INTRO…
China Reisebericht:
DURCH DAS REICH DER MITTE, China Teil 2
Das glasklare Wasser der Bay plätschert an den Strand und umspült unsere Füße die wir zur Abkühlung ins Wasser halten. Die Palmen rauschen in der sanften Abendbriese die vom südchinesischem Meer herüber weht .
Fernes Autohupen auf der Straße nach Sanya erinnert uns daran , dass wir die Bucht nicht ganz allein für uns haben .Die Sonne versinkt in einem wahren Kanon der Farben hinter der Gebäudesilhouette von Sanya .
Bald werden die grünen Laserscheinwerfer den abendlichen Himmel von Hainan zerteilen .Ein Angestellter des mondänen Mandarin Oriental bringt uns die bestellten Drinks .Auf dem Tablett befinden sich Erfrischungstücher , ein Erfrischungsspray und zwei Flaschen Wasser-complimetary- sowie Streichhölzer mit vergoldeten Köpfen .Man hat an wirklich alles gedacht , als man dieses erst im Januar dieses Jahres erbaute Luxushotel erdachte.
Entspannt betrachten wir den abendlichen Himmel der die warmen Farben eines entfachten Kamins annimmt .
Hier nun am morgigen Tage würde unsere Reise enden , in all dem feudalem Luxus und fernab der Hektik dieses riesigen , aufstrebenden Landes…..
Einige Wochen vorher hatten wir bei Opodo eine Gabelflug gebucht . Hinflug nach Beijing und Rückflug von Sanya , ganz im Süden dieses riesigen Landes .Innerhalb des Zeitrahmens mussten wir also ins ferne Hainan gelangen und wollten unterwegs noch viel sehen…..
Mit der Fortbewegung hielten wir uns an Jules Verne`s Klassiker „ In 80 Tagen um die Welt “ –zu Lande zu Wasser und in der Luft -durchquerten wir das Land .
Wo sind nur diese drei Wochen geblieben, die wir quer durch das Reich der Mitte brauchten um aus der fernen Metropole Beijing hier nun ins „Hawaii“ China`s zu kommen ?
Wo war sie nur , diese wundervolle , aufregende und lehrreiche Zeit… ?
…Wir genießen unsere Drinks und das Eis schmilzt unter den tropischen Temperaturen Hainan`s.Die Sonne wird vom Horizont verschluckt...Die letzten Strahlen peitschen verzweifelt Richtung Abendhimmel....
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ETAPPE 2
Wir stehen in Luoyang am Bahnhof und warten auf unseren Zug der uns nach Xian bringen soll .Schon beim einchecken im Cygnus International Hotel , am Freitag ,bekamen wir unsere Tickets für den heutigen Zug . Shirley unsere Kontaktperson von Nihaotours hatte sie pünktlich an der Rezeption abgegeben .
Die Absperrgitter und die Türen die zum Bahnsteig führen sind noch verschlossen .Vor dem Betreten des Bahnhofgebäudes werden unsere Koffer , ähnlich wie auf Flughäfen kontrolliert und gescannt .
Die Digitalanzeige verrät uns ,daß wir hier auf den richtigen Zug warten. Der K 617 9:35 Uhr von Luoyang nach Xian . Ein letztes abgleichen der Daten auf unseren Tickets mit der Bahnhofsanzeige, als die Türen geöffnet werden . Der Run zum Bahnsteig beginnt.Der Zug fährt ein .
Die rotweißen Doppelstockwagen, gezogen von einer blau glänzenden Lok kommen quietschend am Bahnsteig zum stehen . Wir steigen ein .Nach einigem Hin und Her haben wir nun unsere Plätze gefunden ,denken wir jedenfalls , bis uns ein paar Chinesen darauf aufmerksam machen das wir Ihre Sitzplätze belegen . Ein kurzer Vergleich der Platznummern auf den Tickets bringt uns auch nicht weiter ,es sind die selben Nummern . Eine hinzugezogene Bahnmitarbeiterin kann den Sachverhalt nicht klären. Erst der Schaffner, bereits einige Kilometer später ,erklärt uns das sich unsere Plätze in der unteren Etage des Doppelstockwagens befinden .Wissend zeigt er uns die chinesischen Schriftzeichen auf unseren Fahrscheinen ,die wohl bedeuten sollen :
Untere Etage !
Aha , ja Einleuchtend !
Hätte man auch selbst drauf kommen können!
Wie ein verwischtes Bild zieht die Landschaft an uns vorbei .Einem groben Pinselstrich gleich erhebt sich ein mächtiges Bergmassiv am Horizont. Die chinesischen Dichter hatten recht, als sie die Form der Gipfel des Hua Shan mit einer Lotosblüte verglichen .
Immer wieder preisen die Zugbegleiter wie in einer Verkaufsveranstaltung Waren an .Von einer Taschenlampe mit der man Falschgeld erkennt bis zu Tischuntersetzern reicht das Angebot .Der Zuspruch hält sich in Grenzen ,die Lampe hat uns nicht überzeugt , doch bei den Tischdeckchen greifen wir beherzt zu !
Um 14:44 Uhr kommen wir in
XIAN
an .Schon auf dem Bahnhofsvorplatz wird man mit der Geschichte dieser alten Stadt konfrontiert. Genau gegenüber erhebt sich mächtig die mittelalterliche Stadtmauer mit Ihren Wehrtürmen.Am Taxistand direkt im Schatten der Mauer (wenn man das Bahnhofsgebäude verlässt ,rechts vor dem Bahnhof ) stellen wir uns an .Wir lassen uns zum zentral gelegenen Sofitel bringen.
Die Sonne spiegelt sich in den gläsernen Fassaden des Hotels wieder , auch drinnen ,schon in der eindrucksvollen Lobby , besticht dieses Top Hotel durch gerade Linien und zeitlose Eleganz .Getreu diesem Motto ist auch das Superior Zimmer , was wir beziehen , stilvoll und modern eingerichtet .Unweit des Hotels , etwa fünf Minuten Fußweg, befinden sich zahlreiche Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten . Für Selbstversorger ist sicherlich das große Kaufhaus von Interesse , wo man sich mit allen Waren des täglichen Bedarfs eindecken kann .
Geschichte und Moderne bilden einen interessanten Kontrast hier in Xian. Hypermoderne Skyscraper überragen die mittelalterliche Stadtmauer und von MacDonalds hat man einen direkten Blick auf den Drum-und den Belltower zu deren historischen Füßen sich der Verkehr drängt.
Ein Highlight besonderer Art befindet sich ganz in der Nähe von Xian:
Die weltberühmte
TERRAKOTTA-ARMEE . 
Um zur Terrakotta – Armee zu gelangen nehmen wir die sicherlich günstigste Alternative - den Bus. Rechts vor dem Bahnhofsgebäude fahren stündlich (7 Yuan p . P. ) Minibusse zu der etwa 32 Kilometer nordöstlich von Xian gelegenen Topsehenswürdigkeit ab . Zu erkennen sind die grünen Busse von Higer auch durch ein an der Front des Fahrzeugs angebrachtes, bronzefarbenes Schild . Neben den chinesischen Schriftzeichen befindet sich auf dem Schild ,daß Fahrtziel , auch in Englisch ( The Terra-Cotta Army Museum ) . Die Fahrt geht los.
Vorbei am Mausoleum des Kaisers Qin führt unser Weg. Zahlreiche Terrakotta-Krieger-Nachbildungen in Originalgröße stehen Spalier an kleinen Souvenirläden links und Rechts entlang der Straße.
Es ist schwül warm und bewölkt als wir unser Ziel erreichen. Ein kurzer Fußmarsch von der Haltestelle zum Eingang des Museums, vorbei an Verkaufsständen, folgt.Wir kaufen die Tickets.
(Eintritt: The Terra – Cotta Warriors and Horses of Qin Shihuang 90 Yuan p. P.)
Vor und auch im Museum dingen zahlreiche Guides Ihre Dienste an, auch eine Audioführung ist möglich. Wir verlassen uns stattdessen auf den guten alten Reiseführer.Im Jahr 1974 wurden durch Bauern aus Xiyang, beim ausheben eines Brunnens, Tonscherben gefunden. Dieser zufällige Fund führte zu einer der größten archäologischen Sensationen des 20. Jahrhunderts.
Die beeindruckende Streitmacht die das etwa 1 , 5 Kilometer entfernte Grab des Kaisers Qin bewachen und seine Herrschaft auch im Jenseits sichern sollte , ist auf drei Hallen – oder Schächten – verteilt .Wir rollen die Sache von hinten auf und fangen erst einmal mit Schacht 3 an . In jenem Schacht befindet sich das Hauptquartier bzw. der Generalsstab mit 72 Soldaten und einigen Pferden.Schacht 2 kann mit hinter Glas ausgestellten Figuren der Armee, wie zum Beispiel dem bekannten knienden Bogenschützen, und anderen teilweise in Ihren Ausgrabungsstätten übereinanderliegenden Exponaten überzeugen. Zwischen 1300 – 1500 Figuren bilden hier den linken Heeresflügel.
Schacht 1 lässt uns erst einmal die Luft anhalten. In der riesigen Halle steht das Gros der Streitmacht in Schlachtordnung. 6000 tönerne Soldaten bewachen hier den ewigen Schlaf des Kaisers.
Jeder Soldat unterscheidet sich vom anderen, sei es vom Schuhwerk, Haltung oder der Mimik. Teilweise sehen wir noch blasse Farbreste an den Figuren. Die tönernen Hände der Soldaten klammern sich noch immer an Waffen, die im Lauf der Jahrhunderte längst verrottet sind. Einigen Soldaten fehlt der Kopf, andere blicken starr geradeaus und überdauern trotzend, mit Ihren Blicken die Zeit.
Wir umrunden die Streitmacht und suchen noch ein kleines Museum auf. Hier befinden sich ein Paar bronzener Kutschen, ausgegraben unweit des Grabhügels des Kaisers .
Dann verlassen wir das weitläufige Gelände. Vorbei an den unvermeidlichen Souvenirständen, halten wir an der Straße angekommen, ein Taxi an.
Das Taxi bringt uns zum
MAUSOLEUM DES HERRSCHERS QIN SHIHUANGDI.
Heute befindet sich unter einem 47 Meter hohen Hügel die Grabstätte von Qin Shihungdi . Einst stand hier eine mächtige 110 Meter hohe Pyramide und zeigt das Bauwerke in Pyramidenform nicht nur in Ägypten oder Mittelamerika zu finden sind. 38 Jahre wurde an diesem Mausoleum gearbeitet das nun im Lauf der Zeit durch Witterungseinflüsse und Erosion sein jetziges Aussehen bekommen hat. Der Unterschied der chinesischen Pyramiden zu den bekannteren Bauwerken in Ägypten und Mittelamerika ist das die Bauwerke in China praktisch nur aus Erde aufgeschüttet wurden. Laut Recherchen des Sachbuchautors Herrn Hartwig Hausdorf befinden sich in der Umgebung von Xian eine große Anzahl dieser Bauten.
Den mit üppig grüner Vegetation bewachsenen Erdhügel besteigen wir der Treppe folgend.
Von oben bietet sich eine schöne Aussicht auf die Umgebung. Wieder an der Basis des Hügels angekommen und bevor wir nach Xian zurückkehren, fahren wir mit einem Buggy um die Pyramide herum und bekommen die Ausgrabungsstellen einiger Funde gezeigt, die jetzt im Terra – Cotta Museum ausgestellt sind.
Eintritt : Mausoleum of the First Emperor Qin Shihungdi , 40 Yuan p. P.
Wir sitzen im Bus und warten...
Heute haben wir uns fest vorgenommen dem Mount Hua einen Besuch abzustatten. Direkt vor dem Bus befindet sich der kleine Ticketcounter. Eine Wanderkarte für den Hua Shan kaufen wir für wenige Yuan.
Wir warten…
Die Zeit drängt …
Wir sind früh aufgestanden aber die Suche nach dem richtigen Bus, der auch wieder vom Bahnhofsvorplatz startet, hat Zeit in Anspruch genommen. Direkt neben dem Abfahrschalter für die Busse zum Terrakotta – Armeemuseeum befindet sich der Startpunkt für die Busse zum Hua Shan.
Das hätten wir wissen müssen!
Der Bus ist erst halb voll und der Busfahrer will partout nicht losfahren bis auch der letzte Platz belegt ist …
Wir schauen schon nervös auf unsere Uhren und trommeln mit den Fingern auf der Karte herum...
Es ist bereits nach 12 Uhr. Zwei Stunden Fahrtzeit bis zum Berg ...Ehe wir dann oben angekommen sind ist es schon tiefer Nachmittag …
Der Fahrer steckt sich genüsslich eine Zigarette an …Er hat Zeit …
Wir besprechen uns kurz und Switchen die Planung des heutigen Tages um. Ein paar Reisende steigen zu. Es könnte demnach losgehen. Der Bus ist nun bis zum letzten Platz voll!
Wir stehen auf.
Wir verlassen den Bus.
Entgeistertes, verständnisloses Augenrollen der anderen Passagiere, jetzt können sie weiter warten …!
Mit dem Taxi lassen wir uns zur
RELIEF SCULPTURE OF SILK ROAD
bringen.
Dieses Monument markiert den Startpunkt eines alten Handelsweges, der bekannten Seidenstraße. Vor der Skulptur befindet sich eine Karte auf der der Verlauf der Seidenstraße vom ehemaligen Chang `an bis ins ferne Europa eingezeichnet ist. Die Skulptur ist öffentlich zugänglich, Eintritt also nicht von Nöten.Das nächste Ziel in Xian, daß wir nun ansteuern ist die
GROSSE WILDGANSPAGODE.
Dieses 64 Meter hohe kunstvolle Bauwerk aus dem Jahre 652, ist als Wahrzeichen Xian`s bekannt. Umschlossen wird das Bauwerk vom buddhistischen Da Cièn Tempel der zahlreiche Schriften des Reisenden und Übersetzers Xuan Zang enthält .
( Eintritt Xian Da Cièn Tempel 25 Yuan p. P . , Eintritt für die Pagode kostet extra . )
Unser Kulturtrip hier in Xian endet auf der
CITY WALL.

Die Stadtmauer mit Ihren vielen Wehrtürmen zählt zu den besterhaltenen und größten Stadtmauern weltweit .Sie formt ein Rechteck und hat eine Länge von 13 ,7 Kilometern . Es besteht die Möglichkeit die aus der Ming-Zeit stammende City Wall mit einem Buggy oder einer Rikscha ,die oben auf der historischen Mauer verkehren zu “ umrunden “ .
( Eintritt Xians City Wall : 40 Yuan p . P . )
Den Tag beschliessen wir , wild gestikulierend und das Übersetzerhandbuch hin und her blätternd , in einem der zahlreichen Restaurants der Stadt . Die Menükarte ist wieder einmal nicht in Englisch und gesprochen wird natürlich nur Chinesisch . Um alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen machen wir grunzende Geräusche . Also -Schwein – aha ! Die Bedienung lächelt verstehend und bringt uns das richtige Gericht – allerdings vieeeeel zu scharf !
Ein anderer Tag , eine andere Zeit , ein anderer Bus aber das gleiche Reiseziel …
HUA SHAN !
Durch vorbereitende Recherchen im Internet sind wir auf dieses Highlight gestoßen .Der Hua Shan ( nicht zu verwechseln mit den Gelben Bergen Huang Shan-in der Provinz Anhui-nahe Shanghai Namens Huan Shan ! )ist einer der fünf bei den Taoisten heiligen Berge . Er befindet sich in der Provinz Shaanxi , gut zwei Fahrtstunden von Xian entfernt . Unverständlicherweise ist er in unseren Breitengraden kaum bekannt und Pauschalreiseveranstalter haben den Berg , anders als zum Beispiel den Huan Shan , noch nicht in ihren Programmen aufgenommen .
Also heißt das für uns : Nichts wie hin !
Das ist auch ein unschlagbarer Vorteil gegenüber einem Pauschalarrangement , man kann sich Zeit für Sehenswürdigkeiten gönnen , die abseits der ausgetretenen Touripfade liegen und die es so in keinem Katalog gibt .
Der Hua Shan meist nur eine Fußnote in diversen Reiseführern , ist in China längst kein Geheimtip mehr .Jährlich pilgern abertausende chinesische Touristen auf den Berg mit seinen fünf Gipfeln .
Auf unserer persönlichen Rangliste der zu besuchenden Ziele in China rangiert der Hua Shan gleich hinter der Grossen Mauer und der Terrakotta - Armee .
Außer uns sitzen noch zwei Ausländer mit im Bus . Backpacker aus den Staaten .Kurz bevor wir unser Fahrtziel das Dorf Hua Shan erreichen , fährt der Bus an den Straßenrand und hält dort .Der Fahrer erklärt nun etwas auf chinesisch und kurz darauf verkauft er abgegriffene Plastikkarten .Fast alle greifen für ca.100 Yuan euphorisch zu , auch die Backpacker erwerben die Karten zögernd . Nun lassen auch wir uns auch nicht lumpen , in der Hoffnung hiermit die Rückfahrkarten zu ergattern …
Mit den Tickets verlassen wir ein paar Fahrminuten später den Bus und schauen uns erst einmal um .
In einem Laden holen wir uns Getränke , der Planet brennt mal wieder !
Schon von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf den Mount Hua .
Wir nehmen ein Taxi . Für 10 Yuan bringt es uns zum Hua Shan Visitor Center , wo wir die Karten für den Mt . Hua kaufen .
( Ticket of Mount Huashan Scenic Spot : 120 Yuan p . P. )
Hinter dem Visitorcenter starten die Busse . Entlang eines atemberaubenden Weges , an einem Kontrollposten vorbei , zwängt sich die Straße serpentinengleich durch das Tal .Die Granitwände bäumen sich zu beiden Seiten des Canyons eindrucksvoll auf .
Es gibt mehrere Wege um auf den Hua Shan zu kommen . Landschaftlich sicherlich am reizvollsten , aber auch am anstrengendsten und zeitraubendsten ( ca . 4 Stunden Fußweg ) ist der Weg der vom Dorf Hua Shan hinauf führt . Unterwegs muß man allerdings einige halsbrecherische Passagen , so etwa die fast 50 Meter senkrecht am Fels hinauf führenden „Treppen“ erklimmen .
Die nächste Möglichkeit zum erreichen des Gipfels befindet sich , in unmittelbarer Nähe der Seilbahnstation . Hier , hinter einem patriotischen Denkmal beginnend , schlängelt sich der nächste Pfad zum Nordgipfel empor . ( ca . 2 Stunden Fußweg )Wir wählen die Seilbahn .
( 110 Yuan p . P . )
Die Gondel gewinnt schnell an Höhe und die Seilbahnstation im Tal schrumpft zusehends , mit jedem Meter den wir hinauf zurücklegen .
Immer wieder kreuzen sich die Wege der Seilbahn mit den an den Berg gepressten , stufigen Pfad . Grüne , dürre Bäume klammern sich an den felsigen Grund und bilden einen schönen Kontrast zu dem glatten weißen Gestein des Hua Shan .
Wir sind oben .

In der Nähe der Bergstation befinden sich kleine Läden mit Souvenirs . Immer wieder zerreißt Lärm die Stille . Für ein paar Yuan werden hier Vorhängeschlösser mit Namen und Datum graviert und verkauft . Es soll Glück bringen , so sagt man uns . An den eisernen Ketten die hier die Wege vom Abgrund trennen , hängen unzählige dieser Schlösser an denen purpurne Stoffbänder im Wind flattern .
Wir schießen ein paar Fotos am Nordgipfel , halten die eindrucksvolle Szenerie der Bergwelt auf unseren Memorycards fest . Trotz der Höhe von 1615 Metern hier ist die Luft warm und drückend . Die Sonneneinstrahlung tut Ihr übriges . Der Weg vom Nordgipfel zu den anderen Häuptern des Hua Shan führt über den „Grat des blauen Drachens“ .Auf dem Rücken des Berges steigen die steinernen Treppen steil an . Zu beiden Seiten des schmalen Weges klafft der Abgrund . Zu unserer Rechten raubt uns der Anblick , der monumentalen , Lotrecht stehenden Wand des 2082 Meter aufragenden Westgipfels ,fast den Atem .
An einem Stand mit Getränken verweilen wir kurz . Die Waren die hier verkauft werden kommen alle auf den Rücken der Dorfbewohner hinauf , die den Weg aus dem Tal vom Dorf Hua Shan , bis hier hinauf zu Fuß zurücklegen . Tagtäglich unterziehen sie sich dieser anstrengenden Tortour . Einige vollgepackte Träger kreuzen unseren Weg . Mit einer bewunderswerten Schnelligkeit ziehen an uns vorbei und deffinieren das Wort Kondition für uns neu .
Wir klettern schnaufend in Richtung des mittleren Gipfels weiter . Neben uns befindet sich der Aufstieg zum Ostgipfel .Touristen erklimmen die senkrecht in den Stein gehauenen , steilen Felsenleitern . Um die Hände beim klettern sauber zu halten tragen sie weiße Stoffhandschuhe . Tatsächlich hinterlassen die rostigen Ketten die die Wege begrenzen , an unseren Händen , ihre schmutzig roten Spuren .
Neben uns ist ein Bauwerk so in den Fels integriert worden , daß es den Eindruck erweckt das Gebäude trage die riesige Steinplatte , die auf dem Dachfirst ruht .
Vor uns führt eine lange Treppe in ein üppig grünes Tal .Von hier verlaufen Sternförmig die Wege zu den verschiedenen Gipfeln . Trotz unserer Karte sind wir uns nicht sicher , welchen Weg wir nehmen müssen um zum 2160 Meter hohen Südgipfel zu kommen . Wir fragen ein uns entgegenkommendes Pärchen . Sie Chinesin , er Australier . Sie zeigen uns nach einem kurzen Plausch , den richtigen Pfad .
Es geht Bergauf….Mal wieder!
Zu unseren linken trohnt einsam auf der Spitze eines Berges ein malerischerer Pavillion .Orange Fahnen knattern im Wind . Auch die Schlößer mit den roten Bändern wiegen sich klappernd in den Böen die über das kleine Plateau hinwegfegen . Als Abgrenzung dient nur eine Kette .
Wir haben es geschafft !
Hinter den Ketten offenbart sich uns die wunderbare Natur des Hua Shan in Ihrer vollen Pracht .

Vor uns stürtzen die Felsewände senkrecht in die bodenlose Tiefe .
Ehrfürchtig halten wir uns an den stählernen Seilen fest , betrachten die Schlucht direkt vor uns und die gegenüber veraufende bizarr , faltige Gebirgskette .Direkt in die Flanken des Berges gehauen , führt von hier ein schmaler , schwindelerregender Pfad zu einem sich in einer Höhle befindlichem Schrein . Nur eine nicht mal hüfthohe Kette begrenzt den gefährlich schmalen Weg . Auf der einen Seite des Pfades türmt sich der Fels mächtig auf , um auf der anderen Seite diesr Parodie , dieses schlechten Scherzes eines Weges , Kilometertief ins bodenlose zu fallen .
Messerscharf gähnt neben uns der angsteinfössende Abgrund .
Wir hangeln uns , immer an den Fels zu unserer Rechten gedrückt weiter .
Unser Atem gallopiert förmlich . In unseren Köpfen dröhnt der eigene Herzschlag .
Neben dem , sich in Andalusien befindlichen Camino del Ray , zählt der Terrortrail am Hua Shan zu den gefährlichsten Hikingtrails der Welt . Adrenalinjunkies aus aller Welt suchen hier den ultimativen Kick .
Durch Karabinerhaken an Stahlseilen gesichert folgen Unerschrockene den schmalen , an der glatten Felswand befestigten Brettern . Manchmal verhindern nur die in den rohen Stein gehauenen Trittlöcher einen Absturz .
Um die ca . zweihundert Meter lange Angstsstrecke hinter sich zu bringen werden 30 Yuan p. P .verlangt . Der Terrorpfad beginnt unmittelbar am Schrein .

Ein blauer Schirm schützt hier den Kartenabreisser zwar vor der unbarmherzigen Sonneneinstrahlung nicht aber vor gefährlichem Leichtsinn . Ignorant sitzt er auf dem nicht allzu vertrauenserweckendem Geländer , mit dem Rücken zum gähnend tiefen Abgrund . Nur eine plötzlich auftretende Sturmboe , die fast den Sonnschirm und ihn mit sich reißt , läßt ihn achtsamer werden .
Wir befinden uns auf dem Rückweg und durchqueren das Tal . Unser Blick schweift nach links . Wie die Schablonen eines Schattenspieltheaters sieht man die kleinen Silluhetten von Menschen auf dem Grat des Westgipfels .
Wir passieren den Ostgipfel .
Ein kleiner Tempel in dessen Nähe fordert unsere Aufmerksamkeit . Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die einzigartigen Klippen und Schluchten , auf die eigentümlichen Naturwunder des Hua Shan .

Später im Dorf Hua Shan wieder angekommen schauen wir ein letztes mal hinauf zu den in der Abendsonne orange leuchtenden , imponierenden , schroff aufragenden Gipfeln .
Wir nehmen den Bus zurück nach Xian .
Er fährt an der gleichen Stelle los an der wir auch ankamen , neben dem Lebensmittelladen .
Und ja...., die Plastikkarten , sind die Rückfahrtickets und werden bei Abfahrt wieder eingesammelt !
ENDE TEIL 2