt neben den Bussen und im rechten Winkel davon. Die Falle ist bereit zuzuschnappen, nur leider rennen die Zebras im letzten Moment davon. Danach stehen wir mit zehn Bussen und hundert Geiern um eine Gepardin mit ihren drei Jungen. Die fressen ein Impala auf und sehen auch aus wie nasse Katzen. Die Beobachtungen durchs Dach sind sehr bequem. An unserem Dach fehlt aber so eine Art Sperriegel. So fällt uns das Dach öfters auf den Kopf. Dann sind wir gestaucht und vier Zentimeter kürzer. Durch den Regen ist es auch relativ kalt geworden, und wir sind ziemlich durchgefroren, als wir in die Lodge zurückkommen. Vorher fahren wir aber noch an vielen Gnus und Zebras vorbei und staunen über die Unmengen an Skeletten, die überall in der Ebene verstreut sind.
 

Nach dem Essen gehen wir zur Bar am Hippopool. Die ist auf Stelzen in die Landschaft hinausgebaut und soweit vom Hotel weg, dass sich die Tiere herantrauen. Wir schauen den Hippos zu und machen Witze über die Amis, Briten und Italiener, die im Dunkeln die Hippos knipsen. Kaum sind die weg, kommen Elefanten und Büffel ans Wasser, was natürlich viel spannender ist. Dazu servieren freundliche Massai Bier oder Martinis. Die Nacht im Zelt ist auch ganz ok. Baron Blixen glaubt, Löwen gehört zu haben – es könnte aber auch der Generator gewesen sein. Gegen 06.00 Uhr früh klopft der Boy, um uns für die Morgenausfahrt zu wecken.

 
 

Montag, 19.September

 

 

Wir fuhren eine Stunde nach dem Bus-Konvoi los. Der Fahrer Simon hatte den Vorschlag gemacht, den ganzen Tag herumzufahren, um auch entferntere Gebiete aufsuchen zu können. Zuerst trafen wir viele Geier, die gerade die Reste eines Gnus verspeisten. Man konnte sehr gut das Gras im Magen des Gnus erkennen.
 
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Danach spürte der Fahrer zwei Löwen beim Poppen auf. Das war nicht sehr schwer, weil schon eine Menge Busse im Kreis um die Löwen herumstanden. Die Zuschauer waren eigentlich ziemlich indiskret, und irgendwann wurde es den Tieren zu viel und sie verzogen sich ins Gebüsch. Gleich in der Nähe lagen auf einem Felsen sechs Baby-Löwen, die auf ihre Mama warteten. Hinter dem Felsen auf der Wiese – aber fast unsichtbar – lag ein großes Männchen. Das hätte eine böse Überraschung gegeben, wenn wir die Babys gestreichelt hätten. Wir kurvten noch bis Mittag durch die Gegend, blieben fast im Schlamm stecken, kippten bedrohlich auf die Seite, fanden Hyänen, Elefanten und Servalkatzen. Auf dem Weg zum Lunch stoppten wir am Mara-River, wo Ranger uns angeblich vor Hippos schützen sollten. Aber es ist wohl eher so, dass wir vor anderen „Räubern“ geschützt werden sollen. Hippos waren auch da, aber da es in der Lodge welche gibt, gerieten nur die Tagestouristen aus dem Häuschen. Am Picknickplatz gab es eine kleine Brücke über den Fluss und die Stromschnellen. Im ruhigen Wasser nach der Brücke waren tote Gnus angeschwemmt worden. Darauf und daneben saßen viele Geier und Marabus. Löwenbabys und tote Gnus – The Circle of Life !
 

Zum Mittagessen futterten wir unsere mitgebrachten Pakete leer und quatschen mit dem Fahrer über Kenia. Als wir gerade zurück über die Brücke fuhren, kamen hunderte tote Gnus den Fluss herabgetrieben. Unglaublich. Die Tiere mussten gerade flussaufwärts ertrunken sein. Auf der Rückfahrt passierte nicht mehr viel. Da wir den ganzen Tag unterwegs waren, verzichteten wir auf die Ausfahrt am Nachmittag und gingen nach dem Mittagsschlaf zur Hippobar. Das hatte gewissen Vorteile, weil es pünktlich am Nachmittag wieder zu regnen anfing und weil wir die Bar für uns alleine hatten. Am Wasserloch hatte sich eine Herde Elefanten eingefunden, die den ganzen Nachmittag herumgrasten und sich ziemlich nahe ans Hotel trauten. Später kamen noch Büffel, Giraffen und Hippos. Dazu die Stille der Savanne.... Das änderte sich, als die Game-Drives zurückkehrten und Spanier und Italiener den ihren Völkern eigenen Krach zu machen begannen.

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Dienstag, 20. September

 
Wir standen noch zeitiger auf als bisher. Als Überraschung für Trinitys Geburtstag hatten wir einen Ballonflug gebucht, und dafür mußten wir um 6.00 Uhr bereit sein. Natürlich warteten wir noch zwanzig Minuten in der Morgenkälte herum, bis endlich unser Abholer kam. Glücklicherweise lag der Startplatz gleich neben der Lodge, so dass wir nicht weit fahren mussten. Der Ballonkorb ist ziemlich groß – mit uns flogen noch 13 Leute. Der Start war relativ unproblematisch, weil der Ballon einfach gerade nach oben abhob. Zum Sonnenaufgang schwebten wir über die Mara und schauten über die Gnus und Zebras in der Ebene. Wir entdeckten auch einige Löwen beim Fressen. Sehr schön war die Stille, wenn der Brenner am Ballon aus war. Der spannendste Teil aber war die Landung, weil da der Ballonkorb auf die Seite kippt und dann bis zum Stillstand über die Ebene geschleift wird. Damit nicht genug, überflogen wir auch gerade zwei männliche Löwen, die auch keine Angst vor dem Ballon hatten, sondern irgendein Ziel in der Ferne ansteuerten. Die Landung liess sich nicht mehr aufhalten – wir überflogen die Löwen in ca. 30 m Höhe, schleiften durch Antilopenscheisse und kamen zweihundert Meter vor den Löwen zum Halten. Doch die liefen weiter geradeaus und kümmerten sich nicht um uns.
 

Danach fuhren wir zum Sektfrühstück mit Prosecco. Da saßen wir mit den anderen Ballonfahrern aus immerhin drei Ballons in der Savanne, quatschten mit ihnen und aßen Speck und Eier. Hier stellte sich auch heraus, dass Japaner keine Würstchen zum Frühstück mögen. Auf der Rückfahrt zur Lodge machte der Fahrer noch einige Abstecher, so dass wir wieder Löwen, Büffel und Elefanten zu Gesicht bekamen. Zum Beispiel kamen wir an der Fressstelle der Löwen vorbei, wo nur noch die Geier kreisten. Allerdings trieb der Fahrer wirklich zwischen einigen Büschen ein Löwenmännchen auf, das sich vom Fressen erholte. Gegen 10.00 Uhr waren wieder in der Lodge, wo auch gerade Elefanten grasten. Als wir uns zu Fuß näherten, kam der Wach-Massai, um uns zu warnen. Trinity und Israel Hands boten ihm Geld, wenn er zu Fuß zu den Elefanten rennt und einen anfasst. Für einen Moment hat er es wirklich überlegt. Nachmittags fuhren wir verspätet mit dem Fahrer hinaus. Er hatte den Vormittag genutzt, um irgendwelche Reparaturen durchzuführen und hatte nun ein schlechtes Gewissen. Aber immerhin schaffte er es wieder, ein Löwenrudel aufzutreiben. Danach ging es kreuz und quer, bis sich die Fahrer etwas über einen Leoparden zuriefen. Daraufhin fuhren alle mit Höchstgeschwindigkeit zu einem Baum, auf dem wirklich ein Leopard lag und pennte. Das Skelett einer Gazelle hing noch vom Ast herunter und hatte wohl auch seinen Platz verraten. Unter dem Baum standen bereits zwanzig Busse, als wir ankamen. Der Leopard pennte auf einem Ast und ließ sich nicht stören. Aber selbst wenn er gewollt hätte, er wäre nicht mehr vom Baum heruntergekommen. Alles voller Busse. Am Abend hatten wir unser „Busch-Dinner“. Die Tage davor war es immer wegen des Regens ausgefallen, aber heute ging es los... Das Dinner selbst war eher albern, weil es auf dem Gelände der Lodge stattfand. Aber immerhin kamen Massai zum Tanzen vorbei, was beim flackernden Feuerschein sehr eindrucksvoll war. Wir schwatzten beim Schein des Lagerfeuers mit dem Massai-Gärtner und sprachen über die alten Zeiten, als er „seinen“ Löwen getötet hatte.

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Mittwoch, 21. September

 

 

Wir verließen die Mara in Richtung Nairobi. Am Tor fand wieder die Verkaufsveranstaltung statt, und wir kauften auch etwas. Gegen zwei kamen wir in Nairobi an und verbrachten die nächsten zwei Stunden mit Geldtauschen. Die Wechselstellen berechnen nämlich 5% für den Umtausch von Reiseschecks – genausoviel wie bei Kreditkarten. Wir hatten keine Lust, den Preis für die Safari und den Berg in Cash zu bezahlen. Die Safari - Agentur erklärte sich bereit, die Kosten zu übernehmen – sie hatten uns auch die Reiseschecks empfohlen. Unterwegs quatschen mich noch zwei Jungs an, die Curios verkaufen wollen. Baron Blixen bestellt bei ihnen zwei Massai-Speere, die sie auch für je 40 $ liefern. Abendessen waren wir einfach an der nächsten Ecke, wo schicke Kenyaner in einer Art Pub Handytöne tauschten und wir Curry bestellten
 

Donnerstag, 22. September

 

 

Abfahrt aus Nairobi mit dem Shuttle-Bus nach Moshi. Zuerst aber bekam Trinity ihre Geburtstagsgeschenke. Das Beladen des Shuttles brauchte auch wieder seine Zeit – wie alles hier. Das Gepäck wurde auf dem Dach festgeschnallt und mit einer Plane abgedeckt. In Namanga - an der Grenze – gab es wieder den üblichen Verkaufsbasar mit Getränkepause. Wir hatten die Hände aber schon voll mit Bier und Cola und konzentrierten uns auf den Grenzübertritt. Weil wir schon Visa hatten, ging alles sehr schnell. Aber auch ohne Visa hätten wir nur die Gebühr bezahlen müssen. Die Massai unterwegs sind noch etwas ursprünglicher als die an der Strecke in die Mara. Diesen Eindruck hatten wir jedenfalls auf der Fahrt nach Arusha, wo wir in der Dornensavanne an einigen Krals vorbeikamen. In der Ferne konnten wir Mount Meru sehen und später auch den Ansatz des Kilis erkennen. Fast der gesamte Berg war in den Wolken versteckt, so dass wir erst in Moshi so richtig sicher waren, dass er es auch ist. Wir kamen in unserem „Key’s Hotel“ an und ruhten bei Bier und einem zeitigen Dinner aus. Zum Abend riss die Wolkendecke am Berg auf und wir erhaschten einen Blick auf die Schneedecke. Zum ersten Mal sahen wir auch wie hoch der Berg eigentlich ist. Sehr hoch. Abends packten wir unsere Bergklamotten in die Seesäcke und verstauten den Rest im Koffer.
 
 

Freitag, 23. September

 

 

Es geht los. Alle Seesäcke sind gepackt. Als wir am Vorabend unser Gepäck umräumen und alles wichtige in die Säcke stecken, wogen sie jeweils 14 kg. Das Hotel hatte nämlich im Garten eine Waage aufgehangen, damit alle Trecker ihre Rucksäcken prüfen konnten. Maximal sind 20 kg erlaubt. Die Koffer können wir im Hotel lassen, sie werden mit einem Sticker versehen und warten auf unsere Rückkehr in einem eigenen Raum. Dann steigen wir in einen Bus, der uns zum Machame Gate bringt.

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Mit dabei ist eine Gruppe von lustigen DomRepublikanern, die Victory-Zeichen machen und dabei „Uhuru“ aus dem Fenster brüllen. Am Gate beginnt das Verteilen des Gepäcks und das Wiegen der Ladungen. Das braucht eine Zeit. Es gehen mehrere Gruppen los, und die Träger packen sich ihre Ladungen zurecht, packen alles irgendwie noch mal in Säcke, die sie auf den Köpfen balancieren. Wir Touristen müssen uns am Eingang registrieren lassen. Dafür werden die Passnummern gebraucht. Weil die Pässe aber im Hotel liegen, erfinden wir einfach welche (o.k., wir hätten auch Kopien mitschleppen oder die Nummern auswendig lernen können...). Wir müssen bis etwa Mittag warten, bis es endlich losgeht. Dabei sitzen wir am Rand und trinken unseren Tee. Beim Losgehen laufen wir mit dem Koch oder Assistenzführer, der zu seinem Rucksack noch einen Sack Kartoffeln auf dem Nacken trägt. Wir gehen schön langsam und machen Trinkpausen. Der Weg führt durch den Regenwald über einen gut ausgebauten Pfad. Glücklicherweise regnet es nicht, so dass wir ca. fünf Uhr trocken im ersten Camp ankommen. Dort ist auch der Wald zu Ende. Die Zelte stehen schon auf einer Lichtung. Außerdem haben die Träger ihr Schlafzelt als Essenszelt für uns hergerichtet. Wir packen erstmal wärmere Klamotten aus, weil es ziemlich kalt wird. Ein Träger bringt uns Schüsseln mit warmen Wasser. Damit erfrischen wir uns etwas und räumen noch mit den Klamotten herum. Dann geben sie uns Gemüsesuppe, Bratkartoffeln und Beef-Stew zu essen. Dazu gibt es Tee und eine Kerze auf dem Tisch. Die Nacht ist erträglich – Israel Hands friert zu Beginn, wahrscheinlich weil er alleine im Zelt ist, während Trinity und Baron Blixen sich ein Zelt teilen. Mein Schlafsack ist mir zu warm, später wird er durch meine Atemluft außen noch feucht. Das ist aber mein Fehler, weil Blixen in den Stoff atmet. Immerhin ist die Ausrüstung in Ordnung, sauber und gepflegt.
 

Sonnabend, 24. September

 

 

In der Nacht mussten wir einmal zur Pipi-Pause hinaus. Der Sternenhimmel war überwältigend und die Temperaturen erträglich. Zu unseren Füßen liegt die Wolkendecke über der Ebene, über uns leuchtet der Schnee des Gipfels. Nach dem Frühstück marschieren wir – es ist 08.00 Uhr. Nachdem die Sonne aufgegangen ist, wird es schnell warm. Der Weg geht ständig bergauf, zwischen Lavasteinen und subtropischen Gewächsen hindurch. Wir laufen einige Stunden, unterbrochen von Getränkepausen. Lunch essen wir, nachdem der erste große Anstieg geschafft ist. Es gibt ein Ei, Chicken und Marmeladenbrot und dazu abgekochtes Wasser. Wir schauen auf die Ebene herunter und auf Mt. Meru. Bis zum Camp müssen wir noch eine letzte Lavawand zum Shiraplateau (3.800 m) hochklettern. Dabei holen uns die Wolken ein, und es wird neblig und kühl. Das Camp liegt auf einer kleinen Ebene, umgeben von Büschen und Lavabrocken. Es ist erst früher Nachmittag, so dass wir keine Eile haben und erst einmal ausruhen und die Zelte einräumen. Später kommt auch wieder die Sonne heraus. Dabei wird es im Zelt so warm, dass wir fast alle Klamotten ausziehen. Wir halten auch Ausschau nach den ersten Anzeichen von Höhenkrankheit, weil wir ganz leichte Kopfschmerzen bemerken. Das kann aber auch normal sein – wegen der Temperaturen. Wir entschliessen uns, ab jetzt die Tabletten dagegen zu nehmen. Vor dem Abendessen gibt es erstmal eine Runde Tee und Popcorn. Quasi eine Zwischenmahlzeit.
 
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Die Toiletten beim Camp sind einfache Plumps-Klos. Einige sind schon ziemlich voll. Um das Camp herum sieht man auch jede Menge Spuren menschlicher Bedürfnisse. Die haben wir auch, aber dank der Lavasteine um uns herum findet sich leicht ein bequemer Stein zum Dahinterstellen oder -setzen. Vor dem Schlafengehen lassen wir uns von den Trägern unsere Flaschen mit abgekochtem Wasser füllen. Das hat den Effekt, dass wir die Flaschen als Heizung im Zelt haben. Besonders Israel Hands kann die gut gebrauchen. Trinity hat sogar ihre Wärmflasche dabei. Die finden die Träger interessant. In der Nacht müssen wir einmal nach draußen und bewundern wieder den Sternenhimmel.
 

Sonntag, 25. September

 

 

Wir marschieren wieder gegen 08.00 Uhr los. Der Weg führt aufwärts zwischen den Lavablöcken hindurch. Es ist nicht so steil wie am Vortag. Es scheint auch wieder die Sonne, und weil wir uns schon gestern an einigen Stellen, z. B. Oberkante Ohr oder Handrücken verbrannt haben, passen wir auf und cremen nach. Unser Führer geht rücksichtsvoll langsam, so dass die Wanderung nicht übermässig anstrengend ist. Wir stoppen für Wasserpausen und werden so nach und nach von den Trägern und anderen Gruppen überholt. Zur Lunchpause erreichen wir die Weggabelung (4.200 m) zum Lavatower. Dorthin sollt man gehen, damit man sich besser an die Höhe anpasst. Der Lunch besteht wieder aus Marmeladentoast, Ei, einer Orange und Saft. Wir folgen dem Weg weiter zum Lavatower (4.800 m), ohne Kopfschmerzen zu haben. Trinity hatte unterwegs Bedenken, aber es war wohl eher die Sonnencreme, die ihr in die Augen lief. Am Lavatower sind wir dem Schnee und dem Berg schon sehr nahe. Nun folgt ein sehr langer Abstieg zum Barranco Camp bei 3.900 m. Gegen halb fünf kommen wir endlich an. Es ist anstrengender, bergab zu gehen, weil wir ständig aufpassen müssen, dass wir nicht ausrutschen. Wir nutzen das letzte Licht des Tages zum Waschen und zur Toilette. Das abgekochte Wasser macht sich in seiner Wirkung langsam bemerkbar. Ausserdem schmeckt es erbärmlich, obwohl wir noch Orangengeschmack-Vitamine reinwerfen. Zum Abendessen gibt es Nudeln und Rind. Danach verkriechen wir uns in die Schlafsäcke und pennen.
 
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Montag, 26. September

 

 

Irgendwie macht Camping keinen Spaß. Wir frieren früh und abends wie die Schneider. Heute haben wir immerhin so lange gewartet, bis die Sonne unser Zelt beschien und sind dann erst herausgekrochen. Israel Hands hat zusätzliches Pech. Sein Zelt hat auch kein Überzelt, was nämlich besser wärmt und isoliert. Nach dem Frühstück begannen wir, den 200 Meter hohen Barranco Wall zu erklettern. Der ist als einziges Hindernis richtig steil. Der Anstieg hat auch den Namen „Breakfast Wall“, weil man ihn nach dem Frühstück erklettert und weil viele oben ihr Frühstück wiedersehen. Wir müssen teilweise unsere Stöck weglegen und mit zwei Händen klettern. Nach anderthalb Stunden war es geschafft, und nun ging es über leichtes Auf und Ab zum Karanga Valley – Camp. Das sollte eigentlich das Tagesziel sein, aber da wir mit der Höhe bis jetzt keine Probleme hatten, entschieden wir uns, eine Nacht auszulassen. Das hieß zwar, gleich bis zum Barafu-Camp weiterzugehen (nochmal drei Stunden leichtes und mittleres Aufwärts), aber das schien uns weniger anstrengend als eine weitere Nacht auf einem kalten Plateau. Auch hätten wir gar nicht gewußt, was wir da hätten tun sollen. Da wir nun einen Tag sparen, haben wir uns bei unserem Guide Musa ausbedungen, dass wir die letzte Etappe zum Gipfel nicht um Mitternacht beginnen, sondern erst bei Tagesanbruch. Die Träger freuen sich, weil es nun für sie weniger Arbeit bei gleichem Geld gibt.
 

Gegen fünf erreichen wir Barafu-Camp. Dieses Camp hat kein Wasser und liegt auf einer Lavazunge „kurz“ vor dem Gipfel und damit voll im Wind. Die Zelte sind irgendwie zwischen die Steine gebaut, manchmal direkt neben der Toilette. Man hat einen schönen Blick auf den Mawenzi – Gipfel und die Staubebene dazwischen. Sonst ist Barafu die Hölle. Es bläst ein starker Wind über das Plateau. Es herrschen bestimmt Null Grad. Nach dem Essen kriechen wir in unsere Zelte und ziehen alles an, was wir haben. Das bereitet uns Sorgen, weil ja geplant war, die letzten warmen Sachen zur Besteigung anzuziehen. Nun können wir uns nicht mehr steigern. Obwohl wir bis zum Tagesanbruch schlafen könnten, machen wir kaum ein Auge zu. Trinity friert ziemlich, und wegen des Windes macht die Zeltplane einen solchen Krach, dass wir keine Ruhe finden. Wir hören nicht mal den Aufbruch der restlichen Wanderer, obwohl die direkt an unserem Zelt vorbei müssen. Später erfahren wir, dass in dieser Nacht –10 Grad herrschten und dass den Jungs aus der Dom. Rep. das Wasser im Rucksack gefroren ist.

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Dienstag, 27.September

 

 

Unser Guide kommt trotzdem gegen halb fünf zum Wecken vorbei. Immerhin haben die Träger schon Tee gemacht, den wir im Zelt trinken. Wir haben alles an und brechen auf. Baron Blixen hat seine Thermo-Unterhosen an Trinity abgegeben und trägt zwei Paar Socken, Jogging-Hose, Baumwollhose und Regenhose. Oben herum hat Blixen ein Thermo-Unterhemd, einen dünnen Pullover, einen dicken Pullover, Fleece-Jacke und Anorak an. Die anderen beiden sind ähnlich gekleidet. Eigenartig, aber die Mischung ist gerade richtig – weder zu warm noch zu kalt. Nach einer Stunde geht die Sonne auf und wir können unsere Lampen wegpacken. Wir haben ausserdem noch Thermoskannen und einen Wassersack dabei. Der tropft bald und wird zurückgelassen. Nun geht es eine Stunde lang im Zickzack den Berg hoch. Der Weg ist aber nicht so monoton, wie man es aus den Beschreibungen hätte schließen können. Vielleicht ist es auch ein Vorteil, wenn man bei Tageslicht hochklettert. Irgendwann kommt uns eine Abbrecherin entgegen. Sie hat es nicht geschafft. Wir sind zwar angestrengt und kurzatmig, aber noch nicht erschöpft. Der Schnee und der Kraterrand scheinen näher zu kommen. Leider verschätzt man sich in den Bergen immer bei der Entfernung, und so vergehen Stunden, bis wir ans Ziel gelangen. Kurz vor dem Ende wird es Trinity langsam zuviel, aber wir motivieren uns mit „Schweizer Armee“- Schokolade, Pausen und Tee zum Weitermachen. Das Englisch der Guides ist auch kaum für eine Konversation ausreichend. Es würde schon helfen, wenn sie uns vernünftig sagen könnten, wie weit es noch ist.
 

Am Ende nimmt der Führer Trinity bei der Hand und geht mit ihr langsam weiter. Immer 40 Schritte, dann eine Pause und wieder 40 Schritte. Da uns nicht schlecht ist und auch keiner Kopfschmerzen hat, ist die Anstrengung das einzige Problem. Mit dabei – als Assisstant Guide – ist der etwas sonderbare Steve. Der grinst meistens verlegen – das kann man bei dieser Plackerei auch missverstehen und sagt alle paar Schritte: „ Hello Kilimandscharo, tell me how are you doing?“. Weil sein Englisch aber nicht so toll ist, klingt es eher wie „..what tutu doin...“ Wahrscheinlich ist Steve zulange in großer Höhe gewesen. Am schwersten ist die letzte halbe Stunde vor dem Kraterrand. Dort müssen wir durch losen Kies und sind am Verzweifeln. Aber schließlich schaffen wir es alle mit der 40-Schritt-Methode. Es ist 11.00 Uhr. Von oben kommen die ersten Rückkehrer. Zwei Träger schleppen einen zitternden Amerikaner vorbei, den die Höhenkrankheit gepackt hat. Am Stella Point bei 5.700 m bewundern wir die Gletscher und schauen ins Innere des Kraters. Dazu gibt es Tee und Riegel. Dann wollen wir weiter bis zum höchsten Punkt, aber Trinity entscheidet sich lieber für den Abstieg mit Steve, weil wir nicht wissen, wie anstrengend es wirklich noch wird. Israel Hands und Baron Blixen gehen mit dem Führer weiter bis zum Gipfel-Schild (12.00 Uhr). Dort sind wir die Einzigen, weil ja am Tag keiner den Berg hochgeht. Trinity hätte das letzte Stück auch locker geschafft, aber es war trotzdem richtig hinunterzugehen, weil der letzte Wegabschnitt nochmal zwei Stunden an Zeit kostet.

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Der Abstieg ist auch nochmals sehr anstrengend, obwohl wir nur den Kies herunter rutschen müssen. Trotzdem sind auch hier Pausen nötig. So streckt sich der Abstieg, und wir kommen endlich total kaputt 15.00 Uhr im Camp an. Neun Stunden sind seit dem Aufbruch vergangen. Damit liegen wir gut in der Zeit, denn andere brauchen zwölf Stunden. Wir können uns nur kurz erholen – eine halbe Stunden schlafen und etwas Suppe essen – bevor wir zum Millenium Camp weitergehen (nochmal zwei Stunden). Eines ist uns klar: Wir wollen weg aus Barafu, der Hölle, und weg vom Berg.

Unterwegs kommen wir an zwei oder drei Gräbern vorbei. Da liegen Leute, die es zwar noch aus Barafu weggeschafft haben, aber nicht viel weiter. Unterwegs überholt uns noch die Rettungsmannschaft mit dem kranken Ami, den sie auf einer Art Trage mit Einrad den Berg hinunterfahren. Wir sind nach der kurzen Pause wieder relativ fit, nur mir tut mein rechtes Knie so weh, dass Baron Blixen sich von Israel Hands einen zweiten Stock borgen muss und zum Camp hinkt. Außerdem ist mir von dem Staub beim Abstieg so schlecht, dass Blixen sich noch kurz vor dem Camp übergeben muss. Zum Sonnenuntergang erreichen wir die Zelte, lassen das Dinner aus, aber kaufen uns bei der Camp-Wache eine Cola, um den Staub herunterzuspülen. Das abgekochte Wasser kann nämlich keiner mehr von uns sehen.
 

Mittwoch, 28. September

 

 

Endlich haben wir die letzte Nacht im Zelt überstanden. Nach dem Frühstück verteilen wir die restlichen, nun überflüssigen Sachen an die Träger: eine neue Jacke für Steve für seine Hilfe als Assisstant-Guide bei Trinitys Abstieg, Mützen, Handschuhe, einen Pullover für den Küchenjungen. Danach kommt die Trinkgeldübergabe. Wie erwartet, versucht uns der Guide bei der Anzahl der Träger übers Ohr zu hauen. Die Tour-Company hatte uns insgesamt neun Personen – sechs Träger, einen Guide, einen Koch und einen Assisstant-Guide avisiert.

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Plötzlich standen aber zwölf Leute für das Erinnerungsfoto da. Baron Blixen hatte am Abend vorher wirklich neun Leute gezählt, war sich aber nicht völlig sicher, weil ja immer irgendwelche Leute zwischen den Zelten herumliefen oder sich besuchten. Jedenfalls hatten die Träger nur drei Zelte – und da passten bestimmt keine zwölf Leute hinein. Vermutlich waren die zusätzlichen drei von einer anderen Gruppe ausgeborgt worden. Unten im Bus am Gate waren es eigenartigerweise wieder neun Leute. Naja, wir gaben Ihnen in einem Umschlag 250$ als Trinkgeld. Sollten sie es doch unter sich ausmachen. Als Extra legte Baron Blixen noch 20$ oben drauf – dieses Geld war eigentlich als Bonus für den Guide gedacht gewesen, aber da er uns betrügen wollte, musste er nun seine Prämie mit dem Rest teilen.
 

Der anschliessende Abstieg bis zum Gate streckte sich enorm. Unsere „Verletzungen“ machten sich erst jetzt so richtig bemerkbar. Mein rechtes Knie und mein linker Knöchel schmerzten ziemlich. Noch schlimmer war es bei Israel Hands, weil sich durch das stetige Bergabrutschen an den Nägeln der großen Zehen Blasen gebildet hatten. Leider hatten die Träger unseren Medizinbeutel im Gepäck, aber wenigsten konnten wir uns unterwegs noch ein Pflaster von anderen Wanderern borgen. Auf der Hälfte des Wegs zog Israel Hands die Schuhe aus und bastelte sich aus Trinitys Einlegesohlen und seinen Schnürsenkeln ein Paar Sandalen. Gegen 14.00 Uhr erreichten wir den Ausgang. Am Gate bekamen wir Urkunden und stiegen in den Bus. Irgendwo dazwischen hat Israel Hands dann noch seinen Wanderstock vergessen. Auf dem Weg zum Hotel stoppten wir kurz am Supermarkt und kauften Bier, Cola und „richtiges“ Wasser. Ein Six-Pack Bier gab es noch für die Träger, wofür die Jungs echt dankbar waren. Der Führer ging leer aus. Im Hotel hatten sie noch unseren Triple-Raum frei. Die Klamotten aus den Seesäcken der Träger und alle Ausrüstungsgegenstände schmissen wir ins Bad. Es war alles staubig. Selbst die Sachen, die wir nicht im Hotel waschen lassen wollten, mussten einmal abgeduscht werden. Natürlich stiegen auch wir alle unter die Dusche, um den Dreck loszuwerden. Trinity ging gleich im Hotel zum Friseur. Die Klamotten wurden dann überall im Garten des Hotels zum Trocknen aufgehängt. Abends aßen wir im Hotel – wir hatten uns sooooooo sehr auf Hamburger gefreut – aber weil das Hotel voll war, gab es Buffet zum Festpreis.

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Am Anfang wurde Suppe serviert, wobei die Bedienung einige Spritze auf Israel Hands nacktes Knie goß und ihn danach warnte, dass sie wirklich heiß sei. Das Essen war nicht besonders lecker, und unsere Körper schienen normale Essensmengen auch nicht mehr gewöhnt zu sein.

Die Kili-Besteigung war das anstrengendste, was wir je gemacht haben. Am schlimmsten waren die kalten Nächte im Zelt und nicht das eigentliche Wandern. Fehlendes Duschen ist schlimmer als Klettern. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, weil immer die Sonne schien und selbst die Etappen im Wald, wo es häufig regnet, trocken waren. So hatten wir nicht mit nassen und kalten Klamotten zu kämpfen. Die Besteigung am Tag war auch eine gute Idee – in der kalten Nacht hätten wir womöglich weniger Ansporn gehabt weiterzugehen. Die Ausrüstung war genau richtig. Wir waren froh, nicht übermäßig viel teures Zeug gekauft zu haben, weil das schlichtweg nicht nötig war.
 

Donnerstag, 29. September

 

 

Mit viel hin und her haben wir es geschafft, unsere Wäsche zur Reinigung abzugeben. Die mangelhaften Englischkenntnisse des Personals, gepaart mit totaler Initiativlosigkeit, komplizieren alles. Um die Mittagszeit fahren wir in die Stadt – die Taxipreise sind verhandelbar. Moshi ist ein toter Flecken in der Savanne. Mit etwas Suchen fanden wir ein Internetcafe, Geldwechsel und einen Supermarkt. Die funktionierenden Dinge befinden sich in indischer Hand. Anschliessend gingen wir noch in eins der drei „Restaurants“ der Stadt und kauften zum Schluß noch Curios ein. Key’s Hotel hatte uns für das Buffet 8$ berechnet – in der Stadt gab es nun für 4$ endlich die ersten Burger. Am Nachmittag erhielten wir unsere Wäsche wieder. Sie war teilweise noch naß. Also öffneten wir unsere „Serengeti“-Biere und breiteten die Wäsche am Pool über Stühlen zum Trocknen aus. Gebügelt war natürlich auch nichts. Als wir zum Abendessen an der Rezeption ein Taxi bestellten, trafen wir durch Zufall unseren Fahrer für den Transfer nach Arusha. Das Hotel hatte sich vergeblich bemüht, unseren Namen im Computer zu finden. Bei der Gelegenheit liess Israel Hands gleich noch die Rechnung vorbereiten – wenigstens war Key’s Hotel bei den Zimmerpreisen (35$ pro Nacht und Zimmer) günstig. Zum Dinner gingen wir ins „Golden Shower-Restaurant“. Der Name weckt eigenartige Assoziationen, aber der Ort an sich war o.k. Restaurant ist zuviel gesagt, aber immerhin gab es Eland-Antilope-Golden-Shower-Style mit Kartoffelbrei. Das schmeckte viel besser als im Hotel und war auch noch billger. An den Wänden hingen Bilder aus der alten Zeit und der Kili.
 
 

Freitag, 30. September

 

 

Um 08.00 Uhr holt uns der Fahrer von Leopard-Tours, mit denen wir den Ausflug zum Ngorongoro-Krater gebucht haben, im Hotel ab. Wir verlassen Moshi in Richtung Arusha. Dort werden nochmal Fahrer und Fahrzeug gewechselt werden. Die ereignislose Fahrt endet am Impala Hotel in Arusha. Das ist ein richtig gutes Hotel, und Arsuha ist auch eine größere Stadt als Moshi. Am Impala Hotel ist der neue Fahrer natürlich noch nicht da, also vertreiben wir uns die Zeit mit Curio-Shops und Hotelbesichtigung. Trinity kauft sich eine schöne Kette aus Tanzanite. Dann taucht der Fahrer auf und fängt an zu drängeln, damit wir es rechtzeitig zum Lunch bis zum Krater schaffen. Da kann er lange warten, denn wir stoppen nochmal am Supermarkt, weil wir noch Getränke wollen. Überraschenderweise gibt es in Tanzania schon Windhuk-Lager – da können wir nicht widerstehen. Die Straße zum Krater ist ganz neu, gerade und glatt. So rauschen wir durchs Massai-Land. Die Jungs leben hier noch traditioneller als in Kenia und sind wohl auch ärmer. Blixen ärgert sich, weil er schon einen Speer gekauft hat – den hätte der Baron hier für die Hälfte haben können. Die Straße führt an Dörfern und dem Manyara Salzsee vorbei und endet am Eingang zum Serengeti / Ng. Crater Conservation Area. Das merkt man auch dran, dass sie ab da sofort schlechter und zur holprigen Schotterpiste wird. Wir fahren aus der Ebene zum Kraterrand hinauf und dann die Straße auf dem Rand entlang. Von dort aus haben wir einen tollen Blick über die beeindruckende Landschaft.

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Afrika wie man es sich vorstellt. Endlose Savanne mit Schirmakazien darin. Im Krater gibt es einen Salzsee, der aber fast völlig ausgetrocknet ist und von dem hohe Staubfontänen aufsteigen. Wir fahren zur Ng. Serana Lodge, eines der drei Hotels am Krater. Wie üblich ist alles im Safari-Stil eingerichtet, und nach Moshi ist uns jede Art von Luxus willkommen. Allerdings haut erst einmal etwas mit der Reservierung nicht hin, da gehen wir eben etwas essen. Man wählt aus dem Menü jeweils Vorspeise, Hauptgericht und Dessert aus. Wir nehmen Steak. Dazu sitzen wir am großen Panoramafenster mit Kraterblick. Nach dem Essen haben sie auch unsere Reservierung gefunden, und wir können die Zimmer beziehen. Die Zimmer sind in zwei Etagen mit Balkon angelegt, alle mit Blick in den Krater und mit genug Busch und Mauer dazwischen, damit man sich ausreichend alleine fühlt. Vor unserem Balkon liegt frische Büffelscheisse. Weil es im Krater so trocken ist, kommen die Tiere in der Nacht bis zum Hotel. Mittlerweile ist es schon um drei, also starten wir mit Fahrer Paul zum Game Drive. Das Auto ist ein verlängerter Range Rover mit Dachklappe, die uns diesmal auch nicht auf den Kopf knallt. Zum Krater müssen wir eine steile und schmale Straße hinabfahren. Zwischendrin gibt es noch ein Tor. Dort lungern einige Massai herum, die Speere und Ketten verkaufen wollen. Als das nichts wird, bieten sie sich für Fotos an. Normalerweise sehr gern, nur leider haben wir alles Kleingeld beim Lunch verbraucht, und auf 10$ können die bestimmt nicht rausgeben.
 

Unten im Krater waren wir überrascht wie kalt es eigentlich ist. Dazu bläst ständiger Wind Salz aus dem See. Die Luft riecht nach Schwefel und schmeckt salzig. Wir sehen Gnus, Zebras, Büffel und Gazellen. Irgendwo auf der Wiese können wir drei Schwarze Rhinos ausmachen. Gut, dass wir die Ferngläser dabei haben. Danach stoppen wir am Hippo-Pool, wo sich natürlich viele Hippos, aber auch Zebras und Gnus, am Wasser drängeln. Eine friedliche Szene aus dem Paradies. Auf der Rückfahrt treffen wir ein Löwenrudel, das gar nicht weit von der Straße auf der Wiese liegt und pennt. Zum Schluß stoppen wir noch an einem Picknick-Platz am Kraterausgang. Um das Maß voll zu machen, sind dort noch fünf Elefantenbullen, die gemütlich fressen und sich nicht um Autos oder Menschen kümmern. Das sorgt noch für zusätzlichen Nervenkitzel. In der Lodge nehmen wir noch einen Drink vor dem Dinner. Da der Krater über 2000 Meter hoch liegt, ist es viel kälter als unten. In der Lodge gibt es aber sehr schöne Kamine und Feuerstellen, um die sich die Touristen versammeln. Dazu gibt es noch etwas Kulturprogramm. Es viel besser als bei Disney.

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Sonnabend, 01. Oktober

 

 

Sonnenaufgang über dem Krater. Die Sonne scheint direkt ins Zimmer und auf das Bett. Baron Blixen hatte die Vorhänge offengelassen, um vielleicht noch ein Vieh am Balkon zu erspähen, aber es kam nichts vorbei. Nach dem Frühstück mit Speck, Bohnen und Eiern brechen wir gegen 09.00 Uhr zur Ganztagsfahrt auf. Diesmal sind wir schlauer und haben unsere Fliespullover und Bier dabei. Vom Hotel gibt es noch Lunchboxen. Die Strecke folgt zuerst im wesentlichen der gestrigen Fahrt. Im Gras lagen gleich zu Beginn zwei Geparden – vollgefressen und fast unbeweglich. Baron Blixen versucht, einige Bilder von den Massai-Hirten zu knipsen, die ihre Rinder und Ziegen zum Salz im Krater trieben. Das ist aber nicht so einfach, weil es die Jungs nicht mögen, wenn man ihnen die Seele stiehlt. Gegen Mittag trafen wir auf einen einzelnen Elefanten, der vom Kraterrand herunterkommt, um am Wasser zu trinken. Er war schon von weitem zu sehen und lief geradeaus auf sein Ziel zu – zwischen den Autos durch.
 

Alles schien irgendwie auf Regen zu warten, aber obwohl sich viele Wolken am Rand des Kraters drängten, kamen sie noch nicht bis zum Krater. Mittagessen war am „Lake Mzungu“. Der heisst so, weil sich da mittags immer alle Safari-Busse treffen, um ihren Lunch einzunehmen. An diesem Tag waren es ca. 50 Busse. Dabei werden sie von Perlhühnern und Milanen unterstützt, die versuchen, einige Krümel zu erhaschen. Wir futterten unsere Box leer – das Essen in der Lodge ist bei weitem besser – und liefen noch etwas durch die Gegend. Wir fanden einige Elefantenknochen und ein Büffelgehörn, mit denen wir für Fotos posierten.

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Nach dem Lunch mussten wir unseren Fahrer loseisen – er quatscht gern in der Gegend herum. Aber sobald es wieder losgeht, ist er ganz bei der Sache. Aufgrund der Tageszeit – früher Nachmittag – werden die Tiere knapp. So kam es, dass drei poppende Strauße einen Auflauf an Bussen verursachen, den sonst nur Löwen bekommen. Die Rhinos von gestern waren auch noch da, und am Hippo-Pool sind der Elefant vom Vormittag und einige Büffel zu sehen. Auch am Picknickplatz gab es wieder Elefanten zu sehen – diesmal zwei alte einsame Bullen mit Stoßzähnen bis zum Boden. 100 Pfünder würde Baron Blixen schätzen. Wie immer fehlt nur ein Leopard, aber trotz intensiver Suche auf den Bäumen und am Flusslauf entlang konnten wir keinen entdecken. Aber er war ganz sicher da!

 
Abends gab es im Hotel den erwarteten Massai-Tanz. Allerdings waren es diesmal fast nur Kinder, die vortanzten. Bei den unverheirateten Mädchen mag das zwar noch authentisch sein, aber selbst die „Krieger“ waren noch sehr jung. Quasi Kindersoldaten.
 

Sonntag, 2. Oktober

 

 

Heute ist ein guter Tag für die Abreise, denn die Wolken sind nun doch bis in den Krater heruntergekommen. Es wird bestimmt regnen. Die Lodge und die Straße sind in dichten Nebel gehüllt. Man kann keine zwanzig Meter weit sehen. Angeblich ist dieses Wetter recht häufig. Der Weg nach Arusha führt wieder durchs Massai-Land. Vielleicht weil heute Sonntag ist, sind ziemlich viele Leute auf dem Weg in die Kirche, und es gibt weniger Massai in roter oder blauer Decke zu sehen. In Arusha ist es schon merklich wärmer, und wir wollen schon wieder „Hello Kili.....“ sagen, aber der ist in vielen Wolken versteckt.
 
Am Flughafen bekommt Fahrer Paul noch 20$ Trinkgeld von uns. Er sollte zufrieden sein, immerhin waren wir auch einfache Kunden. Beim Einchecken bei „Precison Air“ fallen erstmal 8$ Sicherheitsgebühr an. Die scheinen gerechtfertigt zu sein, weil, als wir durch den Metalldetektor gehen, piepst das Ding bei Trinity wie verrückt. Erst als sie ihre Gummisandalen (!) ausgezogen hat, hört es auf. Außerdem müssen wir noch 3$ pro Kilo fürs Übergepäck bezahlen. Damit hatten wir nicht gerechnet, da ja eine ganze Menge Sachen den Kili nicht mehr verlassen hatten. Dummerweise hatten wir unsere Rucksäcke nicht richtig voll gemacht. 18 Kilo zuviel! Nach etwas Diskutieren – immerhin ist die Machine nicht voll besetzt – müssen wir für 10 kg bezahlen. Als wir ins Flugzeug, eine DC 9 oder 10 mit etwa 50 Plätzen, einsteigen, stellen wir fest, dass sogar nur 12 Leute drinsitzen. An solchen Stellen liebt man die afrikanische Bürokratie besonders. Der Flug verläuft sehr gut – der Pilot ist Gott sei Dank wenigstens Franzose. Wir können sogar noch einen Blick auf den Gipfel des Kili erhaschen und schweben auch etwa in dieser Höhe über die Tsavo-Ebene in Richtung Mombasa. In der Ferne sind noch die Usambara Berge zu erkennen. Bei Gefahr bräuchten wir in dieser Höhe keine Sauerstoffmasken und könnten sogar noch Diamox-Tabletten einwerfen. Es verunsichert uns, dass keine Schwimmwesten an Bord sind. Stattdessen steht auf dem Sitz, dass man sich am Sitzpolster festhalten soll. Wenigstens gibt es noch ein Sandwich und Getränke. Die Flugangst erträgt sich mit einem Bier der Marke „Safari“ einfach leichter.

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Auf dem Mombasa – Airport ist auch nicht viel los. Daher geht die Einreise problemlos vonstatten. Israel Hands wog auch gleich unser Gepäck nach, weil wir vermutet hatten, dass „Precison Air“ an ihrer eignen Waage herumgespielt hatte. War aber nicht so. Mit dem Taxi (15$) ging es zum Hotel. Wie das immer so ist, „helfen“ plötzlich jede Menge Leute, das Gepäck zum Taxi zu tragen. Doch diesmal hatten wir schon gespendet. Das Hotel „Voyager Beach Resort“ liegt gleich hinter der Brücke von Mombasa Island nach Nyali, und obwohl wir durch die Serana Lodge am Krater schon recht verwöhnt waren, fanden wir die Aussicht auf drei entspannte Tage am Strand ganz in Ordnung. Das Hotel war all-inclusive, ist aber in Deutschland nur bei DER im Angebot, so dass uns der typische All-In-Reisende erspart blieb. Es gab viele ältere Gäste, hauptsächlich Briten und Franzosen. Wir nehmen erstmal Drinks und besichtigen das Hotel. Alles ist dem Schiffahrtsthema verpflichtet, und alle Räume im Hotel sind auch so benannt, als ob man sich auf einem Schiff befindet. An sich eine nette Idee. Beim Abendessen staunten wir über die Vielfalt des Buffets – aber wie das so ist, wenn man isst – irgendwann schmecken alle Buffets gleich. Bei Ngorongoro Serena war das am zweiten Abend auch schon so. Zwei Wochen sind in dem Hotel sicher zu lange, aber einige Tage sind erholsam. Das Personal ist nett und zuvorkommend. Manchmal liebenswürdig unbeholfen – wenn zum Beispiel die Teller schon abgeräumt werden, obwohl sie noch gar nicht benutzt sind. Abends gab es dann noch eine Show mit den unglaublichen „Christ Ambassador Acrobats“, die ganz nett herumgeturnt sind. Dabei entstanden bei den übrigen Gästen eine Reihe aufregender Videos, die den Auftritt in Echtzeit abbildeten, zusammen mit allen Buffets und Poolspielen. Besonders angenehm war, dass es im Hotel MNET, den südafrikanischen Kabelkanal zu sehen gab.
 

Montag, 3. Oktober

 

 

Den heutigen Tag verbringen wir im Hotel. Früh gehen wir alle drei zur Aroma-Massage. 15$ für eine Stunde ist ein wirklich fairer Preis. Am Strand - wegen der Gezeiten nur bis Mittag vorhanden – drängeln sich die Tourenanbieter und Curio-Händler. Die Ausflüge sind die gleichen wie im Hotel, aber billiger: Dhau – Ausflug mit Dorfbesuch, Krokodilfarm. Die Curios sind o.k., aber nicht wirklich schön. Die Händler der Swahili-Küste kommen auch immer mit den gleichen Tricks: persönliches Verhältnis aufbauen (Name, Land, Fussball) und dann schon mal irgend etwas einpacken. Dabei wird versucht, eine Stress-Situation zu erzeugen. Am Ende kaufen wir nichts, weil wir das ganze Zeug schon im Koffer haben und weil uns die Feilscherei nervt. Überall das Gleiche. Nach dem Abendessen beobachten wir die animierten Franzosen, die alberne Spiele spielen und dafür auf Video gebannt werden.
 
 

Dienstag, 4. Oktober

 

 

Auch im Hotel trifft man auf die afrikanische Wildnis. In den Gängen lauern die Geckos auf Insekten, und am Frühstücksbuffet versuchten heute einige Affen mitzuessen. Erst klauten sie eine Banane und schmissen dann die Deko-Skulptur auf den Früchteteller. Danach flüchteten sie sich ins Gebälk und konnten dort nicht erreicht werden. Als wir zum Zimmer zurückgingen, stürzte ein Affe auf Trinity zu – sie hatte eine Banane in der Hand. Erst einige gezielte Würfe mit kleinen Steinen setzten unsere Ansprüche auf die Banane durch. Andere Affen hatten inzwischen Zimmer und Balkons betreten und tranken aus dem Wasserkocher.
 
Die Zeit bis zum Mittag verbrachten wir am Telefon mit der Autovermietung, weil unsere Reservierung bei Budget verloren gegangen war. Nach einigem Hin und Her konnte doch noch ein RAV4 geliefert werden. Der eigentlich bestellte Jeep wird erst morgen geliefert und kommt direkt aus Nairobi.

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Mit dem RAV machten wir einen Ausflug die Küste hoch. Es gab aber nicht viel zu sehen. Nach dem Abendessen mit internationalen Hits vom Band schauten wir im Tembo-Club vorbei. Aber weil Montag ist, war es, bis auf einige Damen mit finanziellen Interessen, ziemlich leer.
 
 

 

 

Mittwoch, 5. Oktober

 

 

Heute wurde endlich der versprochene Mitsubishi Pajero geliefert. Frisch aus Nairobi. Und natürlich mussten wir den RAV volltanken. Wenn schon die Reservierung versaut wird, muss wenigstens hier alles seine Ordnung haben. Naja, zumindest hatte Baron Blixen die Genugtuung, die Budget-Managerin noch etwas anzuschreien. Mit dem Pajero sind wir sehr zufrieden. Er ist größer und neuer als der RAV und hat lustige Offroad-Instrumente wie Kompass und Neigungsmesser. Wir mussten nun noch zum Kenya Wildlife Service, um den Eintritt für den Tsavo Park zu bezahlen. Daher nutzten wir gleich die Gelegenheit zum Stadtausflug. Israel Hands steuerte uns souverän durch das Gewühl der Mini-Busse. Die Karte im Reiseführer erwies sich auch als ausreichend genau, so dass wir problemlos zu KWS fanden. Man muss hier neuerdings eine SmartCard kaufen, also eine Art elektronische Eintrittskarte, weil man am Parkgate nicht mehr mit baren Dollars zahlen soll. Und Kreditkarte geht ja auch nicht. Wir waren die einzigen Besucher, weil alle Safari-Busse immer ganz früh ihre Touren bezahlen, sobald die Zahl der Teilnehmer klar ist. Das Personal war wirklich hilfsbereit und freute sich, uns zu sehen. Leider macht das KWS-Headquarter einen ziemlich traurigen Eindruck, und man kann nur hoffen, dass die Löwen und Elefanten noch etwas durchhalten. Der Eintritt pro Tag in den Tsavo beträgt 27$, aber für die Tiere gibt man doch gern. Vom KWS ist es nur ein Kreisverkehr bis zum Fort Jesus und der Altstadt. Am Fort warten schon die offiziellen Parkplatzwächter und Fremdenführer. Der Eintritt ist mit 200 Khs pro Mzungu noch ganz o.k., und für weitere 200 Khs presst sich noch ein Führer auf. Ohne Führer geht es sowieso nicht, und mit ist es sogar interessanter, weil der Mann direkt von Osama, dem dicken Sklavenhändler abstammte. Glauben wir. Wir marschieren durch das Fort und bestaunen Gemäuer und die Aussicht. Interessant sind auch zwei alte weiße Tanten, die direkt mit zwei Massai aufkreuzen. Also, es sind zwei ziemlich wohlgenährte Kenyaner in traditionellen Massai-Klamotten. Mhhm, selbst in der Mara tragen sie jetzt eher weniger rote Decken....
 

Danach schließt sich ein Rundgang durch die Gassen der Altstadt an. Dort dürfen keine Fotos gemacht werden. Wahrscheinlich weil wir am Hafen oder einer Behörde vorbeikommen. Die Kashba ist recht sehenswert. Klar, die Häuser sind heruntergekommen, aber immerhin laufen wir zwischen Hühnern und verschleierten Menschen durch und bekommen ein Gefühl für das alte Mombasa. Die Insel selbst ist an dieser Stelle auch irgendwie dichter besiedelt, während an anderen Stellen durchaus noch Platz zu sein scheint. Baron Blixen hatte erwartet, dass die Insel komplett zugebaut ist. In den Häusern sind natürlich jede Menge Curio-Shops eingerichtet. Wir schauen einige an. Bei einer alten Inderin gibt es wirklich einmal etwas anderes zu günstigen Preisen. Unser Führer sitzt inzwischen mit Leidensmiene im Laden, so als ob er nichts abbekommt. Im Goldladen vorher hätte er wahrscheinlich mehr abgekriegt, nur wer kauft schon Gold in den Soukhs von Mombasa? Nun drehen wir noch eine Runde durch die Stadt. Vorbei an den Stoßzähnen der Moi-Avenue und durch die Haile - Selassi – Road zurück zum Nyali-Beach.

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Abendessen gehen wir diesmal im Seafood-Restaurant des Hotels. Dort müssen wir zwar bezahlen, wenn auch nur 50% des Preises, was dann wieder im Rahmen ist. Das Bufett haben wir erstmal satt. Und so essen wir wirklich leckeren Lobster und trinken Drostdy-Hof Weisswein dazu.

 
 

Donnerstag, 6. Oktober

 

 

Und wieder gibt es Frühstück im Hotel. Die Lunchpakete vom Kili sind vergessen, und stattdessen können wir das Hotelessen nicht mehr sehen. Nach dem Auschecken stoppen wir noch am Supermarkt und machen uns dann auf den Weg in den Tsavo. Die Straße hinaus aus Mombasa ist kein Problem, weil es nur eine Straße in Richtung Nairobi gibt. Allerdings sind die ersten einhundert Kilometer in einem üblen Zustand – genauso wie wir uns noch an die Straße erinnerten – Loch an Loch und wenn nicht, dann Speedhumps, damit es keinem zu wohl wird. Für den Fall, dass es weder Löcher noch Humps gibt, ist eine Polizeisperre aufgebaut mit Nagelbrett über der Straße. Über diesen Weg quälen sich die Trucks von Mombasa bis in den Kongo. Wir überholen einen Laster mit UNO - Minibussen und -Jeeps auf der Ladefläche. Wenigstens hat der Pajero ein Radio, so dass wir etwas Unterhaltung haben. Ganz plötzlich - so hinter dem Ort MacKinnon Road – ist die schlechte Straße vorbei und die neue, glatte beginnt. Nun sind auch 120 km / h drin, und wir heizen nur so dahin. In Voi wird kurz getankt, und weiter geht es am leerstehenden „Maneater“ Hotel vorbei zum Tsavo Gate. Gegenüber erhaschen wir noch einen Blick auf die berühmte Brücke über den Tsavo River.
 

Mit unserer Smart Card haben wir keine Probleme am Eingang. Es ist aber auch nicht klar, ob wir eventuell doch in bar hätten zahlen können. Im Tsavo selbst ist auch gerade Mittagspause, und außer einigen DikDiks und Warzenschweinen ist nichts zu entdecken. 14.35 Uhr sind wir in der Kilaguni Lodge – nach einer wilden Fahrt durch die Savanne. Wider Erwarten gibt es noch Lunch. Man hat uns schon erwartet, und so gibt es direkt an der Rezeption erstmal einen Drink und ein feuchtes Tuch zur Erfrischung. Die Lodge ist sehr schön im Safari-Stil eingerichtet. Das Haupthaus besteht aus Rezeption und Restaurant. Letzteres blickt über ein Wasserloch mit Zebras und direkt auf die Doppelspitze des Kili. Ein fantastischer Ausblick: rote Erde, Akazien, die Chylu-Hills und der Kili. Nach dem Essen gehen wir zu unserer Suite – eine Reihe von Häusern mit je vier Suiten blickt ebenfalls in Richtung Wasserloch. Ausserdem gibt es ein Wohnzimmer, Kabelfernsehen, Bad und Schlafzimmer. Auch hier alles sehr safarimässig eingerichtet. An den Wänden hängen schwarzweiße Bilder von den guten alten Zeiten und Lampen aus Kudu-Hörnern. Das Fernsehprogramm ist auch viel besser als im Voyager – Hotel, denn wir haben sogar History Channel, schalten aber erstmal auf Animal Planet. Haben wir nun drinnen und draußen.
 
Das Bett im Schlafzimmer hat ein großes Moskitonetz, das wie eine Gardine herumgezogen wird. Sehr schön. Am frühen Abend kommt dann immer noch der Zimmerboy vorbei und deckt die Betten zum Schlafen auf. Eine schöne Tradition. Am Nachmittag fahren wir zu Mzima Springs. Das ist eine klare Süsswasserquelle mitten im Busch. Rings um die Quelle hat sich Regenwald angesiedelt. Man kann das Auto verlassen und auf einem Weg an dem See entlanggehen. Im See sind einige Hippos, die es scheinbar nicht schaffen, das Gewässer trübe zu machen. Die Hauptattraktion ist aber ein kleiner Tauchpavillion, d. h. man steigt einige kleine Stufen hinab und sieht dann durch Glasscheiben unter Wasser.

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Der See ist nicht sehr tief. Um die Taucherglocke herum sind jede Menge Fische zu sehen, die sich an den Scheiben tummeln. Angeblich kommen Krokodile und Hippos nicht so nah heran – daher vermutlich die vielen Fische. An diesem Tag haben wir aber großes Glück – ein Krokodil schwimmt heran und legt sich direkt vor dem Fenster auf den Grund des Sees. Kaum ist es wieder weg, kommt noch ein Hippo. Wir können gut sehen, wie es taucht und wieder Luft holt. Weiter den Pfad entlang gibt es noch einen Aussichtspunkt, von dem aus wir am anderen Ufer noch zwei große Krokodile erspähen können.
 
Gegen 18.00 Uhr sind wir wieder in unserer Suite. Zu zeitig, weil der Houseboy noch mit dem Aufdecken der Betten beschäftigt ist. Um den Sonnenuntergang über dem Kili zu genießen, stehen wir auf dem Balkon. Es flattern schon einige Fledermäuse herum, und wir wundern uns, wohl die wohl herkommen. Dann merken wir, dass die Biester aus einer Spalte zwischen Balkon und Mauer kommen und denken, dass die ihren hervorragenden Navigationssinn haben. Gleich darauf knallt mir eine Fledermaus gegen die Beine und geht benommen zu Boden. Bis zur Dunkelheit ist der Großteil ausgeflogen, aber wir hören die anderen noch im Gebälk piepsen. Das ist auf die Dauer unangenehm, zumal unsere Haare ab und zu gestreift werden, und vor allem Trinity schaut sich die Wildnis dann lieber durch die Scheibe an. Überall auf dem Gelände der Lodge und auch im Zimmer haben wir Geckos entdeckt – die tun zwar nichts – aber für Trinity ist das genug Wildlife.
 

Freitag, 7. Oktober

 

 

In der Nacht konnten wir keine Tiere vor dem Balkon entdecken. Als dann aber die Sonne aufging, standen und lagen ca. 300 Büffel vor unserer Suite. Und auch Paviane hatten auf dem Dach oder in einem Baum in der Nähe gepennt. Der Morning Drive erbrachte keine besonderen Sichtungen. Nach dem Frühstück gingen wir von der Lobby ins Zimmer zurück und stellten dabei fest, dass inzwischen unser Auto gewaschen worden war. Super Service bei Serena.
 
Um 10.30 Uhr hatten wir den Bush Walk gebucht. Die meisten Gäste bleiben nur eine Nacht, maximal zwei, und haben daher kaum Zeit, die Angebote der Lodge voll zu nutzen. Also waren wir die einzigen Teilnehmer. Der Führer war ein etwas sonderbarer Insektenspezialist. Außerdem schloss sich uns noch ein Ranger mit Kalaschnikow an. Der Walk folgte einem vorbereiteten Pfad, den sie mit Tierschädeln markiert hatten. Dadurch hatte der Führer gleich was zum Erklären. Er hielt sich ziemlich lange an einem Termitenhügel auf und wollte uns einreden, dass die Viecher schwer zu entdecken wären. Allerdings wurde uns in der Sonne langsam warm, und besonders anstrengend waren die Fliegen, die ständig verjagt werden mussten. Es waren diese hartnäckigen afrikanischen Fliegen, die sich in die Augen setzen wollen - das kennt man so aus Fernsehberichten. Wir kreuzten die Stelle, wo die Büffel durchgekommen waren.

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Also im Prinzip liegen im Busch jede Menge Knochen und Fäkalien. Und über diese lernt man auch eine Menge. Naja, der Walk war also nicht so aufregend. Zur Strafe tranken wir das Wasser aus, dass uns das Hotel bereitgestellt hatte. Danach ging Trinity zur Massage und Israel Hands zum Pool.
 
Am Nachmittag fuhren wir zu einem besonderen Teil des Parks, wo Nashörner bewacht werden (Rhino Sanctuary). Man darf bis 15.00 Uhr hinein. Unterwegs sahen wir einige Elefanten und im Rhino Sanctuary natürlich keine Nashörner. Dafür kreuzten mehrere Gruppen von mit rotem Staub bedeckten Elefanten unseren Weg. Das war in dem Licht der Nachmittagssonne sehr schön. Besonders erwähnenswert sind auch die Kudus, weil es in Ostafrika nicht so viele gibt. Die Rückfahrt führte malerisch durch den Busch, beleuchtet von der untergehenden Sonne. Zum Abendessen erschienen am Wasserloch wieder Elefanten und Büffel. Diesmal sorgten aber die Italiener am Nachbartisch dafür, dass es nicht zu still wurde, blieben aber insgesamt unter ihrem Krach-Potential. Auf unserem Balkon tranken wir noch gemütlich eine Flaschen südafrikanischen Rose´ und spähten zum Wasserloch. Die Fledermäuse hielten wir mit dicken Zigarren in Schach.
 

Sonnabend, 10. Oktober

 

 

Heute wurde ausgeschlafen. Das war auch richtig, denn als wir beim Frühstück saßen, kamen zwei Elefantenbullen ans Wasserloch. Die sahen mit dem Kilimandscharo im Hintergrund sehr malerisch aus. Mehr hätte eine Rundfahrt auch nicht ergeben. Zur Feier des Tages ließen wir uns ein Glas Sekt vom Büffet bringen. Bei Serena gibt es das. Überhaupt ist der Service große Klasse. Das Personal vermittelt das Gefühl, dass man bekannt ist, und jeden Abend bekamen wir den gleichen Tisch, ganz vorn am Wasserloch. Da haben die Eintags-Italiener schlechte Karten. Wir machten heute eine ausgedehnte Runde durch den Westen und Süden des Parks. Es ging am Tsavo River entlang und manchmal auch hindurch. Am Fluss wächst Wald, was sehr schön aussieht und natürlich ideales Leopardenland ist. In der Ecke des Parks gibt es noch ein Selbstversorger – Camp und einen Zeltplatz. Letzterer ist direkt am Fluss auf einer Waldlichtung. Dort war es auch tagsüber dunkel, einsam und richtig gruselig. Wahrscheinlich werden wir dort einmal campen. Das Problem bei den Parks ist ja immer der Mangel an Information zu den vorhandenen Einrichtungen. Daher entsteht schnell der Eindruck, dass man die teuren Lodges nehmen muss, weil es nichts anderes gibt. Wir trafen eine große Zahl von Tieren: Büffel, Kudus, Elands und Gerenuks. Das sind eigenartige Antilopen mit extralangem Hals. Am Fluss selbst waren jede Menge Affen.
 
Unterwegs kamen auch noch Massai mit ihren Rindern vorbei, die auch durch den Park getrieben wurden. Und über allem der Kili, der von der Kenia-Seite nur ganz wenig Schnee sehen lässt. Wir fuhren eine endlose Piste entlang, durch die Weite der Savanne. In diesem Teil des Parks gibt es viel Grasland und nicht diese Akazien und Mopane Bäume.

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Dadurch kann man viel weiter sehen. Von Vorteil war auch der Kompass im Auto. Die Beschilderung ist manchmal irreführend, und so konnten wir ganz gut die Richtung überprüfen. Am Nachmittag fuhren wir noch mal mit Trinity am Steuer zu Mzima Springs, wo es aber diesmal außer einigen Krokodilen im Fluss nichts zu sehen gab. Beim Abendessen überraschte uns der Kellner mit der Mitteilung, dass wir heute nichts für die Getränke zu bezahlen hätten, weil, es gäbe kaum Gäste, die zwei oder sogar drei Nächte bleiben und da wolle man eine gewisse Anerkennung ausdrücken. Und natürlich hatten wir wieder den besten Tisch am Wasserloch.
 

Sonntag, 9. Oktober

 

 

Schweren Herzens nahmen wir Abschied vom Tsavo Park. Beim Frühstück kam noch einmal die Büffelherde zum Wasserloch. Ein schöner Anblick. Am Parkausgang hatte man mit unserer Smart-Card zu kämpfen. Irgendwie überfordert das System noch die Bedienungsmannschaft. Wir bogen bei Mtito Andei auf die Straße nach Nairobi ein. An der Stelle wird sie noch gebaut, Wenig später ist die Straße noch nicht ausgebaut und daher ziemlich schmal. Bei den Trucks, Speedhumps und Polizeichecks kommt man nicht sehr schnell voran. Gegen 14.00 Uhr erreichten wir Nairobi. Da es noch früh am Tag war und wir keine Lust hatten wieder in unser enges Zimmer im Kenya-Comfort Inn zu ziehen, schauten wir noch bei zwei anderen Hotels vorbei, die der Reiseführer als „Mittelklasse“ bezeichnet hatte. Israel Hands steuerte uns souverän durch den Taxi-Irrsinn der Stadt. Die Hotels waren ziemlich mies und daher keine Alternative zum Comfort Inn. Dort erfuhren wir, dass sie noch „außerhalb“ Suiten hätten. Für 10$ mehr. „Außerhalb“ ist nicht wirklich weit weg – ca. 3 km die Straße hinunter, vom Business District weg. Die Ngong Road beginnt gleich um die Ecke, und das ist der bessere Teil der Stadt. Die Suiten waren wohl mal ein Appartment-Block, der jetzt irgendwie Dauerhotel ist. Natürlich werden sie bewacht. Gegenüber liegt ein kleiner bewaldeter Hügel, auf dem Menschen zu leben scheinen. Your friendly neighbourhood slum. Die Suite ist im Prinzip ein Selbstversorgerappartment. Also absolut passend für unsere Bedürfnisse.
 
Abends fuhren wir noch mal zum Carnivore Restaurant. Weil Baron Blixen aber die Karte verkehrt gehalten hatte, drehten wir ungewollte eine große Runde über die Ngong Road. Dabei kamen wir an Shopping Malls vorbei, die ganz nett aussahen. Es muss ja bei all dem UNO – Personal in Nairobi auch bessere Ecken geben. Im Carnivore war alles wie immer. Blöderweise gab es auch die gleichen Fleischsorten: Strauß, Krokodil und Kamel. Das sind eben auch keine richtigen Wildtiere mehr. Das Kamel war wieder ungenießbar zäh, während das Krokodil diesmal viel besser war. Es schmeckte mehr wie Huhn und nicht so sehr nach altem Fisch.

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Montag, 10. Oktober

 

 

Frühstücken gingen wir an der Kenol-Tankstelle. Das heißt zur Tankstelle gehörte ein Fast-Food-Outlet, wo es Speck, Eier und Würstchen gab. Danach wollten wir zum Sheldrick-Elefantenprojekt. Die Anfahrt war im Reiseführer beschrieben, allerdings nicht sehr detailliert. Der Eingang muss irgendwo beim Nairobi – National Park liegen. Wir fuhren auf und ab, konnten aber kein Schild entdecken. Baron Blixen fragte mehrere Ranger und fand heraus, dass man am Haupteingang ein Stück in den Park fahren muss und dann irgendwie abbiegend hinter den anderen Autos herfährt. Also ein Ort, den man nur findet, wenn man schon mal da gewesen ist. Jedenfalls kamen wir gerade noch pünktlich an. Man darf nur zwischen 11 und 12 die Elefantenbabys bewundern. Dann ist Fütterungszeit. Der Eintritt ist frei, aber natürlich soll man eine Spende abgegeben, und für die Elefanten geben wir doch gern. Wir standen dann hinter einem Seil abgesperrt und konnten von dort ein kleines Nashorn bewundern. Danach kamen mehrere kleine und ganz kleine Elefanten mit ihren Pflegern. Alle bekamen die Flasche gereicht und spielten anschließend am Wasserloch. Ein Baby-Elefant wurde von einem Pfleger mit Sonnenschirm begleitet. Beim Spielen kamen die Elefanten näher heran, so dass man sie mal anfassen und streicheln konnte. Dabei hat sich Baron Blixen noch die letzten Hosen für die Reise eingesaut, weil überall roter Staub von den Elefanten hängen blieb. Nun ging es zum „Karen Blixen Haus“. Das ist jetzt ein nationales Monument und Museum. Aber weil wir beim letzten Mal schon drin waren, haben wir uns die Besichtigung gespart. Über die Ngong Road fuhren wir zu zwei Shopping Malls, wo wir sehr lecker punjabi-indisch und chinesisch gegessen haben. Es gab einige Shops zu sehen, aber nichts besonderes. Zurück im Apartment wurde noch mal etwas ausgeruht, und die letzten Sachen wurden eingepackt.
 

Da der Flug erst gegen Mitternacht ging und wir daher noch jede Menge Zeit hatten, fuhren wir zum Norfolk Hotel, denn jede Safari beginnt und endet dort. Früher. Wir fragten am Hintereingang, ob wir im Hof parken dürfen und setzten uns dann in die Lobby / Bar zum Afternoon Tea. Danach gab es Cocktails und später Sandwichs.

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Die Atmosphäre ist sehr angenehm und die Einrichtung erinnert an die große Zeit der Safaris, als es noch Löwen in der Nähe vom Bahnhof gab und Hippos den Zugang zum Hotel blockierten. Das Flugzeug war um eine Stunde verspätet. Das gab uns noch etwas Zeit zum Einkaufen. Wegen der Verspätung wurde in Dubai die Zeit etwas knapp. Hinzu kam, dass in Dubai gerade alle Systeme zusammenbrachen. Am Sicherheitscheck herrschte großes Chaos. Der Detektor piepste ständig, Leute legten Metallsachen ab, und andere Passagiere drängelten inzwischen durch. Unter dem Förderband des Checks lagen haufenweise Gürtel und Münzen, die dort vergessen worden waren. Das Personal stand hilflos daneben, während sich die Reisenden quasi selbst durchsuchten. Wir schafften trotzdem noch unseren Flug nach Frankfurt und verpennten den größten Teil der Strecke.