Island Reisebericht:
Kjölur- Reittour in Island - zwischen den Gletschern 

 Ende August 2009 ging es ab nach Island, um eine Reittour zu machen. Es war bereits meine 3.Reittour, die ich in Island gemacht habe, wobei die beiden anderen Touren schon einige Zeit zurückliegen. Außerdem war es ein anderer Veranstalter und eine andere Region. In der Ausschreibung der Reise hieß es, dass man ein erfahrener Reiter sein sollte, das bin ich wohl, allerdings bin ich in den letzten 2 Jahren überhaupt nicht mehr geritten.
Was mich an der Kjölur Tour so gereizt hat, ist die Tatsache, dass sie eine historische Tour ist, die die Isländer früher mit ihren Pferden geritten sind, um vom Norden nach Thingvellir zu gelangen, ihrem Parlament, das im Jahr 930 n. Chr. gegründet wurde, um an den jährlichen Parlamentszeremonien teilzunehmen.
Zunächst aber trafen wir alle in Reykjavik ein, 22 Leute, wobei bis auf einen Mann nur Frauen in der Gruppe waren. Es war eine internationale Runde, neben mehreren Deutschen, war noch 1 Engländerin, 2 Ungarinnen, 3 Schwedinnen, 1 Dänin und 4 Französinnen dabei.

{{g_ads}}


Die vorherrschende Sprache, in der wir uns unterhielten war also Englisch.

Am ersten Tag fuhren wir von Reykjavik mit dem Bus in den Norden, wo die Tour losgehen sollte.  Das nahm erst einmal schon mehrere Stunden in Anspruch. Wir sind dann gegen Mittag am Hof im Norden angekommen. Da waren die Pferde auch bereits in Ausläufen zu sehen. Wir dachten nun geht es sofort los, aber es zog sich doch noch hin, jeder bekam ein Pferd je nach Reiterfahrung, die vorher abgefragt wurden. Bei dieser Tour sind wir mit einer Herde von 80 Pferden geritten. Und bis alle 80 Pferde gut sitzende Hufeisen drauf haben, dauert es eben. Wir wunderten uns über die unendliche Ruhe und Geduld der Isländer, während wir immer kribbeliger wurden und am liebsten sofort loswollten. Um die Herde dirigieren zu können sind mehrere Isländer mitgeritten, ca. 6 Leute, um die Herde zusammenzuhalten, sowie ein Isländer, der unserer Gruppe voranritt und einer der als letzter der Gruppe ritt. Als es dann endlich losging, war es schon Nachmittag. Und gleich am ersten Tag war es eine ziemlich lange Tour von 45 km über ziemlich schweres Terrain mit Geröll und Steinen. Aber ich muß sagen, dass die Islandpferde, die wir hatten wirklich super waren trittsicher und zuverlässig schleppten diese relativ kleinen Pferde uns durch die Gegend.

{{g_ads}}

Es war meistens das Beste, den Pferden alles zu überlassen, die kennen sich da sowieso viel besser aus und sind diese Strecke auch schon öfter gelaufen. Das tolle an den Touren ist, dass Du morgens losreitest und dann in eine völlige Sandwüste kommst ohne jegliches menschliche Leben. An manchen Tagen hat man während der ganzen Reittour keinen Menschen, keine Straßen, keine Autos, keine Häuser oder sonst irgendeine Art von Zivilisation gesehen. Nur Weite mit vielen Bergen und Geröll. Toll!

Nach einigen Stunden wurden dann die Reitpferde gewechselt, damit es nicht zu anstrengend für die Pferde wurde. Zwischendurch gab es auch zeitweise kurze Pausen. Am ersten Tag mußten wir jedoch ja noch 45 km reiten und wir waren erst am Nachmittag losgekommen. Das führte dazu, dass wir erst um 23 Uhr Abends an der Hütte ankamen, als es bereits seit einiger Zeit stockdunkel war. Zum Schluß habe ich mich nur noch nach der hellen Reithose der Reiterin vor mir orientiert und habe den Rest dem Pferd überlassen, dass mich ganz selbstverständlich im Dunkeln ans Ziel brachte. Alle anderen sind auch heile dort gelandet.

{{g_ads}}

Unser Gepäck ist immer zu den jeweiligen Hütten transportiert worden, in denen wir übernachtet haben. Außerdem wurde der Proviant mitsamt den Küchenfrauen ebenfalls in die Hütte gebracht. Abends gab es dann immer warmes Essen, das auch wirklich sehr gut war. Morgens gab es dann Frühstück auf der Hütte und für den Tag haben wir uns dann Brote gemacht, die wir dann in unsere Satteltaschen gepackt haben als Reiseproviant für unterwegs.

In den nächsten Tagen hat sich dann eine Routine herausgestellt. Morgens sind wir aufgestanden, haben gefrühstückt, danach unsere Sachen gepackt und auf das Auto verladen. Danach sind die Pferde eingefangen worden und jeder hat sein Reittier bekommen und danach sind wir wieder aufgebrochen. Die Reittour bestand aus 6 Reittagen und je mehr Tage vergingen, desto mehr habe ich meinen Hintern gemerkt.

Am zweiten Tag war die Strecke nicht ganz so lang wie am ersten Tag und so konnten wir die Gegend genießen, die vollkommen baumlos ist, höchstens mal einige kleine Sträucher. Tiere sah man da auch keine. Es gibt in Island kaum Wildtiere außer dem Polarfuchs und einigen Wildvögeln. Wir haben nicht mal die gesehen. Ab und zu haben wir von weitem ein paar frei laufende Schafe gesehen, ansonsten nichts als Weite. Oft gab es auch Seen, die wir durchquert haben. Die Pferde sind da durchgegangen als wäre das gar nichts.

{{g_ads}}

In einer Hütte, in der wir übernachtet haben, gab es gleich an der Hütte dran eine natürliche heiße Quelle, in die wir alle hineingestiegen sind. Das tat den Gliedmaßen, die vom Reiten geschunden waren sehr gut. Und es war schön warm. Obwohl wir mit dem Wetter sehr viel Glück hatten und es nur an einem Tag zeitweise geregnet hat, war es doch alles andere als warm. Die Temperaturen waren gar nicht so tief, aber der Wind, der immer sehr heftig geweht hat, war doch oft ziemlich kalt. Besonders dann, wenn ein Pferdewechsel anstand und wir ungeschützt im Wind gestanden haben, um auf die neuen Pferde zu warten. Allerdings haben wir keinen Schnee abbekommen wie die Gruppe, die vor uns die Kjölur- Tour geritten ist. Schnee kann auf Island auch mitten im Sommer fallen. Überhaupt ist das Wetter auf Island sehr wechselhaft und unbeständig. Es war auch die letzte Kjölur- Tour Ende August, die in dem Jahr stattgefunden hat, weil danach die Dunkelheit zu früh einbricht und das Wetter zu unbeständig wird.

Am faszinierendsten fand ich den Ritt zwischen den beiden Gletschern Hofsjökull und Langjökull hindurch. Vom Pferderücken aus konnte man die Gletscher wirklich aus nächster Nähe bewundern. Toll waren auch die davor befindlichen Gletscherseen, die so eine hellblaue, leuchtende Farbe hatten. Auch von der Hütte aus in der wir  übernachtet haben, konnte man den einen Gletscher mitsamt Gletschersee sehen.

{{g_ads}}

Nach 6 Reittagen und 225 km, die wir auf dem Pferderücken zurückgelegt haben, sind wir dann auf dem Hof unserer Gastgeber im Süden angekommen. Zum ersten Mal wieder Zivilisation. Wir sind sehr herzlich begrüßt worden und waren alle froh, dass alle Menschen und Tiere das Ganze unbeschadet überstanden haben. Da es die letzte Tour im Jahr war, standen bei unserer Rückkehr schon viele Pferdebesitzer parat, die ihre Pferde nach dem Sommer wieder zu sich zurück nach Hause geholt haben.

Vom Hof aus sind wir mit Autos zu dem nahegelegenen Geysiren gefahren und haben uns angesehen wie der Strokkur ausgebrochen ist. Weiterhin haben wir uns noch den Gullfoss angesehen, den schönsten Wasserfall Islands. An dem Tag war super schönes Wetter mit Sonnenschein, so dass wir tolle Fotos vom Gullfoss machen konnten.

Und dann sind wir noch nach Thingvellir gefahren, dem alten Parlament. Dies ist heute ein Nationalpark wo die Europäischen und Amerikanischen Erdplatten sich befinden und auseinanderdriften.

{{g_ads}}

Am nächsten Tag haben wir uns von den Isländern verabschiedet und sind mit dem Bus zurück nach Reykjavik gefahren. Nach einem letzten Abend, den wir zusammen in der Gruppe in Reykjavik verbracht haben, haben wir uns dann voneinander verabschiedet.
Es war ein tolles Erlebnis, mit einer tollen Truppe, guten Pferden und einer gigantischen Landschaft.

{{g_ads}}

 
 

 {{g_ads}}