Quebéc – Indian Summer in Ost-Kanada
1. – 10. Oktober 2001

Québec – Eine der schönsten Städte der Welt
Ein bequemer, nicht zu langer Flug über den Atlantik führte über Toronto nach Québec in die französisch sprechende Provinz Kanadas. Eine moderne Großstadt, mit liebenswürdigen Bewohnern und einer wunderschönen Altstadt – mit schönen Boutiquen, gemütlichen Restaurants und Cafés. –
Der nachfolgende Reiseverlauf: Von der Hauptstadt Québec geht es entlang des St. Lorenz Stroms über Tadoussac auf die Halbinsel Gaspé, dem Naturpark Gaspesie. Durch den wilden, gebirgigen Osten führte die Straße an die östliche Spitze nach Percé und zur Vogelinsel Bonaventure. Entlang der Südküste ging es bis Richmond, und danach zurück an den Strom und nach Québec-Stadt.
Quebéc: Rundgang durch die Altstadt und den Place Royal
Québec – eine romantische Stadt: So wirbt die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz für einen Besuch. Und das findet der Gast auf Schritt und Tritt. Aber lassen Sie mich ein wenig ausholen.

Québec ist die einzige befestigte Stadt Nordamerikas. Sie wurde an der schmalsten Stelle des St. Lorenz Stroms erbaut, zwischen den Laurentius- und Appalachen-Bergzügen. Sie ist Hauptstadt der größten gleichnamigen Provinz Kanadas mit 700.000 Einwohner. Im Land wohnen ca. 7,4 Millionen Menschen, davon 2.6 Millionen Franko-Kanadier.
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Place Royal
Der Franzose Samuel de Champlain kam als zweiter im Jahre 1608 an den St. Lorenz Strom und gründete die Stadt als Handelsniederlassung. Sein Denkmal steht auf dem Place Royal in der Unterstadt. Die Altstadt erinnert stark an mittelalterliche Städte in Europa. Sie war der Sitz der Kaufleute und Handwerker. Der Besucher findet heute gut restaurierte ehemalige Handelshäuser aus dem 18. Jahrhundert. Québec ist die Wiege von Neufrankreich.
«Iglese Notre-Dame-des-Victoires» 1688
Die jetzige schlichte Kirche von 1723 wurde nach einem Brand auf der vorherigen Holzkirche erbaut. Im Innern sieht man den engen Bezug zum Atlantik mit Segelschiffen und Gedenktafeln.
Die Straße „Petit Champlain“ ist das Herzstück des ältesten Handelsviertels Nordamerikas – Heute: befinden sich hier Geschäfte für Designerkleidung, Schmuck und Kunst von ortsansässigen Künstlern und Kunsthandwerkern.
Von hier führt der Aufstieg zur Oberstadt über 28 Treppen – oder mit einer Zahnradbahn. Hier findet der Besucher seltsame Namen: Zum Beispiel die „Halsbrechertreppe“! Hier befindet sich auch das Haus von Samuel de Champlain, dem Gründer von Québec als Handelsstation für Pelzhandel. Die Kolonialisierung Nordamerikas reichte von Québec bis an den Golf von Mexiko. Der Einfluss reichte bis nach Louisiana und zu den Rocky Mountens . Ein Kanadischer Bundesstaat ist Québec seit 1867 und die Provinzhauptstadt. -
Eine Hauswand auf dem Weg zur Oberstadt zeigt die geschichtliche Entwicklung von Québec:
Die ersten Menschen lebten schon vor 10.000 Jahren hier. Jacques Cartier kam 1535 erstmals in das Gebiet von Québec. Er ist der Namensgeber der heutigen Provinz. Aber schon die Ureinwohner nannten sie ähnlich. Östlich der Provinz Québec befinden sich Neufundland – Labrador – New Brunswick und die heutigen Grenzen zu den USA-Staaten: New York – Vermont – Maine und New Hampshire.
Quebéc-City: Schlosshotel Frontenac - Platz d´Armes von 1620
Nach mehreren Versuchen konnten die Engländer Québec erst 1759 nach mehreren Versuchen erobern. Sie bauten die Befestigungsanlagen aus. Die riesige Zitadelle ist auch heute noch sehenswert.

Die Oberstadt liegt 90 m hoch auf dem Diamantfelsen. Sie war der Sitz des Gouverneurs – des Klerus und der Verwaltung. Heute befindet sich die Regierung ebenfalls hier.
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Pferdedroschken warten auf Touristen und führen sie durch die alten Straßen und Gassen innerhalb der Stadtmauern. Auf der Mitte des Platzes steht das „Monument de la Foi“ von 1916 = erbaut zur Erinnerung an die Ankunft des ersten Priesters im Jahre 1615.
Im Museé du Fort wird eindrucksvoll mit modernen Medien die Geschichte eindrucksvoll dargestellt – mit viel Blitz und Donner. Hier befinden sich auch das Ursulinerinnen-Kloster seit 1639 und Kloster von 1641 – sowie die Kathedralen.
Hotel Schloss Frontenac
Das Hotel „Schloss Frontenac“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Luxushotel erbaut und 1893 eröffnet. Die Bauarbeiten wurden 1924 beendet – Es hat 17 Stockwerke. Es ist seitdem das Wahrzeichen der Stadt, wie z.B. der Eiffelturm von Paris, und es ist das Kronjuwel der Canadian-Pacific-Hotelkette. –
Platz und Straßen am Place Frontenac
Der Ausbau der riesigen Zitadelle erfolgte nach 1759 durch die Engländer. Der Abschluss fand erst 1832 statt. Am Strom stehen heute noch eindrucksvoll 198 Kanonen. Eine 4 km lange Mauer umschließt die Anlage. Von hier oben hat der Besucher einen fantastischen Blick auf den St. Lorenz River, der hier nur 1 km breit ist. Die UNESCO ernannte 1985 Québec als erste Stadt Nordamerikas zum Kulturerbe der Menschheit. –
Nach der Ile d´Orleans öffnet sich der Strom zum Golf und wird 18 km breit. An seiner Mündung erreicht er dann eine Breite bis zu 40 km. Es ist der größte Binnenschifffahrtsweg der Welt und führt zu den großen nordamerikanischen See. Seine Länge beträgt ca. 3.000 km. Und selbst nach1.300 km vom Atlantik entfernt ist sein Wasser noch salzig. Bei Flut kann der Pegel bis zu 7 m steigen!
Dramatisch wird der Strom in den kalten Wintern, wo er regelmäßig zufriert. Die Fahrrinne muss heute durch Eisbrecher freigehalten werden.
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Quebéc – St. Lorenz – Gaspésie
Die Reiseroute führte von Québec nach Essipit zum Whale Watching. Dann geht es mit der Fähre auf die Südseite des Stroms auf die Halbinsel Gaspé. Ziel ist Percé und die Vogelinsel Bonaventure an der Ostspitze. Zurück wird der Aussichtsberg St. Joseph besucht, bevor es durch die Halbinsel wieder an den St. Lorenz zur zweiten Wal-Beobachtungstour geht. Endstation ist Québec mit dem Besuch der Huronen-Reservation.

Canyon Sainte-Anne
Östlich der Ile d`Orleans am nördlichen Stromufer – ca. 25 Autominuten von Québec entfernt – liegt der Canyon Saint-Anne. Wild-romantisch hat sich der Fluss tief in das Gestein gefressen. Über ihn führen auf einem beeindruckenden Fußweg drei Brücken.
Noch ist das Laub überwiegend grün. Aber erste Anzeichen des bevorstehenden Herbstes mit seinen kräftigen Gelb- und Rottönen sind bereits erkennbar. Der Naturpark ist natürlich ein Naherholungsgebiet der Bewohner von Québec. Und seine Hänge sind im Winter das bevorzugte Skigebiet der Großstädter.
Fernstraße am Nordufer des St. Lorenz-Stroms nach Tadoussac
Unsere Straße führte in östliche Richtung. Sie ist eine wichtige Verbindung zu den nur noch schwach besiedelten Gebieten. Erstes Ziel ist die Ortschaft Tadoussac.
Tadoussac – Fjord Saguenay – Ufer am Hafen
Die Stadt Tadoussac liegt am nördlichen Ufer des St. Lorenz Stroms und hat 900 Einwohner. Sie wird durch eine Fähre über den Saguenay-Fjord erreicht und ist seit 1600 der erste Handelsposten Nordamerikas für Pelze. Der Saguenay-Fjord ist 10 km lang und 240 m tief! Seine schroffen Felswände erreichen eine Höhe von bis 460 m. –
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Hier starten täglich viele Wal-Beobachtungsschiffe. Aber auch ein Zentrum für Walforschung befindet sich im Ort. Mit modernsten Medien und sachkundigen Angestellten erfährt der Besucher viel über die Meeressäuger. Ebenso starten hier Meeresbiologen auf den Atlantik.

Essipit – Indianerreservat und Wal-Zentrum Tadoussac
Im nahe gelegenen Indianerreservat der Huronen, in Essipit, haben wir Besucher übernachtet. Man kann sich mit Verpflegung für die Weiterfahrt eindecken und auch von den Einwohnern selbst erzeugte Kunstgegenstände erwerben. Sehr eindrucksvoll sind die Erklärungen über das Land, die Tradition und die Tänze. Die Indianer führen streng nach den Tierschutzrichtlinien mit ihren Schlauchbooten ausgedehnte Ausflüge auf den Strom zur Beobachtung von den hier vorbeikommenden Walen.
Whale Watching auf dem St. Lorenz River
Im Sommer können Buckel- und Finnwale, vereinzelt auch Blauwale, gesehen werden. Diese riesigen Meeressäuger kommen dann ganz nah an die Boote heran. Ein sicher sehr beeindruckendes Erlebnis. Jetzt im Oktober sind sie aber längst weiter gezogen. Aber vereinzelt sind Zwergwale und die weißen Belugas kurz zu sehen. Auf ihren Wanderungen durch die Weltmeere finden die Wale im St. Lorenz Strom reichlich Nahrung und sind deshalb auch sicher zu beobachten.
Auch an einer Wal-Forscherreise auf den Strom und in den Atlantik kann teilgenommen werden. Mit Meeresbiologen kann hautnah erlebt werden, was bei den zufälligen Begegnungen auf dem Strom kaum geschehen werden kann.
Die aktive Mithilfe bei den Forschungsarbeiten ist dabei gefragt. Bei den seit über zwanzig Jahren durchgeführten Forschungen konnten bisher ca. 350 Blauwale, 450 Finnwale und über 500 Buckelwale identifiziert werden. Fotos von den Fahrten werden in einer umfangreichen Kartei registriert und stehen für internationale Auswertungen zur Verfügung. –
Essipit – Cap-de-Bon-Désir – Trois Pistoles –Gite du Mont Albert
Vom Cap-de-Bon-Desir bei Essipit geht es mit einer Fähre über den hier schon sehr breiten St. Lorenz Strom auf das gegenüberliegende Südufer und weiter in den Nationalpark Mont Albert. Der Park
besteht seit 1937 und ist ideal für Wanderer und Tierbeobachtungen in den wilden und weitgehend unzugänglichen Appalachen. Hier kann der Besucher mit etwas Glück noch Elche, Rentiere, Bären und Wölfe sehen. –
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Von Mont Albert nach Gaspé
Das einzige Hotel im Parc de la Gaspésie mit seiner subarktischen Vegetation liegt 540 km von Québec entfernt. Außer diesem Fünf-Sterne-Haus, das immer ausgebucht ist, gibt es aber auch einfachere Unterkünfte für Reisende und Wanderer. Der Nationalpark liegt in den Monts Chic Chocs – die Berge erreichen eine Höhe bis 1151 m – sie sind teils bis weit in den Sommer hinein noch schneebedeckt. Der Bus fährt weiter auf der schmalen Straße durch die Appalachen durch sich schon stark verfärbten Herbstwald an die Ostspitze der Halbinsel nach Gaspé.

Gaspé: Ab Abend wird vor dem Museum und Monument Jacques Cartier haltgemacht. Sechs überlebensgroße Stelen sind hier zur Erinnerung an die Seefahrer aus St. Malo aus der Bretannie errichtet und erzählen die Ankunft auf dem fremden Kontinent. Jacques Cartier betrat hier 1534 erstmals kanadischen Boden. Das kleine Museum zeigt eine liebevoll zusammengestellte Dokumentation.
Unser Tagesziel ist der Ort Percé, wo ein gemütliches Hotel direkt am Meer auf uns wartet.
Percé: erster Ortsrundgang
Der kleine Ort bietet 4.000 Einwohner Arbeit und Lebensgrundlage. Während sie früher vom Holzhandel und vom Fischfang lebten, hat der Tourismus das längst verdrängt. Percé liegt am östlichsten Punkt der Halbinsel mit einem Hafen für Fischer und Ausflüge der vielen Touristen.
Rocher Percé
Wahrzeichen ist der Rocher Percé. Es ist ein 438 m langer und 88 m hoher Fels mit einem 30 m hohen Loch und gehört zu den am meisten fotografierten Motiven Kanadas. Er ist als Naturpark ausgewiesen und kann bei Ebbe zu Fuß erreicht werden. Er ist Teil der wilden Felsküste der Peninsula Gaspé, die mit der vorgelagerten Insel Bonaventure fortgesetzt wird.
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Ausflüge von Percé nach Norden:
Auf einer Tagesfahrt in den Norden hält der Bus kurz an der Kirche in Gaspé. Hier wird gezeigt, dass sich die nordamerikanische Kirche nicht durch Steuern, sondern durch Spenden finanziert. Deshalb ist es auch wichtig, dass religiöse Andenken, Bücher und ähnliches verkauft werden.

Museum “Hyman´s Store”
An der wilden Felsküste liegt ein kleines, aber informatives Museum: Hyman´s Store. Lebensnah wird das Leben der Farmer und Fallensteller früherer Jahrhunderte gezeigt. Außer den liebevoll zusammengetragenen Stücken zeigt eine Multimediaschau auch Material vergangener Zeiten. Und das ganze wird durch Angestellte erläutert, die auch für Fragen kompetent zur Verfügung stehen.
Steilküste und bunter Herbstwald im Regen
Weiter geht es im leichten Regen hoch über der Felsenküste auf einer Wanderung durch die urtümliche Herbstlandschaft. Im Sommer sind hier sehr gute Walbeobachtungen im klaren Atlantikwasser möglich. Unsere Gruppe genoss aber das feuchtkalte Herbstwetter. –
Leuchtturm am Cap des Rosiers
Mit dem Bus geht es dann weiter zum Cap-des-Rosiers. Der Ort mit 525 Einwohnern liegt auf einem grünen Plateau über dem Golf des St. Lorenz Stroms. Der Leuchtturm von 1858 ragt 37 m hoch und ist der höchste des Landes.
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Wild rollt die Brandung des Atlantik an die Felsenküste. Der Leuchtturm hat sicher vielen Schiffen den sicheren Weg in den St. Lorenz Strom gezeigt.
Cap-Bon-Ami / Steilküste und Indian Summer
Der nördlichste Punkt der Halbinsel Gaspé ist das Cap-Bon-Ami mit seinem Leuchtturm und den Aussichtsplattformen. Leuchtender Herbstwald – trotz des Regens und der tief hängenden Wolken. Die Feuchtigkeit ist der Feind der Elektronik in den Foto- /Filmkameras! Heute musste ich passen. – Das Kap ist im Sommer immer gut besucht, wie die großen Parkplätze ahnen lassen. Von hier ist die Beobachtung der vorbei ziehenden Wale ebenfalls sehr gut möglich. Danach geht es zurück nach Percé.
Vogelinsel der Basstölpel: “Bonaventure“
Nach einem sehr stürmischen Tag, an dem die Ausflugsschiffe keine Erlaubnis zum Auslaufen bekommen haben, ist das nächste Ziel die Vogelinsel Bonaventure vor dem Städtchen Percé. Hier nisten auf bis zu 100 m hohen Felsklippen im Frühjahr/Sommer hundertjausende von Basstölpeln, Papageientauchern und anderen Seevögeln. Es ist die größte Tölpelkolonie auf dem Kontinent. Und selbst jetzt im Oktober ist das Gekreisch der vielen Vögel noch ohrenbetäubend. Bei noch immer rauer See kämpft sich das kleine Boot um die Insel herum. Auf den Klippen und in der Luft wimmelt es von den großen, weißen Vögeln. Hier im nährstoffreichen Nordatlantik finden sie die Nahrung vor, die so viele Tiere auch brauchen. –
Auf der dem Festland zugewandten Seite legt das Schiff kurz an. Hier beginnt ein mühsamer, steiler Aufstieg zu den Vogelklippen. Am Anleger befindet sich eine Reihe unbewohnter Holzhäuser. Sie dienen in den Sommermonaten den Ornithologen als Unterkunft bei ihren Studien. Aufgrund des Wetters und der schnell hereinbrechenden Dunkelheit ist ein Aufstieg heute nicht mehr möglich. Trotzdem: Der Eindruck ist auch so gewaltig und für die kleine Gruppe unvergesslich. –
Nach einer sternenklaren kalten Nacht erlebte ich am nächsten Morgen vom Hotel aus einen sagenhaften Sonnenaufgang über dem Atlantik. Nach dem reichhaltigen Frühstück war noch Zeit für einen gemütlichen Rundgang durch den Ort. Viele Boutiquen, Andenkenläden und Fischrestaurants warteten auf Kunden. Und die schräg stehende Sonne verzauberte den Strand, an dem hungrige Seevögel nach Nahrung suchten.
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Von Percé zum Naturpark Forillon (bei Gaspé)
Der Tag ist heute wie verwandelt: Strahlender Sonnenschein schon seit dem frühen Morgen. Nach dem Bummel am Strand geht es durch den Herbstwald entlang des Atlantiks wieder zurück nach Québec. Erster Halt ist der 1970 gegründete Nationalpark Forillon – der erste Park in der Provinz Québec. Hier spült die Brandung an der Küste seltene Steine ans Tageslicht. Eifrig suchte die Gruppe nach besonders schönen Exemplaren. Aber der große Park bietet natürlich noch viel mehr für Wanderer und Naturliebhaber. Weiter geht es. –...
Fahrt auf den Mont St. Joseph bei Carleton
Die Südküste der Halbinsel Gaspé ist viel lieblicher als die schroffe Nord- und Ostküste. Sie wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Und so kommen immer wieder kleine Ortschaften an der Straße in Sicht. Es geht Richtung Richmond, wo die Straße abzweigt ins Innere der Gaspésie und zurück zum St. Lorenz Strom führt. –
Die Stadt Carleton ist ein Loyallistenstädtchen mit arkadischen Wurzeln und wurde 1756 gegründet. Der Hausberg ist der Mont-Saint-Joseph mit 558 m Höhe. Im Sommer ist Carleton der beliebteste Badeort an der Südküste. Auf dem Mont-Saint-Joseph befindet sich eine kleine Kirche. Von hier hat der Besucher einen fantastischen Blick auf die herbstlichen Wälder und den Atlantik bis hinüber nach New Brunswick. Die steile Straße hinab hat der Busfahrer schwitzen müssen: die amerikanischen Busse und Lkw hatten nicht die Bremsen und Motoren wie unsere europäischen Fahrzeuge.
Naturpark und Museum Parc de Miguasha (bei Nouvelle)
Der letzte Halt an der Südküste ist der Naturpark Miguasha mit einem kleinen Museum. Hier werden sensationelle Fossilienfunde aus dem Devon vor 370 Millionen Jahren ausgestellt, z.B. ein Fisch mit Kiemen- und Lungenatmung als Bindeglied zwischen maritimem und terristischem Leben. Hier befand sich ehemals eine tropische Lagune. Zeugen dieser längst versunkenen Zeit findet der Besucher auch an einem Küstenlehrpfad direkt unterhalb des Museums. An der Felswand spülen die Witterung oder der Atlantik immer wieder Zeugnisse aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit zutage. –
Jetzt zweigt die Straße in nördliche Richtung ab. Und nach einer interessanten Fahrt durch die wilden Appalachen wird der St. Lorenz wieder erreicht. –
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Mont Joli am St. Lorenz Strom – St. Flavie
Bei Mont-Joli über St. Flavie ist der Aufstieg der Atlantik-Lachse in die Nebenflüsse. Und was liegt näher, diese einmalige Köstlichkeit fangfrisch zu genießen. Guten Appetit!
Riviere du Loup: Zweite Whale Watching Tour
Der Ausgangspunkt für die zweite Whale-Watching-Tour auf dem St. Lorenz-Strom ist Rivier-du-Loup. Der Ort ist ein Verkehrsknoten von Straße und Bahn zu den USA – vor allem der Güterverkehr wird hier durchgeführt. –
Bei etwas besserem Wetter als auf der Fahrt auf die Gaspésie soll heute das Glück noch einmal gesucht werden. Mit einem etwas größerem Beobachtungsboot geht es hinaus auf den stürmischen Strom. Eine junge Indianerin erklärt – natürlich in der Amtssprache Québecs in französisch – die Fahrt, die Walbeobachtungen und den Schutz der Meeresssäuger. Und auch das gelegentliche kurze Auftauchen eines Zwergwals. Für die Kamera aber viel zu kurz – schnell ist er wieder in den Wellen verschwunden. Trotzdem ist es noch einmal eine schöne Fahrt bei einem frischen Wind und dem Spiel der Wolken – auch Regenwolken – und der Lichtstimmung auf dem Wasser. –
Fahrt entlang des St. Lorenz-Strom-Südufers
Leuchtturm – Regenwolken – Sonnenuntergang
Ein besonderer Halt muss noch erwähnt werden: Am Leuchtturm und dem „Museé de la Mer“ in Rimouski. Hier wird die Erinnerung an den Untergang der «Empress of Ireland» am 29. Mai 1914 im Nebel nach der Kollision mit einem Frachter wachgehalten. Das Passagierschiff aus England hatte 1014 irische Einwanderer an Bord, die bei dem großen Unglück ums Leben kamen. Es war die größte Tragödie Anfang des letzten Jahrhunderts, das mit eindrucksvollen Bildern, Filmen und Fundstücken von der Unfallstelle in der Erinnerung wach gehalten wird. –
Vogelzug der Wildgänse am St. Lorenz Strom
Nach einem guten Abendessen, einer ruhigen Nacht am St. Lorenz-Strom und einem ausgiebigen Frühstück fuhr der Bus bei strahlender Sonne westwärts Richtung Québec. Nach kurzer Fahrt dann ein Halt: Am Ufer sind Tausende von Wildgänsen zu beobachten, die hier die Nacht verbracht hatten auf ihrem Zug in den Süden. Die Winter im Norden sind sehr hart und bieten den Vögeln keine Überlebenschance. Vereinzelt waren Schüsse in der klaren Luft zu hören: Jäger haben die Erlaubnis, einzelne Tiere zu erlegen. Bei der Menge fällt die Jagd aber nicht ins Gewicht. Die Gänse beruhigen sich schnell wieder und ziehen ihre Kreise zum Start über dem Strom.
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Quebéc: Besuch des Huron-Indianerreservats
Vor den Toren Québecs liegt ein Indianerreservat der Huronen. Die Menschen hier gehen ganz alltäglichen Berufen nach. Wie die übrigen Kanadier auch. Sie sind sehr selbstbewusst und stolz auf ihre Vergangenheit –
In einer Siedlung sind Häuser, Werkstätten, Versammlungshallen und Tipis zusammengestellt, die den Besucher die Lebensweise der Ureinwohner Kanadas und Nordamerikas zeigen. So sind natürlich die Totempfähle zu sehen, ein Räucherzelt für die gefangenen Fische, alltägliche Gegenstände wie Schneeschuhe, die in den strengen und schneereichen Wintern unerlässlich waren. Zur Begrüßung werden alte Tänze gezeigt, an denen die Besucher mitwirken dürfen. In den Blockhäusern und Zelten sind Exponate ausgestellt, wie Bilder von der Jagd und dem Fischfang, Gegenstände aus den Wohn- und Schlafräumen wie Traumfänger, Felle und handwerklich und künstlerisch wunderschöne Taschen. Und das ganze kann natürlich auch in den Geschäften und Boutiquen vom Besucher gekauft werden. Wichtig ist dabei – wie schon in Essipit –, dass die angebotene Waren von den Indianer selbst hergestellt wurden und sich sowohl handwerklich als auch künstlerisch wohltuend von der oft angebotenen Massenware abhebt.
Quebéc: Altstadt am Hafen: Kreuzfahrtschiffe „Europa“ und „Amsterdam“ am Kai
Am letzten Tag war noch einmal ein Bummel durch die Altstadt von Québec angesagt. Unterhalb des Diamantfelsens sind die kleinen Gassen am alten Hafen. Hier findet der Tourist viele internationale Restaurants und Boutiquen, die immer wieder ein großer Anziehungspunkt sind. Hier zeigt sich noch einmal, dass Québec eine romantische Stadt ist und zu recht zu den schönsten Hauptstädten der Welt zählt. Und den Kaimauern legen die großen Kreuzfahrtschiffe an, deren Route entweder stromaufwärts zu den großen Seen führt oder aber zurück in den Atlantik – Ziel New York, die Karibik oder, oder ....
Und entlang des Ufers befinden sich noch immer viele alte Kanonen zur Erinnerung daran, dass hier viele erbitterte Kämpfe um die Stadt und den Zugang zu den großen nordamerikanischen Seen stattfanden.
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L`en Tailleur – Ahorn Museum auf der Ile d`Orleans
Den letzten Abend hat der Veranstalter einem Besuch auf der Ile d´Orleans – mitten im St. Lorenz-Strom – vorbehalten. Hier ist innerhalb eines kleinen Museums auch hautnah das Leben der früheren Bauern und Fallensteller zu erleben. Mit zünftiger, typischer Musik wurde der Abend eingeleitet. Es gab ein reichhaltiges, deftiges Abendessen und Getränke, die natürlich irgendwie mit dem berühmten Ahornsirup gewürzt waren. Bilder aus den Anfängen der Besiedlung Kanadas rundeten das Bild eindrucksvoll ab. Der reichlich ausgeschenkte Alkohol sorgte schnell für eine ausgelassene Stimmung, die den nahenden Abschied vorerst vergessen ließen. Und so mancher Gast kaufte in der angegliederten Verkaufsstelle noch schnell ein paar Souvenirs ein: Ahornsirup, Bücher und Tonträger, und andere kunsthandwerkliche schöne Dinge.
Ein gelungener Abschluss. Und so konnte der Reiseleiter eine zufriedene Gruppe ins alte Europa, nach Deutschland, entlassen mit der Aufforderung, bald wieder zu kommen. –
Abschied von Quebéc, von Kanada und vom Indian Summer – Abschied von Denis & Gilles.
5. Oktober 2009/tr.
