Am 7.September begann diese Reise, die ich Magic Journey nenne, denn die Eindrücke, die sie hinterließ, sind unauslöschlich in mir.

Wir flogen von München aus nach Washington und von dort weiter nach Albuquerque, New Mexiko. Mit dem Mietwagen ging es dann weiter nach Santa Fe', ins Qualitiy Inn.

Am nächsten Morgen, in Santa Fe', hatte ich die erste Begegnung mit Indianern. Es war ein Markt aufgebaut, bei dem alle möglichen Schmuckgegenstände und Ketten angeboten wurden. Eine alte Frau berichtete mir, dass sie diese Teile alle selbst fertigte. Santa Fe' ist eine recht turbulente, touristische Stadt, in der es prächig bemalte Fassden an den Häusern gibt, und einen Marktplatz, an dem es bunt und laut zugeht, und es gibt leckeres mexikanisches Essen.

Tag 2: Der erste Ausflug führte zu TENT ROCK, bizarre, steil nach oben gerichtete Felsformationen, die stolz und majestätisch in der Landschaft stehen. Hier sind wenige Touristen anzutreffen, und der Platz eignet sich sehr gut, um die Verbindung mit dieser heiigen Erde durch ein kurzes Innehalten herzustellen. Heiliges, geliebtes Land der Indianer, die hier so präsent sind. als wäre die Zeit stehen geblieben, wie noch an vielen anderen Stelle der Reise.

Zwischen den einzelnen Stationen der Reise lagen Entfernungen zwischen 200 und 500 km.

Tag 3 und 4: Nun stand die Weiterfahrt zum Nationalpark MESA VERDE in Colorado auf dem Plan.

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Schon von weitem konnten wir das Plateau sehen. Eine breite, gut befahrbare Straße führt über 600 Meter hoch in den National-Park, der von Rangern streng bewacht wird. An den Hängen stehen Nadelbäume, insgesamt ist der ganze Nationalpark MESA VERDE dicht bewaldet. Ich sah immer wieder Kojoten, die herumstreifen, auch Dutzende Geier zogen ihre Kreise über den steilen Tälern. Unser Ziel war der Grüne Tafelberg, mit seinen, in den Stein gehauenen Behausungen der ANASAZI, indianischer Ureinwohner. Einige dieser Bauten sind nur über Leitern erreichbar, wie etwa das Cliff Palace, oder das Square Tower House. Ranger begleiteten und führten die Gruppen. An den Felsen huschten kleine Erdhörnchen umher, und fraßen, was manche Touristen ihnen zuwarfen.

Ich stand an einem "Balkon", einer Aussichtplattform, von der aus man das Square Tower House sehen konnte, und das weite, zerklüftete Tal gut überblicken konnte, und war einmal mehr fasziniert und sprachlos. Es war total still, nur die Rufe der Geier waren zu hören. Die Schluchten im Park sind teilweise bis 40 Meter tief. Die Wege im Park sind gut zu begehen, und alle Wege, die über Leitern hoch oder herunter zu klettern sind, sind nur in Begleitung erlaubt und abgesperrt.

 


Tag 5: Abfahrt nach Kayenta, Utha, zum Monument Valley.

 

Unterwegs hielten wir in HOVENWEEP, einem riesigen natürlichen Kräutergarten, in dem einst nur Frauen wohnten und lebten. Auf dem ganzen riesigen Platz wachsen heute noch Kräuter, vor allem Salbei "Withe Sage", der zum Räuchern verwendet wird. Die Luft ist voll mit diesem Duft. Die Landschaft gleicht einem großen Beet. In den Wänden der Felsen, die man erst sehen konnte, als man ein Stück lief, waren die Behausungen der Bewohner gehauen. Es war heiß und sonnig, und manch ein Salamander huschte über den Weg, von uns aus seiner Ruhe aufgeschreckt. Hierher verirren sich nur einzelne Touristen.

Es war später Nachmittag, als wir beim MONUMENT VALLEY ankamen. Unser Hotel befand sich in Kayenta.

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Ab etwa 20 km Entfernung zog uns Monument Valley in seinen Bann. Nirgendwo sind Indianer präsenter. Auf dem Weg zum Monument steht auf der linken Seite ein Fels, der wie ein Indianer, ein Wächter des Platzes aussieht, und man fühlt sich von ihm beobachtet. Es war für mich wie eine Reise in meine Heimat. Wie durch eine Schleuse gelangt man dann, vorbei an Hütten, in denen Indianer Schmuck und Touri-Artikel anbieten, zu den Riesen.

Je näher wir den Monolithen kamen, desto magischer wurde es. Wenn man diese Felsformationen auf Bildern sieht, sieht alles ziemlich normal aus. Steht man aber mitten drin in der Landschaft, in der diese Felsriesen sind, will man einfach nur stehen, staunen, bleiben und horchen. Wer hier denkt, er könne zu Fuß gehen, irrt sich gewaltig. Die Massive der Monuments liegen kilometerweit auseinander, und tiefe ehemalige Bauchläufe graben Furchen, die oft mehrere Meter breit sind, in den Boden. Es war fast windstill, und etwa 28 Grad warm. Wir bereiteten uns auf die Beobachtung des Sonnenunterganges vor und blieben, bis es fast dunkel war.

 


Am nächsten Tag fuhren wir wieder zum gleichen Platz. Noch einmal ließen wir uns einfangen von der Mystik, von der lebendigen Vergangenheit, von der Energie der Indianer, die dort noch genauso vorhanden ist wie vor 1oo Jahren. Wir blieben den ganzen Tag, bis zum Abend, wieder, um das Schauspiel der untergehenden Sonne und den Lichtformationen, die dadurch ausgelöst werden, zu staunen. Wir lachten, tanzten und trommelten miteinander.

 

Wir unterhielten uns mit den Indianern, die heute noch dort leben, erfuhren ein wenig von den heutigen Umständen, und sahen in manch einem Gesicht Trauer und Wehmut.

Es gibt im Umkreis von etwa 40 km um das Reservat keinen Tropfen Alkohol zu kaufen, und das allein spricht Bände.

Tag 7 und 8: Weiterfahrt zum CANYON DE CELLY, Arizona

Unterwegs durch den Bundesstaat Arizona hingen wir den Bildern und Eindrücken der vorangegangenen Erlebnisse nach und waren dem entsprechend still.

Unser Hotel in Chinle war eine von Navajo-Indianer geführte, sehr ansprechende Unterkunft. Am Canyon de Chelly gibt es nur von Navajo Indianern geführte Touren oder die Möglichkeit, mit Pferden in den Canyon zu kommen.

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Der Canyon führt heute noch Wasser, und sobald Regen einsetzt, verwandelt sich die Straße in ein Sand- und Schlammfeld, aus dem man schlecht wieder heraus kommt. Wir fuhren also auf einem Jeep in den Canyon hinein, bis du der Stelle, an der der Canyon zu Ende war, und an der Soldaten die Indianer, die damals im Canyon lebten, in die Enge getrieben hatten, und alle brutal ermordeten.

Das Withe House ist eine weitere in Stein gehauene Wohnlandschaft, in der ehemals Vorfahren der Indiander lebten. Unser Guide erklärte uns, dass noch immer Indianer im Canyon leben und das Land bewirtschaften.

Auch hier war wieder diese lebendige Energie der Indianer zu spüren. Wir waren gut durchgeschüttelt, durstig und staubig, und freuten uns nun auf einen Abend im Hotel.

 


Tag 9 und 10 : Weiterfahrt zum GRAND CANYON, Arizona

 

Inzwischen sind die langen Autofahrten sehr gut auszuhalten. Wir fuhren nach Williams. Der Ort liegt an der legendären Route 66, dem entsprechend viele Harleys begegneten uns auf der Strecke. Auch am Hotel in Williams standen Dutzende dieser chrompolierten Maschinen. Williams erinnert sehr an Cowboy- und Westernzeit. Es gibt Saloons, Bars, die Fassaden der Häuser sind traditionell im Westernstil. Auch die Läden sind typisch. Hier einer mit Cowboyhüten, dort einer mit Sätteln und Waffen usw. Wir bummelten ausgiebig durch dieses beschauliche Städtchen, in dem im Sommer einige Festivals und Motorradtreffen stattfinden, zu denen sich Fans aus der ganzen Welt einfinden.

Am nächsten Morgen ging es zum Grand Canyon. Hier herrscht wieder buntes Treiben. Ich glaube, es gibt keine Zeit, an der keine Touristen hierher kommen. Mit Recht, denn das Naturschauspiel, das wir hier zu sehen bekamen, sucht seinesgleichen. Bei unserem ersten Stopp stand die Sonne hoch am Himmel und die Felsformationen des Canyon prästentierten sich uns in leuchtenden rotorangen Tönen. Jedes Mal, wenn man sich einen Moment einer anderen Stelle zuwendet, sieht alles völlig anders aus.

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Das Lichtspektrum ist unbeschreiblich vielfältig. Das Spiel der Elemente Licht und Stein zeigt sich in allen Facetten. Licht- und Schattenreflektionen, dann wieder Regenbogen, zeitweise drei übereinander über einer für mich absolut heiligen Landschaft mit all den Tempeln im Gestein, die irgendwie aus dieser Welt sind, und irgendwie auch nicht. Ich staune wieder und bin einfach nur sprachlos und dankbar, hier sein zu können.

Der Verstand kann dies hier nicht erfassen, aber der Geist und der schweigt über dieser Pracht. In mir war Frieden und Glück.

Wieder bleiben wir bis zum Abend, um dem Schauspiel des Sonnenunterganges beizuwohnen. Wir vergessen Zeit und Raum, sitzen einfach nur auf dem von der Sonne gewärmten Boden und betrachten still, was sich da vor uns zeigt. Keiner der Anwesenden spricht ein Wort. Jeder ist gefangen von dem, was mit Worten kaum zu beschreiben ist. Gigantische Licht- und Schatten, der rote Feuerball am Horizont, der sich senkt, und uns in Verzückung erschaeurn lässt. So etwas gewaltig schönes habe ich noch nie vorher gesehen. Jede Minute änert der Canyon sein Gesicht, wo vor einem Moment noch ein roter Fels war, entsteht durch Licht plötzlich ein Tempel, eine Statue, ein Gesicht, und es ändert sich ständig. Staunen ist nicht das richtige Wort, es ist einfach Verzückung ob der Natur.

 


Tief beeindruckt fahren wir zurück nach Williams, ins Hotel.

 

Tag 11: Weiterfahrt nach Las Vegas

Heute gehts in die Glitzer- und Glimmerstadt, die schon so manch einen unglücklich und arm gemacht hat, und dem anderen Reichtum und eine schnelle Eheschließung gebracht hat.

Auf dem Weg nach Las Vegas sehen wir fast nur Wüste und karge Landschaft. Wir kamen kurz vor Las Vegas an einem riesigen Stausee vorbei, der all das Wasser des Umlandes für Las Vegas abzieht, sodass nur trockene, staubige Wüste zurückbleibt. Direkt beim Stausee ist eine riesige Touristenattraktion entstanden: ein Mega-Parkhaus, um das man nicht herum kommt, wenn man sich dort umsehen will, viellicht an der Mauer des wirklich gewaltig großen Stausees zu laufen. Außerdem führen direkt zu dem Gebäude, in dem Cafes, Restaurants und Eisdielen untergebracht sind, riesige Hochspannungsleitungen. Dem entsprechend "geladen" sind auch viele Besucher dort. Einige bekamen sich ohne ersichtlichen Grund ganz plötzlich in die Haare und stritten wild drauf los.
 

In Las Vegas angekommen, parkten wir in einer der unzähligen Tiefgaragen und machten wir uns auf in die Casinos. Es war noch hell, doch, als wir erst mal im Gewirr der einarmigen Banditen, klingenden Automaten und hoffnungsvoll dreinbklickenden Spieler in den Spielhöllen eingetaucht waren, vergaßen wir schnell die Zeit.

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Man kann von einem Hotel zum anderen, von einem Casino zum nächsten, ohne die Straße betreten zu müssen. Alles scheint irgendwie miteinander verbunden zu sein.

Nach einigen Stunden klingelten unsere Ohren, und wir mussten diesen schrillen Ort wieder verlassen, denn unsere Reise ging weiter, wir wollten nach SAN FRANCISCO fliegen.
 

In SAN FRANCISCO angekommen, und mit neuen Leihwagen ausgerüstet, gings Richtung GOLDEN GATE BRIDGE. Für mich war und ist dies wirklich ein Tor. Es erschien mir, als wachen Engel am Anfang und am Ende der Brücke. Sie trägt den Namen zu recht.
 

 


Wir hatten nun die längste Autofahrt vor uns.

 

Unser Ziel war einer der Heiligsten Berge dieser Erde: der MOUNT SHASTA in Kalifornien.

Vorbei an immer wechselnden Plantagen mit Pfirsichbäumen, Ananasfeldern, Orangenbäumen usw. fuhren wir durch die Früchtekammer der Staaten. 

Shasta City, mit dem angenehmsten Hotel der ganzen Reise, erreichten wir am Abend. Dieses Hotel war wie ein Riesen-Blockhaus, strahlte gelassene Gemütlichkeit aus, und wir fühlten uns sofort wohl. Es kann auch sein, dass dies an der Umgebung, den Bergen, dem Wald und dem erfrischenden Klima dort lag.

Noch am gleichen Tag fuhren wir den Mount Sahsta hoch, er ist etwa 4400 Meter hoch. Weit über der Baumgrenze befinden sich mehrere Parkplätze, und wir fuhren so weit es ging, hoch.

Wie soll ich das in Worte fassen? Es war, als lebt jeder Stein, jeder Grashalm, jeder Busch noch intensiver als wir es kennen. Alles war viel lebendiger, und offener. Wir blieben schweigend in dieser liebevollen Energie, ließen uns einhüllen in tiefen Frieden und blieben, bis die Sonne längst untergegangen war.

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Tag 12 und 13:
 

Am nächsten Morgen stand ein Bummel und freie Zeit auf dem Plan. So erkundeten wir Shasta City. In liebevoll eingerichteten Cafes aßen wir selbstgebackenen Kuchen und tranken Kaffee.

In Shasta City gibt es einige Läden, in denen Bergkristalle, mit einem Meter Durchmesser auf ihren neuen Besitzer warteten. Einer der Ladenbesitzer sagte, jeder der anwesenden Steine sucht sich seinen neuen Besitzer aus, und geht nur mit, wenn es stimmig ist.

Überall gab es Serpentin in unterschiedlichen Größen, einen dunkelgrünen Stein, der vom Mount Shasta stammt, zu kaufen. Natürlich nahmen wir uns auch etwas davon mit.

Am Nachmittag war ein neuer Ausflug auf den heiligen Berg vorgesehen. Wir nahmen unsere Trommeln mit, und fuhren los.

 


Noch niemals in meinem Leben habe ich erlebt: Tausende von Schmetterlingen tanzten um unsere Autos, als wir am Fuße des Berges ankamen. Alle möglichen Farben und Formen waren darunter. Wir fuhren dementsprechend langsam. Sie begleiteten uns, bis wir auf Baumgrenzenhöhe waren. Oben angekommen, trafen wir auf weitere Touristen, die aud Spanien, der Türkei, aus Kanada und Deutschland, wie wir, den Heiligen Berg besuchen wollten. Wir waren sofort eine große Gruppe, wir sangen, trommelten miteinander und blieben wieder bis spät abends.

 

Dieses Gefühl, dass man beobachtet wird, von absolut liebevollen Wesen, die sich in jedem Stein, jeder Blume, einfach überall, verstecken, blieb die ganze Zeit präsent. Alle, die dort waren, hatten die gleichen Empfindungen, jeder auf seine Weise. Alle waren sich einig, dass dies ein wirklich magischer Berg ist.

Auch der Ort unterhalb des Vulkans Mount Shasta ist besonders friedlich. Ich glaube, wenn ich jemals einen Ort in den Staaten auswählen wollte, um dort zu leben, dann wäre es Shasta City.

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Nur wer selbst schon dort war, kann vielleicht nachvollziehen, was ich meine mit dieser besonderen Energie. Es ist, als wohnt alle Liebe in diesem Berg.
 

Unsere Reise, unser Magic Journey geht dem Ende zu. Noch ein letztes Frühstück im wirklich empfehlenswerten Hotel Best Western Tree House, dann sollte es heimwärts gehen.

Bepackt mit Erlebnissen, die einmailig waren, mit Souvenirs und mit guter Laune starteten wir zu unserer Rückfahrt nach San Francisco.
 

Es blieb leider keine Zeit mehr, eine Fahrt mit den berühmten Cable-Cars zu unternehmen.

Der Heimflug war angenehm, und wir landeten am Morgen des nächsten Tages wieder in Deutschland.
 

Fazit:

Sobald ich Zeit habe, mache ich noch einmal eine Reise, etwa die gleiche Route, diesmal plane ich allerdings mehr Pausen ein. Mindestens 3 Wochen braucht man, um alles in Ruhe genießen zu können.


 

Was mich am meisten überrascht hat, war, dass alles in den Staaten, egal, ob wir in einem Hotel waren, oder einen Leihwagen mieten wollten, bar zu zahlen war.