Thailand-Kambodscha Reisebericht:
Thailand für Fortgeschrittene und Kambodscha für Anfänger

 Thailand-Kamdosdscha 2009-2010

„Als deutscher Reisender steht man vor der Frage, ob man sich benehmen muss oder ob schon vorher deutsche Besucher hier waren“
                                                                                                                                    ( Kurt Tucholski 1920)
 
Einmal Asien und zurück, das war uns nicht genug und nach der letzten Reise stand für uns fest daß wir hierher zurückkommen werden. Das war im letzten Jahr.
Aus diesem Grund wurde nicht lange gefackelt und eine neue Reise gebucht.
Allerdings war das diesjährige Bestreben nicht in überlaufene Tourismuszentren zu gehen sonder wirklich Land und Leute kennen zu lernen. Darum wurde auch bis auf den Flug und das Mietauto nichts von Europa aus gebucht, sondern immer alles vor Ort gesucht.
Die Tour umschloss insgesamt 36 Tage von 12.12.09- 16.01.10. davon waren 20 Tage für Thailand eingeplant und die restlichen 17 für Kambodscha.
Vielleicht klingt das ein oder andere Wort hart und wird falsch verstanden, aber bedenkt bitte, das sind alles Dinge die mich nerven, und man kritisiert nur Sachen, an denen einem etwas liegt.
In diesem Sinne wünsch ich euch viel Spaß beim Lesen.
 
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(Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten)
1. und 2. Tag
 
12.12.09 – 13.12.09 ab München über Bangkok nach Chiang Mai

Am Samstag Abend um 17.30 Uhr ging es bei mir daheim los. Markus hat uns abgeholt und nach München auf den Flughafen kutschiert. Das Kofferpacken war wieder mal ein etwas größerer Akt, weil die 20 Kilo Maximalgewicht bei mir einfach immer überschritten waren. Ich weiß nicht, wie Joe das macht, dass er da drunter bleibt und der hat ja auch noch so unnützes Zeug wie sein Bügeleisen!!! mit dabei. Bei mir war es schon klar, denn die ganzen Landkarten, Reiseführer und anderes wichtige wie z.B. Verlängerungskabel, Dreifachstecker, PC Boxen, usw. hatten alleine schon über 6 Kilo, und das Leergewicht vom Koffer schlug mit 7 Kilo zu Buche. Da war es dann schon recht eng, bis ich alles zwischen Handgepäck und Koffer so verteilt hatte, dass der Rucksack grad noch zu schleppen war und der Koffer nicht über 20 Kilo kam. Aber der Vorteil besteht ja darin, dass man eigentlich nur Shirts, kurze Hosen und ein paar Unterhosen braucht. Und von dem Zeug waren einige ja auch Einwegklamotten, die nach dem Tragen immer in den Müll fliegen. So kriegt man zumindest das alte Zeug daheim los, und wenn einer von euch mal in Asien einen kleinwüchsigen Einheimischen mit übergroßen Unterhosen rumspringen sieht, dann sagt ihm einen Gruß von den Vorbesitzern.


Auf jeden Fall hat das mit dem Transport zum Airport funktioniert und um 21.50 Uhr ist der Flieger von Thai Airways planmäßig gestartet, und nach 10.35 Stunden mit 6 Stunden Zeitverschiebung auch wieder heil in Bangkok gelandet. Als nächstes das offizielle Einreiseprocedere und danach 3 Stunden warten bis der Anschlussflug nach Chiang Mai startete. Um 18.15 Uhr sind wir auf dem Flugplatz von Chiang Mai nach weiteren 1.5 Stunden Flug gelandet. Und was das Beste daran war, unsere Koffer sind mit uns angekommen. Das ist ja nicht immer klar, da hatten wir auch schon unsere Erfahrungen gemacht.
Sofort nach dem Verlassen des Flughafens fanden wir ein Taxi, das uns für faire 120 Bath, 2,40 Euro, zum Galare Guesthouse in der Innenstadt fuhr.
 
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Die Unterkunft kannten wir vom letzten Jahr her noch und hatten sie auch schon von daheim gebucht, und, oh Wunder, auch hier hat alles gepasst, wir hatten fast dasselbe Zimmer wie im Vorjahr. Ich kapier es immer noch nicht, wie uns das im letzten Jahr passieren konnte, dass wir uns damals, beim durch die Stadt fahren so sehr verfranzt hatten.Der Taxifahrer hat das soeben in 10 Minuten geschafft für was wir 2 Stunden brauchten.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten ging es auf direktem Weg zum Nachtmarkt um etwas Essbares zu ergattern. Zu unserer Freude hatte sich in den letzten 1,5 Jahren nichts verändert, dieselben zwei Köter lagen noch vor der Wäscherei herum, der Kokosnussverkäufer stand noch an der selben Stelle und der Nachtmarkt bot immer noch denselben Touristenschrott zum Verkauf an. Nur unser Suppenstand hatte einen neuen Besitzer, aber die Suppe schmeckte dafür noch genauso gut. Na und das Bier, das war auch noch derselbe Gaumenschmauß.

Auf dem Heimweg beehrten wir einen Supermarkt, kauften eine Flasche Sang Som, mit zwei Bier und auf dem Rückweg zum Hotel nahmen wir dann noch zwei Kokosnüsse mit. Auf dem Balkon wurde die Nuss mit Sang Som verfeinert und mit den zwei Bier nachgespült. Um 0.00 Uhr lagen wir todmüde im Bett und die ersten zwei Urlaubstage waren auch schon auf den Hund gekommen.


  
3. Tag
 
14.12.09             von Chiang Mai nach Mae Hong Son
 
 
Punkt acht Uhr klingelte an diesem Morgen der Wecker. Das Frühstück wurde im Galare zu sich genommen. Für 200 Bath gab es Pappaya Saft, Omelett und Toast, danach wurde ausgecheckt und ein Taxi zur Autovermietung gesucht.
Bei der Wäscherei gegenüber stand so ein verrostetes und verbeultes Blechmonster aus den
70er Jahren, welches angeblich auch für den Personentransport geeignet sein sollte. Der Fahrer verlangte 150 Bath zur Mietwagenstation und das war für uns auch o.k.
Zum Starten des Autos öffnete der Chauffeur die Motorhaube und werkelte danach etwas im Motorraum herum, plötzlich ging der Motor wie von alleine an, der Fahrer schlug die Haube zu, stieg ein und wir fuhren ab.
 
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Die Autostation wurde zügig erreicht, das Auto stand bereit und nach etwas Bürokratie waren wir um 10.00 Uhr schon auf der Straße in Richtung Norden, die Stadt hinaus.
Endlich wieder thailändischer Straßenverkehr erleben.
In Thailand herrscht Linksverkehr, in der Praxis sind sich aber nicht immer alle Verkehrsteilnehmer darüber einig, wovon auch die jährlichen 35000 Verkehrstote zeugen. Im Allgemeinen: Rücksichtnahme - gegen null, Verkehrssicherheit – vergiss es,

blinken oder rote Ampeln – unbekannt, Ladungssicherung – nie gehört, TÜV – absolut unvorstellbar, und überhaupt, versteh doch irgendeiner diese Farangs (Langnasen, Europäer) für was die so unnützes Zeug wie Rückspiegel, Blinker oder Lichtschalter einbauen, und warum kann man dafür die Hupe nicht auf Dauerbetrieb stellen? Hier zu fahren ist ein Abenteuer für sich, das man schon selbst erlebt haben muss.


Wir hatten unterwegs auch gleich unseren ersten Unfall gesehen, ein Pickup ist zwischen Felswand und Straßengraben unsanft zum halten gekommen. Interessant waren auch die völlig überladen Laster, welche mit maximal 5 Kmh. noch die Steigungen raufgekrochen sind. Wobei dazu gesagt werden muss, das waren aber nur 5 % Steigung. Wenn dann so einer hinter dir den Buckel wieder runter fährt da gibst du automatisch Gas, weiß der Geier, wie gut dem seine Bremsen sind.
Nach ein paar Kilometer sind wir dann nach Westen abgebogen und durch eine traumhaft schöne bergige Dschungellandschaft Richtung Birma gefahren. Das ist hier nicht unbedingt ein Regenwald, aber der Dschungel war unheimlich dicht und erstreckte sich so weit das Auge reichte. Das einzige was nervte ist die obligatorische Sauerei welche die Asiaten überall hinterlassen, der ganze Wegesrand und überhaupt, wo jemals ein Thai unterwegs war, liegen Müll, Plastikfolien, Getränkedosen und alles andere unbrauchbare herum.
 
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Gegen Mittag wurde in Pai eine Pause eingelegt, eine ganz tolle Stadt im hohen Norden, welche mit Sicherheit eine Übernachtung wert gewesen wäre, aber wir mussten ja unseren Plan einhalten und so blieb hier nur Zeit für ne Cola am Straßenrand. Ein Vorrat an Wasser wurde auch gleich mitgenommen, das ist zum Waschen und Zähneputzen notwendig.

Um 13.00 Uhr nach einem kleinen Verfahrer weitergezogen nach Mae Hong Son. Dazwischen immer wieder Pausen in dieser schönen Landschaft eingelegt. Um 16.30 Uhr war dann nach 266 Km. unsere erste Tagesetappe gemeistert. Aus dem Reiseführer wurde eine Unterkunft herausgezogen welche uns zusagen könnte, und mit einigen Umwegen und einiger Sucherei auch gefunden. Das Piya Guesthouse besaß einige Bungalows, welche um einen Garten herum angeordnet waren, und tatsächlich für uns war noch einer frei. Für 600 Bath das Doppelzimmer haben wir da sofort zugeschlagen.


In einem, den Umständen entsprechend, ordentlichen „ Restaurant“ gegessen. Ich Schwein mit Chili, Joe Schwein mit Knoblauch und Pfeffer, dazu Reis und ein Leo Bier.
Auf dem Rückweg bei einer Straßenbraterei noch etwas probiert. Golfballgroße Teigtaschen, gefüllt mir Fischabfällen und Tintenfischbrocken, absolut lecker. Jeder hat ein paar verputzt, was uns für 5 Bath das Stück nicht wirklich reute. Beim 7eleven, Bier gekauft und auf dem Balkon vor dem Zimmer noch bis um 22.00 Uhr herumgesessen.
Irgendwann im Morgengrauen hat mich Joe geweckt und behauptet in unserem Zimmer sei eine Katze!!! Mein erster Gedanke war, der hat heut Nacht noch heimlich den Schnaps
ausgesoffen, aber er hatte recht, es ist zwar bis heute noch unerklärlich wie das Vieh ins Zimmer kam, tatsache ist, die Katze lag bei Joe im Bett. Habt ihr schon mal ne fliegende Katze gesehen? Ich mittlerweile schon.
 
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4. Tag
 
15.12.09                                                     von Mae Hong Son nach Mae Sariang
 
Nach der Katzenaktion war bei mir rum mit schlafen, im Gegensatz zu Joachim der noch mal abgelegen ist, bin ich raus und hab im Morgengrauen die Mönche des benachbarten Klosters auf ihrer morgendlichen Betteltour beobachtet. Um 7.00 Uhr wollte ich mich dann doch noch mal ein Stündchen ablegen, aus der Stunde wurden zweieinhalb, weil ich vermutlich doch müder war als gedacht. Darum sind wir heute Morgen erst um 10.00 Uhr fortgekommen.

Da Mae Hong Son im äußersten Nordwesten von Thailand liegt, fuhren wir heute Richtung Süden weiter. Es war immer noch dieselbe klasse Dschungellandschaft und das bergige Umland trug sein weiteres zum Panorama bei. Das einzige was heut richtig nervte waren die ständigen Straßenkontrollen der Polizei oder des Militärs, wer da was kontrolliert ist auch nicht immer zweifelsfrei zu erkennen, da diese Helden in Uniform alle so ziemlich gleich aussehen und meistens auch nicht mit offiziellen Fahrzeugen sonder mit Motorroller oder Fahrrädern zur „Arbeit“ kommen. Ich vermute, dass die hier im Goldenen Dreieck eigentlich auf Schmuggler oder Drogen angesetzt sind, aber da kam halt wieder das typisch Asiatische raus, sobald sie unbeobachtet waren wurde vor den Fernseher gesessen, der zu jeder Kontrolle unweigerlich gehört, oder es wurde mit den Waffen herumgespielt. Einige genehmigten sich dann auch schon mal ein Schläfchen im Straßengraben und so hatten wir eigentlich außer um Unmengen von Barrikaden, die den Weg blockierten, herumzufahren keine Probleme mit diesen wackeren Vaterlandsverteidigern.


Gegen zwölf Uhr stoppten wir im Khun Tuam, das ist ein total verschlafenes Nest in den Bergen, um zu frühstücken. Die hatten hier doch echt eine Art Restaurant mit Speisekarte, und die war auch noch auf Englisch. Der ganze Laden hatte zwar etwa die Ähnlichkeit mit einer Gartenterrasse an der Strasse, aber das Essen war super. Scharfe Glasnudelsuppe mit Schweinefleisch und ne Cola, das ganze kostete für alle beide 80 Bath (1.60 Euro).
Pünktlich zum drei Uhr Bier erreichten wir unser Tagesziel Mae Sariang. Die heutige Tagesausbeute betrug 160 Kilometer. Am Flussufer bekamen wir für 1000 Bath eine Unterkunft in einem ganz aus Teakholz erbauten Haus. Das Riverside Guesthouse war schön anzusehen, die Zimmer waren sauber, und es hatte eine tolle Terrasse direkt über dem Fluss, dafür war es aber extrem hellhörig.
 
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Das nachmittägliche Bier nahmen wir in einer Kneipe in der Stadtmitte zu uns, und hinterher erkundeten wir noch die Stadt, da es langsam wieder Zeit für ein Häppchen wurde. Wir fanden auch einen Markt und nach unseren Erfahrungen ist das immer die beste Anlaufstelle für einheimisches Essen. Allerdings waren die alle gerade noch mit dem Aufbauen beschäftigt, daher gab es auch noch nichts zum beißen. Drum wurde die Straße zurückgelaufen und in einen Futterpalast gesessen wo nur Eingeborene waren, hier bestellten wir Glasnudelsalat.
Nudeln mit Shrimps und andere undefinierbare Sachen, Bohnen waren auch drin, so dachte ich, aber der erste Biss belehrte mich etwas besserem, ich brachte nur noch “Nicht essen, nicht essen, keine Bohnen, scharf, scharf, scharf.“ heraus. Es waren nämlich extrem scharfe grüne Chilischoten.
Nachdem wir uns den Magen verätzt hatten wurde ein Mittagsschläfchen eingelegt und gegen Abend im hoteleigenen Restaurant mit Blick auf den Fluss erneut gegessen…..

Frittierter Fisch mit Curry, aber nicht scharf. Zur Verdauung noch mal ein Stadtspaziergang gemacht und Seven11 gestreift. Auf dem Heimweg in einer Kneipe vorbei und dann noch unser Singah aus dem Supermarkt auf dem Balkon verputzt.


  
5. Tag
 
16.12.09             Von Mae Sariang zurück nach Chiang Mai
 
Heute Morgen war der Horror. Nachdem wir um 8.00 Uhr aufgestanden sind wollten wir zum Frühstücken, ausnahmsweise mal in der Unterkunft, das machen wir ja normalerweise nicht. Denn wenn ich schon die Wahl hab zwischen dem Touristenfrass aus pappigem Brot, wässrigem Rührei und O-Saft aus dem Tertrapack für 200-300 Bath, oder einem asiatischen Frühstück am Wegesrand von der Garküche, bestehend aus Nudelsuppe mit Fleischeinlage für 50 Bath, dann ist die Entscheidung klar. Aber das oben genannte war beim Zimmer inkl. und daher haben wir es halt genutzt. Und jetzt stellt euch vor, wir haben heut morgen tatsächlich eine Jacke gebraucht, eisige 18 Grad, ich frag mich wofür wir so lange geflogen sind wenn wir uns hier fast den Erfrierungstod holen. Um 9.00 Uhr war dann Abfahrt zurück nach Chiang Mai. Mittlerweile war es auch schon wieder gewohnt warm, so dass die Jacken zurück in den Kofferraum wanderten.
 
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Langsam änderte sich die Landschaft, es wurde weniger bergig und der Dschungel wich landwirtschaftlichen Reisanbaugebieten. Stellenweise war es mit der USA auf dem Weg zum Grand Canyon zu vergleichen. Heute hatten wir erneut 8 Polizeikontrollen zu bestehen, doch die Herren wollten immer noch nicht ihrem Job nachgehen, somit kamen wir überall unbehelligt durch. 
Die Pausen kamen heute auch nicht zu kurz, und irgendwo haben wir dann am Straßenrand für 40 Bath zwei Pepsi erstanden, am Wegesrand getrunken, und nebenbei den Verkehr beobachtet.
Gegen 12.00 Uhr sind wir nach erneutem herumirren in Chiang Mai, im Galare wieder eingetroffen. In den letzten drei Tagen wurden auf dem Rundtrip an der birmesischen Grenze entlang insgesamt 608 Kilometer gefahren.

Man merkte schon, dass wir aus den Bergen heraus sind, denn die Lufttemperatur betrug weit über 30 Grad. Am Nachmittag machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt, es kann ja nicht sein, dass wir schon 4 Tage in Thailand sind und noch keinen Tempel besichtigt haben. Die Besichtigungen hielten sich aber in Grenzen, denn die meisten wurden letztes Jahr schon mal angeschaut. Zum abkühlen haben wir uns dazwischen ein Drachenfrucht Shake besorgt, und im Anschluss betrieben wir „Stilbruch“ vom allerfeinsten, wir haben im Touristenzentrum 2 Weizen getrunken. Die kosteten aber 360 Bath, also absoluter Wucher, das waren mit Sicherheit die letzten deutschen Getränke für den Rest des Urlaubs. 


Zurück in der Unterkunft wurde eine Kleinigkeit gegessen und danach ging es zum Mittagsschlaf auf das Zimmer.
Abends erneut zum Essen auf den Nachtmarkt. Frittierter Fisch mit Reis. Auf dem Rückweg in der Kneipe vorbei in welcher wir letztes Jahr schon saßen, und hinterher ne Kokosnuss mitgenommen, die noch vor dem Zimmer getrunken, die Strecke für Morgen klargemacht, und um 23.00 Uhr zu Bett gegangen.
 
 
6. Tag
 
17.12.09                  von Chiang mai nach Uttaradit (so dachten wir zumindest)
 
Ich bin diesen Morgen um 7.00 Uhr aufgestanden und Joe folgte dann eine halbe Stunde später.
Heute geht es erst mal 200 km. in Richtung Süden, um ab morgen nach Osten abzubiegen.
Das heutige Tagesziel heißt Uttaradit in Zentralthailand.
 
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Frühstück wurde nicht eingenommen, denn das wollten wir unterwegs suchen. Die Fahrt aus der Großstadt Chiang Mai funktionierte hervorragend und wir fanden auch auf Anhieb die 106er Straße in Richtung
Lamphun. Hier wurde nach ca. einer dreiviertel Stunde Fahrtzeit angehalten und nach etwas suchen, ein Tempel in der Innenstadt besichtigt. War zwar recht nett aber auch nicht wirklich etwas Aussergewöhnliches. Auf dem Rückweg zum Auto kam unser Magen auch noch auf seine Kosten, an einer Garküche wurde für läppische 35 Bath pro Person gegessen und getrunken. Danach ging es weiter bis nach Uttaradit, dem für heute geplanten Ziel. Hier kamen wir um 12.30 Uhr an.
Und ab jetzt begann das heutige Drama. In einer thailändischen Stadt mit 63000 Einwohner, welche in der tiefsten Provinz liegt, eines der zwei einzigen Hotels zu finden, welche nicht mal in leserlicher Schrift angeschrieben sind, sondern nur in Thai-Krakelschrift, und das noch ohne Stadtplan, ist schlichtweg unmöglich. Nach zwei Stunden suchen probierten wir es mit nachfragen.
Hier zeigte sich wieder mal ein Thai-Spezifisches Problem:

Wir wussten zwar, daß der Durchnittsthai weder Landkartenlesen noch Wegbeschreibungen abgeben kann, aber wir versuchten es doch. Das ist kein Witz, es ist einfach so, dass die Menschen dieses Landes weder Schulatlanten kennen noch in irgendeiner anderen weise mit so was in Verbindung kommen. Die meisten Leute wissen nicht mal wo Norden oder Süden auf so einem bunten Blatt Papier ist. Außer ahnungslosem hin und herdrehen von seitens des Asiaten wird man kaum etwas erreichen.


Und beim Nachfragen:
Da ist es auch nicht anders, der Thai interessiert sich nicht im geringsten für etwas was ihn nicht direkt betrifft. Das betrifft auch Straßen, Wege, Gebäude, oder Ortschaften mit denen er nichts zu tun hat. Daher traf uns dasselbe Schicksal, wie es vielen anderen Reisenden vor uns, die den Versuch einem Thai eine Wegbeschreibung zu entlocken  ergangen ist. Anstatt“ Tut mir leid weiss ich nicht“ sagt er dann, denn er will ja sein Gesicht nicht durch Unwissenheit verlieren, einfach irgendetwas falsches, und hofft dass diese blöden Ausländer bald wieder verschwinden.
 
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Und genau so ist es uns auch ergangen. Nach weiterem herumirren und falschen Angaben folgend, gaben wir auf, wir beschlossen das morgige Ziel anzusteuern welches laut Kartenmaterial nur 130 Km. und 3 Stunden Fahrzeit entfernt sein sollte, das hatte auch den Vorteil dass wir einen Tag herausfahren den wir an einem schöneren Ort sinnvoller nutzen können. Wir tankten den Karren für 1070 Bath noch voll und starteten durch. Das klappte am Anfang auch recht gut, die Straße war wenig befahren, recht breit, und relativ gerade. Nun stellte sich aber heraus, dass hier am Arsch der Welt es nicht mehr für notwendig befunden wurde, irgendwelche Schilder oder Wegweiser in Englisch aufzustellen. Somit haben wir uns in Nam Pat erst mal kräftig verfahren, denn nun war nur noch raten angesagt. Als wir bemerkten, dass wir eigentlich in die falsche Richtung fuhren, drehten wir um und versuchten unser Glück mit einer anderen Abzweigung, welche aber auch nicht richtig war. Stattdessen standen wir in einer Kuhherde welche ganz gemächlich die Straße entlang trottete. Also erneut umdrehen, und ein neuer Versuch starten. Nach ein paar Metern auf dieser Straße fanden wir doch tatsächlich eine Straßennummer die uns zeigte dass wir richtig waren. Die Freude hielt sich aber in Grenzen, denn dieser Weg, Straße konnte man ihn eigentlich nicht mehr nennen, war extrem kurvig, extrem steil, extrem eng und extrem miserabel. Es ging Steigungen hoch, die unser Toyota fast nicht mehr schaffte, und abwärts hofften wir nur, dass unsere Bremsen durchhielten. Als der Weg dann in eine Schotterpiste überging machten wir uns schon so unsere Gedanken. Dazwischen standen dann mal wieder Kühe auf der Straße, Steinschläge versperrten die halbe Piste, und es wurde auch schon Nacht. Was das heißt. kann eigentlich nur jemand beurteilen, der in diesem Land ein Auto selbst gesteuert hat, nicht zu vergessen die anderen Verkehrsteilnehmer, die ihren gewohnten Kamikazestil an den Tag legten und bei Nacht nicht unbedingt wissen, dass ihr Gefährt auch einen Lichtschalter besitzt. Und die angeblichen 130 Km.?


Die waren schon lange überschritten, die 3 Stunden Fahrtzeit natürlich auch, und kein Ende in Sicht. Zwischendrin wurden wir noch von einem Vogel angefallen, der hat sich in eindeutiger Suizidabsicht schräg von links auf unsere Frontscheibe gestürzt, das war ein Knall, zum Glück blieb alles heil, bis auf den Vogel! Einige kleine Stückchen von ihm entdeckte ich am Abend dann noch übers ganze Auto verteilt.  Wenigstens fanden wir alle Abzweigungen auf Anhieb und verfuhren uns nicht mehr. Punkt 19.30 Uhr lasen wir das Ortsschild von Na Haeo. Jetzt noch 10 Minuten suchen bis wir das Nahaeo Resort gefunden hatten wo wir übernachten wollten, übrigens unseres Wissens die einzige Unterkunft in diesem Nest an der laotischen Grenze. Ja, durch unseren Nachtritt stehen wir nun vor den Toren von Laos. In Zahlen bestand die heutige Aktion aus 10 Stunden Fahrtzeit und 525 Kilometer, anstatt die berechneten 6 Stunden und 260 Kilometer für die beiden Tagestouren. Daher erst mal ein Lob auf unser unvergleichliches Kartenmaterial, zeitweise musste ich mit 4 verschiedenen Karten navigieren, da jede Karte etwas anderes anzeigte, die eine hatte die Straßennummern drauf, die andere zeigte Wege welche nur auf dieser einen Karte verzeichnet waren, einige Karten hatten Kilometerangaben, andere nicht, eine zeichnete die Schotterpiste als gut ausgebaute Straße an, usw…..
 
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Das Problem ist, da dieses Land noch nie richtig vermessen wurde haben, die Kartographen sehr viel künstlerische Freiheiten genutzt, welche wir büßen durften.

Jetzt aber wieder zurück zum Nahaeo Resort. Als wir hier ankamen wurden unsere Gesichter ziemlich lang, Denn das sah alles relativ verwaist aus, eine Rezeption war nicht auszumachen und ansonsten lies sich auch keiner blicken. Wir sahen uns schon im Auto schlafen als dann doch ein Thai auftauchte und mit dem Handy die Besitzerin anrief, dass zahlende Kundschaft vor Ort ist. Die nette Frau kam nach 5 Minuten und hat uns einen Bungalow in der freien Natur angeboten, nach dem Preis wurde erst gar nicht gefragt, das war uns in diesem Augenblick so ziemlich scheißegal. Die Vermieterin lotste uns danach mit ihrem Moped zu einem Markt wo es was zu essen gab. Reis mit Schwein und dazu zwei Bier, für 210 Bath (4 Euro). Wir kauften noch ein Bier zusätzlich, fuhren zurück zu unserer Schlafstätte, tranken das vor dem Bungalow und fielen um 22.30 Uhr total fertig ins Bett.


7. Tag
 
18.12.09                            von Na Haeo nach Chiang Kann
 
Ich bin um 6.00 Uhr aufgestanden, hab das Tagebuch geschrieben, und Joe ist ne Stunde später gefolgt. Somit war um 8.00 Uhr Abfahrt. Der Bungalow wurde heut morgen bezahlt und kostete 800 Bath, aber gestern wäre es uns auch egal gewesen wenn er das dreifache gekostet hätte. Bevor wir die Stadt verließen wurde erneut beim gestrigen Markt gehalten und eine Reissuppe mit Hackfleisch verputzt, das war so viel, dass wir nicht mal alles geschafft haben, dazu 2 Kaffee, dieses kulinarische Highlihgt kostete uns 2 Euro. Joe´s Vorsatz, den er nach der gestrigen Horrortour gefasst hatte, nämlich nie mehr ohne vollen Tank abzufahren konnte heut schon nicht erfüllt werden, denn in diesem Kaff gab es nicht mal ne Tankstelle, höchstens so was Ähnliches, und das waren 200 Liter Ölfässer, die auf ein Bambusgestell gebunden waren, und so aussahen, als dass hier der Sprit 50 zu 50 mit Dreck, Rost und Altöl gemischt ist. Da verzichteten wir dann doch, denn die Fahrtauglichkeit unseres Toyotas war uns schon wichtiger.
 
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Die heutige Etappe betrug 114 Km. Das ist zwischendrin auch mal ganz nett wenn man nur 2-3 Stunden fahren muss. Unterwegs wurde eine Tanke gefunden bei welcher wir für 300 Bath noch tankten, aber nicht voll, denn die Tankfrau bekam es einfach nicht auf die Reihe, mehr als 3 Liter am Stück einlaufen zu lassen. Nach 5 Minuten wurde dann ganz entnervt das Procedere abgebrochen und abgefahren, der Tank war dreiviertel voll und das sollte auch reichen bis Chiang Kann. Die Strecke war wieder eher eine nahtlose Aneinanderreihung von Schlaglöchern anstatt ein brauchbarer Weg, Gott sei dank gehört der Karren nicht uns, denn spätestens nach der heutigen Tour kann da keine Spur mehr stimmen, hin und wieder hat es schon mal ganz fürchterlich gerumpelt wenn wir mit dem Vorderrad in so ein Loch eingetaucht sind. Die Route führte uns heute direkt an der laotischen Grenze entlang, und zwar so nah, dass wir von der thailändischen Seite Steine nach Laos schmeißen konnten. Landschaftlich fanden wir die Gegend richtig ansprechend, immer wieder schimmerte der Mekong und andere kleinere Nebenflüsse durch das Gebüsch, oder wir fuhren direkt dran entlang. Die Straße war sehr kurvig und entsprechend bergig, was zwar das Fahren erschwerte, aber für das Auge des Betrachters ein schönes Naturschauspiel bot. Unterwegs eine Pause eingelegt und eine Cola getrunken, und die Polizeikontrollen kamen auch nicht zu kurz, die hatten wir die letzen Tage schon vermisst, es ist doch immer wieder schön, wenn man sieht, dass das Auge des Gesetzes über uns wacht ( wenn es nicht gerade vor lauter Müdigkeit zugefallen ist).


Um 12.00 Uhr kamen wir in Chiang Kann an und machten uns auf die Zimmersuche. Im Sams Guesthouse wurden wir fündig. Sauberes Zimmer im ersten Stock mit Etagendusche und Gemeinschaftsklo, dafür aber mit Wasserspülung, also richtiger Luxus.
Mittags auf der Terrasse was getrunken, danach ein Mittagschläfchen und im Anschluss ein Stadtspaziergang mit Einkehr auf ein Bier. Irgendwann am Straßenrand eine Nudelsuppe mit Hackfleischbällchen gegessen. Joe probierte noch einen Fleischspieß, was das aber für ein Tier war, ist uns bis heute noch ein Rätsel, sehr knochig und undefinierbar im Geschmack, der Straßenköter hat sich aber darüber gefreut.
Abend auf der Terrasse zwei Bier getrunken und um 22.00 Uhr ins Bett.
 
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8.Tag
 
18.12.09                       von Chiang Kann nach Nong Khai
 
Wieder mal war ich eine Stunde vor Joe wach, ich vermute der verschläft noch mal sein halbes Leben, aber um 8.15 Uhr ist er auch aus den Federn gekrochen und somit war nach dem Zimmer bezahlen um 9.00 Uhr Abfahrt. Das heutige Ziel hieß Nong Khai und die Distanz betrug 205 Km. Landschaftlich schön ging es am Mekong immer Richtung Osten entlang.

Die Straße war hier relativ gut ausgebaut, was auf unseren Karten eigentlich nicht ersichtlich war, aber hier wurde in den letzten Jahren anscheinend etwas getan, was noch nicht bis zu den Kartographen vorgedrungen ist. Bis auf ne Schlange die Joe fast überfahren hätte und die obligatorischen Kontrollen war auf der Fahrtstrecke nichts Erwähnenswertes geschehen. Daher kamen wir zügig voran und waren schon um 12.00 Uhr an unserem Ziel angekommen, das genau gegenüber der laotischen Hauptstadt Vientiane lag. Während wir den Reiseführer nach einer Stadtkarte durchblätterten, stellte ich fest, dass ich noch den Zimmerschlüssel von der gestrigen Unterkunft in der Tasche hatte. Da wird unsere Wirtin aber ganz schön fluchen, wenn sie feststellt, dass wir mit ihrem Schlüssel abgezogen sind. Jetzt sind doch sicher wieder drei thailändische Schlosser zwei Tage beschäftigt um ein neues Schloss einzubauen. So was nennt man das Bruttoinlandsprodukt ankurbeln, soll also niemand sagen, dass wir nichts für unser Urlaubsland tun.


Zimmermäßig hatten wir heut ein unwahrscheinliches Glück, das Mut Mee Guesthouse, welches wir unbedingt wollten, hatte gerade noch ein Doppelzimmer für 280 Bath frei, und während wir eincheckten, wurden andere, die nach uns kamen schon weggeschickt. Diese Bude war so eine richtige Backpacker Absteige, keine Klimaanlage, nur Van, Moskitonetze über dem Bett, eine Etagendusche und ein Klo, das auf einem Podest stand und nur 30 cm. hoch war. Aber es hatte einen wunderschönen Garten mit Hängematten direkt am Fluß, und ein hervorragendes Thai Essen. Heute Morgen ließen wir das Frühstück wieder mal ausfallen, damit wir die Kühle des Morgens zum fahren nutzen konnten, und somit knurrte uns jetzt der Magen. Also schafften wir Abhilfe mit Curryfleisch und Reis. Danach haben wir einen Stadtspaziergang gemacht und sind über den Indochinamarkt gelaufen, auf diesem Markt findet man noch so ziemlich alles zu kaufen was die Amis nach dem Vietnamkrieg zurückgelassen haben, nur keine Waffen aber ansonsten Ferngläser, Uniformen, Schuhe,

Messer und anderes Klumpp. Aber auch Lebensmittel, hier haben wir unsere ersten Erfahrungen mit thailändischen Wurstwaren gesammelt.

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Wir durften schon des öfteren feststellen, dass in Sachen wie Glasnudelsalat oder Suppe immer wieder mal was drin war, das ähnlich wie Lyoner aussah, und konnten uns aber darunter nix vorstellen, da wir hier niemals eine Dosenwurst oder überhaupt einen Metzger gesehen hatten, und wir behielten Recht, die kennen keine Dosenwurst, denn heut fanden wir sie, die Metzger. Auf dem Markt boten diverse Stände Wurstwaren an, allerdings keine Dosenwurst sondern Bananenwurst, ich will damit sagen, anstatt Blechdosen verwenden die hier zusammengebundene Bananenblätter, die mit der Rohmasse gefüllt werden. Freundlicherweise durften wir mal probieren. Dem Aussehen nach war es schon so ne Art Lyoner, aber der Geschmack………..wobei das auch daher kommen kann, dass das Zeug hier tagelang bei über 30 Grad ohne Kühlung auf dem Marktstand liegt. Ich denk ein deutscher Kontrolleur vom WKD würde manchmal in diesem Land vor Verzweiflung aus dem Fenster springen.

Wir testeten auch noch eine Art Rauchschinken, der schmeckte dafür einfach nur süß, und wer die Eigenheit der Thais kennt, manchmal Zucker in die Suppe zu schaufeln, der kann sich auch vorstellen was da drin war. Das Wurstding hatte so einen elendigen Nachgeschmack, der verfolgte mich noch ne halbe Stunde später.


Um 17.00 Uhr machten wir auf einem Schiff eine Mekongrundfahrt, das waren 100 Bath die sich echt gelohnt hatten. Zum Sonnenuntergang hat das richtig Spaß gemacht, und der Fluß sah dann auch ganz toll aus. Als es dunkel war sind wir zu einem Straßenstand gelaufen und haben zum Abendbrot wieder mal ne Glasnudelsuppe mit Hühnchen gegessen. Um 23.00 Uhr waren wir zurück in der Unterkunft und sind ohne Umwege zu Bett gegangen.
 
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9.Tag
 
20.12.09                   von Nong Khai nach Bung Kann
 

An diesem Morgen, erst um 9.00 Uhr aufgestanden, geduscht, bezahlt und abgefahren. Langsam aber sicher kommen wir am Mekong entlang in den östlichsten Teil dieses Landes. Landschaftlich war es heute nicht sehr interessant, hauptsächlich nur Reisfelder usw. aber wir hatten gute Straßen, teilweise zumindest, und daher waren wir wieder einmal mehr um die Mittagszeit am Tagesziel in Bung Kann. Es waren heute ja auch nur 150 Km. zu bewältigen, aber dafür durften wir an diesem Morgen auch mal an einer Polizeikontrolle anhalten Unsere Enttäuschung war groß als wir ohne Überprüfung weiterfahren durften.

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Ich hab keine Ahnung ob das der Touristenbonus war oder ob der Polizist einfach nur gedacht hat, dass ihm das nur unnötige Arbeit machen wird, wenn er sich mit uns auf englisch unterhalten muss. In Bung Kann bezogen wir das Mae Nam Hotel, das am Flussufer lag. Das einchecken machte etwas Schwierigkeiten, da die Rezeptionistin kein englisch verstand, aber mit Händen und Füssen bekamen wir unser Zimmer. War eigentlich nicht schlecht, nur roch es total modrig, das hatte die Ähnlichkeit mit einem alten Kartoffelkeller. Aber es gibt Schlimmeres, daher wird es eine Nacht auszuhalten sein. Im Restaurant nebenan haben wir uns zum Frühstück-Mittagessen ein Currygericht genehmigt, und danach, da wir den ganzen Mittag Zeit hatten, machten wir uns auf den Weg zu einem Bergtempel, welcher 50 km. landeinwärts lag. Das war ein Ritt, den werd ich so schnell nicht mehr vergessen. Der verlangte unserem Auto wieder mal alles ab. Die ersten 27 km. waren, bis auf eine Baustelle durch die wir durchholpern mussten, noch einfach, aber dann kam es. Quer durch die Prärie, wieder mal keine leserlichen Straßenschilder und auch kein Schild welches auf den gesuchten Wat (Tempel) hinwies.


Wir wussten nur, dass der gesuchte Wat an einem Berg sein soll, und da hier ansonsten alles eben ist, fuhren wir einfach mal in die Richtung der einzigen Felserhebung die wir sahen. Kilometerweise Schotterpiste und dazwischen 20 cm. tiefe Schlaglöcher und Spurrillen. Als es nicht mehr weiter ging wurde halt umgedreht und ein neuer „Weg“ ausprobiert. Dieses Spiel hatten wir einige Male betrieben und plötzlich standen wir vor dem Tor des Parks welcher den Tempel umgab. Beharrlichkeit zahlt sich halt doch aus.

Auf jeden Fall, sollten wir noch mal in diesen Landstrich kommen, nur noch ein Jeep als Mietwagen, unser Toyota war nicht wirklich das ideale Gefährt für solche Strecken. Der Karren sieht mittlerweile aus!!!!! Ein paar Kratzer mehr, dreckig wie Sau, die Spureinstellung hat auch schon was abbekommen, und zur Krönung ist er von oben bis unten mit Teer bespritzt weil wir schon öfters durch Straßenbaustellen mussten wo gerade asphaltiert wurde.
 
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Zumindest fanden wir den Tempel der in einem schön angelegten Park auf einer Felserhebung lag. Zum Aufstieg auf den Bergtempel gab es zwei verschiedene Wege. Über Holztreppen, aus dem Berg herausgeschlagenen Steinstufen, über Brücken und Stege ging es in 7 Windungen um den Berg herum auf die Spitze. Alternativ gab es aber auch eine Holztreppe. Dass wir natürlich den interessanteren Weg wählten ist ja logisch. Der Reiseführer sagte aus, dass sich ganz mutige bis auf die vierte Ebene trauen, denn dieses Klettergerüst war teilweise sehr morsch, verfault und schwankte im Wind. Wir wagten uns bis auf die sechste Ebene hoch, aber dann war es uns auch zu gefährlich, denn mittlerweile befanden wir uns weit über 100 Meter vom Boden entfernt auf dieser leicht im Fels verankerten Konstruktion. Ganz vorsichtig traten wir den Rückzug an und nahmen für die letzte Etappe die Holztreppe. Allerdings die war auch nicht immer besonders vertrauenserweckend, die eine oder andere Stufe knirschte unter unseren Füßen und manche Bretter bogen sich gefährlich durch. Der oberste Felsgipfel war zum Abschluss über einen Trampelpfad zu erreichen, an dem am Anfang ein Schild auf thailändisch angebracht war, das wir zwar nicht lesen konnten aber die daraufgemalte Kobraschlange sagte genügend aus.


Da der Weg durch Gestrüpp, wilde Vegetation und Wald führte, lag die Vermutung nahe, dass hier oben einige der putzigen Tierchen leben, aber egal wir kletterten hoch und wurden mit einer super Aussicht belohnt. Nach einer Runde über den Gipfel stiegen wir den sicheren Weg, soweit man das von asiatischer Treppenbaukunst behaupten kann, zurück auf den Boden.
Gegen Abend fuhren wir zurück zum Hotel, unterwegs bei Seven11 vorbeigeschaut und Getränke gekauft. An der Uferstraße setzten wir uns auf eine Treppe, tranken ein Bier, und hinterher ging es erneut ins Restaurant zum essen. Als Vorspeise gab es sonnengetrocknetes Schweinefleisch, schmeckte interessant, leicht modrig und steinhart, als Hauptgang frittierter Katzenfisch mit Kohl und dazu Salat. Um 22.00 Uhr zogen wir uns in unseren Kartoffelkeller zurück zum Schlafen.
 
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10. Tag
 
21.12.09                  von Bung Kann nach Mukdahan
 

An diesem Morgen als wir um 7.00 Uhr aufgestanden waren, mussten wir tatsächlich feststellen, dass es so kalt und windig war, dass wir fast ein Jäckchen brauchten. Das wurde aber aus Prinzip nicht angezogen, lieber frieren, als im Urlaub Jacke tragen. Aber um 8.30 Uhr, als wir abfuhren, war es schon wieder gewohnt heiß. Unser Kartoffelkeller kostete 350 Bath für beide, also 7 Euro. Nach Absprachen haben wir beschlossen, unserem heutigen Ziel, Nakhon Phanom vorauszueilen, und weitere 100 Kilometer, ab jetzt wieder Richtung Süden zu fahren. Darum war das Tagesziel bei Mukdahan angesetzt, und somit verringerte sich die morgige Strecke von 370 auf 270 Kilometer. Unsere Route führte immer noch direkt neben dem Mekong entlang, landschaftlich war es immer noch Ackerfläche, Reisanbaugebiet und dazwischen Kautschukplantagen, also nicht besonders sehenswert. Die Straße war erstaunlich gut ausgebaut, dafür war sie sehr belebt, allerdings weniger von Fahrzeugen, sondern von Tieren. So viele Viecher wie auf dieser Teilstrecke hatten wir bisher noch nirgendwo zu beklagen. Hunde, Büffel, Hühner, und hauptsächlich Kühe, die standen ab und zu sogar auf dem Mittelstreifen der Straße und haben dort nach Gras gesucht. Nach ein paar Stunden bekamen wir Hunger und beschlossen darum in der kleinen Stadt Tha Uthen eine Rast einzulegen. Durch Zufall war heut Markttag und zwar für die Einheimischen nicht so eine Touristenverarsche wie wir es bisher des öfteren sahen. Endlich mal ein echter asiatischer Markt, wo in der Hauptsache Lebensmittel verkauft wurden. Hier bekam man den richtigen Einblick was Thais, Chinesen und Vietnamesen daheim kochen und essen. Von Schlangen, Krebsen, ausgenommenen Ratten, Eichhörnchen über Frösche bis zu Wildschweinköpfe war alles zu bekommen. Und hier fanden wir auch endlich das gemahlene Chilipulver welches wir schon seit unserem ersten Tag überall gesucht hatten. Für 20 Bath nahm jeder einen Beutel mit. Allerdings zu essen gab es nichts, die haben das Zeug hier nur verkauft aber nicht zubereitet. Darum fuhren wir wieder ab und probierten unser Glück in Nakhon Phanom.


Dies ist eine recht große Stadt, darum bot es sich auch an, hier Geld zu wechseln bzw. am Automat abzuheben. Zu Essen fanden wir auch was, in der Innenstadt war wieder ein Hausfrauenmarkt und auf diesem Markt fanden wir Suppenküchen. Also unser traditionelles Frühstück, Nudelsuppe mit Schweinefleisch, Kostenpunkt 50 Bath. Auf dem Rückweg zum Auto kauften wir noch mal ein Beutel Chilipulver, dieses mal in einer anderen Qualitätsstufe, das erkannte man an der Farbe, dies hier war tiefrot und entsprechend scharf.

Auf dem weiteren Weg in That Phanom wieder mal einen Tempel angeschaut und auf der Weiterfahrt nach Mukdahan an angeblichen Stromschnellen im Mekong angehalten. Da wir aber keine Regenzeit hatten und im Mekong Niedrigwasser herrschte war das nicht der Renner. Um 14.00 Uhr hatten wir Mukdahan erreicht, in der Innenstadt herrschte ein unbeschreibliches Chaos weil eine Hauptstraße gesperrt war, das belastete uns auch, weil wir mit unserem kümmerlichen Stadtplan etwas überfordert waren, somit brauchten wir eine dreiviertel Stunde um das Zentrum, wo die Hotels stehen, zu erreichen. Das erste Hotel das wir uns ansahen war unter aller Sau, keine Klimaanlage, das Bett war nur ein Bretterverschlag, und das Klo?

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Das war einfach ein Loch im Boden ohne Spülung. Diese Hütte hätte zwar nur 180 Bath gekostet, war aber nicht mal die wert. Das zweite Hotel, welches schräg gegenüber lag, sah da schon besser aus. Eigentlich war es richtig gut. Für 350 Bath große saubere Zimmer, ein brauchbares Badezimmer und eine Kloschüssel. Dieses wurde genommen.

Als wir uns im Zimmer ausgebreitet hatten wurde an die Uferpromenade gelaufen um ein kühles Bier zu suchen. Und wieder mal hatten wir heute Pech, anscheinend ist an diesem Tag in ganz Ostthailand Markttag, wieder nur Verkaufsstände, aber kein Bier. In einer Nebenstraße lief uns dann ein Laden über den Weg der beides anbot, Essen und Trinken. Hier blieben wir die nächsten 1.5 Stunden, tranken und aßen etwas, und beobachteten nebenbei die Menschen auf der Straße. Danach zurück ins Hotel, noch ein Bier gezogen und davor an der Straße getrunken.


Plötzlich kam ein europäisch aussehender Typ vorbei, der sich nach einem kurzen Gespräch als Amerikaner herausstellte, welcher hier schon seit 12 Jahren lebt. Mit dem redeten wir über zwei Stunden und er gab uns viele Tipps über den Umgang mit Thais, das waren informative und interessante Stunden. Der gab uns auch den Rat für diesen Abend, da soll es nicht weit von unserem Hotel ein Volksfest geben, na das ist doch mal was neues, so was hatten wir auch noch nicht erlebt, drum machten wir uns im Anschluss gleich auf die Suche nach dem Festplatz. Unsere Erwartungen wurden aber überhaupt nicht erfüllt, so eine Enttäuschung, 20 Bath Eintritt, kein Bier weit und breit, und ansonsten erinnerte die ganze Geschichte eher an eine Mischung aus thailändischer Oberschwabenschau und siamesischer Kirmes. Traktorenaustellung, Luftballon werfen, und ein Wohltätigkeitsstand des Roten Kreuzes. Zeitnah verließen wir die Veranstaltung, aber nicht ohne noch was zu essen mitzunehmen, und zwar gegrillte Tintenfische auf einem Spieß, schade nur, die waren nicht ganz durch und daher zäh wie Leder, wieder einmal kam ein Straßenköter auf seine Kosten.

Damit war dieser Abend auch erledigt und wir begaben uns bei Zeiten zu Bett.
 
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11. Tag
 
22.12.09                                   von Mukdahan nach Khong Chiam
 

Erst mal ganz wichtig, heute Morgen erhielt Joe ein SMS von daheim, fast 20 Grad miese in Deutschland, und wir hatten heut den wärmsten Tag im ganzen Urlaub, weit über 30 Grad, also 50 Grad Unterschied, da macht der Urlaub doch gleich doppelt Spaß, und das zwei Tage vor Weihnachten, frohes Fest. Der heutige Morgen war ähnlich wie gestern, früh raus, bei Zeiten abgefahren, immer weiter nach Süden, die Landschaft war auch die gleiche, und die Polizeikontrollen durften auch nicht fehlen. Um 11.00 Uhr am Wegesrand zum essen angehalten. Vor einem Haus neben der Straße war ein Grill aufgebaut, das bedeutet, die haben auch was zu Essen, und wirklich, wir bekamen Hähnchen und Klumpreis. Übrigens, unser reguläres Frühstück in den letzten Tagen bestand fast immer aus Birdy, bei uns ein Reinigungsmittel, ist es hier eine Art Eiskaffee aus der Dose, den wir bevorzugt zusammen mit einer Dose Cola im Seven11 erstanden.


So fuhren wir weiter bis Ubon Ratchathani, wo wir die 212er Straße, der wir schon seit Na Haeo mehr oder weniger folgten, verließen. Hier bogen wir nach Osten an den östlichsten Zipfel von Thailand nach Khong Chiam ab. Auf der Strecke gab es noch einen Staudamm, da streiften wir vorbei und um 14.30 Uhr sind wir am Ziel angekommen. An diesem Ort fließen der Mekong und der Mun, auch ein großer Fluß, zusammen. Das soll eigentlich ein wunderschöner Ort sein. der Mun, welcher ein grünes Wasser hat, vereinigt sich mit dem schlammig braunen Wasser des Mekong. Allerdings machte uns die Trockenzeit einen Strich durch die Rechnung. Anstatt einem Naturschauspiel sahen wir nur zwei Rinnsale die gemächlich vor sich hinplätscherten. Eine schöne Unterkunft war schnell gefunden und da wir hier zwei Tage bleiben wollten, durfte es auch was besseres sein. Somit haben wir richtig in die Tasche gegriffen und ein Zimmer für 600 Bath (12 Euro) pro Tag genommen. Sehr schön, im zweiten Stock mit großem Kühlschrank und Balkon. Die größte Mittagshitze wurde verschlafen und danach zum Essen an den Mekong, oder war es der Mun, da sind wir uns heute noch nicht einig, gelaufen.

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Dass wir hier in der tiefsten Provinz angelangt sind haben wir schon seit ein paar Tagen gemerkt, seit zwei oder drei Tagen werden wir von allen möglichen Leuten nur noch mit großen Augen angeschaut, und jeder winkt uns zu. Vielleicht kommt das aber auch daher, dass wir uns seit 10 Tagen nicht mehr rasiert haben, und entsprechend bärtig aussehen. Jetzt aber zum essen. Am Fluß bestiegen wir ein schwimmendes Restaurant, so eine alte Reisbarke, die als Restaurant umgebaut war. Beim Bestellen gab es zwar kleinere Probleme, da die wieder mal kein englisch konnten, da half auch nicht ihre eigene Speißekarte, die war wohl auf Englisch geschrieben, aber wer nicht englisch sprechen kann, kann auch logischerweise seine eigene Karte nicht lesen, wir übrigens auch nicht. Das einzig verständliche war Fisch und Reis, also anfahren, und sich überraschen lassen. Es kamen ganz komische kleine Fische in einer extrem leckeren Sauce. Auf dem Heimweg noch etwas zu trinken gekauft und um 24.00 Uhr ins Bett gegangen.

 
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12. Tag
 
23.12.09                   Khong Chiam und Umgebung
 

Unser heutiges Frühstück bekamen wir in der Unterkunft, denn es kostete nicht extra, das war inkl. Aber für das was wir vorgesetzt bekamen hätten wir eigentlich noch Geld verlangen sollen. Heißes Wasser und ein ungenießbarer Instantkaffee, vermutlich wieder mal aus Laos, dazu irgendwelche frittierte undefinierbare Teigklumpen. Der Kaffeenachgeschmack lag mir noch ne Stunde später im Mund. Kurz nach acht sind wir zum Pha Taem Nationalpark abgefahren. Der war gerade mal 20 Km. von unserer Unterkunft entfernt, und war daher schnell erreicht. Für 400 Bath Eintritt, das ist der Ausländerpreis, Thais zahlen 40 Bath, gab es einige Felsformationen ähnlich wie in den USA zu besichtigen und danach machten wir uns auf den Weg, um über einen Pfad entlang riesiger Felsüberhänge, 3000-4000 Jahre alte prähistorische Felsenzeichnungen anzuschauen.

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Ein anstrengender Marsch von 3 Km. Länge, der uns, da es heute wieder richtig heiß war, den Schweiß aus allen Poren trieb. Joe schaffte es sogar sich an jedem Fuß eine Blase anzulaufen. Gegen 11.00 Uhr fuhren wir zurück Richtung Unterkunft. Auf dem Weg haben wir noch Klebereis und gegrillte Hühnerteile, diesmal noch mit Füßen und Krallen dran, mitgenommen. Dazu gab es einen „Salat“. Weil wir an dem Verkaufsstand einen großen Mörser stehen sahen, wussten wir, dass die gute Frau hier einen Pappayasalat zauberte. Dazu werden unreife Pappayas kleingeschnitten und mit Limetten, Tomaten, Chili, und viele weitere bekannte und unbekannte Sachen in den Mörser geworfen und danach mit dem Stößel vermatscht. Nur wie erklärt man der Frau was wir wollen? Es war halt erneut das leidige Sprachproblem, aber sie kapierte, und machte mit der Hand stampfende Bewegungen und sagte „PukPuk“, denn genauso hört sich der Stößel im Mörser an. War recht lustig, und seither wissen wir auch wie wir Salat bestellen müssen. Das haben wir auf dem Balkon gegessen und danach ein Mittagsschläfchen gemacht.


Ach, übrigens haben wir uns heute noch rasiert und mittags noch die Ananas gegessen welche wir schon seit Tagen im Auto mit uns herumfuhren. Abends ging es erneut zum Straßenstand um PukPuk zu kaufen, dazu erstanden wir zwei gegrillte Fische, und zum Dessert süßer Klebereis der zu Fladen geformt war. In der Unterkunft aßen wir das, nachdem wir noch in einem Krämerladen Plastikteller und Besteck gekauft hatten. Die Überraschung war perfekt als wir uns über den Fisch hermachten und feststellen mussten, dass die Tiere hier vor dem Grillen nicht ausgenommen werden, und unser PukPuk, das sah ganz anders aus als am Mittag, und es roch ziemlich streng. Es waren auch andere Zutaten drin, diesmal kamen noch 4cm. große Taschenkrebse mit rein, die komplett zerstampft wurden, mit Füßen, Panzer, Zangen und vor allem den Innereien. Daher war die Brühe auch recht braun und der Geruch pendelte sich irgendwo zwischen Katzenpisse und Katzenscheiße ein. Dafür war es geschmacklich einwandfrei, und durch eine Extraportion roter Chilis superscharf. Nach diesem üppigen Mahl tranken wir noch zwei Bier und lagen danach hin.

 
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13. Tag
 
24.12.09                   von Khong Chiam nach Nang Rong
 

Schöne Weihnachten, unser Heilig Abend begann mit packen und abfahren. Ab nun Richtung Westen Bangkok und Pattaya entgegen. Durch eine kurzfristige Umdisponierung der Route wollten wir heut nicht Buri Ram sondern das 50 Kilometer weiter im Süden liegende Nang Rong erreichen, da es dort einen rund 1000 Jahre alten Tempel der Khmer zu sehen gab. Um 8.30 Uhr war an diesem Morgen Abfahrt. Die ersten 100 Kilometer waren überhaupt kein Problem. Die Strecke war ja bekannt, da wir dieselbe Strecke auf der Hinfahrt schon hatten, und nach einem kleinen Verfahrer erreichten wir dann wieder Ubon. Von dort wurde es allerdings hart, es war nur noch eine Landstraße, aber der Verkehr war wie auf einer Autobahn. Und die fuhren hier, so schlimm war es noch nie, wir haben mittlerweile schon viel auf Thailands Straßen erlebt, aber so etwas doch noch nicht. Lastwagen und Busse überholten gleichzeitig auf der rechten und linken Straßenseite. Des öfteren mussten wir scharf abbremsen und über den Standstreifen, falls vorhanden, fahren, und der war noch zusätzlich von zig Mopeds, TukTuks und mobilen Suppenküchen belagert. Es war einfach nur kriminell. Das übelste war, als ein Bus beim Überholen uns auf unserer Seite entgegenkam, der hat einfach 50 Meter vor uns ausgeschert und stand plötzlich vor uns, der zog so ruckartig raus und da die Straße auch noch seitliches Gefälle aufwies, und dem seine Federn wohl auch nicht mehr die besten waren, kam uns der mit so einer Schräglage entgegen, wir sahen ihn schon auf unserem Auto liegen.


Es half nur noch eines, ruckartig abbremsen, sofort zwischen sämtlichen Mopeds und Suppenküchen durch, über den Randstreifen der Straße ausweichen und ganz schnell dran durchfahren. Ich hatte die Kamera in der Hand, aber vor lauter fast in die Hose scheißen war ich nicht in der Lage ein Bild zu machen. Gegen Mittag hielten wir in einem Kaff am Straßenrand an um was zu essen. Was gab es wohl? Richtig, ein plattgedrücktes Huhn und PukPuk. Schön scharf aber ohne Nachgeschmack nach Katzenpisse, also ohne die geschmacksverstärkenden Krebse. Hier saßen wir zwischen Polizisten, Arbeitern und anderen Einheimischen und wurden während dem Essen begafft wie im Zirkus. Mit Sicherheit waren wir hier die ersten Westler die jemals was zu essen bestellten.

Gegen 15.00 Uhr erreichten wir den alten Steinhaufen, der mal eine Kultstätte war. Aber der Abstecher hat sich mal richtig rentiert, das war der schönste Khmer Tempel den wir jemals in Thailand sahen. Vom Prasat Phanom Rung, so hieß das Teil, waren es dann nur noch 30 Kilometer zu unserem heutigen Ziel. Die Fahrtstrecke an diesem Tag betrug 449 km. dementsprechend froh waren wir auch, als wir Nang Rong erreichten. Und nun war es mal wieder soweit, dass wir keinen Stadtplan hatten und auch nur andeutungsweise irgendwelche Wegbeschreibungen, um einen Schlafplatz zu finden. Mit einer Beschreibung wie z.B.“ Südlich der Post am Rand der Felder, oder hinter der Schule in der Nähe des Kanals“ kann man nicht viel anfangen, wenn es hier mindestens 6 Schulen, und hunderte von Feldern gibt.

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Somit standen wir auch mal in der Universität und fanden fast nicht mehr raus. Nach einer Stunde herumirren fanden wir dann ein Resort, das Ähnlichkeit mit einem amerikanischen Motel hatte. Ich weis leider den Namen nicht mehr, aber für 400 Bath bekamen wir hier ein Zimmer im Erdgeschoss. Nach dem Einchecken gleich in ein Restaurant um die Ecke gelaufen und lästerlich scharfes Chickencurry mit Reis gegessen. Hinterher noch was getrunken und dann ins Bett. Morgen lassen wir übrigens ein Ziel aus und fahren direkt Pattaya an, da es nichts Interessantes zu sehen gibt, und wir uns auch auf drei Tage nichtstun freuen.

 
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14.Tag
 
 
25.12.09                                         von Nang Rong nach Pattaya
 
Früh am Morgen abgefahren, da wir heut noch ein kräftiges Stück zu meistern hatten und der Verkehr vom Vortag noch in schlechter Erinnerung war. Daher hofften wir dass morgens noch nicht so viele Psychopathen unterwegs sind. Die Landschaft war auf der letzen Etappe nicht besonders anspruchsvoll, aber die Straßen waren zum Teil recht gut, zwar war immer wieder mal ein Stück kurvig und schlecht ausgebaut, aber im Großen und Ganzen war es o.k.

Um 14.00 Uhr die alte Schlampe, so heißt Pattaya bei den Thais im Volksmund, erreicht. Jetzt kam nur noch das Problem mit dem Unterkunft finden und dem Auto abgeben. Das Hotel hatten wir bereits von Deutschland gebucht, weil hier Hauptsaison herrscht und wir nicht unbedingt in einer Absteige hausen wollten. Die Bleibe wurde sofort gefunden und nach dem Einzug machten wir uns zu Fuß auf den Weg, um die Mietwagenstation ausfindig zu machen. Die war gar nicht weit von der Unterkunft weg, und gut zu erreichen.

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Nur das Tanken machte uns Sorgen, denn das Auto musste vollgetankt abgegeben werden und die nächste Tanke lag ein schönes Stückchen entfernt. Natürlich herrschte in dieser Großstadt das Thai typische Verkehrschaos. Aber auch das wurde gemeistert und so standen wir gegen 14.00 Uhr vor der Mietwagenstation. Beim abgeben gab es keine Probleme, die nahmen die Karre so wie sie war. Unser Fazit der letzten Tage war: Die Kiste ist dreckig wie Sau, hat ein paar Kratzer dazubekommen, 3109 Km. mehr auf dem Tacho und eine vermutete Federbeinbelastung von 30.000 Kilometer. Es ist dann doch immer wieder ein erhebendes Gefühl wenn das Auto ohne Schaden oder Unfall weg ist, und alles gut ging. Darum wurde gleich im Anschluss ein Freudenbier getrunken. Zu diesem Zweck wurde an der Strandpromenade eine Bar aufgesucht. Wir saßen noch nicht mal richtig, da setzen sich schon zwei Schlampen an unseren Tisch. Und so war es hier überall, zwei Männer werden hier regelrecht verfolgt, wenn sie nicht schon in weiblicher Begleitung sind. Und nun muss ich mal etwas über Pattaya ablassen:


 

Wenn irgend jemand, in meinem ganzen Leben mal sagt, er geht nach Pattaya zum Urlaub machen muss ich ihn für geistig umnachtet halten. Das geht hier mal absolut nicht. Für dieses Loch fehlen mir einfach die Worte. Ein 10 Meter breiter Strand, wo die Liegestühle in 4er Reihen stehen, so dass noch max. 1,5 Meter bis zum Wasser übrigbleiben, und das kilometerweise. Im Wasser musst du aufpassen, dass man nicht gleich vom nächsten Jetski überfahren wird. Kein Quadratmeter in dieser Großstadt wo man nicht ein bisschen seine Ruhe hat. Überall Gedränge, laute Musik, Besoffene, Bettler, Straßenverkäufer und vor allem Schlampen die nur das eine wollen. Wirklich jeder zweite Touri hat ein Siam-Kätzchen im Schlepptau, und kommt sich dabei noch soooo toll vor, und wer keins am Start hat, kann keine 5 Minuten irgendwo hinsitzen und was trinken, ohne dass gleich einige von den Schlampen neben dir sitzen. Nicht mal in Ruhe essen kann man ohne dass dich Bettler belästigen oder fliegende Händler dir ihren Scheiß andrehen wollen. Und als Joe dann am Nebentisch hörte, dass sich deutsche Touris beschweren, weil das Dessertbuffet im deutschen Restaurant im Vorjahr reichhaltiger war, da verstand ich die Welt nicht mehr. Fliegen diese Deppen doch tatsächlich 10 Stunden durch die Weltgeschichte um im Essensparadies Thailand Schnitzel und Pommes zu essen, und das mehrere Jahre hintereinander.

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Wenn man sich ein klein wenig mit seinem Urlaubsland befasst hat, weiss man, dass manche Sachen einfach nicht gehen. Aber 95% aller Touristen haben das hier anscheinend nicht nötig……. Ich will mal den typischen deutsch-englisch oder was auch immer-europäischen Touristen beschreiben.

Im Normalfall tritt diese Spezis in der Öffentlichkeit mit zerknitterten kurzen braunen Hosen auf, an den Füssen trägt er irgendwelche Sandalen, in Fachkreisen auch Apostelbereifung genannt, vorzugsweise mit weißen Socken. Und wenn er keine Socken anhat, dann muß der Jahrzehnte lang hergezüchtete Fußpilz, oder der Käserand am Fersen klar erkennbar sein.


Oft watscheln sie auch mit bunten Plastiklatschen durch die Gegend, welche in Deutschland noch zu schlecht für die Altkleidersammlung wären.
Als Oberbekleidung, wenn überhaupt vorhanden, trägt dieses Individuum ein ärmelloses Singha oder Chang-Bier Shirt für 50 Cent vom letzten Marktbesuch, oder sie schleichen mit Billigdrucke von Billabong, Ed Hardy, und Diesel durch die Gegend.
Viele befinden es nicht mal nötig während des Essens im Restaurant etwas über ihre Bierbäuche drüberzuziehen.
Dazu noch eine Gürteltasche um den Ranzen, eine Billigbrille auf der Nase, und obendrauf eine Ferrarimütze. Die ganz Coolen unter ihnen verbreiten Schrecken mit übergroßen Tattoos  und mit durch die Haut getriebenen Metallgestänge, so dass sie aussehen wie bemalte Bauernschränke mit Kleiderhaken.
Das ganze gepaart mit versoffenen Augen, einer Wischmopfrisur, Bierfahne, und im Arm ein zwanzig Jahre jüngeres Siamkätzchen.

Und das Traurigste daran ist, die kapieren noch nicht mal was für einen peinlichen Auftritt sie da abgeben..

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Denen kann ich nur wünschen, dass sich in der Nacht das Kätzchen als umgebauter Kater herausstellt…….

 
Nun ist aber genug, also zurück zum Tagebuch. Nachdem wir am Nachmittag ein Schläfchen auf dem Zimmer gemacht hatten wurde am Abend zum Essen gegangen. Dazu sind wir mit einem TukTuk ins deutsche Viertel gefahren. Nach dem echten Thai Essen der letzten Wochen wollten wir uns den Tourifraß der hier als Thaiessen verkauft wird nicht geben. Dann lieber noch auf das Niveau der gemeinen Pauschaltouristen absteigen, und wie daheim essen. Im „Hirschgarten“ wurde deutsche Hausmannskost gegessen, dabei kamen wir uns zwar ziemlich blöd vor, will sagen wir haben uns regelrecht geschämt. Danach an der Strandpromenade in so eine NoGo Kneipe gesessen und ein paar SangSom getrunken. Heute Nacht war es spät. Erst gegen 2.00 Uhr wurde zu Bett gegangen. Übrigens wurde gleich nach den ersten Stunden in diesem Sündenpfuhl beschlossen, so schnell wie möglich von hier abzureisen, und lieber früher nach Bangkok zu fahren um dort länger zu bleiben.
 
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15.Tag
 
26.12.09                                           Pattaya
 
Immer noch besinnliches Fest auf dem größten Weibermarkt des asiatischen Kontinentes.
Um 11.00 Uhr zum Frühstück zu „Anton“ gefahren. Weil es hier keine Suppenküchen oder Garstände gibt, müssen wir halt auf westliches Frühstück zurückgreifen, noch mal ein Grund um schnellstmöglich abzureisen. Was richtig toll war, wir bekamen seit Wochen endlich mal einen Kaffee der seinen Namen verdient. Dazu ein Strammer Max und als Nachtisch eine Cola.
Als Sitzplatz haben wir uns extra einen Tisch an der Straße rausgesucht, denn Leute zu beobachten ist mittlerweile zu unserem Lieblingshobby mutiert. Und wir wurden nicht enttäuscht. Es war einfach nur genial wie Sextouristen hier mit ihren Siamkätzchen im Schlepptau durchstolzierten, und ihre gemietete „Ware“ präsentierten. Wenn du das siehst schämst du dich mal so wirklich für deine eigene Rasse.

Danach aufs Zimmer zurückgezogen und bis zum Abend geschlafen. Das war das einzig Vernünftige was man in dieser Stadt machen kann.

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Mann muss dazu sagen dass es auch unwahrscheinlich heiß war, und der Strand als Alternative war schon passe, weil das vielgelobte Badeparadies, wie bereits beschrieben, nicht wirklich der Platz zum Relaxen war. Gott sei Dank gehen wir morgen nach Bangkok, darum haben wir gleich ein Taxi für morgen um 10.00 Uhr ans Hotel bestellt. Der Kostenpunkt beträgt 1300 Bath (26 Euro) und dafür, dass der zwei Stunden unterwegs ist und uns bis direkt vors Federal Hotel fährt ist das eigentlich recht billig.
Abends noch mal zu Anton gegangen und vom deutschen Pauschalbuffet für 230 Bath pro Person gegessen. Danach noch mal in so eine Schlampenbar gegangen und bis um halb elf etwas getrunken.
 
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16.Tag
 
 
27.12.09                               von Pattaya nach Bangkok
 

Juhu, heute kommen wir endlich raus aus diesem größenwahnsinnigen ehemaligen Fischerdorf. Daher sind wir heut auch mit richtiger Begeisterung um 8.00 Uhr aus dem Bett gesprungen. Zum Frühstücken wurde im Hotel geblieben, außerhalb hätte es doch nichts besseres gegeben. Hoffentlich kommt das Taxi auch und wir werden nicht versetzt, ansonsten laufen wir lieber nach Bangkok als hier zu bleiben. Aber es hat klasse funktioniert, er war pünktlich, nur die Dame an der Rezeption konnte nicht kapieren warum jemand früher als geplant aus ihrer schönen Stadt abreisen will. Es wurde ihr erklärt, dass das hier überhaupt nichts für uns ist, und sie das Zimmer weitervermieten kann, das Geld das es kostete darf sie gern behalten. Nach nicht ganz zwei Stunden Fahrzeit standen wir vor dem Federal Hotel in Bangkok, welches wir vom letzten Jahr her noch kannten.

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Die Frage war, ob wir hier überhaupt ein Zimmer bekommen weil ja nichts gebucht war. Auf ein neues waren wir vom Glück verfolgt, für 1300 Bath pro Nacht ist die Unterkunftsfrage die nächsten 5 Tage auch geklärt.

Endlich wieder Bangkok, welch ein Segen. Nachdem wir aus dem klimatisierten Auto ausstiegen, wurden wir von der Hitze und Schwüle fast erschlagen. Das Thermometer zeigte 35 Grad, in der Häuserschlucht war eine entsprechende Luftfeuchtigkeit, und keine Aussichten, dass es in den nächsten Tagen angenehmer werden würde. Wenigstens etwas das in Pattaya angenehmer war.
Ja, Ja, Pattaya hat eben doch was gutes.

Nach dem Einchecken saßen wir ins nur 4 Häuser entfernte „Old German Beerhouse“ und haben erst mal ein „Hallo, Bangkok Bier“ zu uns genommen, und im direkten Anschluss ging es ins Cabbages and Condoms zum Abendessen. Ente in Curry mit Reis, endlich wieder normales Thai Essen und kein Touristen-Fraß. Auf dem Rückweg erneut im Beerhouse vorbeigestreift und danach ein paar Stunden an den hoteleigenen Schwimmpfuhl gelegen und relaxt.


Wie üblich am ersten Tag in Bangkok geht es zum essen in den Seafoodmarket. Mit dem Taxi liesen wir uns dorthin fahren. Ein ganzer Tintenfisch, 4 Austern, 1 Red Snapper und als Beilage Reis und Gemüse. 2560 Bath, also ca. 50 Euro, zwar nicht ganz billig, aber im Verhältnis, was man in Deutschland zahlen würde, doch noch ein richtiges Schnäppchen.
Der Fisch war in Knoblauch gedünstet und richtig scharf.
Auf dem Heimweg zum dritten mal an diesem Tag im Beerhouse vorbei gekommen und um 23.00 Uhr waren wir zurück im Hotel.
 
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17. Tag
 
28.12.09                                                                              Stadt der Engel (Bangkok)
 
Heute Morgen um 8.00 Uhr aufgestanden, mal sehen wie der Kaffee im Hotel schmeckt. Aber das blieb bei diesem einen Versuch, so ein ungeniesbares Gebräu brauchen wir morgen nicht mehr. Dazu für den ersten Hunger zwei Scheiben Toastbrot mit Butter gegessen, war zwar umsonst aber ab morgen wird auf dieses Geschenk verzichtet. Es hat sich unsere bekannte Meinung über Hotelfrühstücke auf ein neues bestätigt.
Als Tagesprogramm stand heut eine Königspalastbesichtigung an, da waren wir zwar schon letztes Jahr, aber den kann man problemlos zweimal anschauen, und es war genauso schön wie im Vorjahr. Allerdings waren wir der Meinung, dass es um einiger Grad wärmer war als damals.
Gegen Mittag liefen wir zu Fuß in die Backpackerstraße, also in die Kaosan Road. Das heißt wir haben es versucht, aber in Bangkok sich zurechtfinden ist ein anderes Thema. Darum haben wir einen riesen Umweg gemacht und sind von der gegenüberliegenden Seite in die gesuchte Straße eingebogen. Nach diesem Marsch hatten wir zumindest eine gute Ausrede für zwei Bier, man muss schließlich in so einer Hitze genug trinken und Bier ist ja auch isotonisch wertvoll.

Und in dieser Billigabsteigenansammlung trafen wir sie wieder, die: Plastiksandalenwatschler und Wischmopfrisurenträger, in der rechten Hand  ein bekannter Reiseführer und in der linken eine Wasserflasche vom 7eleven, weil irgend so ein erfahrener Reiseveranstalter daheim sagte, dass es in Bangkok schwer ist an sauberes Wasser zu kommen.


Und wenn sie dann hier sind, schauen sie ganz ungläubig, dass die angeblichen Geheimtips aus ihrem Führer total überlaufen sind, was ja kein Wunder ist, wenn das Ding millionenfach gedruckt wird.
Wir setzten uns in eine Bar und frönten nebenbei unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Leute beobachten und darüber lästern.
Danach über einen Umweg am German Beerhouse vorbei zurück ins Hotel zum Frischmachen. Abends fuhren wir mit dem Taxi nach China Town um was essbares zu ergattern.
Das mit den Taxis in dieser Stadt haben wir jetzt auch rausgefunden, wie das an einfachsten geht. Erst fragen, ob er die gewünschte Strecke fährt, und dann ohne Worte einsteigen, und wenn er den Taxameter nicht einschaltet einfach wieder aussteigen und das nächste anhalten. Und ganz wichtig, niemals ein wartendes Taxi nehmen sondern immer eins aus dem fliesenden Verkehr herauswinken. So kann man hier für ein paar Bath durch die ganze Stadt kurven.
 
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In Chinatown angekommen streiften wir durch die Strassen und hielten nach mobilen Futterstationen Ausschau. Wir entschlossen uns dann für einen Stand wo fast nur Eingeborene saßen, hier aßen wir Glasnudelsuppe mit gebratener Ente und extravaganten Hackfleischbällchen.

Jeder bestellte eine Portion und als wir fertig waren bestellten wir dasselbe gleich noch mal. Es war zwar nicht wenig, aber unser Hunger war einfach größer, weil wir ja den ganzen Tag noch nichts hatten, mit Ausnahme der zwei Scheiben Toastbrot am Morgen. Nachdem unser Magen zu seinem Recht kam, ging es mit dem Taxi zurück in unsere Soi (Seitenstraße), wo die Unterkunft war, und wir setzten uns auf ein neues ins Beerhouse. Dort kam Joe mit einer Bedienung ins Gespräch und als die sagte, sie gehen noch in eine Disco und uns fragten, ob wir mitwollten, war die Entscheidung gleich gefällt, ne Thai-Disco? Warum auch nicht, mal sehen wie die Thais feiern! Um halb zwei war mit einem Taxi Abfahrt, wir zwei und ca. 5 Bedienungen. Fragt mich nicht wo das war, es war nicht besonders weit weg, aber ich wüsste nicht mal die Richtung. Wir waren so nett und bezahlten den Eintritt, der auch gleich ne Flasche Whiskey mit Cola einschloss. Hier verbrachten wir den Rest des Abends. Es waren zwar auch ein paar Westler da aber der größte Teil waren Asiaten, ansonsten unterschied es sich nicht von einer deutschen Disco. Um 4.00 Uhr morgens schloss der Tanzschuppen und darum sind wir auch Heim auf unser Hotelzimmer.


 
 18.Tag
 
29.12.09                                                 immer noch die Engelshauptstadt
 

Der heutige Tag steht eigentlich eher unter dem Stern: Schlafen, poolen, nichts tun und relaxen. Nachdem es in der Nacht ehe spät war, wurde ausgiebig ausgeschlafen, und hinterher zum Schwimmpfuhl im Hotel gewandelt. Unsere Kleidung wurde am Morgen noch dem Etagenportier übergeben damit der das Zeug zum Waschen bringt. Es war auch bitter nötig, denn mittlerweile gehen die sauberen Sachen aus, d.h. was noch übrig ist und nicht in den Müll wanderte. Zum Abendessen ins Cabbages and Condoms gegangen. Als Vorspeise: gegrillte Shrimps am Spieß in Erdnusssauce und danach Schwein in Currypaste, Fisch und Meeresfrüchte im Bananenblatt gebacken und alles äußerst scharf. Kostenpunkt mit Getränke, um die tausend Bath. Danach ins Beerhouse, das ist mittlerweile unsere Stammkneipe, und nun kam der Tageshöhepunkt. Wir gingen nochmals mit den Damen auf Tour. Diesmal wollten wir irgendwohin wo wirklich nur Thais herumspringen. Die Mädels verfrachteten uns in ein Taxi, und ab ging es quer durch Bangkok. Keine Ahnung wo wir waren und wo wir rauskamen, ich würde nicht mal mehr 5 Meter von dem Weg finden.

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Irgendwann standen wir vor einer großen Holzbaracke. Als wir die betraten traf uns schier der Schlag, unweigerlich griff ich zu meinem Geldbeutel, und hoffte, dass ich den noch habe wenn ich hier überhaupt lebend rauskomme. Man stelle sich ein aus Holz gezimmerter Lagerschuppen vor, an der Front war ne Bühne aufgebaut, und dort spielte ne Thai-Band. Davor standen an die 100 Tische an denen jeweils 2-10 Thais saßen. Definitiv waren wir hier drin die zwei einzigen Westler, der Rest bestand aus Asiaten. Innerhalb von 5 Minuten, wie das geschah kann keiner sagen, hatten wir die besten Plätze direkt vor der Bühne. Man muss dazu sagen der Schuppen war genagelt voll. Zum trinken orderten wir einen Hafen Bier, und die Mädels ihre obligatorische Flasche Schnaps. Und jetzt ging es ab in diesem Laden, um uns herum Schwule, Lesben, Bombenleger, und alle anderen Schattierungen von Menschen die dieses Land hervorbringt. Die Band, einfach genial, spielte bekannte Thai Songs und das Publikum tanzte teilweise sogar auf den Tischen. Der Band wurde andauernd Geld auf die Bühne geworfen. Vermutlich war das denen ihre Gage. Das war ein richtiges Erlebnis.


Als die Band fertig gespielt hatte, die Uhrzeit ist nicht mehr genau auszumachen, sind wir zurück zum Hotel und todmüde, aber mit all unseren Habseligkeiten, ins Bett gefallen.
 
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19.Tag
 
30.12.09                                                            in Thailands Hauptstadt
 
Erneut lang geschlafen, nach dem aufstehen waren unsere Klamotten auch schon aufs Zimmer gebracht, etwas über 100 Bath für beide kompletten Kofferinhalte. Danach mit dem Taxi in die alte Innenstadt zur Riesenschaukel gefahren. Das ist ein 20 Meter hohes Holzgerüst an dem sich früher, zu besonderen Tagen, Thais teilweise zu Tode schaukelten (wenn sie runter fielen, was nicht so selten vorkam). Anfang des letzten Jahrhunderts wurde das blutige Spektakel allerdings vom König verboten. Drum ist es auch nur ein Nachbau der alten Schaukel. Danach den danebenliegenden königlichen Wat Suthan besichtigt, hier ruht die Asche des 1946 mit einem Kopfschuss tot aufgefunden Bruders des heutigen Königs.         Nun muss ich mal was zum Regenten schreiben:

Die Thais verehren ihren König über alles, und Majestätsbeleidigung ist kein Kavaliersdelikt.

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Erst vor zwei Jahren, wenn man der Zeitung trauen soll, gab es Misshandlungen und Anzeigen, weil im Kino nicht alle aufgestanden sind als die Königshymne abgespielt wurde. Ebenso handelt sich ein Ausländer schnell Prügel ein, wenn er nur ein falsches Wort über die königliche Familie sagt. Man wird sich auch wundern wenn man das erste mal in Thailand ist, dass überall im Land die gelbe Farbe dominiert, und es keine 100 Meter gibt wo nicht irgendein gelbes Fähnchen aufgestellt ist. Gelb ist die Farbe des Königs, das resultiert aus dem Wochentag der Geburt.


König Gummiboot, äh, Verzeihung, Bhumipohl ist nämlich an einem Montag geboren und Gelb ist die Farbe des Montags.

So gesehen hatte er eigentlich richtig Glück, dass er nicht am Dienstag auf die Welt kam, dort ist es nämlich Rosa J
Schade dass ich auch am Montag und nicht am Freitag auf die Welt kam, da wäre es Blau, das ist doch die ideale Ausrede für den Zustand nach durchzechten Nächten. L

Jetzt bin ich aber abgeschweift, eigentlich sind wir grad im königlichen Tempel. Der war sehr schön, wir leiden zwar schon wieder unter akutem „Übertempel“ aber der war die 20 Bath Spende wert. Danach sind wir nach Chinatown gefahren, denn wir wollten erneut zum Suppendealer des gestrigen Abends. Man stelle sich unser Erstaunen vor als wir davor standen und nichts fanden, denn da wo gestern noch die Tische und Stühle standen, rollte heute Mittag der Straßenverkehr. Aber da Hunger und Durst schlimmer als Heimweh sind, machten wir uns in den schmalen und verwinkelten Gassen des Chinesenviertels auf die Suche. Nebenbei wurde in den nächsten Stunden auch erneut der Wat Trimitri angeschaut, und als der Hunger akut war, beschlossen wir ins Siam Center zu fahren.

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Eines der größten Kaufhäuser in Bangkok, wo es im 6ten Stock auch sehr gute Essensmöglichkeiten gibt.

Der Taxifahrer lies uns am Siam Plazza aussteigen, direkt vor dem Hard Rock Cafe Bangkok, und wenn wir schon mal da sind, dann bleiben wir gleich hier, also das Essen noch mal nach hinten geschoben und dafür zwei Bier im Hard Rock Cafe reingestellt. Danach endlich in Sichtweite von den Futterständen im Siam Square gekommen, mein Magen hing mittlerweile in den Kniekehlen, und was kam nun? Joachim musste in sämtlichen auf dem Weg liegenden Klamottenläden einkehren und shoppen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich war, als er endlich eine Hose gefunden hatte. Als wir im sechsten Stockwerk ankamen fühlten wir uns wie im Paradies, überall Restaurants und eines schöner als das andere. Wir entschieden uns für ein Japanisch angehauchtes. Hier bestellten wir Thai-Ice-Tea, der war zwar lecker aber irre süß. Dazu irgendwelches undefinierbare Thaifood, was auch immer es war, es schmeckte! Auf dem Rückweg zum Federal wurde ausnahmsweise mal in ein anderes Pub gesessen, etwas Abwechslung ist auch mal nett. Zwischen Hotel und Beerhouse hatte ein Australier eine Kneipe, die war auch super, hier nahmen wir unseren abendlichen Absacker ein. Danach zurück ins Hotel um sich frisch zu machen, und anschließend in die Soi Cowboy gefahren. Also ins Party- und Rotlichtviertel, hier waren wir im letzten Jahr schon mal, und um ein Bier zu trinken, tut es das gleich. Nach zwei Bier, nebenbei wieder mal über die Sextouries gelästert, ging es zurück in unsere Soi, eigentlich wollten wir Heim, aber wie ein Magnet zog es uns beim durchlaufen ins Beerhouse. Also doch noch schnell eins schnappen und um 24.00 Uhr waren wir dann endlich im Bett.
 
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20.Tag
 
31.12.09   Silvester in Grungthep Phra Maha Nakhon Amon Rat   
                 Dta Nakosin Mahintara Ayutthay Maha Dtilok……….
                 Engelshaupstadt heilige höchste Stadt……(Bangkok)
 
 
 
Heute ist Silvester, und das wird zur Abwechslung mal in Bangkok gefeiert, übrigens der oben genannte offizielle Name Bangkoks besteht aus 39 weiteren Worten, damit hat Bangkok den längsten Stadtnamen, aber ich dachte das reicht, es kann sowieso kein einziger noch so gebildeter Thai den Namen seiner Hauptstadt fehlerfrei aufsagen, daher denke ich, reicht als Beispiel der Anfang dieses Zungenbrechers.
Heute haben wir so richtig ausgiebig geschlafen und kamen drum erst um 11.00 Uhr so richtig auf Touren. Die erste Amtshandlung war ins Cabbages and Condoms zu gehen und ein Mittagessen, oder soll ich es Frühstück nennen, zu uns zu nehmen.

Frittierte Garnelen mit Thaisalat und Hähnchenstücken, 831 Bath für beide zusammen. Als wir satt waren, zurück ins Hotel und ab dort mit dem Taxi ins Hard Rock Cafe. Danach Shopping im Siam Center.

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Joe fand ein Shirt und was wichtig war, neue Schuhe, da die mitgebrachten sich als Brutstätte für Blasen an den Zehen entwickelt hatten. Danach zurück zum Australier, das erste mal in Bangkok hatten wir Probleme, ein Taxi zu bekommen wir mussten ewig laufen bis wir ein Fahrzeug fanden, aber das kam daher, dass die Dinger hier an der Hauptstraße nicht anhalten durften, und wir darum erst in eine Seitenstraße ausweichen mussten, wo wir eines stoppen konnten. Zum Mittagsbier war heut zur Abwechslung der Australier dran. Gegen 20.00 Uhr mit dem Taxi in den Seafood Market zum Silvesteressen gefahren. Heute Abend schauen wir mal nicht aufs Geld und lassen es uns gut gehen.

Das waren dann auch stolze Ausgaben, 5700 Bath also umgerechnet ca, 110 Euro. Dafür bekamen wir aber was geboten. Als Vorspeise Sushi, danach ein ganzer Heilbutt mit Gemüse in Austernsosse mit Venusmuscheln und als Krönung, ein kompletter 1,5 Kg. schwerer Hummer, der gegrillt war.


Nach dem Luxusmahl mit dem Skytrain, also der Hochbahn, zum Central World Plazza gefahren, denn hier sollte ne riesige Party mit ca. 200.000 Menschen stattfinden. Die fand auch statt, aber ohne uns, denn als wir dort ankamen war das nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Es war unerträglich schwül und heiß, die Thais sind vor einer riesigen Bühne auf dem Boden gesessen und haben dem Programm gelauscht, und zu trinken gab es auch nur Dosenbier von zwielichtigen Strassendealern.

Darum sind wir um halb elf zurück zum Skytrain und mit dem in Richtung Hotel gefahren. Wir begaben uns zum Australier, dort war es dank Klimaanlage angenehm kühl, eine Liveband spielte und die Stimmung war ausgelassen. Hier feierten wir ins neue Jahr, und kamen mit einem anderen Deutschen ins Gespräch, der sich als Koch schon 12 Jahre in dieser Ecke herumtreibt. Der versorgte uns mit Infos über Kambodscha, worüber wir recht glücklich waren. Um 2.00 Uhr wollten wir dann Heim, aber uns zog es zu einem allerletzten Drink in eine Kneipe, die grad mal 20 Meter von Hotel entfernt lag.

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Wie sich herausstellte war das ein Fehler, denn wir sind einmal öfters in einer Schlampenbar gelandet. Das Getränk war noch nicht mal eingeschenkt, da hatten wir schon zwei Liebesdienerinnen am Hals hängen. Hier waren wir eindeutig falsch also SOFORT austrinken und ins Bett. Und zwar ALLEIN.
 
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21.Tag
 
01.01.10               von Bangkok nach Siem Reap (Kambodscha)
 
Über den heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten, um 8.00 Uhr raus, dann zusammengepackt, und um 12.00 Uhr mit dem Taxi für 400 Bath zum Flugplatz.
Nach dem Koffer aufgeben was gegessen und um 14.30 Uhr in den Flieger von Bangkok Airways eingestiegen.

Ab jetzt ging wieder mal diese Visa Kacke los, erst mal drei Zettel ausfüllen. Visa, Einreiseantrag und Zollbestätigung, dass wir nichts Illegales dabei haben. Als der Vogel um 15.10 Uhr pünktlich startete wurde noch mal so ein Wisch verteilt, diesmal war es eine Gesundheitsbestätigung, wo wir beglaubigen mussten, dass wir weder Husten, Tuberkulose oder die Scheißerei, usw. haben. Nach genau einer Stunde wurde in Siem Reap gelandet. Das war noch so ein richtiger „Dritte Welt-Flugplatz“. Ausgestiegen wurde auf der Landebahn und auf einen Zubringerbus zum Flughafengebäude konnte man lange warten. Hier musste man noch zu Fuß über die Landebahn und einen Grünstreifen zum Gebäude laufen. Und das Gebäude selbst, das hatte eine gewisse Ähnlichkeit zwischen einer größeren Holzbaracke und einer Markthalle.

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Vor dem Eingang thronte ein Polizist, der allen Passagieren das Gesundheitszeugnis abnahm und erst danach durfte man den eigentlichen „Ankunftsterminal“ betreten. Als wir diese Hürde gemeistert hatten und drin waren, wurden erst mal die Pässe und die 20 Dollar Visa Gebühren eingesammelt. Und dann hieß es warten. Wie eine Schafherde standen die ganzen Passagiere vor einem 10 Meter langen Schalter hinter dem 6 Beamte saßen. Und nun kommt Arbeitsteilung auf Kambodschanisch, der erste in der Reihe kassierte das Geld, der zweite klebte ein Visa in den Pass, der dritte stempelte es ab, der vierte stempelte nochmals, der fünfte durfte erneut stempeln, und der sechste? Der unterschrieb die ganzen Stempel. Am Ende des Tresens wurde dann jeder Fluggast einzeln beim Namen aufgerufen, das war wie in der Schule, und er bekam seinen Pass zurück.

Mit dem Pass ging es nun zur offiziellen Einreisekontrolle, hier kamen erneut drei Stempel und eine Unterschrift rein, zusätzlich wurde der Einreise-Ausreiseantrag noch mit eingeklammert. Jetzt durften wir unsere Koffer abholen und danach ging es durch den Zoll, welcher unsere Zollbestätigung einsammelte. Somit war der halbe Pass verklebt und verstempelt und 12 Kambodschaner haben eine Arbeitsstelle. Das nenn ich effiziente Arbeitslosenbekämpfung.


Nachdem wir diesen bürokratischen Hürdenlauf hinter uns, und den Terminal verlassen hatten dachten wir schon, dass es nun wie immer ist, dass sämtliche Taxifahrer von Siem Reap wie die Aasgeier über uns herfallen. Aber da waren wir falsch gewickelt, das hätte ich nicht erwartet, an einem zentralen Schalter wurden 7 Dollar bezahlt und dann durfte man mit der Quittung in das erste wartende Taxi einsteigen. Das ging Asienuntypisch richtig gesittet zu, ohne Geschrei, Nepp und Feilschen. Nach 6 Km. Fahrt gelangten wir in die Innenstadt und das erste Hotel, welches wir uns anschauten war nicht unser Geschmack, denn es lag direkt an einer Schotterstraße und entsprechend staubig war die Umgebung, außerdem war es uns zu weit vom Zentrum entfernt. Unser Taxifahrer konnte uns ein anderes empfehlen, ich denke der bekommt mit Sicherheit auch Geld dafür, dass er Gäste anbringt, aber wenn die Absteige o.k. ist dann ist mir das egal. Darum fuhr er uns zu diesem Hotel, leider war es voll, aber schräg gegenüber war auch eines und das hatte für 20 $ die Nacht noch einen Raum feil.
Der Name der Pension lautete Angkor Voyage Villa und ich muss sagen es machte einen recht ordentlichen Eindruck.

Da uns der Taxiero recht sympathisch war haben wir mit dem gleich einen Deal ausgehandelt, er bekommt 30 $ und wir mieten ihn morgen für den ganzen Tag.

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Nach dem Beziehen des Zimmers in die Bar-Street gelaufen und unser erstes kambodschanisches Bier getrunken, und gleich nach einer Stunde unseren ersten aber gewiss nicht letzten Stromausfall erlebt. Für fünf Minuten war der komplette Straßenzug dunkel. Einfach geil dieses Land, wie Thailand vor 25 Jahren. Danach heim zum duschen und hinterher zum Abendessen zurück in Richtung Bar Street gegangen. Vorhin beim Bier haben wir mal auf die Speisekarte geschaut, alle Gerichte zwischen 4 und 7 Dollar, da dachten wir schon jetzt ist es vorbei mit dem billigen Essen. Nun aber, fanden wir unterwegs zig kleine Garküchen und Grillstände, die erst gegen Abend aufgebaut werden und die hatten das gewohnt leckere, billige asiatische Essen. Für maximal 1,5 Dollar bekam man das leckerste Zeug nur so nachgeworfen, das war im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für uns. Für etwas über 5 $ tranken wir zwei Bier, aßen zwei Portionen Reis mit gegrillter Ananas, das ganze garniert mit Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Shrimps.


Als Dessert erneut zwei Bier in der Bar vom Nachmittag. Als Snack dazu gab es etwas für uns ganz neues, die liefen immer wieder durch und verteilten auf den Tischen kleine Schalen mit warmer frittierter Hähnchenhaut, na ja, andere Länder, andre Sitten. Um halb elf wurde abgebrochen und zum schlafen zurück zur Pension gelaufen.

 
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22.Tag
 
02.01.10                                 Siem Reap und die Tempel von Angkor
 

Um 7.00 Uhr ist an diesem Morgen der Wecker runter gegangen, nach dem Aufstehen sind wir zu einem Supermarkt um die Ecke gelaufen, aber kein 7eleven, schade aber die Kette hat es noch nicht bis hierher geschafft, daher müssen wir ab nun mit einfacheren Läden vorlieb nehmen. Zu unserem Ärger hatten die auch keinen Birdy Eiskaffee in diesem sonst so schönen Land. Als Alternative gab es einen von Nescafe. Nach diesem Kreislaufbeschleuniger befanden wir uns für Fit genug ein Frühstück einzunehmen. Dazu setzten wir uns in ein Restaurant neben unserem Hotel und verzehrten Rührei und Baguette, das ist noch so ein Überbleibsel aus der französischen Kolonialzeit, und wird jeden Morgen frisch gebacken überall angeboten. Eigentlich wollten wir Khmer-Style frühstücken, aber das bot hier leider keiner an. Um 8.00 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt, um zur Besichtigungstour aufzubrechen. Als erstes wurde Angkor Thom in Augenschein genommen, das ist noch mal was anderes als die Steinhaufen die wir schon in Thailand gesehen hatten, die Dimensionen waren einfach unglaublich riesig. Danach ging es zum Tempel Ta Phrom, dem Waldtempel. Der war richtig genial, der ist noch vom Urwald umschlungen und riesige Bäume haben mit ihren Wurzeln die Mauern umwuchert. Manchmal wusste man nicht mehr was Mauerwerk und was Wurzel ist. Es entstand der Eindruck dass die Wurzeln gleichzeitig das Mauerwerk sprengen aber auch zusammenhalten. Hinterher sind wir mit unserem Kutscher was trinken gegangen, als wir uns mit ihm unterhielten, kam das Gespräch auf das Abendesssen und wir unterbreiteten ihm den Vorschlag, wir laden ihn ein aber er muss uns holen und zu einem einheimischen Restaurant fahren, wo keine Touristen verkehren, und wir wollen was nicht alltägliches zu essen bekommen. Ich weiß nicht mehr genau, wie wir draufkamen, aber so ein Schlängchen wäre doch was!


Darauf schlug er uns eine Kobra vor, nach einem Telefonat mit einem Bekannten von ihm, der eine auf Lager haben könnte war alles klar. Heute gibt es Schlange. Nachdem das geklärt war fuhren wir weiter zum bekanntesten Tempel in Kambodscha, zu Angkor Wat. Das ist übrigens auch der, welcher auf der kambodschanischen Flagge abgebildet ist.

In seiner Größe ist er weltweit unerreicht und jede noch so kleine Ecke war mit Steinmetzarbeiten oder Stuck verziert. Wo man hinsah gab es Ornamente, Reliefs und Muster.
Danach wollten wir noch weiter zum Phnom Bakheng, der liegt auf einem Hügel und man soll zum Sonnenuntergang Ankor Wat und das umliegende Land toll sehen.

Nach 10 Minuten Aufstieg waren wir oben angekommen, aber das war überhaupt nicht der Renner, viele Touristen, eine brütende Hitze und noch über eine Stunde warten bis zum Sonnenuntergang. Also wurde beschlossen das Spektakel abzubrechen und sofort den Abstieg in Angriff zu nehmen. Das war die einzig richtige Entscheidung, denn was uns da an Touristen entgegen kam war schon nicht mehr feierlich. Ich weiß gar nicht wie die alle da oben Platz finden wollen. Und ganz übel, fast alles waren Schlitzaugen, wie Chinesen, Japaner oder Koreaner, also genau diese mir persönlich unangenehmen Sippschaften die überall ein riesen Geschrei verursachen und ihren Kopf vor jede Kamera strecken müssen, da sie unbedingt ein Bild von ihnen und einem alten Steinhaufen oder einem Straßenschild im Hintergrund mit heimbringen müssen.

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Auf jeden Fall zurück zur Unterkunft und auf dem Rückweg noch 2 Tickets für das morgige Speedboot nach Phnom Penh gekauft. 36 $ pro Person, und Abfahrt Morgen früh um 7.00 Uhr, was gar nicht schlecht ist, wir werden vom Bus am Hotel abgeholt und brauchen nicht extra ein Taxi zu nehmen.

Punkt 19.00 Uhr kam unser Fahrer und holte uns zum Essen ab. Die Hinfahrt zu diesem “Restaurant“ war recht abenteuerlich, durch Nebenstraßen und Schotterwege ging es durch Siem Reap bis wir auf einem großen Hof im „Industriegebiet“ anlangten. Er hatte recht, überhaupt keine Touristen weit und breit, und für Spezialgäste gab es einen separaten Sitzplatz im Freien, ähnlich wie bei uns ein Pavillon. Hier ließen wir uns nieder.

Und der hatte tatsächlich eine Kobra am Start. Das Kilo, denn so wird die Schlange abgerechnet, kostet 65 $, der Preis ist daher so hoch, weil das auch hier eine absolute Spezialität ist, welche nicht gezüchtet, sondern von den Bauern auf den Reisfeldern unter Gefahr gefangen wird. Ich will nun mal die technischen Daten unserer Schlange aufzählen:


- ca. 2 Jahre alt
- etwas über 2 Meter lang
- 2.4 Kg. Lebendgewicht,
- hochgiftig und 150 $ teuer
und relativ wütend.

So zumindest kam es uns vor, als wir sie noch lebend in ihrem Netz, wo sie eingesperrt war, fotografierten. Nachdem das Reptil gewogen war durften wir draußen Platz nehmen, das Schlachten hätten wir auch fotografieren können, aber darauf verzichteten wir dann. Sofort wurde uns als erstes Bier gebracht und nach ein paar Minuten kam eine Plastikflasche welche halb voll mit Schlangenblut war, diese wurde mit Reiswein gemischt und als Appetitanreger in kleinen Gläschen getrunken. Zum Reiswein muss man sagen, das ist eher ein Schnaps der in großen Bottichen gelagert wird und darin schwimmen zum Würzen auch diverse Tierteile und Kräuter. Das Gemisch schmeckte eigentlich nach gar nichts, wie ein salzig-süßliche abgestandener Wein.

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Jetzt dauerte es eine weitere Stunde bis unser Hauptgericht aufgetischt wurde, in der Zeit redeten wir über alles mögliche und ein Beer-Girl versorgte uns regelmäßig mit Nachschub, unser Fahrer trank sein Bier ganz Khmer-typisch immer mit Eiswürfel, und zwar mit soviel von dem gefrorenen Zeug dass sein Bier fast durchsichtig war, dieser Unsitte schlossen wir uns natürlich nicht an. Diese Beer-Girls sind in den Restaurants von der Brauerei angestellt und machen eigentlich nichts anderes wie den Gast regelmäßig mit Bier zu versorgen und man erkennt sie an der entsprechenden Kleidung, welche ihre Biermarke bzw. ihren Arbeitgeber repräsentiert. Unsere trug Angkor Kleidung, also war sie bei der Brauerei angestellt und verkaufte daher dieses Bier. Wie gesagt, nach ca. einer Stunde wurde ein Campingkocher auf den Tisch gestellt und danach kam ein Suppentopf, in dem in einer Reissuppe das nun nicht mehr beißwütige Tierchen schwamm. Wir wussten ja nicht wie so eine Schlange zubereitet wird und waren daher doch verwundert, dass das so einfach geht Eigentlich kam nur der Kopf ab, der Rest wurde in 10 cm lange Stücke gehackt und das ganze in der Suppe gekocht. Gegessen wurden die Stücke wie Hähnchen, also abgenagt, inkl. Haut welche eine Ähnlichkeit mit Eisbein hatte. Der Rest schmeckte wie Hühnchen, die Eier wie Eier, die Leber wie Leber usw. Gegessen wurde eigentlich alles bis auf die Knochen. Aber es war eine unwahrscheinliche Sauerei, des Fett und die Suppe lief einem die Arme hinunter und beim Haut abbeißen, schnepperte immer wieder mal ein Stück zurück, so dass die Suppe in alle Richtungen spritze. Auf jeden Fall kenn ich nun die Anatomie einer Schlange ganz genau. Wir schafften fast das ganze Tier, aber zum Schluss blieben doch noch einige Stücke übrig, welche einfach nicht mehr in unsere Mägen passen wollten. Kurz nach 22.00 Uhr war dieses interessante Mahl zu Ende. Mit Getränken kostete alles zusammen 162 Dollar.


Wir wurden zum Hotel zurückgefahren und wuschen uns die Hände und Arme. Hinterher haben wir noch etwas in einer Bar getrunken, und gegen 24.00 Uhr waren wir im Bett…
  
 
23.Tag
 
03.01.10                   von Siem Reap nach Phnom Penh
 
Heute Morgen um 5.00 Uhr aufgestanden, denn der Bus sollte uns um 6.30 Uhr abholen, und wir wollten vorher noch duschen. Und schon holte uns der erste Tagesschock ein, kein Strom.

Joe wunderte sich schon in der Nacht, warum ich die Klima abgeschaltet hab, aber es war mal wieder Stromausfall, und das heißt auch, ohne Strom kein Wasser, weil das mit Elektropumpen gefördert wird. Das wars dann mit dem Duschen am Morgen, und mit dem Waschen und mit dem Toilettengang. Was uns aber am meisten zu schaffen machte war in der Dunkelheit mit nur einer Taschenlampe zusammenpacken und dabei nichts in einem dunklen Eck zu übersehen. Das Bezahlen wurde auch mittels Taschenlampe vollbracht, anscheinend ist das hier normal, denn von den Angestellten störte das niemand sonderlich.

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Das nächste Übel kam schneller auf uns zu als erhofft, denn der vermeintliche Bus welcher uns holen sollte stellte sich als dreirädriges TukTuk heraus, und da noch jemand von unserem Hotel zum Bootsanleger musste waren wir zu dritt, mit drei Koffer und zwei Rucksäcken. In so ein Ding passen eigentlich zum bequem Sitzen nur zwei Personen rein, aber der schaffte es, uns alle mit dem ganzen Gepäck unterzubringen. Entsprechend eng war es dann auch. Nach 30 Minuten Fahrt auf mehr oder minderen Straßen erreichten wir das Pier. Und nun das Schiff: Speedboot, oh Herr im Himmel !!! Joe meinte so ein Teil bekommt in Deutschland nicht mal im Neuzustand TÜV, und dieses war gute 30 Jahre alt. Man stelle sich vor, ein langer schmaler Rumpf, mit einem 2 Meter hohen halbrunden Aufbau, welcher nur ein paar Bullaugen hatte, und rundherum ging ein 40 cm. breiter Umlauf ohne Reling oder sonstiger Sicherung. Darin waren 80 Sitze und 20 Notsitze untergebracht. Zur geplanten Abfahrt um 7.00 Uhr waren unten alle Plätze besetzt, aber das Boot machte keinerlei Anstalten abzulegen, im Gegenteil, immer mehr Menschen strömten auf dieses rostige, altersschwache Gefährt zu. Die wurden dann aufs Dach, auf den Bug, und auf den ungesicherten Umlauf verfrachtet. Schwimmwesten, Rettungsringe oder geschweige denn ein Rettungsboot gab es natürlich auch nicht, für was auch, das würde ja wohl doch nur Platz und Ladungskapazität wegnehmen. So legten wir um 7.45 Uhr mit der doppelten als der zulässigen Zahl an Passagieren ab. Die erst Hälfte der Fahrt ging über den Tonle Sap, Südostasiens größter Süßwassersee, wenn der Göppel hier absäuft dann haben wir mal ein richtiges Problem, denn weit und breit war nur noch Wasser zu sehen. Aber er hielt tapfer durch. Mit bis zu 60 Stundenkilometer brauste das Schiff auf dem Wasser dahin. Mittlerweile färbten sich die oben sitzenden Gäste auch langsam in ein ungesundes Rot, denn die Sonne brannte unverdrossen runter, und offensichtlich hatte nicht jeder von denen eine Sonnencreme dabei.


Auf der zweiten Teilstrecke der 256 Km. langen Fahrt wurde es dann interessanter. Wir bogen vom See in den Fluss ab, und jetzt gab es viel zu sehen. Schwimmende Dörfer, Fischer, Reisbauern, und eine schöne Landschaft, eigentlich das ganze kambodschanische Leben.

Nun haben wir uns auch an Deck begeben und sind an den 40 cm. breiten Bootsrand gestanden. Das hatte auch den Vorteil, wenn dieser Schrottpott absäuft, dann haben wir nämlich eine minimale Überlebenschance das Ufer zu erreichen, denn unten bei den Sitzplätzen gibt es nur einen Ausgang für alle 100 Menschen und der ist vorne, aber wir saßen ja in der zweitletzen Reihe. Undenkbar, dass wir da schnell genug draußen gewesen wären. Das mit den absaufen ist ernst gemeint, nach etwas Suchen im Internet fand ich raus dass in den letzten 4 Jahren 3 von diesen Schrottkübel am Grund des Tonle Sap auf Reede liegen, und jedes Mal gab es dabei Todesfälle zu beklagen.

Bei der Ankunft am Pier in Phnom Penh warteten natürlich wieder die obligatorischen Schlepper, TukTuk Fahrer, Taxieros und Kofferträger, die uns lauthals bedrängten und nervten. Wir reagierten gar nicht auf sie, schnappten unsere Koffer und wie bei einem Spiesrutenlauf schüttelten wir sie ab, indem wir uns ins erstbeste Restaurant flüchteten und was zu trinken bestellten.

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Nachdem sich diese Touristenabsahner verdünnisiert hatten, trauten wir uns zurück auf die Straße und nahmen uns für einen Dollar ein TukTuk, damit sind wir zum Paragon Hotel gefahren. Die hatten für uns ein Zimmer im ersten Stock für 23 Dollar die Nacht frei. Das Hotel war recht annehmbar, allerdings hatte das Zimmer kein Fenster, und es gab nur einen Etagenbalkon, wobei uns das nicht weiter störte. Das Zimmer wurde gleich für die nächsten beiden Nächte genommen.

Die Straße entlang lag ein Restaurant dahin schlenderten wir im Anschluss und genehmigten uns Reis mit Huhn in Curry. Auf  kambodschanisch heißt das LocLak, ist zwar lecker aber da die Kambodschaner nicht so scharf essen wie die Thais, schmeckte das alle viel zu fad, und es gab auch kein rotes Chilipulver auf den Tischen zum Nachwürzen. Als Dessert gab es noch ein Anchor Bier und dazu wurden als Snack in Scheiben geschnittene und frittierte Knoblauchzehen gereicht. Hinterher heim zum Duschen und im Anschluss wieder einmal Stilbruch betrieben und zu Happy Herbs Pizza gelaufen, das war ein Tipp von meinem Arbeitskollegen und ich muss sagen, mindestens die Hälfte aller selbsternannten italienischen Pizzabäcker hätten mal eine Lehrzeit in Kambodscha notwendig, um eine gute Pizza zu backen, denn die war richtig lecker.


Zum Tagesausklang noch mal in einer Bier Bar vorbei und einen Absacker zu uns genommen, und um 22.30 Uhr sind wir zu Bett.
Was in Phnom Penh nervt sind die vielen Bettler und Kinder die dir alles mögliche und unmögliche verkaufen wollen, so gesehen will dir eigentlich jeder was verkaufen, ganz schlimm sind die Moto und TukTuk Fahrer. Das läuft dann in etwa so ab:
 
„TukTuk, Moto?“
„No“  
“Women, Girl, Khmer, Thai, Vietnamesen?” 
“No”
“Marihuana?”
“No”
“Opium?”
“ No”
 

Nach diesem kurzen Wortwechsel bist du im Normalfall an ihm vorbeigelaufen, stehst aber schon vor dem nächsten der dir dasselbe andrehen möchte. Was mir in diesem Land auch noch zu schaffen macht ist die Währung.

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Mit dem Kambodschanischen Riel kann ich mich noch nicht richtig anfreunden. Die kleinste Einheit ist der 100 Riel Schein und der ist

1.5 Cent, in Worten, anderthalb Cent wert. Somit ist die inoffizielle Währung der amerikanische Dollar, der wird auch von Behörden, Ämtern, usw. verlangt, und kommt aus den Geldautomaten. Und die inoffizielle Zweitwährung ist der thailändische Bath. Das heißt wenn du Rückgeld bekommst, was unter einem Dollar ist, erhältst du Riel, bei größeren Mengen können dann aber auch noch Bath und-oder US Dollar dazukommen. Somit kann es immer wieder passieren, dass du das Restgeld in einer Mischung aus allen drei Währungen bekommst, und dann zusammenrechnen ob es passt, ist schier fast unmöglich.
 
 
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24.Tag
 
04.01.10                                  Phnom Penh und Umgebung
 
Nach dem Aufstehen war unsere erste Handlung an diesem Morgen zurück Richtung Pier zu laufen und eine Busfahrkarte für Morgen nach Sihanoukville zu besorgen. Das war eigentlich ganz easy, für 5 Dollar im klimatisierten Bus an die Küste, das sind noch Preise! Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen Abfahrtszeiten und verschiedenen Busunternehmen. Da das alles Privatunternehmen sind, nahmen wir den 9.00 Uhr Bus von Phnom Pen Soraya, von dem hatten wir gutes gehört. Die Abholung war wieder im Preis inbegriffen, und es sollte erneut ein Bus sein, mal sehen was da Morgen ankommt, vielleicht holen sie uns diesmal mit dem Fahrrad ab?

Zum Frühstück saßen wir hinterher in eine Bar und bestellten einen Kaffee. Endlich mal einer der nicht nur dem Namen nach Kaffee war. Später nahmen wir noch einen Fruchtshake zu uns und so gestärkt versuchten wir ein TukTuk für eine Besichtigungstour zu organisieren. Unter anderem wollten wir auch die Killing Fields, welche 15 Km. außerhalb der Hauptstadt lagen ansehen, und darum verlangte der erste gleich mal 15 Dollar. Das war doch schon unverschämt, wir konterten mit 3$, das fand dann er unverschämt.

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Beim zweiten Fahrer war es dasselbe Ergebnis. Mit einem dritten wurden wir nach etwas Verhandeln einig, für 9 Dollar fuhr er raus, wartete und fuhr uns zurück in die Stadt, dort sollte er uns zum S21 Völkermordmuseum bringen, erneut warten und uns danach zurück zum Hotel kutschieren.

Das hat soweit auch gepasst, die Killing Fields waren ein Exekutionsplatz der Roten Khmer wo viele Massengräber ausgehoben waren und man konnte einen Turm, der mit Totenschädel und Gebeine der Ermordeten des Regimes gefüllt war sehen. Das Museum war eine ehemalige Schule, die dann zum berüchtigten Folterlager S21 umgebaut wurde. Wir sahen die Zellen und Foltermethoden und tausende von Fotos der Ermordeten. Das übelste für uns an diesem Tag war die TukTuk Fahrt. Ich dachte immer, in Bombay ist es katastrophal, doch Bangkok hat das noch um Welten übertroffen, aber hier, in Phnom Penh, das setzte noch einen drauf, schlimmer geht es wirklich nicht mehr, die haben hier weder vor einer Ampel noch vor einem LKW Respekt. Und Verkehrspolizisten, die werden einfach nur noch ignoriert, da können die soviel Pfeifen und Schreien wie sie wollen, sie werden einfach als Luft betrachtet.


Hier trifft der Spruch „Henker am Lenker“ wirklich zu. Als wir im Hotel zurück waren haben wir erst mal ein „Hallo, wir leben noch“ Bier getrunken. Nach dem Duschen sind wir zum Abendessen gegangen. Unser Wunsch, nach einer Suppenküche, war gar nicht so einfach zu befriedigen, denn es gab in unserem Stadtteil zwar viele Hotels aber die mobilen Essendealer, die waren alle etwas mehr Richtung Innenstadt. Also eine Seitenstraße genommen und über einen Markt, wo es auch nichts gab, immer Richtung Zentrum gelaufen.
Nach einer Weile stießen wir auf einen Chinesen, welcher die begehrten Nahrungsmittel zubereitete. Wir wussten zuerst auch nicht was wir bestellten, denn der sprach nur Khmer und wir natürlich nicht, Soup war das einzige das wir verstanden, aber egal, wir bestellten und ließen uns Überraschen was wir vorgetischt bekommen. Nudelsuppe mit Beef (vermutlich) und dazu ein dünner chinesischer Tee. Kostenpunkt läppische 1.5 Dollar.
Auf dem Rückweg in einem Markt vorbei, zwei Bier gekauft und die bis um halb elf auf dem Balkon getrunken. Danach war Schlafenszeit.
 
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25.Tag
 
05.01.10                   von Phnom Penh nach Sihanoukville
 
Juhu, heute geht es endlich ans Meer zum baden. Da der Abholservice um 8.30 Uhr vor Ort sein wollte, mussten wir einmal mehr um 7.00 Uhr aufstehen. Duschen, zusammenpacken, auschecken und um die Ecke an einem Markt zwei Dosenkaffee und Cola kaufen ging dann Hand in Hand. So standen wir vor unserem Hotel und warteten, um halb neun war noch keiner da, um dreiviertel auch nicht, 5 Minuten vor neun dasselbe, und irgendwann kurz nach neun Uhr kam dann ganz gemächlich ein Neunsitzer angefahren der uns an den Busbahnhof brachte. Immerhin kein TukTuk oder Moped, sondern ein echtes Auto das sogar noch alle Glasscheiben und Lampen hatte. Bei so was kommt wieder mal das asiatische raus, eine Stunde plus-minus ist hier keine Zeit auch nicht bei der Busabfahrt, es kam sogar schon vor dass ein Bus eine halbe Stunde früher als geplant abgefahren ist, nur weil der Fahrer abends noch was vorhatte, und wer zu der Zeit nicht da ist, der hat halt Pech. Die Fahrt selber war eigentlich nicht schlecht, und der Bus? Im Verhältnis zu den anderen Schrottkisten war er relativ neu, und sogar noch einigermaßen sauber.

Ein normaler Bus, und das gilt für Thailand sowohl auch Kambodscha, besteht im üblichen Fall aus einem altersschwachen Stinker der im Standgas schon Giftgasalarm auslöst, und einer nie gereinigten Klimaanlage. Zwischen den Sitzen klemmt Jahrzehnte alter Müll der nie entfernt wurde und die noch nie gereinigte Windschutzscheibe ist beklebt mit zahlreichen patriotischen und frommen Aufklebern, die zwar die Sicht einschränken aber anscheinend vorgeschrieben sind. Im Innern auf Knöchelhöhe ist das ganze Gefährt gespickt mit scharfkantigen Metallteilen welche komischerweise vermehrt an Ein-und Ausstiegsstellen besonders verrostet sind. Die Sitzbezüge sind im Normalfall verdreckt, verrissen und voller Löcher, dafür sind die Sitze selbst lose und locker.


Der Fahrersitz hinter dem vermüllten Armaturenbrett ist ein LKW Schrottsitz vom Müllplatz. Im Gegensatz dazu, ist die Stereoanlage die immer auf Vollgas Folklore spielt, und der Flachbildfernseher neben dem Fahrer, wo meist blutrünstige Horrorfilme laufen, auf dem neuesten Stand der Technik. Und das tollste ist, in diesem erstaunlichen Land wächst immer wieder Schrottkübel-Ersatz nach der auch gleich als Schrottkübel geboren wird und sich daher nahtlos in die Flotte einpasst. Aber das kommt daher, dass sämtliche Busse, die von den staatlichen Unternehmen ausgemustert werden, weil sie nach deutschen Verhältnissen seit 20 Jahren überfällig sind, von den privaten Unternehmen aufgekauft, und dort solange betrieben werden, bis nicht mal mehr der findigste Asiat sie zusammenflicken kann, was nach meinem Verständnis irgendwann im Jahre 2050 sein wird.

Und nun die Fahrer und der Fahrstil:

Da muss man Kambodscha von Thailand unterscheiden, in Thailand sind diese suizidgefährteten Irren ja schon eine Zumutung für Umwelt und Fahrgäste, aber in Kambodscha kommt noch hinzu, dass es erst seit einigen Jahren einen Führerschein gibt, wie der errungen wird kann ich aber nicht sagen, vermutlich lässt sich da mit Geld viel regeln. Aus diesem Grund ist es üblich, dass der Fahrer nicht mal die grundlegendsten Verkehrsregeln kennt. Dafür kommt in Thailand dazu, dass die Fahrer am Umsatz beteiligt sind und sich darum haarsträubende Rennen bieten, um vor dem Konkurrenten an der nächsten Haltestation anzukommen, das geht soweit, dass sie Thai-logisch an Haltestellen nicht immer anhalten wenn KEINER aussteigen will, obwohl potentielle Kunden zusteigen wollen, es könnten ja sein, dass an der nächsten Stoppstelle mehr Personen warten und die will man der Konkurrenz wegschnappen.

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Aber nun zu dieser Fahrt. Als wir mal auf eine rote Ampel zufuhren lief es mir eiskalt den Rücken runter. 50 Meter vor der Ampel wurde der Warnblinker eingeschaltet, 20 Meter davor wurde die Hupe auf Dauerbetrieb gestellt, und 10 Meter davor wurde das Gaspedal durchgetreten.


Und schon sind wir über die Kreuzung gerauscht. Ich denke, das ist lustig, wenn an so einer Kreuzung einer von rechts kommt, der sieht ja nur den rechten Blinker und denkt der will abbiegen, oder was sonst…..viel Glück!!!!!!!

Aber so gesehen hatten wir ein Riesenglück, unser Fahrer beherrschte sogar einige Verkehrsregen, zwar nicht alle, aber immerhin. Der Bus war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Folklore dudelte mit voller Lautstärke aus dem Radio. Unter diesen Vorrausetzungen fuhren wir über eine brauchbare Straße in 4 Stunden die 200 Kilometer bis zum Meer ohne das Langeweile aufgekommen ist. Unterwegs wurde plötzlich angehalten, und siehe da, der Bus, der eine Stunde früher abgefahren ist, stand am Wegesrand und hatte eine Panne. So etwas ist aber in diesem flexiblen Land kein Problem, unser ohnehin schon voller Bus wurde mit den Passagieren und ihrem Gepäck auch noch gefüllt. Relativ beengt wurde die letzte Stunde der Fahrt bis nach Sihanoukville zurückgelegt.

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Und da waren sie dann wieder, die Taxiosis, Moto Fahrer, TukTuk Fahrer und alles andere Gesindel, das nur unser Geld wollte. Wir schnappten uns so einen Verbrecher und ließen uns von ihm zu einem Hotel fahren welches wir vom Reiseführer empfohlen bekamen. Vor dem Hotel hatten wir unseren ersten Kontakt mit einem Europäer, und was für einer, total zugekifft torkelte der auf unser Taxi zu und bettelte nach Drogen, weil er vermutete, dass seine bald ausgehen würden. Wo sind wir hier nur gelandet?

Das Hotel hatte leider nichts mehr frei, eine Unterkunft ganz in der Nähe hatte zwar noch einen Bungalow feil, aber der war nicht einzeln stehend, sonder noch mit einem zweiten zusammengebaut, und der Weg zum Meer betrug volle 50 Meter, eigentlich zu weit zum laufen denn ab heut haben wir richtig Urlaub, und da sollte man unnütze Wege vermeiden. Der dritte Versuch hatte zwar Bungalows und einen traumhaften Strand, allerdings zu weit vom Schuss, ein Badezimmer unter aller Sau und die Gäste, die sahen aus, als ob das eine Entzugsanstalt für Kiffer wäre. Also zurück zum zweiten mit dem freien Raum, und nach etwas Verhandeln konnte Joe den Preis sogar noch von 30 auf 25 $ pro Nacht für den Bungalow drücken. Beim Einzug beobachtete ich, wie ein paar Angestellte mit langen Stangen direkt neben unserem Raum versuchten, eine Schlange zu fangen. Ich denke die war giftig denn ansonsten wären diese 2 Meter langen Stöcke nicht notwendig gewesen. Punkt 15.00 Uhr, gerade richtig zum „drui Bier“, waren wir eingezogen, und saßen zuerst mal ins dazugehörige Restaurant direkt am Meer. Zum Bier genehmigten wir uns ein LocLac, welches gar nicht schlecht war.


Als Joe seine Sonnenbrille holen wollte stellte er fest, dass in unserem Raum Stromausfall herrschte, aber nicht wie in Siem Reap im ganzen Hotel, sondern nur in unserem Zimmer. Nachdem der Angestellte die Sicherung wieder drin hatte war der Strom da, aber kurz darauf war er erneut weg. Dieses Spiel wiederholte sich einige male, und dann stellten wir fest, also nicht der gerufene Elektriker sondern wir, dass die ganze Geschichte einfach nur zu schwach abgesichert war. Nachdem ne stärkere Sicherung drin war hatten wir nach drei Stunden endlich unsere Stromversorgung. Bis auf das Bad, da tat sich immer noch nichts, und eine neue Glühbirne brachte auch keine Lösung. Irgendwann rückte der Arbeiter mit einem alten nicht isolierten Schraubendreher und ähnlicher gefährlichen Gerät an. Da ergriff ich die Flucht auf die Terrasse, denn Tote wollt ich im Urlaub doch nicht sehen. Zu zweit schraubten dann die Elektrofachkräfte gleichzeitig an Steckdose, Lichtschalter und Lampenfassung herum. Das sah meines Erachtens zwar etwas planlos aus, aber sie werden schon wissen was sie tun!!!!!!!!!!

O.k und nun gibt es mal was ganz neues, ich schreib jetzt live mit weil sie gerade am Strom herum froschen während ich hier in sicherer Entfernung auf der Terrasse das Tagebuch schreibe.

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Momentan trägt einer gerade ein 10 Meter langes gebrauchtes Kabel herein, natürlich zweiadrig………..Jetzt schließt er das eine Ende an den Lichtschalter vom Badezimmer an, selbstverständlich nur verzwirbelt und als Isolierband verwendet er, ich trau es gar nicht zu schreiben, ein Stück Toilettenpapier!!!.....soeben nagelt der zweite dieses Kabel quer durch den Raum, in ca. anderthalb Meter Höhe an der Wand fest………jetzt drücken sie die 20 cm. lang abisolierten Enden in eine Verteilerdose, aus der schon Meterlange abisolierte Drähte herausschauen, übrigens die Sicherung ist immer noch drin………..Nun der Test, bisher sind noch alle mit dem Leben davongekommen. Und? Und? Und? Jaaaaaaaa, das Licht brennt….Zwar ohne FI aber das ist ja auch nur so eine sinnlose westliche Erfindung……..

Ich war noch nicht mit dem letzten Satz fertig, da war die Lampe schon wieder aus….Jetzt ist es noch die Glühbirne, welche soeben den Geist aufgegeben hat…….Also fährt einer zum nächste Laden und kauft eine…nach einiger Zeit ist er wieder da, schraubt sie rein und endlich haben wir Licht im Badezimmer. Allerdings, der Warmwasserboiler hat auch keinen Saft, also nur kaltes Wasser, und das bleibt den Rest des Urlaubes so.


Erstens würde das mit Sicherheit ihren Horizont übersteigen, und zweitens hab ich Sorgen, dass da einer dann wirklich im Eck liegt und zittert, denn Strom und Wasser verträgt sich nicht immer so gut. Also lassen wir es darauf beruhen und sagen einfach nichts.

Nach dieser Aktion haben wir uns erstmal auf dem Balkon zwei Bier genehmigt und gegen 22.00 Uhr begaben wir uns in die Horizontale.
 
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26.Tag
 
06.01.10                                       Meer, Meer, Meer und nochmals Meer
 
Heute Morgen um 8.00 Uhr aufgestanden und danach einen Kaffee am Strand getrunken. Im Anschluss den Strand rauf und runter gelaufen um sich mit der Örtlichkeit vertraut zu machen. Unterwegs den obligatorischen Eiskaffee in einem Laden gekauft.

Ein Einkaufsladen darf man sich hier nicht so vorstellen wie in Deutschland, Lebensmittel werden nämlich ausschließlich auf dem Markt gekauft.

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Daher ist das eher so ein Tante Emma Laden mit Kühlschrank. Die haben zwar ein absolut chaotisches Sortiment und von jeder Sache immer nur eine Art, aber dafür alles mögliche. Im Normalfall sind das auch Stände oder Bretterbuden, nicht Läden in unserem Sinne, und da das Sortiment im Regelfall auch nicht in die Bude passt, steht das meiste davor und wird erst weggeräumt, wenn es verkauft wurde. Meistens ist das ein Familienbetrieb. Die Geschäftsleute schlafen nachts in der Hängematte irgendwo davor oder in der Nähe, und darum kann man sogar nachts um 4.00 Uhr einkaufen. Man muss nur den Händler aufwecken, aber wenn es was zu verdienen gibt, steht der liebend gerne auf.


Nach unserem Rundgang, zurück auf die Zimmer, die Badesachen zusammengepackt und am Strand auf zwei Liegestühle gelegen. Der Rest des Tages wurde mit Lesen, Schlafen und Baden verbracht. Das Wasser war genauso warm wie die Luft, und drum war von Abkühlung keine Rede. Gegen Abend kauften wir von einer fliegenden Händlerin für 5 Dollar 12 Babylobster die mit Limone und Pfeffer gegessen wurden. Danach zurück zum Zimmer und geduscht (kalt natürlich, denn Warmwasser haben wir bekanntlich nicht).
Zum Abendessen sind wir Richtung Stadtzentrum gelaufen. Hier merkte man schon das „Dritte Welt“ Land. Nur die richtig großen Straßen haben eine Asphaltschicht, der Rest ist festgefahrener Sand oder Schotter, und durch die heftigen Tropenregen teilweise bis zu einem halben Meter ausgewaschen. Also mit offenem Schuhwerk äußerst gefährlich, weil auch überall der Müll herumliegt.

In diese Richtung ist Kambodscha mit Thailand gleich, die Khmer lassen auch alles stehen und liegen wo sie sind, vor allem ihr Müll, es ist zwar sehr schade dass diese Länder so vermüllt sind, aber das liegt in der Natur der Asiaten. Selbst wenn sie auf einem Mülleimer beim essen oder trinken sitzen, wird sich niemals jemand die Mühe machen den produzierten Dreck da hinein zu schmeißen, sondern er pfeffert ihn auf den Boden und läuft davon.

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Der kambodschanische Vorteil ist allerdings, dass in diesem sehr armen Land viele Menschen, vor allem Kinder und ältere Frauen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen Müll sammeln. Nicht selten sieht man am Strand fünfjährige Kinder mit übergroßen Säcken auf dem Rücken, jedes noch so kleine Plastikschnipselchen, Dosen, Plastikflaschen oder Glasflaschen aufzusammeln.

Aus diesem Grund ist es lang nicht so schlimm wie in Thailand, denn ein freier Thai wird es unter seiner Würde empfinden so etwas niederes wie Müll zu sammeln machen. Für was gibt es denn dort Chinesen, Khmer, Vietnamesen oder Burmesen?
Nach ein paar Hundert Meter stießen wir auf eine Ansammlung von Suppenküchen. Hier ließen wir uns zum Essen nieder. Suppe mit Schwein, jeder ein Bier und als Nachtisch verschiedene Früchte in Kokosmilch. Kostenpunkt zusammen für beide 5 $.
Hinterher am Strand noch was getrunken und um zwölf zurück zu unserem Hotel, das übrigens House of Malibu hieß.
 
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27. Tag
 
07.01.10                             Strand, Strand, Strand und nochmals Strand
 
Kurz vor 9.00 Uhr aufgestanden und uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht, um eine Frühstücksmöglichkeit zu suchen. Wir fanden sie im Monkey Republic, einer von vier Engländern geführten Kneipe. Wir aßen einen Pizza Toast und tranken dazu Instantkaffee.

Unser Beschluss nur Einheimisch zu essen wird nun etwas aufgeweicht, da in der weiteren Umgebung unseres Bungalows eigentlich nur Aussteiger ihre Restaurants aufgemacht haben und wir keine Lust hatten am Morgen ewig weit zu laufen um was zum Essen zu finden. Aber bei den Engländern, die ja schon bei uns berühmt-berüchtigt für ihre Esskultur sind, etwas zu essen, war vielleicht ein Fehler. Es hat zwar satt gemacht, aber geschmacklich waren wir enttäuscht. Und zu allem das obligatorische Ketchup, sogar zum Frühstückstoast.

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Aber es hat zumindest gesättigt. Danach wurde erneut zum Beach gegangen und geplanscht. Mittags zurück aufs Zimmer und ein Schläfchen eingelegt. Abends zum BBQ an den Strand gelaufen und dort im Sand direkt am Meer, und ich mein direkt am Meer, so nah, dass uns die Wellen zwischen den Füßen herumliefen, Meeresfrüchte gegessen. Happy Hour, für drei Dollar pro Person wurde Barracuda, Tintenfisch und Prawns gegessen. Auf dem Rückweg fanden wir eine Strandbar mit lauter Musik und vielen Gästen, hier ließen wir uns an der Theke nieder.

Der Laden war mal durchgeknallt. Die Besitzer, ein paar junge Engländer hatten ihre Lebenserfüllung im Saufen gefunden, und entsprechend war der Laden auch geführt. Eigentlich bestand er nur aus zwei Wänden und einem Dach, der Rest war offen. Beim Bezahlen wurde es auch nicht immer so eng gesehen, mal kostete das Bier einen Dollar, mal nur 50 Cent, und wenn sie nicht wechseln konnten war es halt umsonst. Entsprechend sah es auch außen herum aus, Das Klo war mit Sicherheit seit Jahren nicht mehr geputzt worden und die Theke war nur ein zusammengenagelter Bretterstand. Aber der Billardtisch und die Musikanlage, die waren o.k. Die Biergläser waren zusammengewürfelt und zusammengestohlen aus allen möglichen anderen Kneipen, und die Großgebinde!!


Geworben wurden mit „Mekong Bucket“ also Mekong Eimer, das waren abgeschnittene Softdrinkflaschen, Plastikeimer und alle möglichen anderen Behälter mit mindestens 1,5 Liter Fassungsvermögen. In jeden dieser Dinger kam eine drittel Flasche Mekong Schnaps, dazu Eiswürfel, Cola und obendrauf so eine Art Red Bull für arme. Das ganze Gefäß kostete 2 Dollar. So einen probierten wir, danach noch einen, und zum Feierabend einen dritter. Das Problem war, dass wir schneller tranken als die Wirkung der insgesamt eine Flasche Schnaps einsetzten konnte. Daher ist die Uhrzeit der Nachtruhe auch unbekannt.

 
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28.Tag
 
08.01.10                                            Sihanoukville und unser Bett
 

Heute Morgen mussten wir die Eimer grässlich büßen. Das erste mal im Urlaub erst zwischen 11.00 und 12.00 Uhr aufgestanden. Aber rund lief noch gar nichts. Der Boden war verdammt krumm, und diese vielen kleinen Männchen die in meinem Kopf Schlagzeug spielten werd ich auch nicht so schnell vergessen. Also wurde beschlossen zu „Happy Herbs Pizzeria“ zu gehen und eine Pizza einzuwerfen. Das soll ja bekanntlich saugen. Der Rest des Tages wurde im Bett verbracht, nicht mal zum Abendessen befanden wir uns in der Lage. In der Nacht hat es das erste mal, seit wir unterwegs sind, geregnet, aber wie, geschlossene Wassermassen fielen da vom Himmel. Wir dachten eigentlich, dass wir die fünf Wochen ohne Regen durchkommen, aber das war leider nichts. Auf jeden Fall gibt es über den heutigen Tag nicht mehr zu schreiben, außer dass Bucket ab sofort von meiner Verzehrliste ersatzlos gestrichen ist.


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 29.Tag
 
09.01.10                                  immer noch Sihanoukville
 
An diesem Morgen war alles wieder im Lot. Die kleinen Männchen sind aus meinem Kopf ausgezogen und der Boden in unserem Zimmer war wie durch ein Wunder in der Nacht geglättet worden. Um 7.00 Uhr sind wir raus und haben am Strand ein Lokal gesucht wo man ein Frühstück einwerfen konnte. Joe nahm einen Obstsalat und ich begnügte mich mit einer Nudelsuppe, die mit Hühnchen gestreckt wurde. Danach ging es erneut an den Strand zum baden. Wenn man den halben Tag planlos am Strand herumliegt und außer Kokosnuss Shake und Biertrinken keine anderen Verpflichtungen hat, ist das zwar schön, aber irgendwann sehnt man sich auch nach etwas Beschäftigung, und wenn es halt nichts zu tun gibt beobachtet man die Menschen, ob Touristen oder Einheimische. Unser Fazit nach so einer Beobachtungstour war, Sex Touris gibt es hier mittlerweile auch schon genügend, und Kiffer, das ist unglaublich, alles was in der Hippizeit Thailand verkörpert hat, ist mittlerweile in Kambodscha angekommen. Hier schleichen welche über den Strand, die können nicht mal mehr gerade laufen, und das zur Mittagszeit. Und so offen wie in diesem Land mit Marihuana umgegangen wird war für uns doch schon ein Schock. Du kriegst hier alles was du willst, „Happy“ d. H. Happy Shake, Happy Pizza, Happy Spaghetti. usw… Ich meine damit, das wird dann ins Essen oder Trinken reingemischt. Polizeikontrolle oder so was ähnliches, Fehlanzeige. Die Restaurants und Bars werben sogar mit quadratmetergroßen Schilder für ihre Happy- Produkte.
Um halb vier am Nachmittag suchten wir die Suppenküchen in der Stadt auf. Heute bestellten wir Glasnudelsuppe mit Huhn, das war mal wieder sehr interessant was alles drin herum schwamm. Ungelogen, eigentlich so ziemlich alles was an einem Huhn dran ist. Herz, Leber, Fleisch und geronnenes Blut in Streichholzschachtel große Würfel geschnitten.
Gegen Abend noch ein bisschen ausgeruht und später ins Coasters, ein Restaurant in der Nähe unserer Unterkunft, um Meeresfrüchte zu speißen.
Es gab, wie kann es auch anders sein, Meeresfrüchte mit Gemüse und Reis. Die Portionen waren so groß, dass wir gar nicht alles geschafft haben. Nach dem Essen drängte Joe noch mal in die Engländerbar um einen Eimer zu suchen. Ich ging zwar mit, aber verzichtete liebend gern auf dieses Teufelsgebräu, dafür nahm ich zwei Bier zu mir. Gegen 12.00 Uhr waren wir zurück und lagen im Bett.

P.S. heute war es nicht nur heiß sondern auch extrem schwül, das kam vom Regen in der Nacht. Im übrigen hatten wir seit unserer Abreise aus Deutschland keinen Tag wo es unter 30 Grad warm war, manchmal sogar an die 40.


 
 
 
30. Tag
 
 
10.01.10                                                     Baden, Essen und Trinken
 
Ich bin um 8.00 Uhr aufgestanden und hab erst mal in aller Ruhe am Strand Kaffee getrunken.

Joe ist um 11.00 Uhr nachgekommen, er war heut morgen etwas faul und kam nicht so richtig aus den Federn, na ja, er hat Recht, wir haben ja Urlaub, aber wenn ich wach bin muss ich halt raus. Noch ein Kaffee gemeinsam zu uns genommen und gegen Mittag das tägliche Ritual mit Strand liegen, baden und Kokosnuss-Shake trinken vollzogen. Am späteren Nachmittag in unserem Hotelrestaurant eine Suppe mit Huhn gegessen, und danach gleich an den Strand gesessen und ein paar Bier gesoffen. Während wir hier so vor uns hingammelten kamen wir mit einem deutschen Paar ins Gespräch, welches gerade von Laos kam und im selben Hotel wohnte. Mit denen verabredeten wir uns am Abend um gemeinsam essen zu gehen.

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Mit den beiden sind wir ein paar Häuser weiter am Strand ins Aquarium gegangen, ein Restaurant welches für seine essbaren Meeresbewohner gelobt wurde. Und ich muss sagen das Lob ist gerechtfertigt. Wir ließen uns frische Barracuda, Sqibs und Prawns grillen und dazu gab es so eine Art Kartoffelsalat. Danach noch mal in die Engländerbar, aber heute ohne Bucket und um 24.00 Uhr ins Bett.

 
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31.Tag
 
11.01.10                           ein erneuter Tag in Sihanoukville
 

heute Morgen hatten wir den ersten technischen Ausfall dieses Urlaubs zu beklagen. Joe ging es dreckig, der Bub hatte ne schwere Nacht hinter sich. Er ist in der früh aufgewacht und war mit allgemeinem Unwohlsein geschlagen. Magenkrämpfe, Übelkeit und auf dem Klo hat er auch beträchtliche Zeit verbracht, das allein soll aber nicht viel heißen, denn auf dem stillen Örtchen konnte er sich ja schon immer verzetteln. Seine Ausrede bezog sich auf die Majo die im gestrigen Kartoffelsalat war, aber komischerweise war er der einzige der Probleme hatte, also konnte es das gar nicht sein. Ich tippe daher eher auf die 14 Bier, welche wir gestern über den Tag verteilt gesoffen haben, dazu die Buckets der Vortage, na das verkraftet so ein empfindliches Körperorgan wie sein Magen nicht unbedingt. Auf jeden Fall sah er richtig eingefallen und kränklich aus. Als er dann auf war, wurde ein Frühstück eingenommen. Ich scharfes Curryhuhn mit Cola und Joe ein trockenes Baguette mit Tee. Danach lag er noch mal ab und ich habe etwas gelesen. Irgendwann ging es vor der Tür richtig ab, ein Tropengewitter zog vorbei. Über eine halbe Stunde kam runter was nur runterkommen konnte.

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Gleich darauf war es wieder sonnig und die Schwüle stieg ins Unerträgliche, denn es war trotz Schlechtwetterfront immer noch weit über 30 Grad warm. Na bei dem blöden Wetter zeigte ich mich mit Joe solidarisch und legte mich auch noch mal hin um etwas zu dösen. Um 15.00 Uhr hat Joachim einen erneuten Versuch gestartet um aufzustehen und etwas zu Essen. Ich Meeresfrüchtesalat und Joe Reis mit Chicken und Tee. Zusammen 6 $. Gegen Abend zum Monkey Republic gelaufen um etwas Handfestes zu essen. Joe meinte, dass ein Burger, welch eine Schande, das Beste für ihn sei, allerdings ein Burger, der in einem englischen Pub zubereitet wird ist schon gewöhnungsbedürftig und dazu gab es etwas, das man mit viel Wohlwollen als Pommes bezeichnen konnte. Mein Entschluss stand fest, das ist das letzte mal dass ich mich für englisch-westliches Essen in diesem Urlaub hergegeben habe. Gegen halb neun zurück zum Bungalow und davor noch eine Cola getrunken, um 21.30 Uhr lagen wir schon wieder im Bett.

 
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32.Tag
 
12.01.10                      dasselbe wie Gestern
 

Nach dem frühen zu Bett gehen des gestrigen Abends, war ich bereits um 7.00 Uhr wach, mein Mitreisender hat es bis 9.00 Uhr ausgehalten. In der Zeit hab ich Kaffee aus der Dose getrunken, war Wasser zum waschen kaufen und hab etwas in meinem Buch gelesen. Das Buch lese ich mittlerweile zum zweiten mal in diesem Urlaub, weil in diesem Land einfach an Nachschub nicht ranzukommen ist. Joe meinte allerdings, das liegt daran, dass ich es beim ersten mal nicht kapiert habe! Joachims Magen ist heute wieder genesen, aber er trank zum Frühstück doch noch sicherheitshalber Tee. Es war an diesem Morgen schon wieder unwahrscheinlich heiß, um 9.00 Uhr lief mir der Schweiß bereits im Strömen runter. Nach dem Frühstück hab ich die Wäsche den Jungs vom Hotel gebracht um sie waschen zu lassen. Da wir bei einigen Wäschereien, die es hier wie Sand am Meer gibt, gelesen hatten, dass die mit europäischen Maschinen waschen, dachten wir, das geschieht mit unserem Zeug auch. Aber als ich dann eine Stunde später hinter unseren Bungalow klatschende Töne vernahm, sagte ich zu Joe noch spaßeshalber, das werden doch nicht unsere Klamotten sein!

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Er lief nach hinten um nachzusehen woher der Lärm kam, und als er zurückkam sah er mich nur mit großen Augen an und bestätigte meine Vermutung. Tatsächlich es war unser Zeug das da zum auswringen gegen die Wand geschlagen wurde. Mal sehen wie das aussieht wenn es morgen zurückkommt?????????????

Joe lief heut morgen noch in die Stadt um Taschentücher zu kaufen und im Internet unseren Rückflug zu checken, bisher passt noch alles…… schade……wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben dass vielleicht der Flug ersatzlos gestrichen wird und wir noch eine Woche oder so hier ausharren müssen, wäre doch die ideale Ausrede um unseren Urlaub noch etwas in die Länge zu ziehen. Verdammt noch mal…………ICH WILL NICHT HEIM…………….


Um 11.00 Uhr wurde zum Essen gegangen, ich Seafoodsalad mit Reis, und Joachim Schwein in Curry mit Reis. Danach für ein paar Stunden an den Strand zum Baden und Sonnen gegangen. Irgendwann dachte ich mir, man sollte einmal schauen, was auf der anderen Seite des Strandes ist, wo wir bisher noch gar nicht waren, darum liefen wir in diese Richtung, und siehe da, nach ein paar Meter trafen wir auf eine richtig schnuckelige kleine Strandbar inmitten von Palmen direkt am Meer. Hier ließen wir uns die nächsten Stunden nieder und relaxten mit einem Cocktail in der Hand.
So entspannt beschlossen wir den Abend in einem Restaurant am Beach mit Barracuda Filet und gegrillten Gemüse. Wieder einmal wurde vor Mitternacht zu Bett gegangen.
 
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33.Tag     
 
13.01.10                                                                                Ochheutal Beach
 
An diesem Morgen hab ich doch tatsächlich auch mal ausgeschlafen, aber trotzdem hatte keiner so richtig Lust sich zu bewegen, darum wurde auch der halbe Morgen nur noch faul herumgesessen, und nichts getan. Ich glaube langsam akklimatisieren wir uns und nehmen die Arbeits-und Bewegungsmoral der Eingeborenen an. Die schaffen ja fast alle etwas, eine andere Möglichkeit haben sie ja nicht, wenn sie nicht betteln oder verhungern wollen. Aber wie die schaffen, im wahrsten Sinne des Wortes“ .In der Ruhe liegt die Kraft“ zwei bis drei Schläfchen währen des Arbeitstages müssen schon drin sein, also an Stress geht hier keiner zu Grunde, das ist amtlich. Mal sehen, was mein Chef im Geschäft sagt, wenn ich mit Khmer-Style Arbeitseinstellung zurückkomme, oder wenn ich plötzlich zwei Stunden Mittagsschlaf machen möchte.
Im Laufe des Morgens kamen unsere vergewaltigten Kleidungsstücke zurück. Kostenpunkt 9 Dollar, und sie haben tatsächlich frisch gerochen und waren knitterfrei zusammengelegt. Ob natürlich noch ein paar Putzstücke von der Wand dazwischen sind wid sich später erweisen.

Nach dem Frühstück, logischerweise Asiatisch mit Reis und Gemüse, gingen wir zur Busticket Verkaufsstation und ergatterten für 5 Dollar zwei Ticket für Übermorgen, zurück nach Phnom Penh. Wir hatten Sitzplatz eins und zwei also direkt hinter dem Fahrer, das ist gar nicht schlecht, dann sieht man etwas während der langen Fahrt. Danach charterten wir uns ein TukTuk und ließen uns damit zum etwas außerhalb gelegenen Ochheuteal Beach fahren. Dort haben wir einen mehrere Kilometer langer Strandspaziergang gemacht und im Anschluss wurde auf eine Liege am Strand geflackt, gesonnt, gegessen, getrunken und gebadet.


Gegen 16.00 Uhr holte uns das TukTuk wieder ab und brachte uns zurück, der Hin-und Rückweg kostete 7 Dollar, ganz schön viel, aber es war uns einfach zu blöd um noch mehr zu handeln, wir hatten ihn ja schon von 10 auf 7 gedrückt.
Nun liefen wir zu unserer gestrigen Neuentdeckung, der Strandbar mit Palmen, und tranken unser Mittagsbier. Nach dem Duschen und Umziehen ging es noch mal ins Aquarium um zu essen. Prawns, Squid, Barracuda und Knoblauchbrot. Zum Tagesabschluss zu der Engländerbar ins Nap House um den Tag mit einem Bier zu beschließen. Aber keine Eimer mehr, die sind ja bekanntlich für manche Mägen und für manche Köpfe nicht immer so gesundheitsförderlich. Pünktlich zur Geisterstunde zogen wir uns auf unser Zimmer zurück.
 
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34.Tag
 
14.01.10                                        Sihanouk sein Markt und die Umgebung
 

Heute ist der letzte Badetag, ab morgen geht es weg von Meer zurück nach Phnom Penh und dann ab ins kalte Deutschland. Nach dem Aufstehen ein asiatisches Frühstück zu uns genommen, was es genau gab lässt sich nicht mehr sagen, weil auf mysteriöse Weise das Blatt des heutigen Tagebuches verschwunden ist, na ja, eigentlich hab ich es in meiner Blödheit aus versehen weggeschmissen, das trifft es wohl eher.Nach dem Frühstück ließen wir uns zum Zentralmarkt in der Innenstadt fahren, um noch mal etwas zu shoppen. Der Markt war echt toll, hier gab es alles was im Meer keucht und fleucht. Auch gab es eine Abteilung wo größtenteils totes Getier zerlegt und verkauft wurde, hier also kommt das Essen her welches wir in den letzten Tagen zu uns genommen hatten. Sehr beruhigend!!!!!! An einem Stand probierten wir jeder ein Glas Zuckerrohrsaft, frisch gepresst, unheimlich süß, aber sehr erfrischend. Danach durchstöberten wir die T-Shirt und Kleidungsgeschäfte nach einem bestimmten Shirt. Uns ist letztes Jahr schon aufgefallen, wenn du jemanden auf einem Markt   oder im Laden fragst, was der Unterschied ist, dass es immer „Same, Same“ als Antwort hieß, also es ist das Gleiche, auch wenn es Grundverschieden war. Hier sahen wir jetzt einige Touris mit T-Shirts wo vorne „Same, Same“ aufgedruckt war, und hintendrauf stand „but different“ also frei Übersetzt: das Gleich aber doch anders“ So eines wollten wir unbedingt, und nach einigen Suchen fanden wir für ca. 2 Dollar pro Stück auch welche. Das wurde gekauft und beim herumstreifen sahen wir noch ein Gewürzstand, hier erstanden wir erneut eine Großpackung gemahlene Chili, somit haben wir nun 3 verschiedene Sorten. Kurz bevor wir den Markt verließen stoppten wir noch an einem Stand und jeder aß 3 Frühlingsrollen als Snack.


Als wir aus der Markthalle draußen waren lachte uns eine Bar gegenüber an, wo man an die Straße sitzen konnte. Hier tranken wir Bier, beobachteten den Verkehr und sprachen mit einem Amerikaner, der in der Stadt lebte. Der Verkehr war an dieser Stelle besonders ansehnlich, weil in der Nähe ein Tiermarkt war, und daher viele Fahrzeuge, hauptsächlich Mopeds, vorbeifuhren die ihre Tiere mitbeförderten, also um die 50 lebende Hühner an ein Moped gebunden, die Schnäbel über den Asphalt streifend, waren keine Seltenheit. Als es dunkel wurde sind wir zurück zum Hotel, haben davor noch einige Bier getrunken und dann ging es ab ins Bett. Beim Bier kaufen habe ich auch gleich die Zimmer bezahlt, dann können wir Morgen abfahren wann wir wollen. 10 Übernachtungen a. 25 Dollar, also zusammen 250 Dollar, und bis auf das Warmwasser waren die es auch wert.
 
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35.Tag
 
15.01.10                        von Sihanoukville zurück nach Phnom Penh
 
Wie es der Teufel will habe ichheute Nacht Magenprobleme bekommen, vor ein paar Tagen war ich ja noch schadenfroh, aber nun bereue ich es. Mein Magen kann halt auch nicht an einem Tag 15 Bier verdauen und sich dabei wohlfühlen. Das ist nun mal ein Präzisionsgerät und daher entsprechend empfindlich, ich kann ja auch nicht erwarten, dass ein Computer noch geht, nachdem ich ihn aus dem ersten Stock geschmissen habe. Gegen zwei Uhr in der Nacht fing es an, Magenkrämpfe, und Durchfall, nur dass ich auch noch gekotzt habe. Morgens besorgte mir Joe Wasser, Cola und gab mir zwei von seinen Magentabletten. Das alles wäre ja gar nicht so schlimm gewesen, wenn wir heut Morgen nicht noch 5 Stunden in einem Bus ohne Klo sitzen müssten. Vor der Abfahrt noch ein trockenes Baguette, in der Hoffnung dass es drin bleibt, gegessen und um 8.00 Uhr abgefahren.

Zuerst mit einem TukTuk zum Ticketcenter, und von dort mit einem Auto, das bei den 5 Dollar für die Karten dabei war, an den Busbahnhof. Das Essen blieb drin und mir ging es von Minute zu Minute besser. Der Bus ist nach Khmer Verhältnissen, pünktlich mit 20 Minuten Verspätung losgefahren. Wir saßen tatsächlich ganz vorne, aber der vermeintliche Vorteil entwickelte sich ganz schnell zum Nachteil. Denn hier sahen wir durch die Frontscheiben und somit durften wir auch alle haarsträubenden Überholmanöver, und sämtliche anderen gemeingefährlichen Aktionen unseres Fahrers live erleben. Als dann noch hinter uns zwei buddhistische Nonnen einen Kassettenrecorder anwarfen, in dem ununterbrochen religiöse Predigten und Sprechgesänge liefen, und neben uns zwei 80 Jährige Omas sich lauthals unterhielten, dachte ich schon, jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen. Aber es kam!!


Der Fahrer schmiss seine Folklore CD rein, drehte auf und nebenbei unterhielt er sich schreiend quer durch den Bus mit einem Fahrgast, der 10 Reihen hinter uns saß. Als wir auf der Hälfte der Fahrt die obligatorische Pause einlegten und ich mich eigentlich schon wieder pudelwohl fühlte, kam der Supergau, Die zwei alten Schachtel packten ihre Wegzehrung aus, und es war…………ja genau……....Durian Frucht………….Wie die riecht hab ich letztes Jahr schon beschrieben, nur so viel, Geruch: verschimmelter Käse…..Geschmack: dito……und das im Bus….ich dachte sofort an meine unruhige Nacht und mein Magen wollte erneut rebellieren. Da half nur die Nase zu, durch den Mund schnaufen und auf die nie gereinigte Klimaanlage hoffen, dass die nicht ausgerechnet jetzt den Geist aufgibt.
Gott sei dank blieb alles drin und nach 5 Stunden in diesem Horrorbus kamen wir gesund und lebend in Phnom Penh auf dem Busbahnhof an.

Mit einem TukTuk zum Paragon Hotel fahren, und in das reservierte Zimmer einchecken war danach noch die kleinste Übung. Ich legte mich erst einmal ins Bett um den entgangenen Schlaf der letzten Nacht nachzuholen, während Joe ein Amok essen ging und danach noch mit einem Bier nachspülte.

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Um 19.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zu Happy Herbs Pizza, denn ich wollte sicherheitshalber etwas Handfestes und Trockenes zu mir nehmen und nicht unbedingt eine Suppe oder so etwas Ähnliches. Danach mit einem Bierchen auf den Balkon, und bei Zeiten zu Bett, denn morgen geht es Heim…..
ICH WILL IMMER NOCH NICHT HEIM….Bitte, Bitte, lieber Flieger hab doch ein technisches Problem…oder liebe Piloten, ihr verdient doch so wenig Geld, streikt doch morgen wieder einmal. J
 
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36. Tag
 
16.01.10         von Phnom Penh über Bangkok nach München
 
Heimreisetag, welch schlimmes Wort, für mich jetzt schon das Unwort des Jahres 2010. So ein Jammer, aber wir hoffen immer noch dass der Flug Bangkok- München ausfällt, ein paar Tage in Bangkok festzusitzen, wäre so gesehen überhaupt kein großes Übel. Aus diesem Grund heute Morgen zum ersten mal mit Widerwillen aufgestanden. Um 6.45 Uhr klingelte der Wecker, also raus aus den Federn und als erstes die Koffer richtig gepackt und das Gewicht auf Koffer und Rucksack verteilt. Übrigens sind die Koffer um einiges leichter als bei der Abreise, es machte sich schon bezahlt, dass die Hälfte der Klamotten nun in Thailand und Kambodscha aufgetragen wurden.
Beim Auschecken mussten wir nur noch 3 Dollar bezahlen da wir schon eine Deposit von 20 Dollar hinterlegten bevor wir nach Sihanoukville abreisten.

Vor der Abfahrt zum Airport zwei Dosenkaffee und zwei Cola gekauft, die als Frühstückchen zu uns genommen und uns dann auf die Suche nach einem TukTuk begeben. Die Dinger zu finden ist kein Problem, im Regelfall finden die dich, aber das Verhandeln um den Preis, das ist eine Geschichte für sich. Um 7.30 Uhr war Abfahrt, wir einigten uns mit einem Fahrer auf 6 Dollar bis zum Flughafen. Der Flugplatz war recht klein, und wäre auch überschaubar gewesen wenn nur irgendwo Schilder mit leserlicher Schrift angebracht worden wären. Aber das wurde durch das nette Personal wettgemacht, welches natürlich nicht vergaß uns als aller erstes 25 Dollar pro Person Flughafengebühr abzuknöpfen. Als die entrichtet waren durften wir einchecken und dann hieß es warten bis unser Flug mit Thai Airways pünktlich um 10.00 Uhr startete. Nach einer starken Stunde wurde um 11.05 Uhr in Bangkok auf dem Suwannaphum Flughafen gelandet. Hier haben wir noch jeder eine Flasche SangSom Whiskey für daheim erstanden. Die nächsten Stunden bis um 14.25 Uhr als unser Flieger nach München abging, wurden wartend verbracht. (Ja er ging ab, leider kein Streik, keine technischen Probleme und auch keine Demonstranten die den Flughafen lahmlegen, es sollte halt nicht sein, heul, jammer, wein, plär, flenn…………)


Was ich recht lustig fand, waren die Deppen die mit kurzen Hosen und FlipFlop eingestiegen sind, da bin ich doch mal gespannt, wenn wir bei minus 10 Grad in München sind, was die für Sätze machen wenn sie mit der Bereifung im Schnee stehen.

Und warum zum Teufel, müssen die Leute im Flieger immer ein Zeug trinken das sie daheim nicht mal mit der Zange anfassen würden, ich mein Tomatensaft? Daheim frisst man vermutlich nicht mal ne Tomate im Salat, aber hier in 10.000 Meter Höhe schüttet man das eklige Gebräu rein als wäre es Wasser. Und wenn wir schon dabei sind, noch so eine bescheuerte europäische Unsitte, aus welchem Grund klatschen eigentlich die Passagiere immer wenn der Flieger gelandet ist. Klatschen die für den Piloten? Oder vor Erleichterung dass sie wieder festen Boden unter den Füssen haben? Wenn es das zweite ist wäre es wohl besser sie bleiben gleich unten und wenn es der erste Grund ist, dann hoffe ich, dass ab Morgen mein Chef mir auch zuklatscht, wenn ich nur meinen Job gemacht habe, oder meinen die, der Pilot hat kein Interesse daran, dass er lebend am Boden ankommt. Nach 11,20 Stunden landeten wir in München und zum Abschluss gab es noch ein kleines Problem mit dem Gepäck.

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Eigentlich hätte ich das eher in Asien anstatt in Deutschaland erwartet, aber die Koffer kamen einfach nicht. Wir mussten über eine Stunde warten bis die in der Lage waren, das Flugzeug auszuräumen. Aber auch das wurde gemeistert und Markus war pünktlich da und erwartete uns zum heimbringen. So war der Urlaub um 22.00 Uhr in Kirchbierlingen zu Ende, und nach der langen Heimreise bin ich auch schon wieder Urlaubsreif.
 
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Die Tour in Daten:
 
München-                 Bangkok                                  10.35 Stunden Flug
Bangkok-                 Chiang Mai                              1 .5 Stunden Flug
Chiang Mai- Mae    Hong Song                               266 Km. Auto
Mae Hong Song-     Mae Sariang                            160 Km. Auto
Mae Sariang-           Chiang Mai                             182 Km. Auto
Chiang Mai-             Na Haeo                                  525 Km. Auto
Na Haeo-                 Chang Kann                             132 Km. Auto
Chang Kann-           Nong Khai                               205 Km. Auto
Nong Khai-              Bung Kan                                141 Km. Auto
Bung Kan-               Tempel Phu Tok                     111 Km. Auto
Bunk Kann-             Mukdahan                               308 Km. Auto
Mukdahan-              Kong Chiam                            363 Km. Auto
Kong Chiam-           Nang Rong                               449 Km. Auto
Nang Rong-             Pattaya                                      267 km. Auto
Pattaya-                    Bangkok                                  210 Km. Taxi
Bangkok-                 Siem Reap                                1.05 Stunden Flug
Siem Reap-              Phnom Penh                             256 Km. Boot
Phnom Penh-           Sihanoukville                           266 Km. Bus
Sihanoukville-         Phnom Penh                             266 Km. Bus
Phnom Penh            Bangkok                                   1.0 Stunden Flug
Bangkok-                 München                                  11.20 Stunden Flug