Thailand Reisebericht: Blutegel-Trekking
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Thailand Reisebericht: Blutegel-Trekking
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Geschrieben von: Michaela Vogel   

Thailand: Blutegel-Trekking

Nicht nur Elefanten und Affen sind tierische Begleiter bei einer Trekkingtour im Norden Thailands.
 
Es regnet, alle sind bis auf die Haut durchnässt. Zwölf Wanderer unterschiedlichen Alters, ausgestattet mit Wanderstöcken aus Holz, stapfen durch schlammigen Morast. Immer wieder bleibt jemand stehen und versucht panisch mit Hilfe des Stockes Blutegel von den Schuhen zu streifen. Denn falls es den schwarzen, schleimigen Biestern gelingt, das Hindernis Turnschuh und Strumpf zu überwinden, können diese an nackter Haut andocken und sich mit Blut voll saugen. Zuerst fühlt es sich an, wie wenn eine Mücke gestochen hätte – es juckt, und dann tut es weh.
Glücklicherweise lösen sich die Blutegel von der Haut, wenn „Tabaksaft“ – Tabakblätter in Wasser eingelegt – auf sie geträufelt wird. Gut, dass Bergführer Dok diesen „Zaubersaft“ mit dabei hat und die Wanderer behandeln kann. Er beruhigt die Trekking-Teilnehmer, bald schon wird wieder in blutegelfreier Zone weitergewandert. Über Steine und Felsen, durch Flüsse und über wacklige Brücken, welche oft nur aus einem schmalen Brett bestehen, führt der Weg durch den Regenwald zu einem Karen - Dorf.
 
 
 
Die Karen sind die größte Stammesgruppe in Thailand
 
 In bunten Kleidern werden die Trekker von den Hillitribes, so werden die Ureinwohner Thailands genannt, freundlich empfangen. Leider wurde die einzige Wasserleitung zum Dorf von einem Sturm zerstört – eine Dusche fällt für die verschwitzten und schmutzigen Trekker aus.
Dafür weiß Führer Dok, auch Mitglied eines Karen – Stammes, viel über die Bergvölker zu erzählen: „Durch Brandrodung gewinnen sie neues Land zum Anbau von Reis.“ Zwischen riesigen Bäumen entstehen karge Flächen. Obwohl die Häuser der Karen sehr einfach ausgestattet sind, steht in einer Ecke ein Fernseher und vor dem Haus fängt eine Solaranlage die letzten Sonnensstrahlen ein. Die systematische Thaiisierung lässt das Leben der Bergbauern nicht mehr primitiv erscheinen. Die einfachen Bauern holen sich den Lebensstandard der thailändischen Städte in die Berge.

 
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