Juni 2008
Kanada – Vancouver
6.6.2008
... 7.00 Uhr morgens – Industriegebiete, unerwartete Anblicke urbaner Randgebiete in den frühen Morgenstunden – nahezu menschenleer ... dennoch; sehr sauber, aufgeräumt, aber eben unerwartete Eindrücke, das städtisches Leben sich wohl weltweit mit verschiedensten Aspekten, Licht und Schatten entwickelt - puh, was für Gedanken am frühen Morgen – verwirrte Müdigkeit? oder der Beginn des Versuches, nichts zu verpassen, aufzunehmen, aufzubewahren, festzuhalten – Urlaubseindrücke von einem Flecken auf der Welt, wo mich bisher nichts hingezogen hat, wovon mich erst meine Mitreisenden überzeugten ... und, es sei vorweggenommen, in dessen Loblied ich nun, danach, ungehemmt einstimme:;... Vorort-Wohn-Schlafgebiete im Moment... ; flüchtige Gedanken, wie unterschiedlich die eigene Wahrnehmungstoleranz in verschiedenen Urlaubsdestinationen ist - ... das Stadtbild wandelt sich, wird städtischer, großstädtischer, belebter, erwarteter ... Glashochhäuser ... allmählich kommt man an im „Urlaubsland“ Kanada ... Freundlichkeit allerorts (bis zum Ende der Reise werde ich immer wieder überrascht, manchmal gar überfordert sein, das immer zuerst nach dem eigenen Befinden gefragt wird – und sei es allemal nur eine Floskel, es wird auf Antwort gewartet...)
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... jetzt hochhausübersätes Business-Wohnviertel Vancouvers ... beeindruckend wie immer in solchen großstädtischen Bereichen ... vorbeiziehende Momenteindrücke vom Bus aus...
... Chinatown, so anders, so verlockend (erst später erfahren wir, das dieses Chinatown im Wesentlichen nur noch touristisch ist, da die große Zahl Asiaten, die uns bereits aufgefallen ist, in einen anderen Stadtteil ausgewichen ist – nun, in diesem Moment, da wir uns mitten in Chinatown befinden, wirkt's gar nicht so, sondern beeindruckt uns durchaus mit seiner Fremdartigkeit)...
... Altstadt „Gastown“ – Kneipenviertel – im Regen, 8.30 Uhr morgens ... dennoch Ahnung möglicher gemütlicher Abendatmosphäre ... diese Stadtviertel stehen ob ihrer teilweise altertümlich anmutenden Architektur und Sehenswürdigkeiten laut Tourguide unter Denkmalschutz und werden als „Birthplace“ = Geburtsort Vancouvers angesehen ... doch plötzlich, scheinbar übergangslos: die Gegenwart ... modernes Hafenviertel, Terminal des vollautomatischen Sky-Busses, IMAX-Kino, Hotels, Einkaufsstraßen ... doch da, mittendrin: das älteste Hospital der Stadt in altehrwürdiger britischer Backsteinbauweise viktorianischer Zeit... - ...der Kopf rattert, arbeitet; was kann, sollte, will man noch selbst ansehen; sich wohin selbst treiben lassen ... „Yaletown“, modernes Wohngebiet mit Freizeitangeboten, Restaurants, Kneipen ... Wohnhochhäuser überall, aufgeräumte Atmosphäre, Geschäfte, Praxen ... Brücken ... Yachthäfen ... und endlich reißt die Wolkendecke auf; die Skyline Vancouvers ragt vor uns auf...
... jetzt mittendrin eine Art gehobener Wohnvorort, kleine Einfamilienhäuser, dicht gedrängt auf dem Weg zum anschließenden Villenviertel; dort eine Art skurriles „Lebkuchenhaus“, ganz schief, gebogen, exzentrisch, anders, charmant, Blicke herausfordernd, auf sich ziehend ... und ausnahmslos die hier offenbar typischen Holzhäuser – gebaut, aufgebaut auf Holzgestellen, aus Holzplatten zusammengefügt, dann die Fassade aus Holz oder auch mit Steinoptik über dem Holz verkleidet – vermutlich sehr hellhörig für die Bewohner, doch passend in dieser holzreichen Gegend ... selbe Bauweise auch im angrenzenden Villenviertel, hier aber auf großen Grundstücken; die Außenfassade oft scheinbar steinverkleidet, Prestige, Schein ... später unterwegs werden wir sehen, das außerhalb der Großstädte die Grundstücke ob der unvorstellbaren Weite des Landes großzügiger, verschwenderischer sind.
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... unglaublich in Vancouver ist jedoch die soeben erteilte Information, das diese Stadt auf einer tektonischen Falte liegt, die bei Bewegung voraussichtlich ein Erdbeben der Stärke 9 verursachen wird ... irgendwann ... folgerichtig werden also seit einigen Jahren Brücken und Hochhäuser erdbebensicher gebaut; steht das erdbebensicherste Haus der Welt? in Vancouver – unglaublicher Kontrast zur Leichtbauweise der Einzelwohnhäuser...
... Zwischenstopp in einer Markthalle auf „Granville Island“ – ein sehr charmantes Freizeitviertel unter einen Autobahnhochstraße mit Kunstgalerien, Kindbereichen, Einkaufsmöglichkeiten, welches aus einem alten Industrieviertel inmitten der Stadt entstanden ist ... Markthallen dieser Art mit den Obst-, Gemüse-, Bäckereiständen etc. sind weltweit immer verführerisch, verlockend, liebenswert ... das Angebot lockt; die Wonne eine Entscheidung zu treffen, womit man sich sofort verwöhnen möchte...-...
10.45 Uhr ...
die Stadt ist bevölkert, geschäftig, unterwegs...
... mitten in der Stadt eine betagte Dame auf der Suche nach ihrer Brille in der Handtasche, auf einer Bank sitzend ... aus Bronze ... unbeschwerte Lebensfreude ausstrahlend…
... Stanley Park: Stadtpark von Vancouver auf einer Insel in der Meerenge zwischen Vancouver und Nord-Vancouver ... vor uns einer der zahllosen großen Yachthafen dieser Stadt am Meer im Angesicht der Berge ... wir erfahren, das Vancouver 16 Inseln hat ... Seevögel watscheln ungerührt vor dem Bus auf der Straße umher; selbst hier im dichtbesiedelten Teil Kanadas reiche, unbekannte Tierwelt, mit der wir erste Erfahrungen machen – zwei Tage später geraten wir noch ganz aus dem Häuschen, als wir in den Bergen Nordvancouvers angstfreie Eichhörnchen und Erdmännchen, die nicht gleich weghuschen, erleben; nach weiteren zwei Wochen inmitten der Natur der Rocky Mountains zücken wir den Fotoapparat noch nicht mal mehr für Elche, welche die Straße überqueren...
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... Totempfähle vis á vis der über die Meerenge getrennten Skyline Vancouvers, auf der anderen Seite die wolkenverhangenen Coast Mountains (Küsten-Berge) Nordvancouvers
... unbekannte, ungewohnte Kunst mit Naturmaterialien; beeindruckend in ihrer Größe, Andersartigkeit ... runde, einfache symbolhafte Figuren, Darstellungen...
... mehr als 34 indianische Sprachen in British Columbia, mehr als 240 Nationen – teilt die Informationstafel mit...
... und da, schon wieder eine Bronze-Dame, diesmal mit Badeanzug und Taucherbrille auf einem Stein am Meeresrand am Stanley Park sitzend; davor ein ehemaliger kanadischer olympischer Bronzemedaillengewinner auf ewig in bronzener Läuferpose verharrend ... lässige, entspannte Lebenswahrnehmung...
... Sonne am Nachmittag ... Vancouver zu Fuß „erwandert“, erkundet ... Gastown, Chinatown, Waterfront mit Hafen-Zentrum; versehentlich Exkursion zu Fuß in den Untergrund unter den Hafen, in die An- und Abladezonen der Kreuzfahrtschiffe – uns wurde etwas mulmig, als sich der Weg unter der Stadt immer länger hinzog; schließlich landeten wir auf der anderen Seite des Hafen-Zentrums wieder an der Oberfläche mitten auf einer viel befahrenen Straße … „puuh“...
... verschnaufend auf der Terrasse des beeindruckenden, sehr großen Hafen-Zentrums entdecken wir eine Robbe im Hafenbecken und versuchen, ihren Weg durchs Wasser so lange wie möglich zu beobachten; wir treffen sie später im Anlegebereich des Sea-Bus, der Fähre zwischen den beiden durch das Meer getrennten Teilen Vancouvers, wieder...
... IMAX-Kino mit dem 3-D-Film „Tiefsee“ besucht; ich bin ganz stolz darauf, genügend Englisch zu verstehen, um dem Film problemlos folgen zu können – ein unglaublicher, in Bild und Information nachhallender Film über Leben und Abhängigkeiten unter Wasser...
... nach 14 Stunden (einschließlich einigem „Pflastertreten“) in Vancouver begleitet uns Müdigkeit auf dem ca. 45-minütigen Weg mit dem Sky-Bus zu unserem immer noch zu Vancouver gehörenden Campingplatz ... in die Koje sinken (die Duschen waren schööön heiß, aber danach bis zum Bett ... brrr ...) ... in 5 Stunden geht’s weiter nach Vancouver Island...
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Vancouver-Island
7.6.2008
... 6.30 Uhr - sehr kurze, erschöpfte Nacht; Regen ... ich hab grad gar keine Lust; früher Morgen, unfreundliches Wetter, ich bin müde! ... keine Lust, weder auf andere Menschen noch Sehenswürdigkeiten ... mal wieder Fahrt Richtung Vancouver Innenstadt um andere Gäste aus verschiedensten Hotels zur englisch geführten Tagestour nach Vancouver Island abzuholen
... tatsächlich verstehe ich trotz Müdigkeit und schläfriger Zurückhaltung den Tourguide überraschend gut ... Gäste aus Philippinen, Neuseeland, verschiedenen Bundesstaaten der USA, noch ein Deutscher etc. werden abgeholt, um mit dem aus dem französisch geprägten Toronto stammenden sehr jungen Tourguide die internationale Zusammensetzung komplett zu machen...
… das dauert so lange, das ich langsam wach werde und an der Umwelt teilnehmen kann...
... Fährüberfahrt nach Vancouver Island – Riesenfähre mit einem Fassungsvermögen von max. 2000 Menschen und 400 Autos ... Samstag morgen, ein unvorstellbares Gewusel auf der Fähre, in den Souvenirshops, den Verpflegungsstationen – eigentlich überall … die ruhige, aufpreispflichtige Lounge entdecke und genieße ich erst auf der Rückfahrt ... jetzt jedoch erstmal 1,5 Stunden Gleiten über das Meer nach Vancouver Island; in der sog. „Inside Passage“ reichen die Halbinseln von beiden Seiten nah an die Fähre heran und bieten wunderschöne mediterrane Aussichten auf Flora und Fauna – Wasser, Hügel, Wald, Berge in der Ferne, bewaldete bis ans Wasser reichende Berge...
... Vancouver Island ... Sonne, blauer Himmel, Schäfchenwolken, warm…
... Butchart Garden: mehr als 100 Jahre alter, ursprünglich privater Garten in einem ehemaligen Steinbruch, der über die Jahre größer und größer und beeindruckender wurde ... ein Blütenmeer in Farbe, Größe, Formen, Arten ... sehr ansprechend; überwältigend wenn man anfängt die Ausmaße zu erahnen ...Begeisterungsausrufe der Besucher umher, denen wir uns anschließen ... und ich bin beeindruckt von der Professionalität, der Freundlichkeit des Personals, dem Service...
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Freundliche Professionalität wurde uns eigentlich immer überall entgegengebracht – ja, es sind Urlaubsorte, die davon leben, die Gäste zu beeindrucken und zu umsorgen ... dennoch die unaufdringliche Freundlichkeit war wohltuend – und ich grübel noch darüber nach, ob es mich beeindruckt hat, weil ich zwischenmenschliche Freundlichkeit auf der unverbindlichen Ebene des flüchtigen Kontaktes ohnehin wohltuend finde oder auch, weil es in Deutschland privat und auch im Job manchmal etwas verärgert, das Freundlichkeit – in beide Richtungen – so oft gar nicht mehr vorhanden ist, durch Anspruchsdenken, Gewohnheit – was auch immer – ersetzt wurde...
Doch nun, der nächste Reisehöhepunkt: „Whale-Watching“ (Wal-Beobachtung) auf Vancouver Island – Wow!…
… es sind nicht unbedingt die Wale, die mich beeindruckt haben – sicher ist es spannend, auf den ersten Augenschein zu warten, die Unsicherheit, ob wir überhaupt Wale sehen werden; darüber nachzudenken, ob die Wasserfontäne mitten auf der See eine Bedeutung haben – ein Wal sein könnte; die erste gesichtete Flosse, mehr Flossen; schließlich endlich schwarz-weiße Schatten im Meereswasser ... und mit etwas Glück taucht ein Walkopf, eine Schwanzflosse oder als Höhepunkt das ganze große Tier auf, um sich eindrucksvoll wieder ins Wasser zu schmeißen ... ein wunderbarer Moment...
… wirklich phantastisch aber war die Zodiac-Schlauchbootfahrt, die wir angesichts des Unbekannten und in Bedenken über das dann doch prächtige, jedoch noch launische Wetter fast nicht angetreten hätten ... rasende Fahrt fast über Wellen fliegend, in Wellentäler plumpsend, springend, abhebend; sprühende Gischt im Gesicht und über den knallorangen Ganzkörperschutzanzug...
... Zeit für sich selbst; Zeit zum Genießen; Zeit, sich aus der Kommunikation zurückzuziehen, in seinen eigenen Gedanken und Wahrnehmungen zu versinken, anzukommen...
... Lounge auf der Fährrückfahrt für 10 Dollar (7,50 Euro) extra ... Snacks, gemütliche Sitze, Platz, Ruhe ... erfolgreich dem Trubel der Menschenmassen entzogen...
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Vancouver
8.6.2008
... wieder nach Vancouver unterwegs ... mit Sky-Train („Himmelszug“) zum Sea-Bus („See-Bus“)-Fährterminal im Mountain-Bus („Berg-Bus“) zur Capilano-Hängebrücke in den Bergen und Wäldern Nord-Vancouvers ... und so bewegen wir uns vom Himmel über die See auf die Berge dieser Stadt zu…
... Sonntag vormittag: je näher die City, desto mehr Betrieb, Menschengewusel im Sky-Train...
... bei Vertiefung in die schriftlichen Betrachtungen der vergangenen Tage fällt mir zweierlei auf: zum einen, wie viel wir in nur zwei Urlaubstagen in Vancouver – nicht erlebt, nein – wahrgenommen, kennengelernt haben und zum zweiten, das wir in Vancouver sehr viele Menschen asiatischer Abstammung gesehen haben – Touristen, Verkäufer, Business-People etc. ... - ... der ungewöhnlichste Anblick für mich waren jedoch die indischen Sikhs aus dem Punjab mit ihren Turbanen und Kindern mit enger, am Hinterkopf zu einer Art Dutt aufgedrehten schwarzen Kopfbedeckung...
... Asiaten waren auch auf unserem weiterem Weg durch West-Kanada immer in reichlicher Anzahl um uns herum; das wohl bizarrste Erlebnis in diesem Zusammenhang hatten wir aber bereits am ersten Tag nach der Ankunft: ... endlich nach scheinbar endlosem Flug im flughafennahen Hotel des Stadtteils Richmond angekommen, erfuhren wir am frühen Vormittag, das unsere Zimmer erst ab 16 Uhr zur Verfügung stünden. Auf unsere Nachfrage, wie wir denn die vor uns liegenden Stunden bis zur Zimmerverfügung überbrücken könnten, wurde uns mitgeteilt, wir könnten doch mit dem Bus ins Richmond-Einkaufscenter fahren. Mangels besserer Ideen nahmen wir uns dies vor, meisterten alle Herausforderungen des Busfahrens im noch fremden Umfeld: vom Warten auf der falschen Straßenseite bis hin zu fehlendem Kleingeld für das Ticket – um schließlich am ersten danach aussehenden Center aus dem Bus zu stürmen ... wir landeten: ... in Asien.
Ein rein asiatisches Einkaufscenter, sehr gediegen, übersichtlich, ruhig mit asiatischen Schriftzeichen und außer uns ausschließlich asiatischer Kundschaft.
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Der Hunger trieb uns in die obere Etage, wo wir uns mit den Herausforderungen eines asiatischen Fast-Food-Bereiches konfrontiert sahen.
Verschiedenste Angebote asiatischer Küche, die wir nicht wirklich zuordnen konnten, die Speisekarte quasi in Form von Bildern mit asiatischer Schrift an den Glastresen aufgebracht, schafften wir es mit Hilfe der Bilder und blindem Vertrauen in die Verkäuferinnen, ein schmackhaftes und überaus preiswertes Essen zu erstehen. Ein wunderbares, skurriles, erinnerungswürdiges Erlebnis, über das wir noch lange ein bisschen stolz und ein bisschen darüber grinsend erzählen werden.
Nachdem wir dann doch noch das „richtige“ Einkaufscenter gefunden hatten, erste Einkäufe getätigt hatten – just als wir uns gegenseitig dazu beglückwünschten, der Shopping-Verführung (vermutlich unserer Müdigkeit geschuldet) nicht erlegen zu sein, betraten wir einen Sportsachen-Laden und stürzten uns auf die ersten T-Shirt-Erwerbungen unseres Kanada-Aufenthaltes, denen wir in den folgenden Wochen noch zahlreiche hinzufügten – nahmen wir unser Abendessen in einem typisch – so wie man es sich halt nach Film und Fernsehen vorstellt – amerikanischen „Diner“ in Hotelnähe ein. Trotz aller Müdigkeit gefiel uns dies sehr und die Portionen, nun, nach der Devise, viel und fettig; aber sehr schmackhaft.
... mit Sonnenbrand an der einzig am Vortag beim „Whale-Watching“ nicht bedeckten Stelle – im Gesicht - sind wir nun also mit verschiedensten Nahverkehrsmitteln des sehr gut ausgebauten Nahverkehrsnetzes Vancouvers zur ältesten Hängebrücke in den die Stadt umliegenden Bergen unterwegs...
... 10.50 Uhr – es regnet noch ... Berge sind höchstens hinter den Wolken und dem grauen Wetter zu erahnen...
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... „Capilano Suspension Bridge“ – Capilano Hängebrücke über einer Schlucht mit anschließendem Holzweg durch die Baumwipfel ... regnerisch-romantische Stimmung, die Waldluft duftet nach Regen und fühlt sich ganz besonders an ... wir haben die tiefe Schlucht auf der nicht unerheblich schaukelnden Brücke überquert und sind schließlich auf Holzstegen und weiteren Hängebrücken-Systemen durch einen beeindruckenden Regenwald und seine Baumwipfel gelaufen...
... im Souvenirladen wunderbare indianische Lederarbeiten – ganz weiches, helles Leder ... wunderschön ... rührt diese romantische Begeisterung für diese wunderbaren Sachen wirklich nur von den Indianergeschichten unserer Kindheit? ... und natürlich konnte ich meiner alten Schwäche, ständig Geschenke, Aufmerksamkeiten, Überraschungen für andere zu sehen und zu erwerben, zumal in diesem so liebevoll eingerichteten Souvenir-Shop, nicht widerstehen...
... Harbour-Centre - „Hafen-Zentrum“ im „Look-over-Vancouver“-Restaurant in 167 m Höhe ... Vancouver nun tief unter uns bei exquisitem Essen in edler Atmosphäre an uns vorbeigleitend (eigentlich passt unsere schon arg strapazierte Touristen-Tageskleidung nicht wirklich hierher, aber sei es drum) ... wieder wird deutlich, das die Straßen sich schnurgerade in einer Art Schachbrettmuster durch die Stadt ziehen, dank einer strahlenden Abendsonne können wir die ganze Stadt bis auf den hinter der Meerenge liegenden Teil sehen...
Zwischenfazit Vancouver: Ich glaube nach nur drei Tagen verstehen, erahnen zu können, warum diese Stadt bereits mehrfach zur lebenswertesten Stadt auf dem Globus gewählt wurde (nicht das ich vorher überhaupt gewusst hätte, das es solche Wahlen gibt). Trotz des häufigen Regens (wie uns immer und immer wieder bestätigt wurde, regnet es wohl etwa die Hälfte des Jahres – so zumindest der gefühlte Eindruck der Bewohner) ist es eine bezaubernde Großstadt, die trotz all der vielen Möglichkeiten, Angebote, Verschiedenartigkeiten schnell beherrschbar, vertraut wirkt; vertraut wirkende Wohlfühlmöglichkeiten birgt...
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... zurück auf dem Campingplatz fällt uns aufgrund eines „Neuzuganges“ wieder auf, was für riesige Wohnmobile, fast fahrende Wohnhäuser hier herumstehen ... wir sollten noch viel unglaublichere Gefährte in den nächsten Wochen sehen ... Eigenheime auf Rädern ... zum Ende unserer Reise hatten wir die Möglichkeit, solche RV 's von innen zu sehen – sehr großzügig, nobel, vorstellbar als Wohnalternative... wir hatten beim Abholen unseres Reisegefährtes mit 8,80 m Länge und 2,50 Meter Breite eigentlich gedacht „huch, der ist aber lang und breit und ... überhaupt - groß“ … später benutzten wir ihn dann aber fast wie ein Auto, das uns zu den Natursehenswürdigkeiten der Rocky Mountains brachte – in der „Touristenklasse“ war er tatsächlich einer der Größten, doch im Vergleich zu einigen „Motorhomes“ auf den Campingplätzen war er unvorstellbarerweise winzig, gar bescheiden...
Camping
Camping muss man wirklich wollen und mögen, denn trotz aller Größe der Motorhomes in Kanada nimmt man immer am Leben Anderer teil und sei es nur anhand der Geräusche. Man teilt sich die Sanitäreinrichtungen mit vielen oder wenigstens mit der eigenen Familie im engen Bereich des eigenen RV's, hört immer Geräusche um einen herum, ist nie wirklich für sich – neben Gesprächen, den anderen üblichen Campingplatzgeräuschen sind in Kanada die Laute fahrender, hupender Züge – vor allem des Nachts – nicht zu unterschätzen (da begreift man die Wortbedeutung von „laut“ in ansonsten stiller, zurückgezogener Nacht wirklich) ... und dennoch hat Camping auch seine skurrilen, bizarren, wunderbaren Erlebnisse und Momente; gibt tatsächlich Mobilität und damit ganz viele, manchmal vielleicht auch nur flüchtige, schnelle Eindrücke…
… Abwicklung, Ankunft, Bezahlung und Einweisung auf den Campingplätzen war in Kanada immer unkompliziert – nur das eigene, vermutliche Besserwissen steht manchmal im Weg…
Es gibt so viele verschiedene Campingplatzvariationen – einerseits die straff organisierten, großen staatlichen Plätze mit bis zu 1.100 Stellplätzen beispielsweise in Banff oder über 700 Stellplätzen in Jasper (den zwei größeren und bekannten Touristenorten der Rockies), auf denen man – bei rechtzeitiger Ankunft – zwischen verschiedenen Möglichkeiten – mit Strom, mit Strom und Wasser usw. - wählen kann. Es gibt aber auch die kleinen, ganz unkompliziert betriebenen, dennoch sehr gepflegten Campgrounds, auf denen man sich selbst einen freien Stellplatz sucht und schließlich mit Geld im Briefumschlag per Einwurf bezahlt.
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Diese kleinen Plätze befinden sich oft an ganz idyllischen, zurückgezogenen Stellen, wie z.B. 2.040 m hoch in den Eisfeldern nahe des Athabasca-Gletscher, wo wir am Morgen bei der Ankunft tatsächlich noch auf frischgefallenen Schnee stießen und beim abendlichen Essen am offenen Feuer – auch das üblich auf kanadischen Campgrounds – ein immer wieder vorbeihuschendes Eichhörnchen bei der Winterbevorratung ausführlich beobachteten…
Aufgrund der Vorsaison haben wir keine Ahnung, wie es sich anfühlt, ansieht und lebt, wenn die großen Campingplätze mit Wohnwagen vollstehen – wir waren in Banff auf dem wohl größten Campground mit mehr als 1.000 Stellplätzen mit nur wenigen anderen RV´s im Angesicht wolkenverhangener, sonnenbeschienener – eigentlich ein Widerspruch, doch nicht an diesem Ort – Zweitausender überwältigt; die langen Wege durch Wald und Unterholz zur Dusche auf dem Campingplatz in Jasper waren an sich bereits eine erinnerungswürdige Situation: nach dem Duschen geraume Zeit wandernd, über Bäche springend und gefällte Baumstämme steigend auf der Suche nach dem eigenen Motorhome; natürlich hatten wir uns verlaufen ... schließlich noch die Waipiti-Hirsch-Herde inmitten unseres Duschrückweges und dann, in der Nacht, vor den offenen Feuerstellen, die am Wohnwagen vorbeiziehenden Hirsche…
… oder ganz am Anfang der Reise, auf dem Weg in die Rocky Mountains unsere erste Kanada-Camping-Nacht nach Vancouver am „Okanagan Lake“… ein riesiger See; wir sollten später noch einige andere ebenfalls riesige Seen erleben, doch dieser Erste beeindruckte uns in seiner Ausdehnung immens; ... ein riesiger See im Regenwetter und dennoch überflutet vom Abendrot – eine unglaubliche Stimmung, die nachhallt, die Bilder in der Erinnerung und dankbarerweise auf Fotos mit Farben, Stimmungen, Eindrücken hinterlassen hat, die bereits jetzt im Rückblick nicht mehr erklärbar sind. Dies alles garniert von einem fast leeren, wie immer sehr gepflegten Campingplatz unter Bäumen direkt am Wasser...
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Die Campgrounds harmonierten eigentlich immer mit ihrer Umgebung, waren mal mehr, mal weniger komfortabel – es ist manchmal etwas abschreckend, auf größeren Plätzen weite Strecken zu den Sanitäreinrichtungen, auch Toiletten zurückzulegen; man fährt ab und an hoch, wenn plötzlich die Zugsirene ertönt – wobei man sich daran tatsächlich gewöhnen kann und in der Vorsaison Stellplätze in einiger Entfernung davon möglich sind ... und dennoch: der dicht am Wohnwagen wild vorbeijagende Gebirgsfluss, der See im Abendrot, die Tierbeobachtungen ... wunderbare Anblicke, Momente...
Aufbruch – Vancouver zum Okanagan See
9.6.2008
... erste längere Fahrt mit dem Motorhome von Vancouver Richtung Hope/ Manning Park ... schnurgerade Highways bis zum Horizont ... mit zunehmender Entfernung von der Stadt wird der Gegenverkehr weniger und weniger ... entspannt-gespannte Aufbruchsstimmung
... niemand hat eine genaue Vorstellung von den Rocky Mountains, überhaupt von dem Land, der Landschaft, die wir in den nächsten Tagen durchfahren, zu denen uns unsere Fahrt führt ... Berge, deren Spitzen in den Wolken verborgen sind, sich unseren Augen entziehend, jedoch zugleich unglaubliche Wolkenformationen präsentierend; erste Wasserfälle entlang der Straße ... scheinbar gemütliches Dahingleiten über nahezu leere Straßen durch die bewaldete, grüne Bergwelt...
... Regen und empfindliche Kühle ... im strömenden Regen kurzen Foto-Abstecher zum menschenleeren „leuchtenden“ See – dem „Lightning Lake“; haben trotz wunderschöner Berg-See-Landschaft in mystischer Regenstimmung beschlossen, dem feuchten Wetter auszuweichen und weiterzufahren ... unser Haupturlaubsziel, die Rocky Mountains werden mit immer mehr Spannung erwartet, dort möchten wir ankommen ... wieder leere Straßen in hervorragendem Zustand ... noch immer entspanntes Gleiten durch die Berg-Natur...
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Weiterfahrt – Okanagan-Lake Richtung Revelstoke, Glacier-Nationalpark
10.6.2008
...nach einer alkoholgestützten Nacht – nachdem der Regen nachgelassen hatte und wir genügend Feuerholz für unsere erste Feuerstelle dieses Urlaubes zusammengesammelt hatten, unterstützt vom bei der Parkaufsicht gekauften Feuerholz, stärkten wir uns neben Nahrungsmitteln mit den noch aus dem Flugzeug mitgebrachten Alkoholika, die in Kanada wahrlich einiges mehr kosten als in unseren Landen – sind wir wieder unterwegs ... strahlend blauer Himmel, Sonne, Schäfchenwolken ganz, ganz weiß ...
... „Hot-Springs-Canyon-Resort-Campground“ – Campingplatz mit Pool aus heißen Quellen inmitten eines dichten Waldes … erstmalig befremdeten uns die Duschen, die mit Hartgeld/ Coins sozusagen extra gezahlt werden mussten, aber auch das empfanden wir später als normal sogar angenehm, reglementiert d.h. verkürzt es doch die Duschzeiten der Vorgänger – Campingplatzalltag … der Campground: landschaftlich schön (natürlich hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Naturschönheiten einiger anderer Stellplätze inmitten der Rocky Mountains erlebt und registrierten noch begeistert alles Neue); ab und an hörte man die Bahn – langes, ausdauerndes Huuupen, das Signalhorn; aber wir waren vorbereitet und hatten einen Stellplatz entfernt davon verlangt, zwei Pools mit 40° und 37° heißem Wasser, aus unterirdischen heißen Quellen gespeist... der heißere Pool ist tatsächlich so heiß, das man sehr schnell Beklemmungen bekommt und sich in 37° heißem Wasser „abkühlen“ musste... Abendessen vor dem Wohnwagen, das Feuerchen knistert, wir probieren erstmalig das erstandene Mikrowellenessen – es gibt Gelungenes und Missgriffe; fast fühlt man sich allein im Wald, die einzelnen Motorhome-Stellplätze sind dicht vom Wald umwachsen, doch hinter den Bäumen flackern andere Feuerchen ...
... zwei Tage im rollenden Motorhome Richtung Rockies ... eine Woche Urlaub vorüber ... soeben sind meine Reisebegleiter zu einem kurzen Nachtspaziergang aufgebrochen und ich genieße die Ruhe ... erstmalig seit einer Woche niemand um mich herum…
... es schleicht sich der Gedanke ein, das es für mich eine Maximalurlaubsdauer dieser Art geben könnte, irgendwer redet immer, übertönt die eigenen Gedanken, Rückzug in sich selbst oder nur mal unbeeinflusstes Wahrnehmen ist fast nicht möglich ... doch die Erlebnisse und Eindrücke der Tage überdecken diese Empfindungen, betäuben sie, so das es am Ende tatsächlich ein wunderbarer Urlaub gewesen sein wird; die Urlaubserinnerungen ebenso grandios, beeindruckend und wunderbar sein werden, wie alles, was wir erleben und sehen ... und es bleiben auch die kleinen, oft wunderbaren, manchmal schwierigeren aber immer verbindenden Momente zwischen Menschen, die zusammen unterwegs sind, zusammengehören…
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„On the road again“ - „Und wieder auf der Straße“
11.6.2008
... „on the road again“ (wieder unterwegs) ... Sonne verwöhnt uns ... schneebedeckte Bergwipfel, die hinter Schleierwolken hervorlugen ... imposant schön; sich aller Worte und Versuche des Festhaltens entziehend ... (gerade muss ich an einen Moment, eine Beobachtung beim „Whale-Watching“ denken: während das Schlauchboot auf den Wellen in rasender Fahrt voranflog, voranhopste, als der blaue-schäfchenwolken-überzogene Himmel am Horizont scheinbar direkt auf das Meer auftraf – See und Himmel aufeinanderstießen, ineinander zu fließen schienen; verschiedenste Blautöne, ganz friedliche Geistes-Wahrnehmungs-Ruhe-Momente...)
... die Straßen vor uns auf dem stetigen Weg in die Rocky Mountains immer noch fast leer ... rollen wir mehr und mehr den Bergen entgegen, die sich immer imposanter in den Himmel strecken, schneebedeckte, gefaltete Berghänge ... immer wieder Anhalten an Aussichtspunkten, Sonne und Anblick in uns aufnehmend...
... hohe, schneebedeckte Berge umher – dennoch weitläufige, weitblickende Landschaften...
... auf dem Weg zum Lake Louise im Nationalpark Banff ... vor uns ein weiß-schwarzer Berg der sich fast gänzlich in den schneeweißen Wolken versteckt ... am Straßenrand sichten wir heute bereits zum zweiten Mal einen großen Elch ... majestätische, wunderschöne Tiere mit imposanten, samtigen Geweihen ... Fotostop mit einigen wenigen anderen, angehaltenen Touristen mitten auf dem Highway; niemand stört sich an der blockierten Straße ...
... unterwegs Abstecher zum „Emerald Lake“ – ein weiterer leuchtend türkisfarbener Gletschersee mitten im Wald, von Schneebergen umrahmt – noch ist uns dieser wunderbare Anblick nicht vertraut, wir sind beeindruckt und beginnen ehrfürchtig eine kleine Wanderung um den See durch dichtbewachsenen, naturbelassenen Wald... und fangen erstmalig an, ganz leise im Hinterkopf darüber nachzudenken, was wäre wenn: ... wenn jetzt einer der viel erwähnten Bären, vor denen wir immer und immer wieder gewarnt werden, vor uns stünde ... wir folgen den Verhaltenshinweisen, unterhalten uns, machen Geräusche ... irgendwann, wenn sie eigentlich nicht mehr gebraucht wird, wenn das ständige Bimmeln die Einsamkeit der Landschaft stört, werden auch wir eine Bärenglocke zur Abschreckung dieser Tiere gekauft haben ... sie wird dann eine kleine Urlaubserinnerung werden ... aber an diesem Punkt sind wir noch nicht ... wir sind erstmalig allein inmitten dieser großen Natur, gönnen uns diesen kleinen Weg, die wunderbare, saubere Waldluft, die Ruhe und Atmosphäre in uns aufnehmend...
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... nach drei Tagen im „Auto“ ist es zudem dringend notwendig, sich wieder etwas zu bewegen, frei zu sein, trotz all der grandiosen Eindrücke bereits während der Fahrt unmittelbare, eigene Momente in der Natur zu erhaschen...
... ein weiterer Zwischenstop folgt an der sog. „Natur-Brücke“ am „Schlagenden-Pferd-Fluß“ ... ein kaum zu beschreibendes Naturschauspiel, welches sich wieder einmal allen Versuchen, es festzuhalten, ob mit Fotos oder Worten, widersetzt: ... über einen wilden Gebirgsfluss, der seinem Namen wahrlich alle Ehre macht, spannt sich eine natürlich entstandene Steinbrücke in einer Art spitz über dem Fluss aufragendem Schiefergestein ... unter der Brücke tobt das Wasser, welches dieses Steingebilde durch seinen unendlichen Lauf geformt hat, hinab ... auf einer Brücke stehend über dem Felsabschnitt links und rechts dicht bewaldet, im baumfreien und himmelseinsichtigen Horizont 2.500 bis 3.000 m hohe schneebedeckte Berge – wird uns erstmalig die unglaubliche Kraft von Wasser und dessen Einfluss im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung bewusst ... wir verlassen den Ort beeindruckt und philosophierend über diese Naturkräfte...
... wir bekamen in den nächsten Tagen in den atemberaubenden verschiedensten Naturansichten und - schönheiten der Rocky Mountains, auf den noch folgenden Gletscher-, Gebirgsseen und Wasserfällen auf unserem Weg noch mehr Naturspektakel zu bewundern und tatsächlich Einblicke in erdgeschichtliche Entwicklung, die sich an den Spuren des Wassers im Gebirgsstein bei stürzenden Fällen, Gletschereis oder wilden Flüssen auch für Laien, für Touristen unglaublich gut erkennen lassen...
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... die Abfahrt nach Lake Louise verpasst und da noch alles vor uns liegt, wir Zeit haben - und nach einem Blick auf die Karte – wurde die Route geringfügig umgestellt: ... nun also zunächst die Stadt Banff im Nationalpark Banff ... wir sind „angekommen“, mittendrin in den Rocky Mountains ... wir fahren auf eine Art tiefreichender Wolkenschleier zu, hinter dem die Berge seitlich des Highways nur zu vermuten sind ... die Wolken scheinen verdichtet über die Berggipfel hinab zu fallen ... durch den Wolkenschleier hindurch gefahren ändert sich der Eindruck und die Kulisse plötzlich; die Wolken wehen zwar noch um die Berge, aus ihnen ragen jedoch sonnenüberströmte schneeweißbedeckte Berggipfel ... und immer noch der Eindruck einer weiten, weiten grandiosen Bergwelt ... Fotostop vor einem Flussdelta mit Sicht auf einige Dreitausender ... ich verlasse den Wohnwagen hierfür schon gar nicht mehr...
... deutlich kühlere Luft – die sich in den nächsten Tagen jedoch mittenhinein in den kanadischen Bergsommer ändern wird...
... vor mir ragt ein Berg wie eine Art Schneebergkante in den Himmel hinein ... unterhalb der Bergkante wabern schneeweiße Wolken ... manchmal aufgehäuft, manchmal als Schleier...
... vorn grüne Wälder, dahinter weiße Berggipfel...
... Campingplatz inmitten der Bergwipfel ... vis-a-avis schwebt ein großer Wolkenfetzen um die Berg“hüfte“, die Bergmitte ... ein riesiger Campingplatz über den Wald und den Berg in verschiedenen Höhen verteilt ... 1.100 Stellplätze ... derzeit nur wenige Besucher, daher entfällt der Parkplatzcharakter, den der Campground sonst vielleicht haben könnte und wir haben einen Stellplatz mit – mir gehen die Superlativ-Adjektive aus und ich sehe mich gezwungen, mich zu wieder und wieder zu wiederholen – grandioser Aussicht auf schneebedeckte Berge rundum ... wunderschön...
... am Abend in Banff gewesen ... ein nach unserer Auffassung nettes, kleines (nun, wir waren am Anfang unserer Erkundung der Rocky Mountains und konnten noch nicht wissen, das Banff vermutlich die „größte“ und „umtriebigste“ Stadt hier ist), touristenorientiertes Städtchen, was wir nun, entgegen vorheriger Planungen noch einen Tag länger erkunden wollen...
... es tut uns nach den Tagen im Wohnwagen und angesichts unserer gespannten Erwartung nun auch ganz gut, einen Ort zu erkunden, gemeinsame Erlebnisse zu haben, darüber zu reden, erste Mitbringsel für Daheimgebliebene zu erspähen und auszusuchen...
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Banff Nationalpark
12.6.2008
... na klar will man's im Urlaub schön finden und ist auch entsprechend positiv eingestellt ... aber dennoch, Kanada ist schon ein sehr entspanntes Land für Touristen mit jeder Menge Naturschönheiten und beeindruckenden Plätzen (sofern man dies nach nur einer Woche und bestenfalls bislang flüchtigen Eindrücken sagen oder schreiben kann)... diese Gedanken gingen mir im Übrigen durch den Kopf, als ich ein Uhr nachts, wie erwartet fröstelnd, zur Toilette und zurück unterwegs war, durch den schwacherleuchteten Wohnwagenpark „joggte“ und dabei den Mond hinter einer Wolke samt seinen Lichtausläufern schimmern sah, umrahmt von schemenhaft zu erkennenden Bergen...
... 39° heißes Wasser umspült mich, ca. 15°C Außentemperatur, strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint auf das Gesicht und den bikinibekleideten winterweißen Körper ... im „Upper-Hot-Spring-Pool“ (Heiße-Quelle-Pool) in Banff schwebend, Ruhe genießend, Gedanken laufen lassend - in den Bergen, nahe der Gondel-Station, mit der meine Reisebegleiter vorhin auf den Gipfel des 2.281 m hohen Berges mit 360° Rundumsicht auf die Rocky Mountains und den Nationalpark Banff aufgebrochen sind; mal sehen, was sie angesichts der grandiosen Landschaft und dem strahlenden, eigentlich perfekten Wetter zu erzählen haben werden...
... vis-a-vis meines Badeplatzes sind einige schneebedeckte Zweitausender fast zum Greifen nah ... Erholungs-, Ruhe- und Wahrnehmungsmomente ... jetzt müssten nur noch die Gedanken zur Ruhe kommen ... und dennoch: Genießermomente ... ich werde mir jetzt den totalen Luxus leisten und Ruhe für ein Buch finden ... mal sehen, wie lange ... da, gerade haben meine Füße die Massagedüsen endeckt...
... vor mir sitzt ein französischsprachiger Mann in Badehose außerhalb des Pools, hält ein Baby, ebenfalls in Badehose in beiden Armen wärmend umschlossen, auf das Warmwerden des Fläschchens im Thermobehältnis wartend; das Baby in Äffchenklammerhaltung an den Vater geschmiegt, sich umsehend ... ein Bild zum Malen, ich bin ganz fasziniert ... das Baby trinkt jetzt und spielt dabei mit Vaters Gesicht
... auf einem Absatz im Thermalpool vom warmen Wasser umspült liegend, hellblauer Himmel über mir, Sonne im Gesicht...
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... ich bin weitergezogen, ein bisschen durch das Städtchen und darüberhinaus in die Wälder gewandert und sitze in einer kleinen, nach Schwefel riechenden Höhle ... vor mir rinnt, fließt plätschernd Wasser aus den Felsen in ein kleines Bassin, durch ein kleines Loch im Deckengestein der Höhle tröpfelte soeben noch etwas Regen, nun strahlt die Sonne durch diese Öffnung direkt auf diese Zeilen hier ... ich befinde mich im „Cave & Bassin-Heritage-National-Site“, Ursprung der warmen Quellen dieser Gegend und der Ort, an dem durch zufällige Entdeckung dieser Höhle und ihrer anschließenden Nutzbarmachung für alle Besucher dereinst das kanadische Nationalpark-System begann, welches die wunderbaren Landschaften, die grandiose Natur der Öffentlichkeit näherbringen sollte und bringt ... so wurde an diesen Quellen dazumal auch der größte kanadische Badepool, gespeist aus dem hier fließendem Wasser, gebaut…
... solange man allein ist in dieser kleinen Höhle, die durch das kleine Loch in der Decke natürlich erhellt wird, ist es trotz des Wasserrauschens ganz friedlich, ganz anders ... die Sonne blendet nicht mehr herab, die Gesteinsformationen der kleinen Höhle, jahrhundertelang durch Wasser geformt, treten hervor ... eine andere, unbekannte Welt entsteht vor meinen Augen...
... der Weg hierher führte über eine Art Wanderweg am Stadtrand von Banff am Villenviertel vorbei durch's Grüne, unter Bäumen hindurch und gab mir eine erste Ahnung, das Wanderungen in dieser Natur mit der einmaligen Bergwelt herum eine wunderbare, entspannte, friedliche Sache sein könnten, sofern man mit seinen Gedanken, diese vielleicht auch fliegend lassend, in Ruhe vor sich hinlaufen kann...
... nach einer Ausstellung über die Wildnis und wie menschliche Entwicklung und Interesse an der Wildnis eben diese auch bedrohen, sitze ich jetzt vor dem alten Badepool, dem „Bassin“ ... dahinter erhebt sich übrigens wieder ein schneebedeckter Berg hinter Bäumen ... weht mich ein Hauch Nostalgie an und dennoch ist es kaum noch vorstellbar, wie es hier vor etwa 100 Jahren mit Menschen in altertümlichen Badekleidern ausgesehen haben soll ... beim Blick darüber hinaus Richtung Berg füllt übrigens wieder der blaue Himmel mit schnell dahinziehenden Schäfchenwolken mein Blickfeld...
... die Treffpunktzeit mit meinen Reisebegleitern in der Stadt ruft, ich muss eilen ... und kann mich doch nur sehr schwer von diesem jetzt so ruhigen, früher sicher ungleich lebhafteren Ort lösen...
... vor mir ein unglaublicher Anblick: eine langgezogene, schneeweiße, in der Sonne leuchtende Bergkette, hinter deren Bergkamm weiße, von Schatten durchsetzte Wolken aufwallen, in einem dunstigen weißen Nebelschleier schließlich im blauen Himmel endend, der in einigem Abstand dann wieder von weißen Schäfchenwolken durchzogen wird...
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... ich wollte mir das Aufschreiben verkneifen, aber ich bemerke, wie entspannt meine Gedanken und Wahrnehmungen werden ... diese Gedanken schleichen sich in meinen Kopf, da ich zurück aus dieser verträumten Ecke in die Realität muss...
... meine Reisebegleiter in rührender Selbstzufriedenheit und Frieden ausstrahlend vor einem typischen örtlichen Laden wartend auf einer Bank sitzend angetroffen...
... Abendszenen aus einem 29-Fuß (8,80 m) langen Campingwagen: ... meine Reisebegleiter würfeln, ich krame, packe erstandene Mitbringsel beiseite, bewundere diese dabei ein weiteres Mal, sortiere meine Klamotten, welche sich bei mir in meiner Schlafkoje über der Fahrerkabine befinden ... habe mir heute am heißen Pool in der Höhensonne trotz gar nicht so hoher Außentemperaturen einen erheblichen Sonnenbrand an Bauch und Beinen geholt ... heute Nachmittag noch eine ausgedehnte Shoppingtour in den sich hierzu wunderbar eignenden, vielen Läden in Banff; entspannte Urlaubsmomente in denen eine Menge Geld wieder für Mitbringsel und Geschenke ausgegeben wurde ... diese Verführungen sollten uns noch bis zum Urlaubsende begleite:, nahezu gelöst, frei zu stöbern, schön zu finden, zu entscheiden, Erinnerungen, Unbekanntes, manchmal Skurriles, manchmal Schönes mitnehmen zu wollen ... ich kann und kann da nicht aus meiner Haut, dauernd sehe ich Dinge, die Anderen eine Freude machen würden und meist kann ich nicht wirklich widerstehen ... habe heute die ersten Teil aus dem Gepäck geräumt, die auf dem Rückflug dem Neuerworbenen Platz machen werden müssen...
... ein schöner Tag in einer guten Mischung aus beisammen sein und eigene Erlebens-Momente für sich haben...
... unbedingt erwähnt werden sollte noch, das wir heute auch in einem vermutlich ganz typisch amerikanischen Weihnachts-Shop waren, der unglaublich groß war und sich über zwei großzügige Etagen ausdehnte ... es war wunderbar, es war kitschig, es war schön; es war wie ein zeitgenössisches Museum über Weihnachtsdeko, die in unendlicher Anzahl dort herumhing, herumstand; Weihnachtsbaumanhängerfiguren, Standfiguren, Krippen; traditionell, modern, künstlerisch und und und...
... jetzt liege ich schreibend auf meinem erhöhten Schlafplatz; schreibe, schaue auf die Würfelrunde vor mir, hänge Gedanken nach, fühle mich wohl…
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... und mir gehen noch einige Nachbetrachtungen durch den Kopf:
... Sonnenbrand vom Whale-Watching auf dem Meer im Gesicht und Sonnenbrand auf Bauch und Beinen von der brennenden Höhensonne im heißen Badepool inmitten der Berge auf ca. 1.600 m Höhe ... in weniger als einer Woche; „Erlebensvorteil“ eines derart beweglichen „Camping-Urlaubes“...
... Urlaub in Kanada ist nicht wirklich preiswert, aber ein halbes Jahr später, im Stöbern der Erinnerungen und kurz bevor die erstandenen Geschenke an Weihnachten ausgepackt werden, hat sich alles und jeder einzelne Moment gelohnt (so man überhaupt in diesen Kategorien denken möchte)...
... es wäre, entsprechende Zeit und finanzielle Mittel vorausgesetzt, durchaus vorstellbar irgendwann einmal auf ganz eigene, unabhängige Faust mit einem kleinen, beweglichen Camper durch diese Ecke der Welt, am Besten bis Alaska/ Yukon zu ziehen ... (ähnliche Gedanken wie zuvor schon in Vancouver; diese Ecke der Welt wird mich also vermutlich wiedersehen…)...
... viel zu viel Gepäck dabei ... zwei Hosen, einige Shirts, Jeanshemd o.ä., Sweater, Regenjacke, evtl. eine Sommerhose, Wanderschuhe, Badesachen und ausreichend Wäsche einschl. Socken hätten gereicht ... da ich mich weder mit Camping auskannte, noch mich vor diesem Urlaub mit Campen und Kanada beschäftigt habe, bin ich von allen Eventualitäten ausgegangen und habe zuviel Klamotten „vorsichtshalber“ mitgenommen ... und natürlich auch nicht damit gerechnet, das es einem hier nichts ausmacht, mehrere Tage im selben T-Shirt herumzulaufen ... - ... ich hätte auch nicht gedacht, wie entspannt und somit erholsam in dieser Art Urlaub die Einstellung zum eigenen Erscheinungsbild sein kann...
Lake Louise
13.6.2008
... Campingplatz Lake Louise direkt am Bow River – 5 km vom (winzigen) Ort Lake Louise und ca. 5 km vom See Lake Louise entfernt - mitten im Wald in Sichtweite des strudelnden Flusses ... sehr, sehr weitläufig ... aber, vielleicht auch aufgrund des im Moment regnerischen Wetters der am wenigsten überzeugende Campingplatz, zumal die Toiletten und Duschen in der Vorsaison nicht alle geöffnet sind und folglich lange Wege zu den Sanitäreinrichtungen anstehen ... wir bleiben zwei Nächte, sind aber immerzu unterwegs: Eindrücke, Erlebnisse, Erinnerungen sammeln...
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... sind heute die wenigen Kilometer von Banff (ein wirklich hübscher Ort, an dem man gern noch etwas länger hätte bleiben können) auf dem alten, landschaftlich wunderbaren Highway 1A durch sehr gemächliche Berglandschaft, auf gemächlichen Straßen - eigentlich mitten durchs Waldgebiet, welches mit zahlreichen Informations- und Aussichtshaltestellen wie eine Art Lehrpfad für Automobil-Touristen angelegt ist – gefahren; haben Erdmännchen, Mufflons, Hirsche gesehen, für die wir mittlerweile nicht mehr anhalten; sind an verschiedensten Bergformationen bis hin zu riesigen Fels-Gebirgen vorbeigefahren; immer auf die aufgehäuften, dennoch sanft wirkenden schneeweißen Wolken am strahlendblauen Himmel drauf zu...
... auffällig war bereits in den letzten Tagen, das mehr und mehr Sicherheitshinweise für den Aufenthalt in einer Natur mit Wildtieren, insbesondere Bären gegeben werden ... heute haben wir dann auch erstmalig am gegenüberliegenden riesigen Zeltcampingplatz einen elektrischen Bärenzaun gesehen ... - Fazit: wir sind nicht wirklich versessen darauf, in der Wildnis so einem Tier zu begegnen, wobei uns der ausgestopfte Bär im Besucherzentrum der Stadt in seiner beeindruckenden Größe doch sehr interessiert hat...
... dieses unmittelbare Erleben von Natur und deren Wildtiere ist für uns, die wir diese Tiere eigentlich nur von den ganz seltenen Zoo-Besuchen, eigentlich nur in der Erinnerung an Kindheitszoobesuche kennen, immer wieder beeindruckend; beeindruckend, auf die hier vorhandene Tierwelt, am Straßenrand, im Wald oder eben auch nur als Anschauungsmaterial im Besucherzentrum zu stoßen...
... am frühen Nachmittag am Campground angekommen und vom Visitor-Center mit der Information versehen, das das touristische Juwel dieser Gegend, der Gletschersee „Lake Louise“ nur ca. 4 – 5 km entfernt sei und man gut zu Fuß hingelangen würde ... was man vergessen hatte, uns mitzuteilen, ist, das es zu einem Gletscher und seinem See durchaus bergauf geht und was wir nicht einkalkuliert hatten, das unser Standplatz sich am anderen Ende des Campingplatzes befand, die Strecke sich folglich noch nahezu um die gesamte Größe des Campgrounds nicht unerheblich verlängerte ... also sind wir guter Dinge wandernd aufgebrochen, bewunderten den direkt am Campground gelegenen, sehr wilden Bow River, bewunderten all die wunderschönen, an Edelsteine erinnernde, glänzende von Wasser umspülten Steine an den Flussrändern, später in den Gletscherausläufern ... die Fossilien- und Steinläden im Umfeld der Rocky Mountains haben mich später dann auch über die Maßen interessiert und verführt; es ging durch den vom vorherigen Regen noch feuchten Wald, der wie alle feuchten Wälder eine ganz besondere Atmosphäre hatte, die sich jeder Beschreibung entzieht; Atmosphäre, die etwas Abgeschiedenes, Behütendes, Besonderes in den Wald bringt...
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… die Waldwege wurden gerade von jungen Arbeitern gereinigt („gekehrt“), für die bevorstehende Sommerwandersaison vorbereitet ... aha, deshalb die Hinweisschilder auf „Reinigungsarbeiten“ im Wald am Anfang des Weges...
… es ging ziemlich bergan, für den einen oder anderen wurde die Atemluft etwas knapp ... und es zog eine mächtige, dunkle, wassergefüllte Wolke auf , die uns einige Meter, bevor wir endlich den angestrebten riesigen Gletschersee erreicht hatten, mit Regen überschüttete ... und dennoch, selbst inmitten dieses immensen Regenschauers war dieser See ein beeindruckender, in Größe und Majestät nie erwarteter Anblick, mit der Dreingabe dieser ganz besonderen Regen-Atmosphäre, in der die Welt scheinbar im Grau versinkt, ganz friedlich wird und der See noch leuchtend türkis ... ja, tatsächlich zu leuchten schien...
... am Ufer des Sees überraschte uns das bekannte, offenbar seit einiger Zeit bereits zu diesem See gehörende Hotel mit schier riesiger Ausdehnung (nun, zumindest haben wir es inmitten dieser Bergwelt zunächst so wahrgenommen); man kann sicher darüber streiten, ob das Hotel in diese Landschaft passt, aber als Hotel würde es mich samt seinem Standort durchaus interessieren ... dennoch, riesig ... unfassbar ... oder wirkt es nur so ... nein, es ist riesig ... trotz des trüben Wetters, des kalten, unbehaglichen Regens und der verhangenen Berge ... ein unglaublicher, beeindruckender Ort, der trotz Touristen, Hotel etc. unbeschreibliche Erhabenheit ausstrahlt...
... auf dem Rückweg wurde es trockener; im Wald roch es wunderbar nach feuchtem Waldboden, Regen, Wald – ganz besondere, spezielle Gerüche...
... eines kennzeichnet diesen Urlaub: die Tage vergehen unglaublich schnell, rasen mit all ihren Eindrücken förmlich an uns vorbei; angefüllt mit immer wieder neuen Erlebnissen, Herausforderungen ... fast ist man nach dem Tempo der ersten Tage, vor allem in Vancouver, froh, etwas ruhigere Stunden zu verleben, angekommen zu sein, eine Ahnung zu bekommen, das wir tatsächlich genug Zeit haben werden, vieles zu erleben, zu sehen... Erinnerungen zu sammeln...
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Lake Louise
14.6.2008
...Lake Louise einen Tag später im Sonnenschein ... am anderen Ende des Sees schneeweiße Berge – Gletscher in weißen Wolkenfeldern ... es ist nicht genau zu erkennen, wo der Berg, wo der Gletscher endet und die Wolken beginnen ... wenn ich allein wäre und Zeit hätte, würde ich zeichnen; versuchen zu zeichnen, wie am Ende des Sees sich zwischen links und rechts herabfallenden, leicht bewaldeten Bergrücken der wunderschöne, weiße, unterhalb des Gipfels steinige, von Schneefeldern durchzogene Gletscher erhebt und in einer Art „V“ zum See gehört ... abfällt oder ansteigt...
... während meine Reisebegleiter um den See schlendern, bin ich auf der 3,4 km langen, recht steilen Strecke zum Lake Agnes hinauf zu einem historischen Teehaus ... so wie es aussieht habe ich den „schlimmsten“ Höhenunterschied in den ersten 15 – 20 min zurückgelegt ... „puh“ (Einschub: das war eine Fehleinschätzung; als ich etwas weiterwanderte zu einem etwas höher gelegenen Aussichtspunkt kamen noch einige ansteigende Herausforderungen) ... es geht mitten durch den Wald, der aufgrund des gestrigen und des nächtlichen Regens wieder oder noch immer so wunderbar riecht, duftet ... heute Sonne, blauer Himmel, weiße, friedliche Wolken ... ab und an läuft man durch sonnenbeschienene Waldabschnitte, um dann wieder in die schattigen, feucht riechenden Bereiche einzutauchen ...
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und manchmal strahlt das wirklich unglaublich türkisfarbene Wasser des nun scheinbar sehr weit entfernt unter mir liegenden Lake Louise zwischen den Bäumen hervor und bereits jetzt, bei diesen nur kurzen Blicken auf den See erscheint er aus der Bergwandervogelperspektive trotz der optisch verkleinerten Ferne noch viel größer, mächtiger als im unmittelbaren Angesicht ... abgesehen von den Geräuschen der anderen Wanderer keinerlei Zivilisationsgeräusche, nur Natur – während ich dies schreibe, stehe ich ganz allein, ohne andere durch Menschen verursachte Laute über einen Stein – schreibend – gebeugt und höre Vögel, Wind in den Baumwipfeln...
... während ich den bewaldeten Berg hinaufsteigend meinen Gedanken nachhänge – ich hatte wirklich nie erwartet, was Wandern (hab ich immer als uninteressant, langweilig – sicher auch früher fehlender körperlicher Fitness geschuldet – abgetan) für Wohltaten, Frieden, Anblicke, Ausblicke, Natur, frischer Luft etc. bereithält – wenn man in den Genuss seines eigenen Rhythmus, seiner eigenen Gedanken, seines eigenen Friedens kommt ... selbst die körperliche Anstrengung hat (entsprechende Fitness vorausgesetzt), ihre Entdeckungen und Reize...
... ich bin oberhalb der Schneefallgrenze in den Rocky Mountains oberhalb des Lake Louise angekommen, auch über Schnee und Frostboden gelaufen ... der Aufstieg war anstrengend und trotz allen Schwitzens infolge der körperlichen Ertüchtigung während der stetig bergan führenden Wanderung wurde es immer frösteliger, kühler; mein üblicher „Zwiebellook“, der Kleidungsnutzung in verschiedensten Varianten erlaubt, war nur wenig hilfreich, am Ende fehlten die Handschuhe, war der Schweiß, die dadurch feuchten Sachen unter der Jacke kalt ... wenigstens hatte ich die nahezu unentbehrliche Strickkappe über den Ohren, die ich aus einer Laune heraus in das Reisegepäck geworfen hatte, ohne wirklich daran zu glauben, diese zu nutzen – jetzt begleitet sie mich bei der rasenden Zodiac-Fahrt auf dem offenen Meer ebenso wie in den Bergen der Rocky Mountains...
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... der Ausblick jetzt und unterwegs ist so unglaublich schön, berührend, alle Empfindungen fesselnd ...ich wollte, Worte oder Bilder würden ausreichen, diesen Anblick festzuhalten, zu bewahren...
... auf der Spitze eines Berges, tief unter mir der unglaublich farbintensiv leuchtende See, daneben der etwas höher im Bergwald gelegene, fast kreisrunde Lake Mirror (Spiegelsee) – ach tut es in diesem Moment der Aufschreibens, des Versuchs, diesen grandiosen Moment und Ausblick zu erfassen, gerade gut, wenn die Sonne auf den Rücken scheint, Wärme gibt -, vor mir fast zum Greifen, scheinbar in Sichthöhe andere Berge auf der gegenüberliegenden Seite des Lake Louise, ebenfalls mehr oder weniger mit Schnee bedeckt, rechts hinten etwas ferner der nahezu gänzlich schneebedeckte Gletscher, der in weißen Wolkenfeldern verschwindet und trotz der hohen Berge die scheinbare Weitläufigkeit der Landschaft; ... auf der linken Seite liegen mir andere Teile der Rocky Mountains in der Ferne wahrlich zu Füßen, hinter einem weitem, bewaldeten Tal, durch das sich der Highway zieht und die Stadt Lake Louise zu sehen ist, erheben sich weitere schneedurchzogene Bergwipfel...
... auf zum Lake Agnes und dem ursprünglichen Ziel meiner Wanderung, welches ich vorhin bereits einmal in der Ferne bereits passiert hatte, um zu diesem Aussichtspunkt zu gelangen ... auf zurück zum historischen Teehaus, welches in früheren Zeiten und bis heute Wanderern als Rasthaus, Zwischenstation auf ihrem Weg dient ... nochmal schnell einen Blick werfen und die Ansicht in sich aufnehmen, am Besten sitzend, vorhin am oberen Bergrand stehend schaudernd heruntergeschaut ... unglaublich, wie hoch ich es geschafft habe…
... der noch teils zugefrorene Lake Agnes, dessen Schmelzwasser den Berg hinabfließt, liegt vor mir ... kurz im rustikalen, kleinen, noch betriebenem Teehaus aufgewärmt, für einen längeren Aufenthalt war es mir zu menschen-, zu zivilisationsvoll, brachen die anderen, zahlreich hier eingekehrten Wanderer zu unvermittelt in meine Gedanken, Zurückgezogenheit, Reflektion über das Erlebte, Genießen des noch Erlebten ein...
... auf dem Berg war es wirklich kalt, jetzt hinab wird mir wieder wärmer…
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... oje, weiter, die Zeit rennt ... Reisebegleitertreffzeitpunkt ... so ganz kann man den Lebensverpflichtungen wohl doch nie entfliehen...
... gemeinsam samt unserem 8.80 m langen fahrbaren Ungetüm weitergezogen zum ebenfalls als äußerst eindrucksvoll gepriesenen Gebirgssee „Lake Morraine“ ... wiederum beeindruckend im Angesichts der Berge, ihren Spiegelungen ... Berge dahinter, drum herum, mittendrin ... ebenfalls strahlendes Blau ... weniger touristisch ... soll auch dieser See tagsüber und in der Hauptsaison jedoch sehr frequentiert sein ... wir glauben es, denn auch jetzt am frühen Abend in der Vorsaison sind die Parkplätze knapp ... dennoch sehr friedliche Stimmung und nur wenige andere Menschen zu sehen...
... der Tag, die Wanderung, das damit Erreichte, die unglaublichen Ansichten, die Schönheit des Lebens, der gesehenen Orte wirken nach...
... sehr netter Plauderabend mit meinen Reisebegleitern ... haben wir unseren Urlaubs-Rhythmus gefunden? ... hoffentlich ... loslassen können...
Icefield Parkways
15.6.2008
... entlang der „Icefield Parkways“ ... eine Straße die sich durch die Gletscherbergwelt der Rocky Mountains zieht ... zwischen Lake Louise und Jasper ... ca. 250 km ... „a scenic drive, not a transportation drive“ - so die Info-Broschüre („eine Aussichts-, keine Transportfahrt“) ... wieder sehr beeindruckende Berglandschaften ... gigantisch, anders und weit...
... einen jungen Bären am Straßenrand gesehen – und natürlich haben wir trotz aller anderslautender Hinweise, die wir seit Tagen auf den Campgrounds und den Visitor-Centern erhalten, einen Fotostopp eingelegt; in respektvollem Abstand, aus dem Fahrzeug heraus ... nach all den Hinweisen, dem mehr und mehr darauf gespannt-sein, nun tatsächlich ein Bär ... und so mit Abstand betrachtet, wie dieser junge schwarze Bär mit einem kleinen Baum, Busch spielt – sieht er tatsächlich so knuffig aus wie all die unzähligen Spielzeugknuddelbären, nur eben größer, lebendiger und wie der Verstand, nicht der Eindruck sagt, weniger harmlos ...
... wir fahren höher und höher, die Bäume entlang der Straße sind noch schneebestaubt; vor uns Schnee“berge“, Gletscher...
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... Wilcox-Creek-Campground im Schnee, fast noch am frühen Morgen, auf 2.040 m Höhe, weltabgeschieden, Bezahlung per Geldeinwurf, fast zivilisationsfern – tief unter uns, etwas entfernt das Besucherzentrum des Athabasca-Gletschers ... herrlicher Blick über die einsame, schneebedeckte, weite Gletscherlandschaft...
... am Fuße des Athabasca-Gletschers am Rand des Eisfeldes unterwegs, meine Reisebegleiter irgendwo mit Spezialgefährten auf dem Gletscher ... eine Menge Menschen, selbst hier, abseits der Touristenbesonderheit der auf den Gletscher fahrenden Schneemobil-Busse ... dennoch ist es in diesem Moment und durch die Weg-Wahl weg von anderen, schwatzenden, die Ruhe und die Gedanken störenden Menschen mal wieder beeindruckend friedlich im Angesicht des weißen, fast unberührten Eisfeldes in einer sonstigen Steinberglandschaft ... ich höre das Eis, den Berg arbeiten ... die Steine entlang des Weges faszinieren mich sehr; Formen, Farben, Schichten ... manche Steine mit verschiedenen andersfarbigen Sedimenten erzählen beredt von erdgeschichtlicher Entwicklung, der Auffaltung der Gletscher und Berge; andere – Quarze – funkeln in den verschiedensten Farben ...
... das Hupen der Gletscherbusse oberhalb dieses Eisfeldes dringt gerade störend in meine Gedanken ... ich befinde mich auf etwa 2.300 m Höhe ... ich laufe über eine gewaltige, von Geröll bedeckte Schieferplatte ... den Rest der Menschheit habe ich für diese Momente etwas hinter mir gelassen; vermutlich folgt mir angesichts der beeindruckenden Gletscheransichten auf der anderen Seite dieser Steinplatte ohnehin niemand in diese nur auf den ersten Blick scheinbar karge, öde Steinlandschaft, die so anders, so still, so archaisch ist ... noch höre ich das Gletscherwasser am Eisfeld-Rand rauschen, in einer Steinspalte verschwinden und schaue auf eine Bergwand, auf der in Eis und Stein der Weg des herabgeflossenen Schmelzwassers beeindruckend gut zu sehen ist ... das Weiß der Berge, des Gletschers, des Eisfeldes blendet und es ist schon etwas Besonderes, so nah an diese erhabene Landschaft heranzukommen ... die Sonne strahlt...
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... anhand der Informationstafeln auf dem Weg zum Gletscher ist zu sehen, wie weit dieser seit 1992 zurückgegangen ist und das dieses Eisfeld in den vergangenen 130 Jahren mehr als 60% seiner Fläche, seiner Größe (dies entspricht ca. 350 Mio m³ ) verloren hat – dies gibt beeindruckender, eindringlicher über Erderwärmung und ihre Folgen zu denken als all die „erhobenen Zeigefinger“ der Wissenschaft und der Medien ... auch angesichts der Information, das dieses Columbia-Eisfeld, welches den Athabasca-Gletscher bedingt und Schmelzwasser in drei Weltmeere sowie einige Flüsse bringt, für die Industrie und Entwicklung der Gegenwart ungeheuer wichtig ist...
... ich lese gerade auf einer der hier allgegenwärtigen Informationstafeln, das die Rocky Mountains „a World Heritage Sites“ (eine Welt-Sehenswürdigkeit) mit den Nationalparks Jasper, Banff, Yoho, Kootenay sowie die Berge Assiniboine, Hamber und Mt. Robson (höchster Berg) sowie den dazugehörigen Provinzialparks eine geschützte Fläche von 23.069 km² umfassen ... kaum vorstellbare Superlative, wie so oft in dieser Landschaft...
letzte Gedankenreflektion des heutigen Tages: ... wir sitzen in der Abendsonne auf unserem 2.040 m hoch gelegenen Campground, etwas kühler ist es in dieser Höhe, das Feuer in der Feuerstelle lodert ... Reisefrieden ist eingekehrt ... am Nachmittag waren wir auf einer 4-km-Wanderung auf einem alten Trail auf dem nah dem Campingplatz beginnenden, benachbarten Bergpass i.H.v. 2.400 m mit irrsinniger, unglaublicher, nahezu überwältigender Aussicht in die Bergwelt, auf die Eisfelder, den Athabasca-Gletscher auf der gegenüberliegenden Talseite ... mit jedem Schritt wurden die Aus- und Anblicke beeindruckender, schöner, unerwarteter ... der Anstieg in der ohnehin schon etwas „dünnen“ Luft auf über 2.000 m Höhe – olala – die Erdanziehungskraft war an einigen Wegabschnitten sehr deutlich zu spüren, die Lungen pumpten zeitweilig mächtig, der Wind auf dieser offenen Berghangfläche blies immer mal wieder empfindlich kühl über den schweißerhitzten Wandererkörper ... der Weg endete auf einer Art offener, großzügiger Bergwiese, auf der nur noch Kleinstvegetation zu sehen war (Bäume und Sträucher hatten wir bereits seit einiger Zeit hinter uns gelassen) und uns war ein atemberaubender Rundumblick über die Bergwelt um das Columbia-Eisfeld herum und den, etwas entfernt hinter der das tief unter uns liegende Tal schneidenden Straße befindlichen Gletscher vergönnt ... die Kamera klickte unentwegt, unsere Euphorie – Freude über den geschafften Aufstieg, den Weg und all das Wunderbare, die Landschaft, das Unglaubliche unseres Hierseins, jetzt in diesem Moment – wollte so gern in uns bewahrt, festgehalten, mitgenommen werden...
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Jasper
16.06.2008
... von den Eisfeldern ca. 100 km Richtung Jasper (ich bin – ohne äußeren Anlass – gerade etwas urlaubsmüde, kommunikationsmüde, schweige lieber vor mich hin, hänge meinen Gedanken nach, während ich an der Bergwelt der Rocky Mountains vorbeigefahren werde) ... gerade fuhren wir an einem Hinweisschild „man solle bitte beachten, das die nächste Tankmöglichkeit 100 km entfernt sei“ vorbei – erstmalig zeigt sich die Weite dieses Landes auch in dieser Hinsicht ... später im Hochland sollte das noch eine ganz vertraute Wahrnehmung werden...
... Wasserfälle ... im Moment der Sunwapta-Wasserfall; später folgt der Athabasca-Fall ... wenn man doch all die Großartigkeiten des Gesehenen wahrlich festhalten könnte ... später beim Niederschreiben, zu Hause, in der Alltagsumgebung verschwimmt einiges in der Erinnerung; aber ein paar lebendige Erinnerung, mehr als angenommen erlebe ich beim Auf- und Niederschreiben, beim Sortieren meiner notierten Gedanken und Eindrücke wieder; bin in Gedanken wieder dort, erlebe nochmal ... die Erinnerungen sind lebendig ... Urlaub in dieser Form heißt somit für uns Erleben; Gedanken und Empfindungen öffnen; Geist und Wahrnehmung weiten; Erinnerungen mit sich nehmen...
... ein paar Gedanken aus dem Alltag fern diesen Ortes und diesen Urlaubes zucken mir durch den Kopf ... wie unsinnig, dies angesichts der beeindruckenden Naturkräfte an den Athabasca-Wasserfällen zuzulassen, in der Entspannung des Urlaubes, der Wahrnehmung neuer Eindrücke – doch die Gedanken haben ihre eigene Richtung ... zunächst war die Distanz, die räumliche und geistige Entfernung aufgrund des neu Erlebten, Erfahrenen groß genug, ganz im Urlaub und seinen Herausforderungen anwesend zu sein, sein Alltagsleben völlig auszublenden, weit hinter sich zu lassen ... jetzt kehrt jedoch auch in der Fülle des Urlaubes etwas Gewöhnung, Alltag ein...
... die Athabasca-Wasserfälle sind zwar „nur“ 23 m tief/ hoch, aber in den sog. „Time Tunnels/ Potholes“ (Zeittunneln/ tiefen Löchern) und dem Fall selber ist die gewaltige, über Jahrtausende in den Stein gegrabene Wasserkraft unglaublich gut erkennbar ... eine Infotafel schreibt: „... die rauschenden Wasser ... hören und sehen ... spüren sie einen Hauch der Vergangenheit“…
… eine weitere Infotafel auf dem touristen- und naturfreundlichen Holzübergängewegsystem rund um den Wasserfall schreibt: „... after centuries of battle, the waters surrendered and abandoned this channel. Walk back through time imagine the struggle between rock an water.
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Here the rock won but the scars of battle remain...“ („… nach einer jahrhundertelangen Schlacht schuf das Wasser diesen Kanal. Wandere zurück in der Zeit und stell dir den Kampf zwischen Fels und Wasser vor. Hier gewann der Stein, doch die Schlacht dauert an...“)
... wie eigentlich immer in den vergangenen (und kommenden) Urlaubstagen ein majestätischer, imposanter Natur-Anblick vor uns: die stürzenden Wasser; die im Verlauf des Wassers ausgewaschenen, in den dadurch entstandenen Riefen gut nachzuvollziehenden „Potholes“, wo sich aufgrund der gegenläufigen, kreisenden Strömung des Wassers und darin enthaltener Mineralien das Wasser über die Jahrtausende wie ein „Diamantbohrer“ in den Stein gebohrt hat und seinen Weg fortsetzt ... unglaublich fast, das diese tobenden, tosenden, von ständigem Rauschen begleiteten Wasser schließlich in einem ruhigen, breiten Fluss enden und träge weiterfließen ... die Athabasca-Fälle tragen laut Infotafel (auf deren Verständnis ich durchaus ein klitzekleines bisschen stolz bin) noch ein weiteres Mysterium in sich: sie entstanden in der Eiszeit ursprünglich aus Eis – Wasser/ Gletscherwasser, in dem Leben, Natur nicht möglich schien; im Laufe der Zeit haben sich dennoch Pflanzen entwickelt und es wurden 14 Fischsorten festgestellt ... es gibt bislang keine Erklärung für diese Entwicklung; diese Demonstration des Lebens; es ist unklar, wie die Natur diese lebensfeindliche Barriere überwinden konnte...
... habe ich eigentlich vom Rauschen des Wassers, alle Zivilisationslaute übertönend, dem Sprühwasser beim Aufschlagen 23 m tiefer, dem Sonnenschein und den zwei Regenbogen übereinander und einigen kleineren Farbreflektionen in Wassernähe geschrieben ... das sind die eigentlichen Natur-, Sinnes- und Wahrnehmungswunder neben all den Informationen...
Jasper
... ich bin im winzigen, charmanten Museum von Jasper gelandet und informiere mich über die ersten Menschen in den Rockies, die Entdeckung, Besiedlung, Industrialisierung dieser Gegend bis zur Gegenwart ... ein kleines Museum mit einer zusätzlichen Ausstellung über frühere Interaktion zwischen Bären und Menschen dieser Gegend sowie die Fotoausstellung einer Kanada-Entdeckerin/ Fotografin aus früherer Zeit, Anfang 20.Jh.
... ein sonderbarer, gemütlicher Ort einschließlich des alten, knorrigen Museums- mmh...wärters der nebenher ein Buchantiquariat betreut ... und da ich alten Büchern, Büchern überhaupt nie wirklich widerstehen kann, hab ich für je 5 Dollar (3,50 Euro) einen alten Bildband über die Geschichte Disneylands und einen über die Anfänge der britischen Eisenbahn erstanden; Bücher, die trotz anderen Themas ganz wunderbar in die beschauliche Atmosphäre dieses Ortes passen, merkwürdig...
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… bis zum Museum bin ich quer durch Jasper gelaufen ... ein kleiner, beschaulicher, abseits der Einkaufs- und Restaurantstraße nur wenig touristischer Ort, von Bergen umringt ... anders als Banff, aber die Ruhe und Aufgeräumtheit, die dieser Ort in diesem Moment auf mich ausstrahlt, hat etwas Ansprechendes ... trotz aller moderner Einrichtungen stellt man sich so eine Dorfgemeinschaft, einer Gemeinde in einem geschlossenen Lebensraum vor (vor der Elementary School – Grundschule - hat mich gar ein Jugendlicher beim Vorbeilaufen höflich gegrüßt; wie ungewohnt) ... (während ich dieses einige Wochen später niederschreibe, abschreibe, geht mir durch den Kopf, das man sich eigentlich mal die Zeit und die Möglichkeit schaffen müsste, seinen Alltag und dessen Umgebung mit einem derart offenen (Urlaubs-)Geist zu betrachten, um auch dort all das Schöne, Beeindruckende, Bewundernswerte zu sehen, zu finden, sehen zu wollen...) ... die Straße vor dem Museum, neben der Schule mit dem „Public & Activity Centre“ ist jetzt – 17 Uhr ganz friedlich, ab und an ein Auto, ein Fahrradfahrer, ein Fußgänger...
Maligne
17.06.2008
... unterwegs auf der Maligne-Road am Maligne-Canyon, vom Medicine Lake zum Maligne Lake samt sog. Paradise-Island, dem angeblich häufigsten Postkartenmotiv Jaspers...
... wir werden ruhiger, friedlicher, angepasster, gesättigter...
... beim Nieder- bzw. Abschreiben dieser Erinnerungen, Gedanken nach einigen Wochen, Monaten; dem Eintauchen in noch unglaublich nahe Erinnerungen oder Entdecken neuer Erinnerungen anhand des Geschriebenen; stelle ich fest, das sich der Ton, die Wahrnehmung, die Niederschriften im Fortschreiten des Urlaubes ändern...
... auf dem so oft als schönster See der kanadischen Rockies gepriesenen – wir können das anhand all der Naturerlebnisse der vergangenen Urlaubstage eigentlich gar nicht mehr beurteilen oder gar Vergleiche anstellen, sondern sind immer wieder neu erstaunt, begeistert aber auch ein wenig superlativmüde - „Maligne-Lake“ mit einem Touristenboot unterwegs zu, dem Vernehmen nach, häufigsten Fotomotiv der Rocky Mountains, dem „Paradise-Island“, der Paradies-Insel...
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... die vergangenen knapp zwei Urlaubswochen sind fast wie im Rausch vergangen, angefüllt mit Wahrnehmungen, Naturwundern- und schönheiten – fast weigert sich der Geist, in der Erinnerung all die Eindrücke zusammenzutragen...
…wahrnehmungsgesättigtes Erleben dieses Sees ... auf der Fahrt hierher, vorbei an einem Fluss, teilweise rasanten Wildbächen, in denen sich die Sonnenstrahlen brachen, war die Wahrnehmung des wie silber fließenden Wassers, der Inselchen darin sehr viel näher an meinen bisherigen Kanada-Empfindungen ... doch da, jetzt glitzert auch der See in der strahlenden Sonne...
... ein paar Minuten allein – die anderen Bootsausflugteilnehmer sind in dem bewaldeten Berghang seitlich neben mir unterwegs, um einen noch besseren (Foto-?)-Blick auf das winzige Paradise-Island zu erlangen ... o.k., da sind sie wieder, ich höre deutsche Worte und bin gezwungen, zuzuhören, wie der kanadische Bootsführer von einem deutschen Ehepaar darüber aufgeklärt wird, das man für´ s Fotolächeln in Deutschland „Spaghetti“ statt „Cheese“ sagen würde, äh ja… - ... aber zurück mit den Gedanken zur vor mir liegenden Natur: ... es ist doch noch immer ein imposanter, majestätischer Anblick, die immer noch in den Falten schneedurchzogenen Berge hinter dem nun in der Sonne glitzernden blauen See samt bewaldeten kleinen Inselchen zu sehen ... Zeichnen, Skizzieren wäre toll – aber da wird das Boot auch schon wieder beladen und ich muss mich nicht damit auseinandersetzen, ob man bzw. ich diese Anblicke überhaupt zeichnerisch festhalten könnte...
... Trägheit ... bringt Frieden, Friedlichkeit mit sich ... zumindest im Moment...
... momentan neben der Straße auf dem Rückweg vom See Fels-Berge, fast schneefrei ... verwittertes, berghoch aufgetürmtes Felsgestein ... verwitterte Riefen, Spalten, Ritzen ... verwittert, scheinbar wie Inschriften, Zeugen einer unvorstellbar langen Zeit, der Erd-/ Landschaftsentwicklung...
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... gerade laufen zwei Waipiti-Hirsche hinter dem Wohnwagen hervor ... Whistlers-Campground für zwei Nächte unser Standort nahe Jasper ... nachdem nun endlich der kanadische Sommer angebrochen ist (Sonne und warm) macht das abendliche Feuerchen sogar richtig Freude und bringt Entspannung...
... die nächsten Hirsche, sie ähneln Elchen, laufen hinterm Wohnwagen hervor, außerdem hopsen zahlreiche Eichhörnchen entlang ... Zeit, die Vorzüge dieses eigentlich sehr großen, sich jedoch geschickt durch den riesigen Wald windenden Campingplatzes (mit sehr, sehr weiten Wegen zur Dusche) zu erleben und zu genießen ... unglaublich, wie viel Natur um uns herum ist, trotz 780 Campingstellplätzen auf einem durchaus gut besuchen Campground...
... während ich dies niederschreibe, geht mir im Kopf die Abfolge der Campingplätze der vergangenen Tage durch den Kopf: von stadtnah und mit sehr hohem Standard in Vancouver über den fast leeren, romantischen Platz am Okanagan-Lake im Regen, an heißen Quellen, in Banff im Angesicht der vor uns liegenden Zweitausender, am rauschenden Fluss nahe des Lake Louise, fast im Schnee 2.040 m hoch an den Eisfeldern und in Gletschersichtweite bis hierher in Jasper mitten im Wald, weitläufig, ungestört inmitten wilder Tierherden – weitere Stellplätze werden noch folgen: auf einem Golfplatz im Hochland, etwas beengt auf der Rückfahrt in die „Zivilisation“ in den industrieller werdenden Randgebieten des Hochlandes und schließlich das wunderbare, bereits wieder zu Vancouver gehörende Fort Langley; für unsere Augen nahezu ein Paradebeispiel einer „Western-Stadt“ ... und diese Erinnerungsabfolge scheint mir in diesem Moment ein leuchtendes Beispiel für die unglaublichen, wunderbaren Station unserer Kanada-Reise zu sein...
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Maligne-Canyon
abendliche Nachbetrachtung: ... der heutige Tag – Fahrt zum Maligne-See und Maligne-Canyon, der unglaublich tief und eng; überaus beeindruckend ist ... mit ebenfalls einem 23 hohen Wasserfall in einer Gesamttiefe von 38 m und kleineren Fällen, sogar hängenden Eis-Resten, ebenso wie die gestern gesehenen Fälle die Macht des Wassers gegen den Stein, aber auch den Widerstand des Steins eindrucksvoll demonstrierend ... das alles wunderbar in die Natur eingepasst, für die Besucher hergerichtet, mitten in den Wäldern, in der Natur ... Extra-Eintritte werden nicht verlangt, man bezahlt bei Einfahrt in den Nationalpark Jasper pauschal 9 Dollar pro Tag, die Natursehenswürdigkeiten sind in der Regel mit Holzwegen, -brücken für die Touristen zum Besichtigen des Sehenswerten ausgestattet; Holzwege, die sowohl die Natur schützen, als sie auch auf angenehme, unaufdringliche Weise den Besuchern zugänglich machen ... meist gekrönt von einem Souvenir-Shop, der uns auch immer wieder verführt ... Geschenke, Erinnerungsstücke...
... ein schöner, entspannter Tag mit und für alle ... ein Tag, der all die erinnerungswürdigen Eindrücke durch Harmonie abrundet ... friedlicher, in jeglicher Hinsicht milder Abend am Feuer ... während die Waipiti-Hirsche etwa 2 m entfernt im Dunkeln vorbeilaufen...
... man müsste die Zeit, die man gemeinsam hat, vor allem bei so großartigen Unternehmungen noch besser, vielleicht auch rücksichtsvoller nutzen ... (andererseits denke ich gerade bei der Erinnerungsstöberei beim Aufschreiben und Nachlesen, das wir es eigentlich schon ganz richtig gemacht haben...)
Jasper – Richtung Clearwater
18.06.2008
vorbei an Mount Robson, dessen Bergspitze sich im Nebel verliert – Mt.Robson, mit knapp 4.000 m höchster Berg der Rockies ... wir haben Alberta verlassen, sind zurück in British Columbia ... die Uhr wieder eine Stunde zurückgestellt, Deutschland ist uns neun Stunden voraus ... mir geht gerade durch den Kopf, wie viele Menschen in meinem Arbeitsalltag an meiner Energie zerren ... vielleicht fangen die Gedanken auch schon an, ins eigentliche eigene Leben zurückzuschweifen, zwar noch entfernt am Geisteshorizont, aber bereits unterwegs wieder hin zu eigenen Alltagsrealitäten ...
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vielleicht wird einem mit räumlich und zeitlicher Entfernung, nachdem man so viel gesehen, aufgesogen hat; Eindrücke, Erinnerungen gesammelt hat, bewusst, das man sich jetzt bereits eigentlich schon auf dem Rückweg befindet, nach „Hause“ im tatsächlichen und im wahrgenommenen Sinne -... - wir sind mit einigen Zwischenstopps auf der Rückfahrt nach Vancouver, um von dort zurückzufliegen, haben den Scheitelpunkt unserer Reiserunde bereits hinter uns gelassen und mit dem heute noch zu sehenden höchsten Berg – Mt.Robson – auch geographisch den Höhepunkt erreicht; den emotionalen Reisehöhepunkt muss am Ende wohl jeder für sich ausmachen...
... merkwürdig ist es schon, sich im Grunde schon fünf Tage vor Urlaubsende auf der „Rückkehr“ zu befinden und wie bereits vorher festgestellt, ist eine gewisse „Natur-Highlight“-Müdigkeit vorhanden – wobei sich dies in der Erinnerung nach einigen Monaten im Moment des Abschreibens der damals vor Ort notierten Gedanken gar nicht so festgehalten hat...
... die „Rearguard Falls“ - Wasserfälle, auf die wir jetzt noch häufiger stoßen ... Informationstafeln teilen uns mit, das an diesen Fällen im Spätsommer nur noch die stärksten Lachse den Aufsprung über die Stromschnellen und 5m (?) hohen Fälle schaffen, wenn sie nach 800 Meilen vom Pazifischen Ozean hier ankommen – wir „werfen ein Auge“ auf die Fälle, vertreten uns kurz die Beine, nehmen das dunkelgrüne, herabstürzende Wasser und seine Schönheiten wahr ... und sind wieder unterwegs...
... eines ist schon seit Tagen in den Nationalparks und jetzt in den Provinzialparks auffällig und so anders zu unseren bisherigen Lebenserfahrungen: die teilweise unglaublichen Entfernungen zwischen zwei größeren Orten und auch jetzt ist es merkwürdig, zu lesen, das der nächste Parkplatz auf dem Highway in 85 km folgt (wohlgemerkt Parkplatz, „Rest Area“ - wörtlich „Ruheplatz“, nicht Tankstelle)...
... unendlich Wald auf beiden Seiten der einsamen Straße...
... allein in und mit unserer kleinen Reisegruppe ... ohne darüberhinausgehende Fremdkontakte...
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... die Rockies haben wir nun endgültig hinter uns gelassen und sind bei Clearwater in den 5.400 km² großen Provinzialpark „Wells Gray Park“ mit seinen Wasserfällen – denen wir uns morgen widmen werden, der Höchste soll stolze 150 Meter sein – eingebogen; der Park ist größtenteils touristisch unentschlossen, wilde Natur wurde belassen ... die Gegend ist landwirtschaftlicher, vor Rindern auf der Straße wird gewarnt und die Straßen sind lang gezogen, wieder scheinbar unendlich lang; wir durchfahren tiefgrüne Wälder, auf 200 km Strecke nur zwei winzige Örtchen, bestehend aus nur einigen kleinen Holzhäusern ... zahlreiche Ranches entlang des Weges ... Cowboyland, fast wie man es sich vorstellt, vorgestellt hat...
... ein Tag auf der Straße ... leere, lange Straßen; wie schon so oft auf unserer Fahrt inmitten weiter, weiter Landschaften...
... „Wells Gray Golf Resort R.V. Camping“ für eine Nacht ... unaufgeregte Stellplätze auf einem Golfplatz am Fluss, einem Creek, was ich für mich mit „Gebirgsbach“ übersetze ... sehr freundlicher, persönlicher Service und saubere, geräumige Duschen, die wir nahezu für uns allein haben – das ist eine Sache, die auf den größeren Campingplätzen durchaus gewöhnungsbedürftig ist: die Sanitäreinrichtungen, insbesondere die Duschen mit Vielen zu teilen, teilweise sogar darauf warten zu müssen und trotz aller Bemühungen auch den einen oder anderen überbliebenen Rest des Vorgängers mit ihm zu teilen ... es ist dies keine wahre Herausforderung, aber zumindest so ungewohnt, das besondere Duschsituationen wie in diesem Fall sofort gern von uns genutzt und auf dem Campground auch separat beworben werden...
... erwähnenswert scheint mittlerweile auch, das ich heute erstmalig ein neuerstandenes T-Shirt anziehe, von denen ich nicht nur als Geschenke für Daheimgebliebene zahlreiche erstanden habe, sondern auch für mich selbst, Erinnerungsstücke, ungewohnte Motive ... das eine oder andere wird erst zu Weihnachten geschenkt, wird „weißt du noch“-Effekte hervorrufen ... jetzt habe ich mich jedoch endlich überwunden, selbst ein neues T-Shirt zu tragen, es „einzudrecken“, finde es schön und werde es nun vermutlich entgegen aller sonstigen Gewohnheiten auch wieder einige Tage hintereinander tragen und mich dabei wohlfühlen...
Well-Gray-Provinzial-Park
19.06.2008
... heute stehen die zahlreichen Wasserfälle des Wells-Gray-Provinzial-Parkes auf dem Plan, zu denen wir auf der vor uns liegenden, sonnenbeschienenen Waldstraße, die irgendwann in einen Schotterweg durch den Park übergeht, gelangen:...
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... die vor mir tosend herabtobenden, herabdonnernden Dawson-Fall's - im Gischt-Sprühwasser angesichts der strahlenden Sonne einen Regenbogen mit sich bringend und in beeindruckenden Stromschnellen auslaufend – verdrängen jeden anderen Gedanken... breiter als die stürzenden Wasser bisher in den Schluchten und Canyons im Jasper-Nationalpark donnert der Fluss hier auf seiner gesamten Breite, scheinbar gar nicht so hoch, jedoch mit enormer Wucht hinab, weiße Schaumausläufer am Ende des Falles schaffend; das Sprühwasser ist sehr deutlich zu sehen, rechter Hand von unserem Aussichtspunkt eilt, rast das Wasser über Stromschnellen um eine Kehre ... all dies passiert hinter der Absperrung nur wenige Zentimeter von uns entfernt...
... kochendes Wasser ... 141 m stürzen in einer Gesteinsenge die Helmcken-Falls in einen scheinbar runden, großen Steinkessel hinab ... Sprühwasser, Gischt reicht bis auf die gesamte Höhe des Falls zurück; im Kessel, der am Wasserausgang durch zwei aufeinander zustrebende Felsen begrenzt wird, den Ausgang beengt, tobt das auftreffende, wieder hochspritzende Wasser, „kocht“ im weißen Schaum; das Sprühwasser wallt an den Kesselwänden nach oben, um in der einfallenden Sonne gut sichtbar gemächlich seinen Weg zur Kesselmitte und nach unten wieder anzutreten...
... hinter den donnernden, fallenden Wassermengen verbirgt sich im Schatten der umgebenden Felsen ein ewiger Eisrest...
... von der erhöhten Beobachtungsplattform schweift der Blick auch zu den massiven, rot-schwarz korrodierten Felswänden hinüber; erstaunlich, an wie wenig Boden sich die Bäume, in dem Fall Nadelbäume oberhalb des Felsmassiv festhalten, bevor dieses direkt davor, wie abgeschnitten in die Tiefe führt und am unteren Ende, im Tal, weit unter meinem jetzigen Standort, wieder in einem grünen, derzeit im Schatten liegenden Nadelwald endet...
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... leider habe ich (wie vermutlich alle Touristen) eine enorme Anziehungskraft auf die hiesigen zahlreichen Mücken, die sich offenbar vorgenommen haben, uns bei lebendigem Leib zu fressen ... in den Rockies gab's die Viecher nicht, wie mir gerade auffällt, während mal wieder eine auf mich losgeht ... aber die anderen Menschen um mich herum schlagen auch um sich ... wie tröstlich ... zumindest juckt es bei diesen Mücken nur unmittelbar nach dem Stich; wenn man es schafft, die Hände davon zu lassen, nicht zu kratzen, dann hört's bald auf ... aber wehe dem, der zu kratzen anfängt, dann hat man lange Spaß damit...
... okay, so friedlich ist der Wasserausgang bei geändertem Beobachtungsstandpunkt dann doch nicht ... Stromschnellen ... und die nach oben steigende, leicht verharrende und dann langsam nach unten schwebende Gischtwolke ist unglaublich ... und wie hoch mag wohl das Wasser beim Auftreffen im Kessel zurück in die Höhe spritzen... beeindruckend...
... die Helmcken-Falls sollen 3x höher als die Niagarafälle sein, die allerdings ungleich breiter sind ... wir können uns das im Moment gar nicht vorstellen, sondern vorerst nur als Information zur Kenntnis nehmen und von dem Naturschauspiel beeindruckt sein...
... noch eine Beobachtung: vermutlich durch die Verengung des Wasserlaufes kurz vorm Herabstürzen begibt sich das Wasser bereits schaum-weiß kochend auf den langen, rasanten Fall nach unten...
... wieder unterwegs auf der einzig touristisch zu befahrenden Straße im Wells-Gray-Park
... wilde, duftende Wälder ... mit ganz eigenem, abgeschiedenem Charme...
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... die Ruinen der „Rays Farm“ - Wohnstätte von Siedlern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, tief in der Wildnis, nur erreichbar über einen schmalen Waldpfad, auf dem wir die einzigen Menschen sind ... von den Mineralien des Wells-Gray-Gletschers gefärbte rote Erde, über die ein klitzekleines Bächlein plätschert, ansonsten sattes Grün, von dem wir förmlich umringt sind ... Ruinen von ehemaligen Wohngebäuden auf einer sattgrünen Lichtung, auf die die Sonne scheint, die alles in strahlendes Licht, Helligkeit taucht ... ein verzauberter, abgeschiedener Ort, der mich tief berührt, Ruhe und Frieden ausdrückt...
... der Blick fällt darüberhinaus auf die umgebenden bewaldeten sanften Berge, ganz weit hinten lugt hinterm Berg ein Schneewipfel hervor ... ein Ort, an dem man seine Gedanken hören könnte, wenn meine Begleiter nicht das Bedürfnis hätten, sich in der Ruhe dieser Umgebung über den Hügel hinab zu unterhalten ... seufz ... dennoch Frieden, Ruhe, Vergangenheit...
... Frieden und Freundschaft sind auch wieder in unsere kleine Gruppe eingekehrt...
Caribou-Hochland & British Columbia Ranchland
... ganz leere Straßen durch Wald und Berg, unglaublicherweise immer bergan ins Caribou-Hochland ... wann geht’s eigentlich wieder runter (wir lösen dieses Rätsel in diesem Urlaub nicht mehr) ... die Straße steigt und steigt ... wenn die Bäume am Straßenrand sich hin und wieder lichten, begleitet uns ein beeindruckender Bergblick über grüne Baum-Täler bis ganz weit hinten ein schneebedeckter Gipfel der immer weiter entfernt liegenden Rocky Mountains zu sehen ist...
... fast ohne Gegenverkehr immer noch allein der Straße entlang und entlang, scheinbar endlos durch dünnbesiedeltes, dichtbewaldetes Hochlandgebiet ... „British Columbia Ranchlands & Rivers“…
... ein Elch kreuzt unmittelbar vor uns die Straße, das Elchjunge bleibt hinterm Wildschutzzaun zurück ... große, wunderschöne, Tiere mit wiegendem Gang...
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... auf dem Weg zur nächsten Zwischen-Übernachtung gut und fettig im „Sport-Spiele-Bingo“-Pub der Kleinstadt Chilton gegessen ... Fish & Chips, Burger, Fritten sowie reichlich sonstiges Frittiertes ... amerikanisches Kleinstadtfeeling in einem fast leeren Pub, das wir für einen kurzen Zwischenstopp auf uns wirken lassen ... außerhalb des Pubs „Neuzeit-Westerstadt-Feeling“
... auf der Straße in der Landschaft oberhalb des „Fraser-River“, karge Prärie-Landschaft ... Indianerland, Prärie unserer Vorstellung entsprechend ... anders als bisher Gesehenes, groß und weit…
Unterwegs „zurück“; Whistler
20.06.2008
eine Übernachtung in Lilloet am Fraser River; eine einfache, für unsere Betrachtungsweise ebenfalls „amerikanische Western- und Präriestadt“ der Neuzeit – wir sind unterwegs Richtung Squamish mit geplantem Tagesaufenthalts-Zwischenstopp in Whistler, zusammen mit Vancouver Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010…
... Seton Lake ... groß, wieder beeindruckend ... jedoch nur noch flüchtige Wahrnehmung durch uns ... das Wahrnehmungsvermögen scheint angesichts all der gesehenen landschaftlichen Superlative erschöpft ... wir schauen, sind beeindruckt, jedoch nicht mehr überwältigt, geraten nicht mehr aus „dem Häuschen“...
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... Whistler ... kleiner, sehr gepflegter, hübscher Ort, in dem man sein Auto, auch die größeren Wohnwagen auf riesigen Parkplätzen am Stadtrand abstellt, um zu Fuß in die autofreie, niedliche, saubere Innenstadt zu gelangen ... sehr touristenbemüht und freundlich mit Informations- und Auskunftsständen ... umrahmt von Bergen ... bei strahlendem Sonnenschein laufen winterwarm verpackte, gut ausgerüstete Snowboarder neben schlammbespritzten Mountain-Bikern in kurzen Hosen und T-Shirts durch den Ort ... im Ort nur ganz wenig Bautätigkeit; Olympiavorbereitungstätigkeiten allenfalls auf den Zufahrtsstraßen und an den Bergbahnen...
... wieder Shopping ... ach, all die Souvenirläden mit all den Nettigkeiten und vor allem die Stein-&-Fossilien-Geschäfte sind gar zu unwiderstehlich...
... „Kalhani Campground“ nahe Squamish ... sehr ursprünglich, einfach zwischen Fluß-/ See & Wasserfall, Straße & Eisenbahn ... wir übernachten hier lediglich auf dem Weg zu unserem Endziel – Langley bei Vancouver ... wir haben einen behaglichen, gemeinsamen Abend verbracht ... lieb, aneinander interessiert, Zeit zum Erzählen, Zuhören...
Von Squamish nach Langley
21.06.2008
... von Squamish aufgebrochen zu unserer letzten Campingstation in Langley, welches bereits zum Großraum Vancouver gehört und Heimat unserer Motorhome-Verleihstation ist ... unterwegs halt gemacht in einem riesigen Open-Air-Eisenbahnmuseum und einer alten Goldmine...
... soviel gesehen und bewundert und bestaunt in den letzen 2,5 Wochen ... zurück auf dem Weg nach Vancouver; fast ist man überfordert, sich an die ersten Tage in Vancouver vor unserem Aufbruch in die Berge, an die ersten Eindrücke unseres Urlaubes zu erinnern.
... „Historical Sites“ - historische Sehenswürdigkeiten in Kanada werden scheinbar immer unverkrampft mit wenig „korrigierenden“ Neuzeiteinfluss präsentiert, sie sind da, man geht hinein – schaut, schlendert weiter ... entspannter, dennoch bewahrender Umgang mit Vergangenem ... sie faszinieren mich immer, egal welches Thema; Eisenbahn, Goldbergbau ... ein Fenster zurück in die Zeiten vor uns; Fotos, Ausstellungen, manchmal hautnah
... beim Betrachten der Fotos der Stadt/ Gemeinde rund um die Kupfer- und Goldmine aus den 1900er – 1970er Jahren - welche erst spät an Eisenbahn- und Straßensystem angebunden wurde und sich somit weitgehend isoliert, eigenständig entwickelt hat - ist mir sehr aufgefallen bzw. ins Bewusstsein gekommen, das Menschen schon immer dazu neigten, Gemeinschaften zu bilden, Zugehörigkeiten zu schaffen ... seien es Eisenbahner-gesellschaften damals und heute, Grubenarbeiter etc.
... mir fällt aber auch auf, das mich immer Räume der Vergangenheit interessieren, faszinieren ... Räume, in den Menschen sich zu verschiedenen Zwecken aufgehalten haben: Büros, Wohnräume, Eisenbahnwaggons ... Orte, die die Nutzung und Nutzer darstellen ... Raum und Zeit sozusagen überwinden...
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... nach dem Besuch des größten? Open-Air-Eisenbahnmuseums, in dem wir allein und frei in verschiedensten Eisenbahnen und -waggons herumlaufen, -klettern – dabei Postwaggons, Erste-Klasse-Waggons, Personenbeförderungsabteile, Abrisse über die Besiedlung dieses Landstriches, Auswanderer, riesige Eisenbahnschneeschaufeln, Aufenthalts- und Arbeitsräume der Eisenbahner u.v.m. sehen – sind wir zur vernehmlich ehemalig größten Kupfermine des Britischen Empire aufgebrochen...
... diese Mine wurde 70 Jahre lang betrieben; in ihr wurden neben Kupfer verschiedenste andere Mineralien, auch Gold gefunden und abgebaut...
... so romantisch altertums- bzw. geschichtsverklärt so eine Grubenfahrt in eine alte Mine doch immer wieder ist, man hatte sich tatsächlich nicht bewusst gemacht, wie dunkel es vor noch nicht allzu langer Zeit, vor der Elektrizität in einem Bergwerksstollen tief in der Erde war ... und wie unvorstellbar hart die Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen der Arbeiter hier unten waren ... Dunkelheit – bestenfalls Kerzendämmerlicht, Einsatz von Muskelkraft, Staub, Dreck, Krach ... es hat mich sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht, als die Besuchergruppenbegleiterin das Licht löschte und lediglich eine Kerze in dem dunklen Bergstollen entzündete, ich meinen Nebenmann nicht mehr sehen, höchstens erahnen konnte und als sie die später aufkommenden ersten primitiven Abbaugeräte und deren unvorstellbaren Krach demonstrierte...
... die gesamte Kupfermine war unfassbar ... 210 km Stollensystem (von dem wir jedoch höchstens 1 km gesehen haben) und schließlich ... der sog. „Construktor“ (ich habe keine Ahnung, wie man dieses Wort übersetzen könnte) – ein 64 m breites, 82 m hohes, von außen mit weißem Blech verkleidetes „Gebäude“ mit riesigem, imposanten, vom Zahn der Zeit angenagten Innenbereich ... pure Industriearchitektur aus Stahl und Holz; über 374 steil in die Höhe führende Stufen an diversen Plattformen vorbei ... eine Anlage, in der das Gestein gemahlen und über verschiedene Bearbeitungsstufen Stein und darin enthaltene Mineralien voneinander getrennt wurden...
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... anschließend noch auf Touristenart „Gold gewaschen“ ... auch dabei Spaß und Entdeckerfreude gehabt ... und die Erkenntnis, das selbst dies in der Kürze der Zeit, die man sich dafür geduldete und angesichts der geringen Ausbeute für Oberarm und Nackenmuskulatur anstrengend war...
... darüberhinaus hatte ich auch mein kleines persönliches Erfolgserlebnis bei der Führung durch diese Mine: ... das ich überraschender- und erfreulicherweise der im normalen, raschen Alltags-Englisch erfolgten Führung problemlos folgen konnte...
... „Bear Island“ - „Bären-Insel“ in Fort Langley ... unser Campingplatz für die letzten zwei Nächte, auf dem ab morgen die teurere und besucherintensivere Hauptsaison beginnt (mittlerweile sind wir sehr froh, in der weniger frequentierten Vorsaison unterwegs gewesen zu sein) ... der Campground ist – ähnlich unserem ersten in Vancouver – sehr gepflegt, etwas teurer, aufgrund dem bevorstehenden Wochenende und dem wunderbaren, milden Sommerwetter relativ gut genutzt ... gediegener, aufgeräumter Eindruck...
... so wie auch auf allen anderen Campgrounds während unserer Reise halten sich die Gäste an die Regeln und Gepflogenheiten: keine laute Musik oder Party ab einer bestimmten Zeit (meist ab 22 Uhr), keine offenen Feuer nachts (in der Regel 23 oder 24 Uhr), keine offen herumstehenden Nahrungsmittel ... es klappt prima ... und eine weitere Feststellung sei wiederholt gemacht: das die ganze Campground-Check-In-Abwicklung zwar verschieden, aber immer unbürokratisch, unkompliziert, meist relaxt abläuft ... ob im Camp-Office, bei der Self-Registration, wie auch immer ... „easy way to life“ ... und darüberhinaus ist die Internationalität der Gäste auf den Campingplätzen hier in Kanada durchaus beeindruckend ... aber es hat nur wenig Kontakte über den eigenen Stellplatz, die eigene, kleine Reisegruppe hinaus...
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Fort Langley
22.06.2008
... Fort Langley ... „Birthplace of British Columbia“ - „Geburtsort Britisch Columbias“ ... und genauso wirkt es bei erster, flüchtiger Betrachtung ... eine aus Holz erbaute Stadt eines früheren, älteren Stils ... eine „Westernstadt“ ... sehr gepflegt, sauber, einladend, zauberhaft ... wie eine kleine Reise in andere, frühere, vielleicht betulichere Zeiten ... zahlreiche Antiquitäten-Geschäfte; Diner's und Eisdielen im Stil der amerikanischen 60iger Jahre (glauben wir nach unseren Fernsehkenntnissen zu wissen) ... und so waren wir heute auch in einem altertümlichen, sehr charmanten Diner (Bistro) mit Elvis-Figur, Jukeboxen etc. Eis essen, Atmosphäre aufnehmen...
... umso näher das Urlaubsende rückt, umso mehr verlangsamt sich der Rhythmus, beginnen wir Rückschau zu halten, Erinnerungen auszutauschen, werden noch friedlicher, gruppenbereiter, rücksichtsvoller ... teils ob der Gewöhnung der vergangenen gemeinsamen Wochen Zusammenlebens, teils aus beginnender leichter Melancholie ob der zeitlichen Absehbarkeit unseres Urlaubsendes, der bevorstehenden Heimreise; bewahren wollen, mitnehmen; auch in der Abgeklärtheit bereits soviel Gesehenen, Erlebten ... - ... und so hatten wir in milder, duftender Sommerluft umgeben von den Feuerstellen der anderen Camper einen wunderbar entspannten Abend...
... man nimmt sich soviel vor im Urlaub, zumindest der Geist rattert ständig ... was wird bleiben?
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... auf dem Weg zu den verschiedenen Museen in Langley, die wir noch besuchen möchten, sind wir zunächst in einer Art „Antiquitäten-Ramsch-Kramladen“ von am Eingang noch ungeahnter Größe mit irrsinnig vielen Dingen zum Kaufen und schließlich noch in einem ganz knuffigen Tee-Restaurant-Laden „hängengeblieben“, haben verweilt ... dieser „Antiquitäten-Kramladen“ war unglaublich – wir sind da durchgewandert wie durch ein Museum, haben gestöbert, Unzähliges entdeckt ... ein ganz, ganz verzauberter, charmanter, staubiger Ort ... zum Entdecken, Erfahren, Träumen, Staunen ... eine Fundgrube...
... nach dem „Living History“-Museum von Fort Langley, dem „Birthplace of British Columbia“, einem liebevoll dargestellten Ort mit Geschichtseindrücken zum Anfassen, Erleben, Fühlen noch im Technik-Landwirtschaftsmuseum und im allgemeinen Museum von Fort Langley gewesen ... im Museum die übliche, aber sehr liebevolle Darstellung der Besiedlungsentwicklung dieses Fleckchen Erde, dem entbehrungsreichen Leben der ersten Siedler, Eisenbahnbauer etc. - ein Thema, auf das man hier immer und immer wieder stößt – Entdeckung und Besiedlung eines sehr weiten, herausfordernden Landes...
... im Landwirtschafts-Technik-Museum wurden auf unaufgeregte Weise allerlei Maschinen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis etwa die 60iger Jahre dieses Jahrhunderts zusammengetragen ... Kutschen, Alltagsgeräte, Nähmaschinen und Traktoren ... mein Reisebegleiter war hingerissen, begeistert...
... das Urlaubsende steht unmittelbar bevor und ein bisschen freut man sich auf den Komfort des eigenen „zu Hause“ und fühlt dennoch auch Wehmut, einen außerordentlich erlebnis- und eindrucksreichen Urlaub auf einem schönen, in unserer Wahrnehmung lebensentspannten Fleckchen Erde hinter uns zu lassen...
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... ein letztes Abendessen beim Japaner, ein letzter Pub-Besuch, das noch entspannte Urlaubsgefühl und auch die mittlerweile zauberhaften Sommerabende in uns aufsaugend und gleichzeitig schon in Erinnerungen schwelgend...
... unser Campingplatz hier, sehr gepflegt und betreut in lauer, ruhiger Sommerabendnacht hat wieder einen sehr liebenswerten, ruhebringenden Charme; Ruhe, vielleicht noch das eine oder andere Feuerchen, knisternd und funkelnd, zirpende Grillen...
Vancouver
23.06.2008
... letzter Urlaubstag ... etwas Hektik beim morgendlichen Zusammenpacken ... schließlich angekommen im Suiten-Hotel „Rosdale on Robson“ für die letzte Übernachtung in einem Hotel mitten auf der Haupteinkaufsstraße Robson-Street in Vancouver-Downtown vis-a-vis der kanadischen Nationalbibliothek ... super Hotel-Wohnung mit zwei Schlafzimmern und Wohnzimmer samt Küchenecke; 12. Stock, unter uns Baustelle – wie nahezu überall in Vancouver-Downtown ... hervorragende Hotelausstattung ... den Nachmittag getrennt voneinander verbracht, treiben lassen, noch etwas Geld ausgegeben ... relaxt ... Vancouver gefällt mir prima ... am Abend nochmal „typisch amerikanisch“ Burger u.ä. auf einer Dachterrasse oberhalb der Einkaufsstraße genossen; noch einen Cocktail in der Hotelbar ... und die letzte Urlaubsnacht bricht an, das Gepäck steht bereit für den morgigen Flug ...
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... im Bett liegend aus dem 12. Stockwerk des Hotels im Herzen Vancouvers auf die erleuchteten Fenster der (am Nachmittag erstaunlich belebten, gutbesuchten) Vancouver-Bibliothek und der umstehenden nächtlichen Hochhäuser schauend ... nächtliche Genießer-Wahrnehmungszeit ...
Rückflug
24.06.2008
... wieder viel zu langer Flug für die eigene Geduld, das „Sitzfleisch“ fehlt ... 10 Stunden Flugzeit plus zwei Stunden zusätzlich für Zwischenstopp in Calgary (auf dem Hinflug war es Edmonton) ... dennoch Glück gehabt: durch einiges Hin- und Her-Umsetzen anderer Passagiere durch die Stewardessen teilen wir uns nun alle zu zweit einen Dreier-Sitzblock; wir haben also etwas mehr Platz und Privatsphäre...
that's it ... das war's...
