Saudi Arabien Reisebericht: Beduine & Kamele
Unsere Suche nach den motorisierten, aber ständig in Bewegung befindlichen Nomaden, ist sehr zeitraubend, oft suchen wir stundenlang und können statt 6 nur 2 Zelte befragen. Die Anfahrt zu einem Zelt ist sehr vorsichtig, um Frauen die Gelegenheit zu geben, sich hinter sichere Vorhänge zurückzuziehen, die das Zelt in Abteilungen unterteilt. Dann wird gerufen, bis der Besitzer erscheint. Erst dann verlassen wir das Auto, Händeschütteln, Begrüßungsformeln folgen. Man betritt das Zelt ohne Schuhe. Sitzt auf Teppichen und stützt sich auf bunte Kissen. In der Mitte stehen blankgeputzte schnabelige Kaffeekannen aus Messing. Der Beduinen Gastgeber, mit einem Revolver/Pistole im Halfter über seinem Kaftan, schenkt mit der Linken die Kaffeekanne haltend, in der Rechten zierliche Tassen aus Porzellan, den Kaffee aus.
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Mehrere Tassen folgen in schneller Reihenfolge. Hat man genug, hält man die Hand über seine Tasse und sagt "bass" (genug). Nun folgt Tee, schwarz mit viel Zucker. Denn der Kaffee wird ohne Zucker getrunken und ist eine Art Gewürzmischung, aus grünen Kaffeebohnen, Kardamom, Zimtstangen, Nelken etc., alles im Mörser kleingestoßen und schmeckt etwas herb. Der helle metallische Klang beim Mörsern soll Wanderer in der Wüste zum Kaffee einladen. Während mehr Nachbarn dazukommen, einige die Wasserpfeife rauchen, wird das Interview abgehalten.
Danach geht's über die Ebene bzw. Wüste zu den oft weit entfernten Schafen. Zur Impfung
(z.B. Schafpocken) werden ca.600 Tiere in einen aus Metall oder Holz bestehenden Pferch ,den man schnell abbauen kann, gesteckt. Das ist oft eine staubige Arbeit, die mehrere Stunden dauert, unterbrochen von Teepausen. Nach der Arbeit zurück zum Zelt. Händewaschen, Kaffee und Tee. Danach kommt in die Mitte in einer großen Schüssel Safran-Reis mit gekochtem Schaffleisch und Leber. Es wird mit der rechten Hand gegessen. Danach wieder gewaschen und der Mund gespült, dann verlässt jeder das Zelt ziemlich schnell. Man sitzt nicht noch länger zusammen, nur am Abend.
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Die kleinen Söhne helfen dem Vater oft beim Bedienen der Gäste. Die Frauen sieht man selten, sie sind oft bunt bekleidet aber tragen überwiegend lange einfarbige Kleider, blau bevorzugt. Auf dem Kopf gibt es ein schwarzes Tuch, das in einer Art Haube getragen wird. Nähern wir uns mit dem Auto, wird das sonst freie Gesicht der Beduinen Frau mit einem Zipfel des Tuchs über den Mund hin bedeckt, oft mit den Zähnen festgehalten. Ihre Arbeit setzt sie dabei fort, zuweilen nach den Gästen oder Besuchern schielend. Kleine Mädchen und Jungens sieht man aber oft zusammen spielend.
Ein alter SHEIKH hörte, dass ich der TOUBIB oder Doktor sei und wollte, dass ich mir sein Knie, das nach einem Sturz geschwollen war, beschaute. Er war 80-85 Jahre alt, begeisterte sich für junge Frauen, schätzte besonders die Schwarzen aus dem Sudan und wusste sich noch zu erinnern an den I. Weltkrieg und die Kämpfe von Engländern/Arabern unter Lawrence gegen die verbündeten Deutschen und Türken in Syrien. Seine Augen und sein Gehör waren noch ausgezeichnet, er wurde nur steif nach längerem Sitzen im Sand ( im Winter dringt Feuchtigkeit aus der Tiefe!).
Ich liebe mittlerweile das Nomaden-Leben in der AN NEFUD Wüste von SAUDI ARABIEN. Dreimal waren wir schon dort. Noch faszinierender als im Norden. Wenn wir zum Übernachten in einem Beduinenzelt eingeladen sind gibt es lange Nächte und viel Kaffee und Tee. Nur von Gebetszeiten unterbrochen ist dies die Zeit der Erzählungen. Das ist wirklich noch eine alte Kunst. Jeder macht mit, obwohl meine Beiträge eher bescheiden ausfielen. Der Geschichtenerzähler begleitet seine Rede mit Mimik, Gesten, Nachahmung von Tierlauten und Geräuschen, dass es nur so eine Freude ist. In Prosa oder Gedichtform, immer ist es hoch dramatisch und man kommt sich vor als wäre man mitten drin im Geschehen und erlebt es selber.
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Um die Spannung zu erhöhen, werden Sätze, Worte öfter wiederholt, zu diesem oder jenem in der Runde, eindringlich, beschwörend. Und die Zuhörer wiederholen das letzte Wort, den letzten Reim. Dazu dann der Feuerschein auf den Messinggefäßen, das Blitzen der Augen, das Knacken der brennenden Scheite, der Geruch einer Mischung von Kaffee, Kardamom, Nelken und Räucherstäben. Ein einmaliges Erlebnis, das leider den Frauen vorenthalten ist.
Die sitzen mit den Kindern im Nebenraum des Zeltes, durch Vorhänge, Kelims getrennt von der Männerwelt und lauschen vielleicht unseren, vielleicht den eigenen Erzählungen. Selten bekommt man sie zu Gesicht. Höchstens, wenn sie Essen, Lamm mit Reis oder Datteln mit heißem Ghee (Butterfett); hausgemachtes Brot und Suppe, reinstellen, natürlich schwarz verschleiert; oder mir ein krankes Schaf vorführen müssen; dann sieht man sie auch etwas besser und sie lauschen den Erklärungen, wie die Injektion gegeben werden soll und geben sogar manchmal ihren eigenen Kommentar dazu. In letzter Zeit führe ich eine ganze Apotheke mit und versuche die Beduinen zur Selbsthilfe anzuleiten, denn ich komme ja nur einmal im Monat, deshalb muss ich auch auf einfache Hausmittel und Methoden zurückgreifen und sie dazu bringen Krankheiten früher zu erkennen.
Wir haben sogar einen Beduinen, der bei seiner Herde von 70 Kamelen schläft, mit ihnen herumzieht, nicht einmal ein Zelt hat sondern im Sand sich eine Kuhle gräbt, ein kleines Feuer macht und von Kamelmilch, Datteln und Laban (sauere Milch im Schafledersack) lebt und nur alle 7-8 Tage eine Wasserstelle mit seinen Tieren aufsucht. Das ist einer der letzten echten Beduinen. Aber seine Tiere sind alle gesund nur 2 Kamele haben Rheumatismus in den Gelenken und ich muss ihm (auch für den Eigenbedarf! ) eine gute Salbe aus Deutschland mitbringen. Er verwöhnt mich immer literweise mit Kamelmilch die einen hohen Gehalt an Vitamin C hat. Auch er kann tolle Geschichten über Wölfe, die nachts manchmal angreifen, erzählen.
Die Kamele (eigentlich Dromedare, denn sie besitzen nur einen Höcker) haben es mir richtig angetan und ich experimentiere jetzt mit Kamelmilch so nebenbei! Gerade produzierte ich Käse nach einem Rezept aus Oberstdorf im Allgäu und hatte mir dazu auch aus Deutschland Lab Ferment mitgebracht. Tatsächlich gelang mir beim 2. Versuch ein ganz geschmackvoller Frischkäse aus Kamelmilch. Den Rest versetzte ich mit Honig
und ließ ihn langsam verdampfen; das Resultat: "CC" (Camel Caramel); ja wirklich, Karamellbonbons aus Kamelmilch, die aber zum Ende hin etwas salzig schmeckten. Einen Hartkäse habe ich auch noch in der Mache.
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Nur mit der Butter hapert es daran, dass ich kein Butterfass habe; Rahm habe ich schon mehr als 1 Liter, aber auch so schmeckt das gut mit heißen Kartoffeln.
Besonders gut tat mir letzte Woche die erste Fahrt im neuen Jahr nach Nord-Osten in die Steinwüste um Al HAMMAD -FEZGHANAT. Wir hatten Glück und fanden auch die Beduinen alle ziemlich schnell, sodass wir alle Interviews an einem Tag erledigten. Einen Besitzer fanden wir nur auf Grund von 30-40 riesigen dunkelbraunen Adlern(!!), die sich über die Reste seiner Schafe hermachten. Er hatte durch Maul -und Klauenseuche innerhalb von 14 Tagen 140 Lämmer und 15 ältere Schafe verloren. Ich sah einige kranke Tiere. An den Klauen gab es keine Veränderungen, aber eitriger Nasenausfluss, beiderseitige Augenentzündung und Speicheln waren typische Symptome. Angeblich wären die Schafe geimpft worden, aber es gibt zur Zeit keinen Impfstoff (?).
Abends waren wir dann ab 17:30 Uhr im Zelt eines Besitzers. Es wurde langsam dunkel, er schürte das Feuer, eine seiner Frauen schloss die offene Seite mit der schweren Zeltbahn und versetzte die Posten; bald wurden wir mehr und mehr Gäste, alle vom gleichen RUALA -Stamm trafen ein; streiften ihre Schuhe ab; setzen sich im Schneidersitz oder auf die Knie, den schweren, mit Fell besetz±en, vielfarbigen Mantel über die Schultern gelegt; es wurde kalt; zuletzt waren wir 17 oder 18 Männer.
Der Geruch des brennenden Holzes, von Kaffee , Tee ,Kardamom, Nelken vermischte sich mit dem nach gebratenen Kartoffeln , Zwiebeln und Fleisch. Nach einigen Stunden heißer Diskussion ( über die ersten Resultate unserer sozio-ökonomischen Studie bezüglich der jeweiligen Ausgaben der Besitzer über einen Zeitraum der letzten 4 Monaten und da staunte manch einer nicht schlecht!!), alles auf Arabisch, mit mir als stillem, kaffeeschlürfendem Zuschauer , gab's Essen; im Schicht verkehr, denn mehr als 6 Personen passten nicht um die große Schale mit Tomaten, Gemüse, Zwiebeln, Kartoffeln , Hammelfleisch, Leber und Nierchen. Dazu gab's Schalen mit Schaf-Yoghurt, der vorzüglich schmeckte ;danach wurde gewaschen und man kam zurück ans Feuer zu mehr Tee und Kaffee; ein Teil der Männer spielte BELUT, ein
Kartenspiel zu jeweils zwei Partnern, die sich gegenüber sitzen, die anderen unterhielten sich.
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Ich wurde über meine Familie und über Registrierung von Geburten, von Familien-Chronik etc. gefragt und musste in Details unsere Beerdigungsabläufe und die Einäscherung schildern. Man staunte, dass wir noch über längere Zeit Blumen , Pflanzen etc. auf die Gräber stellen. Langsam wurde ich müde und einige gingen zurück zu ihren Herden. Meine Beine waren nun trotz, bereits geübter Knie, auch schon ganz steif. Immerhin fast 8 Std. waren vergangen. Endlich bereiteten wir unser Lager neben dem Feuer; um 2 Uhr kroch ich in meinen Schlafsack dann gingen auch die Letzten. Der Bruder unseres Gastgebers studiert im letzten Jahr Nationalökonomie an der Uni in RIYADH; er will aber trotzdem weiter hier auf dem Land leben; ob seine Söhne das auch später machen ,wird sich herausstellen.
Um 7 Uhr gab's Frühstück: Tee; papierdünnes, hausgemachtes, heißes Brot; Yoghurt; Schafbutter; Buttermilch und gefüllte Auberginen (kalt ); danach ging's zum Nachbarn auf einen Kaffee; er wollte auch ein paar Fotos ; übrigens tragen alle Beduinen ihren Revolver im Lederhalfter.
Nun sind meine Söhne Sacha (10 Jahre) und Marco (8 Jahre) hier und es ist wirklich ein großes Erlebnis für sie! Wir waren noch einen Abend zusammen in JEDDAH, nachdem ich sie dort am Flughafen in Empfang genommen hatte, in einem kleinen Hotel neben dem Bazar, der voller Leben war, wanderten, drin herum, durch enge Gassen, an den Goldhändlern vorbei, schnüffelten die würzige Luft, die von Myrrhe und anderen Kräutern oder Harzen stammte, die dort verbrannt wurden; saßen im Kaffeehaus, .und bewunderten die vorbeigehende Menge, verschleierte Frauen und malerische Typen aus allen Ländern: Sudan, Somalia , Ägypten, Kuwait, Indien, Indonesien, Philippinen etc. und- natürlich auch die Einheimischen. Es gab moderne Supermärkte ,neben altmodischen Kramläden und ganze Stadtteile nur mit Sportgeschäften, eines neben dem anderen, oder mit Musik auf Kassetten, die alle in Indonesien hergestellt werden. Freitag morgens war der ganze
Zauber vorbei, die Moscheen füllten sich mit Gläubigen und wir mussten zum Flughafen.
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Dieser Flug von JEDDAH nach MEDINA, danach HAIL und endlich AL JOUF war eine richtige Tortur, rauf und runter, dazu Seitenwind. Die Jungens .waren erschlagen, dazu noch die Hitze. Die Sonne ging gerade unter über der kahlen, flachen Wüste als wir landeten. Am ersten Tag: war Besichtigung aller Stätten und des Labors; ein Marsch in die Wüste mit dem Versuch Eidechsen zur fangen folgte. Tischtennisspielen; Tennis; Boccia/Boule; Murmeln; Schach und Malen füllten die Tage aus.
Dann kam schon gleich das ganz große Abenteuer, nämlich die 3-Tagesfahrt in die Wüste!! Vom l3. bis 15. April Morgens gibt es immer eine Verzögerung, bis die beiden Wagen beladen sind. Aber um 10:30 Uhr ging's los. Zuerst über Stock und Stein und an großen Kamelherden vorbei ca.2,5 Stunden bis AL MAROUD, wo wir am Mini-Super-Markt Erfrischungen und für die Autos Benzin tankten. Eine einmalige Tankstation. Dort gab's auch ein Mini- Krankenhauswo unser Philippinischer. Assistent Edwin eine Landsmännin traf, Bernadette oder auch Miss Piggy genannt. Wir bekamen von dem Sudanesischen Doktor frischen (!) Ananas-Saft und auch Tee. Ein Beduine kam vorbei und brachte uns eine Einladung zum Mittagessen mit dem Emir von Al Maroud und mehr als 4-5 geladenen Gästen. Also los! Wir fuhren 1 Stunde bis zu einem Beduinen Zelt, vor dem wir schon eine Menge Autos sahen. Das war--eine Überraschung und unser erstes Essen bei Beduinen.
Wir mussten die Schuhe ausziehen, was bei den Turnschuhen etwas länger dauerte, und schüttelten jedem Gast rings herum, und alle standen dazu auf, die Hand. Dann saßen wir mit den anderen im Kreis und tranken abwechselnd Kaffee und Tee. Es gab sogar die Erlaubnis alles zu filmen! Und dann gab es das übliche. Essen auf riesigen Platten: Lamm mit Reis, Leber und Laban, wozu sich immer ca. 8 Mann um eine große Platte versammelten. Nachher wurde diskutiert, auch über manche Schafkrankheit und dann stand man Schlange zum Händewaschen und wurde mit Parfüm bespritzt; nach Verabschiedung des Emirs fuhren auch wir; aber nur noch kurze Zeit, bis wir einen guten Platz fürs Zelt gefunden hatten.
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Der Zeltaufbau gefiel Sacha und Marco und sie halfen fest mit. Das Abendgebet folgte; dann saßen wir ums Feuer gruppiert, tranken Tee und spielten mit Edwin Karten; es war Vollmond und ein herrlicher Abend; wir suchten nach verschiedenen Sternbildern, dem großen Wagen; Orion; Waage etc. Die Nacht verlief gut. Es war morgens kühl, aber wir hatten alle unsere Schlafsäcke.
Morgens wurde das Zelt wieder abgebaut, nach dem Frühstück aus geröstetem Brot, frischer Sahne und Marmelade, begann eine lange, holperige Fahrt über steile Dünen, die wir oft erst beim 3.oder 4.Versuch schafften und oft stieß unser Kopf an die Decke des Autos. Wir waren um 7:30 Uhr aufgebrochen und plötzlich kamen uns 2 kleine grau-braune Füchse mit flauschigen, weißen Schwanzspitzen in die Quere.
Im Süden blieben wir bei einem Nomaden im_ Zelt fast 3 Stunden, seine Frau gab unsAuskunft, da der Mann in der Stadt war und der Sohn braute den Kaffee. Die Jungens sahen wie das gemacht wurde und auch Edwin lernte es, nur die rechte Hand zu gebrauchen; es gab Datteln in Mehlteig und Datteln mit Ghee und viel Milch von Schaf und Kame1; auch wurden von den anderen Frauen und dem kleinen Sohn, der mit Sacha zu einem Foto posierte, die Ziegen und Kamele mit Wasser versorgt. Am frühen Nachmittag bei großer Hitze traten wir die Rückreise an, abends waren wir in Al Maroud, wo ein Mitarbeiter übernachtete; wir anderen fuhren, zu einem anderen Beduinen, der viel Geschichten erzählt und Gedichte macht; dabei wurde eine alte Nähmaschine von uns auf einem verlassenen Nomaden-Zeltplatz gefunden.
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Bei unserem alten Freund mit dem Henna gefärbten Rotbart blieben wir zur Nacht. Abends nach dem Gebet unterhielten sich die Araber im Zelt und wir saßen mit Edwin im Auto und hörten Disco-Musik!
Die Jungens schliefen im Zelt; wir anderen draußen im Wüstensand bis uns der gute Abdullah weckte, mitten in der Nacht, weil ein Sandsturm kam und uns der Sand zudeckte! Nach dem Frühstück ging es über El Maroud nach Hause; Eine tolle Reise!
Die erste Woche mit Sacha und .Marco verging so sehr schnell und am Wochenende folgten wir der Einladung beim Projektleiter Economides (Marco nannte ihn EL Molinos!) und noch einer anderen beim kurdischen Nachbarn Arif und bei den Somalis. Wir waren mehrere Male auf unserer Kamelfarm und die Jungens konnten auf den Kamelen reiten und wurden von Tag zu Tag vertrauter mit den Baby Kamelen und mit ihren speziellen Freunden No.13 und No.7 (hier korrigierte Sacha den Marco, denn ursprünglich war es No.407).Es gab Kamelmilch von Mohamed Hussein, einem Inder und Tee. Zwischendurch gab's Besuche im Labor, wo wir uns selbst gefangene Insekten unter dem Mikroskop besahen, wilde Hamster, ausstopften Käfer mit weißen Punkten, die fürchterlich rochen, (eher stanken!), sowie einen Gecko, den wir in Formalin verpackten. Es gab einen großen Sandsturm, der 2 Tage dauerte; das machte den Kindern soviel Spaß, dass sie extra Spaziergänge zum Tischtennisspielen machten, um im Anorak verpackt, den Sturm so richtig mitzumachen.
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Abends gab's Tennis-Trainerstunden und beide Buben machten gute Portschritte.
Wir spazierten in die Wüste, um Eidechsen zu beobachten und nachmittags wurde der Wüstengarten vor meinem Haus von Kanälen durchzogen und mit Staudämmen versehen, die Schleusen geöffnet und alles unter Wasser gesetzt, sodass selbst Kartoffel, die ich vor Monaten in den Sand gesteckt hatte, ausschlugen, ja selbst Geranien anwuchsen und .blühten und .Sonnenblumen- und anderer Samen -willkürlich verstreut- plötzlich aufging.
Letztendlich bauten wir im Sand ein Schwimmbecken, das wir bis zum Rand (ca.40 cm)mit Wasser füllten und später eine große Schlacht veranstalteten, sodass das Haus aussah, als hätte es Windpocken. Langweilig war uns nie. Es wurde regelmäßig gegessen und es gab sogar Haferflockenbrei und heiße Schokolade; Pellkartoffeln und auch Philippinische Küche von unserem Edwin meisterlich bereitet, sodass wir sogar ein Abendessen geben konnten: für Economides und Familie und Arif.
Ioannis und Maria, die Teenager des Projektleiters, kamen auch zuweilen auf Besuch, um mit uns Murmeln oder Boule zu spielen; wir legten Patience nach Tante Irmgard' s Buch; spielten MAU/MAU; Schach; Dame und Backgammon (Tavla oder auch Tric-trac genannt). Gemalt wurde auch zu Ostern und auf Briefe an die Patentanten und .Onkel; Briefe geschrieben und viel Disco-Musik gehört. Zum Ball Spielen gingen wir entweder vors Haus oder in die Wüste. Basketball wurde im Haus gespielt; in der Vorhalle des Hauses war es ideal für Squash und hier zeigte Sacha große Geschicklichkeit. Der Esstisch wurde in eine Tischtennis Platte umgewandelt. Auch hier waren beide Jungens groß in Form. In der letzten Woche gab' s noch eine Fahrt nach TABARJAL zu unserer Schaf- und .Ziegen -Farm. Wir besuchten die alte Festung und .Moschee aus früh-islamischer Zeit in DOUMA AL JANDAL, dann ging's durch die Wüste, aber wir hörten Disco Musik (Falco, Beetles und .Modern Talking) und unterhielten uns mit den beiden Philippinos Edwin und William.
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In TABARJAL waren die Buben begeistert von den jungen Lämmchen und Ziegen. Wir nahmen Blut von Ziegen und Schafen, sahen das Melken von Ziegen, das Wolle-Scheren von Schafen und machten eine Autopsie bei einem Ziegenlamm, das keine Milz hatte! Sacha und Marco waren tolle Ziegen und Schaf-Fänger und halfen uns tüchtig während unserer Arbeit. Es war kühler als in SAKAKA; wir blieben eine Nacht in dem Haus, das ich ursprünglich hätte bewohnen sollen, wenn ich in TABARJAL eingesetzt worden wäre. Zu Essen bekamen wir bei den Philippinos. Zurück im eigenen Hause war auch schon der Ramadan Monat in Kraft getreten, was eine neue Arbeitszeit, nämlich von 10-15 Uhr, bedeutete und so konnten wir den letzten Tag noch schön gemeinsam frühstücken. Abends
fuhren wir von 21-24 Uhr nach Sakaka zum Ramadan, aber es war kein Vergleich mit Marokko. Die Geschäfte waren zwar auf, aber es war tödlich langweilig und wir sahen kaum Leute. Ein verlorener Abend, außer, dass wir einige Getränke einkauften und neue Kassetten. Dann kam auch schon der Tag der Abreise. Wir hatten viel gemeinsam erlebt und Freude und Lachen hatte das Haus erfüllt. Um 18 Uhr bestiegen wir das Flugzeug. Aus der Luft sahen wir nochmals ganz klein den Moscheeturm und die wenigen Häuser unserer Station inmitten der Wüste. Dann wurde es Nacht. Es gab Datteln, Wasser, Saft und später gefüllte warme Fleischküchlein zum Ramadan; aber der Flug war lang zwischen Hail/Medina/Jeddah und wir schliefen wir eine Runde. Um Mitternacht im alten Hotel und dann noch bis 2Uhr in den Bazar und richtiger Ramadan Trubel! Wir waren Eis essen, vertilgten Saft, und Sandwiches. Erst um 3 Uhr früh schließen die Geschäfte. Wir schliefen viel am letzten Tag. Wagten uns 1 Stunde in die Medina, machten Fotos und wanderten bis zum Abflug durch die hell erleuchteten Straßen, Sacha sogar barfuss, weil er in den Turnschuhen Blasen bekommen hatte. Auch nachts beim Abflug war es immer noch sehr warm. In der kurzen Zeit hatten wir viel erlebt!