Es fing alles an mit einem Bericht über die Azoren an, den ich im Fernsehen gesehen hatte. Ein kleiner Funke fing an zu glühen, und ich begann, zu sparen, um meiner Tochter und mir einen Traum erfüllen zu können. Ich laß Bücher und wühlte mich durch das Internet auf der Suche nach Informationen.
2006 war es dann so weit. Ich stieß auf die Internetseite von Pico Sport. Pico so heißt auch diese wunderschöne Insel, Teil der Azorengruppe,beherrscht vom gleichnamigen Vulkan, die mich magisch anzog. Auf dem Atlas ein kleiner Fleck fast genau in der Mitte zwischen Europa und Amerika, zu Portugal gehörend. Letzter Anlaufpunkt vor Amerika für Seeleute und mit Meerestiefen von bis zu 7000 Metern.
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Die Liebe zum Meer, all seinen Bewohnern, ursprünglicher Natur und ein bißchen Abenteuer kochten hoch, als ich Bilder sah und die Geschichten laß, die sich um die Azoren drehten. Pico wurde bei " Moby Dick" erwähnt- die tapfersten Walfänger lebten dort, heute zum Glück widmet man sich der Erforschung, dem Schutz und der Beobachtung von Walen und all den anderen Lebewesen, die aufgrund des Golfstromes und des Nahrungsreichtums im Atlantik rund um die Azoren vorkommen. Mantas, Mondfische, Delfine, Meeresschildkröten, Haie, seltene Meeresvögel....ich faßte den Entschluß, meine Ersparnisse auf den Kopf zu hauen, rief Frank an, den Inhaber von Pico Sport und organisierte mit seiner Hilfe die Reise.
Schon die Anreise war abenteuerlich. Berlin-Frankfurt- Frankfurt-Lissabon- Lissabon-Horta ( auf der Nachbarinsel von Pico), dann sollte es mit dem Schiff weitergehen, das uns nach Pico bringen sollte.
Es war Sommer und schon der Flug nach Frankfurt hatte 1 Std. Verspätung. Dann Frankfurt, Horror- der Anschlußflug nach Lissabon wurde wg. unserer Verspätung bereits aufgerufen und wir legten einen Maraton über den Flughafen ein, um gerade noch rechtzeitig in die Maschine springen zu können...
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Dann Ankunft in Lissabon, wieder mit Verspätung...Ein netter junger Mann stand mit einem Schild an unserem Ausgang und geleitete uns mit geschätzten 30 Stundenkilometern zu unserem Anschlußflug nach Horta. Na ja, das war eben Abenteuer, erst recht, als ich im Abflug unsere Koffer auf dem Rollfeld stehen sah...die hatten es leider nicht geschafft..
So what- wir hatten Urlaub- und meine Tochter und ich tranken nach der Aufregung 2 Liter Wasser und versuchten, den Flug über den Atlantik zu genießen. Langsam kam eine Insel ins Blickfeld und wir sollten landen...aus dem Fenster sahen wir eine Rollbahn und ich dachte gerade- will der denn mitten im Meer parken, als der Pilot noch mal vollen Schub gab und erneut durchstartete...alles kreischte, jedenfalls die Touristen..die Einheimischen kannten das schon...lasen weiter ihre Zeitungen und sagten "die Rollbahn ist eben ein wenig zu kurz geraten"- egal, wir waren da. Wir ja, die Koffer, wie berichtet nicht . Nach gefühlten 1000 Zetteln, die auszufüllen waren, ohne Koffer,und mit nunmehr einigen Stunden Verspätung, was hieß, dass nun auch die Fähre nach Pico weg war, rief ich Frank an....Der schickte Hilfe, Thierry ein unglaublich freundlicher Taxifahrer, der uns zum Hafen brachte. Er erzählte uns von dem großen Vulkanausbruch, von seiner Flucht nach Amerika und ich konnte nicht glauben, dass es ein so sattes Grün geben konnte und so unglaubliche Blautöne des Atlantiks, als ich aus dem Fenster sah.
Am Hafen stand dann Frank mit einem kleinen Boot, das uns anstelle der Fähre nach Pico brachte. In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht solch eine Luft gerochen und in dieser Klarheit Farben scheinbar das erste Mal wirklich "g e s e h e n", mit allen Sinnen. Es war unbeschreiblich schön. Plötzlich schrie meine Tochter auf, neben unserem Boot schwammen Delfine- Rundkopfdelfine sagte Frank, ich glaube wir haben beide geweint- der erste Traum wurde so schnell Wirklichkeit.
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Frank vermietete uns eine Unterkunft mit Blick auf den Pico, von Wolken umhüllt, ein kleines, uraltes Auto - und wir waren einfach nur glücklich. Kaputt von der Reise- aber glücklich. Bereits am nächsten Morgen wollten wir uns in der Station von Pico Sport treffen und einen Ausflug zu den Walen machen. Er half uns mit T-Shirts aus und erklärte uns, das die Koffer schon unterwegs seien..er kenne das, die kämen eigentlich fast nie gleichzeitig mit den Gästen an....na ja eine Zahnbürste habe ich immer in der Tasche und ein Notfallset...schließlich gehört Globetrotter zu meinen Lieblingsläden in Berlin!
Das, was wir in den nächsten 2 Wochen erlebten war atemberaubend. Die Insel hat eine Ursprünglichkeit, eine Schönheit, die keine Wünsche offenlässt. Wunderschöne Blumen, versteckte Buchten, der Blick vom Pico, Hortensienhecken und Wale, die in der Bucht bliesen...
Wir erkundeten jeden Winkel der Insel und mit Frank das Meer. Studenten der Meereskunde fuhren auf den "intimen" Ausfahrten mit und erklärten die unterschiedlichsten Sichtungen der großen Meeressäuger. Man konnte, wenn man wollte und sich an die Regeln hielt, mit Delfinen schwimmen, die sehr scheu sind. Unter Wasser hört man ihre Unterhaltungen, ein kleines Delfinjunges schwamm eine Weile mit mir und schaute mich neugierig an. Dann kam die Mutter zurück und sie verschwanden unglaublich schnell im unendlichen Blau. Der Steuermann sah meinen verträumten Blick und ich erzählte ihm von den Klicklauten, die das Kleine ausgestoßen hat und er sagte mir, das hat Dich sicher nach Deinem Namen gefragt...das Dauergrinsen in meinem Gesicht hielt noch lange an...für meine Tochter und für mich ist jetzt klar....Atlantis wurde gefunden.

