Thailand Reisebericht:
Blutegel-Trekking
Nicht nur Elefanten und Affen sind tierische Begleiter bei einer Trekkingtour im Norden Thailands.
Es regnet, alle sind bis auf die Haut durchnässt. Zwölf Wanderer unterschiedlichen Alters, ausgestattet mit Wanderstöcken aus Holz, stapfen durch schlammigen Morast. Immer wieder bleibt jemand stehen und versucht panisch mit Hilfe des Stockes Blutegel von den Schuhen zu streifen. Denn falls es den schwarzen, schleimigen Biestern gelingt, das Hindernis Turnschuh und Strumpf zu überwinden, können diese an nackter Haut andocken und sich mit Blut voll saugen. Zuerst fühlt es sich an, wie wenn eine Mücke gestochen hätte – es juckt, und dann tut es weh.
Glücklicherweise lösen sich die Blutegel von der Haut, wenn „Tabaksaft“ – Tabakblätter in Wasser eingelegt – auf sie geträufelt wird. Gut, dass Bergführer Dok diesen „Zaubersaft“ mit dabei hat und die Wanderer behandeln kann. Er beruhigt die Trekking-Teilnehmer, bald schon wird wieder in blutegelfreier Zone weitergewandert. Über Steine und Felsen, durch Flüsse und über wacklige Brücken, welche oft nur aus einem schmalen Brett bestehen, führt der Weg durch den Regenwald zu einem Karen - Dorf.
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Die Karen sind die größte Stammesgruppe in Thailand
In bunten Kleidern werden die Trekker von den Hillitribes, so werden die Ureinwohner Thailands genannt, freundlich empfangen. Leider wurde die einzige Wasserleitung zum Dorf von einem Sturm zerstört – eine Dusche fällt für die verschwitzten und schmutzigen Trekker aus.
Dafür weiß Führer Dok, auch Mitglied eines Karen – Stammes, viel über die Bergvölker zu erzählen: „Durch Brandrodung gewinnen sie neues Land zum Anbau von Reis.“ Zwischen riesigen Bäumen entstehen karge Flächen. Obwohl die Häuser der Karen sehr einfach ausgestattet sind, steht in einer Ecke ein Fernseher und vor dem Haus fängt eine Solaranlage die letzten Sonnensstrahlen ein. Die systematische Thaiisierung lässt das Leben der Bergbauern nicht mehr primitiv erscheinen. Die einfachen Bauern holen sich den Lebensstandard der thailändischen Städte in die Berge.
Gute konditionelle Verfassung und „keine Scheu vor Dreck“
Sowohl abenteuerlustige, als auch kulturell begeisterte Reisende kommen bei einer mehrtägigen Trekkingtour in Thailand auf ihre Kosten. Die abwechslungsreiche Landschaft Nordthailands mit Regenwald, Reisfeldern und hohen Bergen bezaubert durch ihren mystischen Charakter auch Naturliebhaber. Allerdings muss jeder Trekker damit rechnen, dass unter Umständen kein Wasser zur Körperpflege vorhanden ist. Es wird bis zu sechs Stunden in teils sehr steilem Gelände gewandert. Jeder Trekker sollte deshalb eine gute körperliche Konstitution mitbringen, um die Tour problemlos überstehen zu können. Wenn der Führer die Sprache der Bergvölker spricht oder selbst von den Bergvölkern abstammt, können die Wanderer etwas vom Leben dieser einfachen Völker erfahren und optimalerweise das Leben dort erleben.
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Die beste Trekking-Zeit ist zwischen November und Januar, weil es fast nicht regnet. Während der Regenzeit, Mai bis Oktober, sind die zahlreichen Blutegel besonders anhänglich. Allerdings besitzt eine Tour durch den Regenwald mit vereinzelten Regengüssen einen ganz besonderen Reiz – der Geruch nach einem Regenguss ist so frisch, die Atmosphäre so ruhig und friedlich und die Landschaft strahlt in frischem Grün.
Informationen:
Trekkingtouren werden im Norden Thailands in fast allen größeren Städten von Trekking-Agenturen angepriesen. Fast jedes Guest – house in Chiang Mai versucht Standard - Touren zu verkaufen. Touren gehen von Besichtigungstouren (1 Tag) bis hin zu 6 – 10 Tagestouren. Durchschnittlich kostet eine Dreitagestour ungefähr 1300 – 1500 Baht (26 – 30 Euro). Stefan Lohse listet in seinem Reiseführer viele Gästehäuser mit Trekkingangebot auf. Zu empfehlen sind die Treks von Pon und Annette, Eagle House No. 1, 16 Chang Moi Kao Rd. Soi 3; . Sie organisieren 3- und 4-Tage Treks, bei denen sie ein Konzept des „bewussten Trekking“ realisieren. Nur Bergführer, die aus den Bergen stammen, führen die Wanderer durch die Bergwelt Nordthailands.