Griechenland Reisebericht:
Entlang den Küsten des Lichtes

Nach Bodrum zum Barcadi Briefe an die Töchter Katja und Alessa von einer Segelreise während Europameisterschaft und vor Olympiade entlang den Küsten des Lichtes

Liebe daheim gebliebene Töchter,

wieder einmal besteige ich ein Schiff. Reisen ist Leben, weil das Leben eine Reise ist , dies verkündete nämlich schon Seeheld und Strawanzer Odysseus im gleichnamigen, triefigen Sandalenstreifen aus dem Hollywood der Sechziger als Durchhalteparole seiner verzagten Crew . Doch soeben sagt das einer zu mir, der zwar nicht aussieht wie weiland Kirk Douglas im knappen Reckenröckchen , sondern eine Mischung ist aus Hirnbeis und Hemingway in türkischen, pludernden Hosen. So schreitet er einher, dieser bayrische Ben Bella, wenn er wissenden, prüfenden Auges um seine aufgebockte, überholte NEPTUN in dieser orient-schlampigen Werft herumscharwenzelt. Seine Braut ist wieder mal bereit für den Ritt auf Poseidons feuchtem Nacken. Kurz darauf gleitet die hundertjährige Dame des Nordens vom Geschlecht der Collin Archers, 1907 gezeugt, auf einem riesigen Holzschlitten schmatzend in die blasierte Bläue der Ägäis. Nur einige ihre alten, eichenen Korsettstangen knarzen unter der Qual dieser ungewohnten Leibesübung. Ein weiteres Jahr wird NEPTUN an den Küsten des Lichts, an der Kulturschwelle des Oxidents zum Orient segeln. Figürlich eher wie eine üppige, selbstbewußte, viktorianische Gouvernante, strahlt sie Würde und Last eines gelebten Centeniums . Sie hat noch die Kaiser gesehen, deren Reiche bald nach ihrem Jungferntörn zerfielen .

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In all den plastikverseuchten Marinas ist sie mit Abstand die Älteste , weiß sie doch noch zu berichten aus einer Zeit, als die Schiffe aus Holz waren und die Matrosen aus Eisen. Heute ist es umgekehrt. Die 60 Tonnen Nordlandeiche der NEPTUN sind stilistisch zu einer Mischung aus Waldhütte, Walfänger und Villa zusammengefügt. Alles Alterswürdige, drei Stilistiken treffen sich hier. Der Bergler Luis Trenker würde auf ihr sogar Labskaus essen, Seebär Hans Albers jodeln und Lebemann Johannes Heesters, ähnlichen Jahrgangs wie die NEPTUN , eine Flasche Champagner. Dann würden sie mit Kapitän Josef einen Törn machen in die wundervolle Welt der friedvollen Faulheit von der wir Nordlichter alle träumen. Doch meist der mediterrane Mensch lebt sie souverän, wenn er nicht in diesen Tagen in Piräus oder Athen existieren muß. Ich werde vier Wochen Schiff und Skipper in ihren ureigensten Rollen erleben, dort wo sie am besten sind - bei Wolken, Wellen, Wind und Wein.

 


Josef , Skipper aus München segelt seit fast 45 Jahren. Dieses Jahr von Bodrum in der Türkei, über die griechischen Inseln. Segeln, wo es friedlich ist , lautet seine Devise, denn sein angestammtes Fahrgebiet , die türkische Riviera, erscheint ihm heuer noch zu gefährdet und teuer geworden. Ich kann wenigstens letzteres bestätigen. Das dereinst sympathisch verschnarchte Bodrum (ex Harlikanassos) will ein Nizza der Türken werden. Doch da fehlt es noch ein bisserl. Manche Protzjacht eines Kokainkönigs dümpelt schon in der neuen Marmor Marina, Preise wie im Europa Stüber´l in Innsbruck. Nachts wird jeder Gast, der sich in einem Strandlokal der Samtheit einer türkischen Nacht aussetzen möchte, zunächst mit 200 Dezibel verschiedenster Herkunft bedient. Je Döner , desto schöner. Ich denke, der Snob fährt da lieber in´s Waldviertel. Nur der Taube ist hier König. Hier trägt man nicht Kopftuch sondern Calvin Klein. Ergodan und Mohammed sind weit, aber Europa eben auch.

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Wir liegen unterhalb der sehenswerten Kreuzritterburg (archeologisches Museum mit Weltgeltung) vor Anker und sind umringt von schönen Gullets mit ihren noch schöneren Kapitänen. Einer dieser von den 150 im Hafen auf Touristen lauernden Seehelden hat Gäste gefunden und umkreist die NEPTUN mit schleifendem Anker. Wild fuchtelnd wie Otto Rehagel an der Seitenlinie, schweißgebadet wie der griechische Fußballpräsident fährt er für mich mystische Manöver. Ich bedeute ihm inne zuhalten, wenn man nicht weiß was man tun soll, macht man am besten gar nichts. Eigentlich ist dies eine orientalische Tugend . Gleich werde ich unsere Ankerkette etwas stecken, doch schon treibt der Held der Ozeane mit angstgeweiteten Augen und der Breitseite seines Glanzlackliners auf unseren 3 Meter langen Klüverbaum. NEPTUN penetriert sein Ruderhaus erfolgreich. Blut fließt, Mahagonie birst, eine Seeschlacht ist im Gange, nur die Schönen auf dem Vordeck duschen, nippen verwundert weiter am Tonic und schuld ist natürlich der Koch. Josef, mein Skipper weilt konspirativ an Land um die deutsche Kolonie mit hellenischem Rebensaft zu versorgen. Dieser ist besser, vor allem billiger, der Durst der deutschen Altskipper Kolonie in Bodrum ist nämlich ein ungeheuerlicher. Sie sind grau, altersmilde und melancholisch geworden. Sie, die ehemals athletisch trinkfesten , die ersten Yachties der späten Sechziger, der Rote Hermann mit seinem deutschen Kriegsfischkutter Barracuda , der Hinnerkopf, Raki Rudi, Tafla Klaus und Bilgen Dieter . Gerne sitzen wir wieder beim bauernschlau wuseligen Sünger in seinem Cafehaus, reden von den good old days, nehmen unsere Blutdruckpillen und keiner kippt mehr trunken vom Stuhl oder verschwindet mit einer rehhaften Touristin in der Eignerkabine. Brav ächzen wir nach 3 Barcadi und Mitternacht brav ins Beiboot. Kaum in der Koje, läuft zwei Fadenlängen neben uns ein riesiger Technokatamaran mit 200 Flashlights, 100 Ravern und 50 Lautsprechern aus in die schwüle Nacht, kontaminiert die dereinst friedliche Küste. Die Zikaden verstummen und lauschen verwundert dem schwimmenden Wiener Prater. Odysseus hätte seinen Kurs geändert, wäre er so was begegnet. Es grüßt Dich Dein weltenferner Vater

 


 

Brief 2

Von Kos nach Chariskeas

Liebe Töchter, heute schreibe ich Euch wieder von der Reise mit dem hundertjährigen Holzkutter und dem Fußball in der Ägäis. Der Grieche ist eigentlich kein typischer Fußballer und die hundertjährige NEPTUN ist auch kein typisches Charterschiff. Beide verändern jedoch derzeit mein Weltbild . Die einen können –oh Wunder - plötzlich stürmen und die andere schwimmt – oh Wunder - immer noch.

Ich stehe wie vor der Kulisse einer Zeitreise. Josef der Kapitän ist der Hauptdarsteller in seinem Seglerfilm, in dem nunmehr seit 25 Jahren die NEPTUN die Geliebte und er den Hauptdarsteller spielt. Manche Schrunde zeugt von Hieben der scharfen Axt des Schicksals in Holz und Haut, doch beide sind in Würde gemeinsam gealtert

Nach dem ruhigen Frühstück an Deck , denn der Capitano ist wahrhaft kein fröhlich zwitschernder Morgenmensch, nähert Josef sich behutsam dem Achterschiff. Die fleischige Nase des Bordbullen nimmt kurz Witterung auf die erste Brise des Tages. Er beschnuppert den samtigen Wind . So ähnlich näherte sich wahrscheinlich Hemingway am Kilimandscharo seinem ersten täglichen Brandy und seinem nächsten Löwen.

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Es reicht noch nicht zum Segeln, und daher verschwindet mit unvermuteter Eleganzia Captain Josef im ehrwürdigen Maschinenraum, wie Wieland in seiner Feldschmiede. Er taucht hinab in den Hades zwischen Schraubstock, bedeutenden Elektrokabeln, Farbdosen, alten Socken, öligen Hemden, Drahtbürsten, grünspänigen Bronzeteilen aus alter Zeit, Ölkännchen und, siehe da, einem Bergschuh. Vielleicht fuhr ja mal der Reinhold Messmer die Maschine. Dort ist sie verankert im Bauch und steht, rot, groß und tonnenschwer, wie der Geist aus der Flasche , bereit seinem Herren zu dienen. Josef wird jetzt zum Pferdestärkenflüsterer, zum Dieseldiseur. Die NEPTUN, zum Transport von Eis gebaut, um es vom saukalten Schweden ins golfstromwarme England zu verschiffen, bevor es elektrische Kühlschränke gab, bekam erst 1946 so etwas wie eine Maschine. Und was für ein Monster da eingebaut wurde! Ein Scania-Glühkopfmotor, ein 2-Takt-Ein-Zylinder. Der bringt aus 25 Liter zirka satte 70 PS (!) . An Bord gibt es sieben Schaugläser für das frische Öl und 10 Gläser für den alten Whiskey , so wie es halt sein muß in dem Haushalt einer ehrwürdigen Lady . Der Jockel wird mit Pressluft gestartet. Und daher verschwindet der Ölprinz vor dem Starten im Motorraum um dieses Gewirr aus Aggregaten, Stangen , Kesseln, Handrädern und Ventilen wach zu küssen. Man hört lange nichts aus dem Verlies, wartet. Josef Prometheus erbrütet Hand auflegend den Glühkopf und gibt urplötzlich das Feuer frei.

 


Die Götter seien ihm gnädig ! Ein Hammerschlag auf Metall. Dann wieder nichts. Ist der Motor kaputt? Noch ein Hammerschlag. Es macht Bfufffff. Eine Erschütterung geht durch Schiff, Seele und Städtchen. Die Leute bleiben stehen. Der Verkehr kommt zum erliegen. Wer schießt auf uns, Al Quaida in Ägina? Wieder macht es Bfufffff. Der Motor erwacht ! Das Schiff schüttelt sich. Das Bfuffffff geht in ein knallendes Bottt Bottt, Bottt Bottt über. Klänge aus alter Zeit. Wer achtern mit einem Drink im Glas steht, verschüttet den Inhalt. Brüste beben, Bäuche schwabbeln. Wenn der Kolben nach oben stößt, ruckt die NEPTUN nach unten. Dennoch Befreiung bei ängstlichen Geistern. Er läuft ! Trotzig wie eine Güterzuglok der alten Brennerbahn ruckt er an , regelmäßig wie ein Junghans Wecker. Ich schaue hinunter in den Motorraum, sehe den Skipper hastig wie Captain Nemo Hebel verstellen. Er dreht an einem Rad, bedient den sogenannten Governer (???), stellt mehr Gas ein, trappelt geschwind die Stahlleiter hoch, verschwitzt, konzentriert, am Rücken eine Altölspur, steht aber dann siegessicher am Steuerrad wie Prinz Eugen vor Belgrad auf dem Feldherrnhügel – Ja - Josef ist unser Prinz, unser Ölprinz ! Kameraden, let´s go westward Cap Hoorn ! Geschickt und hüftaktiv haut er den bronzenen Ganghebel in das Ritzel, wie ein Schankkellner den Bierwechsel in den 200 Liter Banzen. O´zapft is, Hurra, wir fahren !

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Eine Fahrt zum Horizont dieses Tages beginnt. Draußen aus der Bucht kräuselt der erste Windstrich den Horizont und Josef meint dionysisch verschmitzt, daß ein zarter Prosecco der Bedeutung des Morgens gerecht würde. Sobald wir den ersten Windstrich erwischen, macht Josef aus uns geschäftige Seeleute. Da werden Bändsel gelöst, Focksegel angeschlagen, Fallen durchgesetzt und mit Kopfschlägen auf Belegnägeln fixiert. Josef überwacht den Vorgang des Segelsetzens wie ein Zöllner die Staatsgrenze. Und dann nehmen wir Fahrt auf zu den Inseln am Horizont, gelb, karg und klassisch. Wir gehen in Kalymnos, Levita , Mykonos nachmittags baden, die Italiener, Franzosen, Holländer abends in Portugal. Wir werden Naxos , Ägina, Methana, Korinth entgegen stürmen wie die Chariskeas und Karakoulis dem portugiesischen Tor. Die NEPTUN wird bald durch den Korinth Kanal dampfen und dem grünen Korfu einen Besuch abstatten. Vielleicht erholt sich dort der Rudi Völler.

 

Es grüßt Dich bis bald dein weltenferner Vater

 


Brief 3

 

Nach Corner und Korinth

Meine lieben Töchter,

Vor Tagen sind wir aus Kos ausgelaufen, doch der Gott der Tiefe und die Äolen sind uns nicht hold – die alte NEPTUN rollt. Spiritismus und Segeln passen immer zueinander, und wir so opfern den ersten Manöverschluck um Poseidon, den Gott der Nässe Tiefe gnädig zu stimmen. Es hilft nichts. So suchen wir Schutz in einem vermeintlich ruhigen Häfen der Ägäis - Kalymnos. Der Nachteil der alten Stadthäfen ist, daß sie immer auch noch von den geschäftigen Uferpromenaden umrundet werden, und damit auch von allen motorisierten Griechen. Deren gibt es immer mehr und vor allem des Abends , wenn wir Fußball schauen oder kommentieren wollen. Ich sitze mit mehreren österreichischen Bundestrainern vor dem TV aber jeder Jugendliche Halbstarke scheint uns paar Touristen zeigen zu müssen, daß er zwar keinen Schalldämpfer hat , dafür aber auf dem Hinterrad seiner nervigen Mühle fahren kann. Im abendlichen Küstenchaos reift ein Sieg der Hellenen gegen die Tschechen heran, alles wirft sich auf sein Vehikel und umrundet die verschüchterten Fremden. Schreien die Griechen eigentlich immer so wegen de vielen Mopeds?

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Sobald See,Stadt und Seele sich beruhigt haben flüchten wir weiter nach Nordwesten. Wir, die Helden der Ozeane nehmen Kurs auf Athenens Golf, Otto Rehagel auf das Endspiel. Selbst auf der kleinen Insel unterwegs, mit sechs Einwohnern, einer Taverne und 4 Ziegen hat man erkannt, daß Hellas eine große Fußballmannschaft hat, auch wenn die Speisenkarte und Insel Levita ganz klein sind. Völlerei hat für uns eine neue Bedeutung bekommen, und so schenkt man mir einen Mitleids Uzo ein.

Wir fahren hoch, die Italiener, Franzosen, Holländer, Tschechen und die deutschen Buam fahren heim.

Wer die Segelreviere dieser Erde kennt, kommt auch nach Jahren des Abtrünnigseins wieder hier zurück, zu den Wurzeln der Kultur, die überall zu finden ist, der überschaubaren Weite mediterraner Gestade. Die Lebendigkeit der Stille läßt sich nur auf einem Segler erfahren. Unaufgeregt liegt die alte Dame NEPTUN in der Welle und wir nähern uns nachmittäglich, behutsam einem der vielen Häfen, in denen die Zeit noch etwas angehalten und niemals von der Wallstreet übernommen wird –

 


Hier ist Stillstand Fortschritt. So ein Städtchen ist Methana. Josef ankert zumeist römisch-katholisch, das heißt mit dem Heck zuerst an der Pier und mit Buganker. Jeder, der an der NEPTUN vorbei schlendert bleibt stehen. Wo gibt es das noch ? Schwielige Eiche, barocke Bauchigkeit und altes Schmiedeeisen. Die Grünen Fraktion würde sofort anheuern auf diesem Vollwertschiff - zum makrobiotischen Segeln. Oft ankern wir einfach in einer Bucht voller Gerüche und zirpender Zikaden .Verbrannte Berge, wenige verwaschene Häuser, eine Taverne, davor ein Anleger, keine Yuppy Jachten, zehn alte Fischerboote, angelnde alte Frauen, wortkarge, verwitterte Männer, gutes Essen. Josef sucht den Wein aus. Wir geben uns Rezina und Oktopus hin. Ja, es werden Abende mit tiefen Gesprächen und manchmal hohen Rechnungen. Wir schlucken, schlemmen und schwitzen. Wir fahren eben mit Josef auf der NEPTUN.

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Nachts, wenn wir sicher am alten Stockanker hängen, bayrischt er uns immer neue Geschichten auf: „I erzähl Eich jetz amoi die Gschicht´ von meiner Paulus-Reise.“ Und dann berichtet er von seiner mehrmonatigen Segeltour auf den Spuren des Apostel, von Jerusalem nach Rom. oder „Im Mittelmeer gibt es drei Winde: den aus der falschen Richtung, den zu starken oder gar keinen.“ „Hab ich Dir schon erzählt, wie mir mit unserer NEPTUN den Nil hochdampft sand? “ „ Kennst Du noch Jakob, den Wuiden, der sei Schiff glei drei moi verkauft hod. Auch ich kannte den zahnluckigen Spross einer angesehenen, Münchener Antiquitätendynastie . Begnadet verjüngte er alte Schiffe und ließ junge Madonnen rapide altern. Ein Jongleur seines Schicksales. Gott hab ihn selig.

 


Blitze zucken und Donner rollen, wenn Josef Poseidon erzählt. Du blickst Naturgewalten in´s Auge, Du hörst über Land und seine Legenden, die Geschichten geschehen noch einmal. Wein und Wissen aus dem bereisten Land füllen die südliche Nacht. Seemannsgarn und Stories. Sanft, lullen die Wellen dann leise uns ein. Ich schlafe an Deck.

 

Nach vier Wochen gehe ich in Korinth von Bord. Eine Karakoulis Corner bringt den Bousuki Burschen den Durchbruch im Fußball, der Korinth Kanal die NEPTUN in den nächsten Meeresbusen. Ich enteile nach Piräus, schwitze mich durch Athen. Dort werde ich fast von einer freudigen Rakete flambiert.

Derweil vertuckert sich die NEPTUN am Ende der Hafenmole, Josef knallt die Segel hoch. La Paloma, wir werden uns wieder sehen, und wenn es mit dem alten Kaptan Rais Jo Sef in Ägypten ist ! Dort führt der Josef einen nämlich im Winter zu den Pharaonen. Und da gibt es noch ganz andere, unfassbare Geschichten, geraunte und gelebte, die man einfach erleben muß.

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Athen, der Fünfmillionen Moloch sieht aus wie Berlin nach der Wende und scheint sämtliche Baumaschinen der Welt zu beschäftigen . Saftiges Grün sieht man nur in der Salatschüssel. Eilig werden Blumentöpfe über die Stätten des Kampfes verbreitet - aber in der 57. Minute machte es eben Bumm in Lissabon und für die Griechen ward die Welt hell und licht. Feldherr Rehakles hat sie durch den Schlund von Skylla und Charybdis gelotst. Chariskeas ist in - Odysseus ist erstmal out. Ich hoffe Athen wird auch mit einem göttlichen Freistoß von allen Sorgen erlöst und freue mich auf ein Olympia vor dem Fernseher mit einem kühlen Weizen in der Hand.

Euer alternder Vater, erleuchtet zurück von den Küsten des Lichts