Antarktis-Reisebericht: Südgeorgien liegt nicht in Russland!
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Antarktis-Reisebericht: Südgeorgien liegt nicht in Russland!
( 82 Stimmen )
Geschrieben von: Nora Petzold   

Von Nora Petzold, 34, Dresden
  
Ich hatte immer einen großen Traum: die Antarktis. Das ist genauso, wie wenn man eine Geliebte hat: man denkt ständig an sie, man würde Berge versetzen, um sie zu sehen und vor dem ersten Date ist man total aufgeregt. Unser erstes Rendezvous hatten wir 2005 auf der Antarktischen Halbinsel. Ich schrieb darüber im Reisebericht „Was eben so passiert zwischen Antarktis und Äquator“. Schon damals war mir klar: ich war süchtig nach ihr. Trotzdem hätte ich nicht im Traum gedacht, dass wir uns schon 2007 wieder sehen würden. Auf Südgeorgien.
 
Manche Leute fragen mich, ob Südgeorgien in Russland liegt, und ob man da auch mit dem Wohnmobil hinfahren könnte. Nein, Südgeorgien liegt nicht in Russland sondern in der Antarktis. Als Gondwana, die Landmasse, in der einst alle Kontinente zusammen hingen, auseinanderbrach, bildete sich die letzte Bruchstelle zwischen Südamerika und der Antarktis. Die Kontinente trieben auseinander und durch die Meeresströmung entstand der so genannte Scotia-Bogen, der aus den Sandwich-Inseln, den Orkney-Inseln und Südgeorgien besteht. Der Scotia-Bogen ist sozusagen die Verlängerung der südamerikanischen Anden, die sich bis in die Antarktische Halbinsel weiterzieht.
 
 

Wie schon zwei Jahre zuvor hatte ich die Reise bei „Colibri-Umweltreisen“ gebucht, weil die zum Ausgleich der Klimabilanz Bäume pflanzen und Artenschutzprojekte unterstützen. Auch das Schiff, die „Grigoriy Mikheev“, war das gleiche, einschließlich der russischen Crew, von denen mich einige gleich wieder erkannten. Wir starteten in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, und überquerten schaukelnd und schwankend die Scotia-See. Ich hatte schon viel probiert, um meine Seekrankheit in den Griff zukriegen, doch die kleinen runden Pflaster am Hals schienen das einzige wirksame Mittel zu sein. Aber wie alles im Leben hatten auch die ihre Nachteile: mit dicker Zunge taumelte ich benommen auf dem Schiff herum und sah dabei alles doppelt.

Linktipp: Antarktis-Reisebericht von Klaus Weidner



 
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