huhu ihr da!!!!
DIE MOLLUKKEN- auch DIE GEWUERZINSELN genannt. dort wo zimt, nelken und muskatnuss wachsen und zig spaerlich oder garnicht besiedelte eilande zu finden sind, irgendwo mitten im nowhere.................
klingt doch unheimlich exotisch, oder?
ja, von solchen vorstellungen habe ich mich dorthin leiten lassen, ziemlich unwissend und planlos bin ich also dort hingefahren. es dauerte allerdings nicht allzu lange, und es war einfach nicht zu uebersehen, dass dort ziemlich viele abgefackelte haeuserruinen herumstanden. irgend etwas sehr seltsames musste dort im gange sein....
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bis vor ein paar jahren herrschte dort naemlich ein blutiger religionskrieg, zigtausende muslims und christen haben sich gegenseitig erschossen, erdolcht, erschlagen und ausgeraeuchert. es ist noch garnicht lange her, da waren die mollukken sperrgebiet und als touri nur mit sondergenehmigung zu bereisen.
ganze doerfer wurden ausgerottet, ungelogen bin ich durch sehr sehr viele orte durchgefahren in denen 99% der haeuser zerstoert waren. es sind oft nur noch die grundmauern erkennbar. allerdings befindet sich nun alles im aufbau, die menschen kehren nach und nach , viele mussten naemlich fluechten, auf die inseln zurueck. neue, unverputzte, graue ziegelsteinhaeuser stehen eines neben dem anderen. die menschen lecken ihre wunden und sind wahrscheinlich noch ein weiteres jahrzehnt traumatisiert und duerfen nun damit klarkommen , dass ihr jetziger nachbar mit dem sie vor dem konflikt vielleicht eng befreundet waren, evtl. ihre halbe familie abgemetzelt hat............ (die mollukken waren davor naemlich gerade fuer ihr friedliches miteinander zwischen moslems und christen bekannt....)
angeblich haben sich die leichen auf den strassen gestapelt. irgendwann kam dann noch das militaer dazu und hat die bevoelkerung in guter streitschlichtungstaktik mit maschinengewehren ueber den haufen geschossen und teilweise mit militaerschiffen nach sulawesi abtransportiert.
in einem hotel in dem ich uebernachtet habe, bin ich zufaellig in ein UN-subventioniertes versoehnungssprojekt hineingeplatzt und habe abends mit den englischsprechenden organisatoren diskutiert und viele informationen ueber die ganze sache bekommen.
aber, aber! wer will denn (abgesehen von mir) solche schauergeschichten hoeren? keiner! darum komme ich jetzt doch lieber zu den vergnueglichen seiten meiner reise.
zB. haette ich da mal wieder eine schiff-sinkt-gleich-geschichte auf lager!
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ich waere naemlich fast mit einem 30m-schiff in der nacht abgesoffen. wow, das war ein spass!!! super stimmung. endlich geht mal was! "konfetti! konfetti!!"
listen:
also, 10 minuten nach dem auslaufen meines schiffes ( das mich ueber nacht in 8 stunden auf eine 200km entfernte insel bringen sollte) aus dem hafenbecken, bekam eben dieser luxusliner ploetzlich -und wieder ungelogen- 65 grad (oder so) schlagseite nach rechts. sprich, wir waeren fast gekentert. (muss man erlebt haben um eine vorstellung davon zu bekommen) waere ich nicht schon links gelegen, waere ich sicherlich dorthingerutscht!
es sprangen dann einige leute schnell nach links, die indonesier sind da eben sehr routiniert, um die schlagseite rechts wieder auszugleichen.
der motor stoppte, wir bekamen langsam wieder balance und ich dachte: " YES, YES, was fuer ein glueck, dass das hier passiert! der hafen ist noch in sicht. lieber, lieber captaein, schicke schnell ein funkspruch ans land, damit die uns hier wieder abholen! ICH WILL HIER RUUUUUNTER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! PANIK!!!!!!!!!! noch ist es nicht zu spaet, ich will SOFORT, AUF DER STELLE, JEEEEEEETZT ein RETTUNGSBOOT!!!!!!!!!! KREISCH"
mit klopfendem herzen und wildem blick habe ich schnell meinen super-waterproof-ortlieb-dokumentenbeutel ausgepackt. denn, sollte ich das hier ueberleben, dann wenigstens mit visacard , cash und trockenem reisepass.
aber, mei, wir waeren ja nicht in indonesien, wenn der captain so schnell aufgeben haette. allah wirds schon richten, gelle?
nach 5 minuten gings dann naemlich ganz cool weiter aufs offene meer. ich dachte schon an meuterei oder so, aber keiner wollte mitmachen. nunja, weiter 10 minuten spaeter, JETZT war der hafen nicht mehr in sicht und mein puls war gerade fast wieder im normbereich, fing die gleich schose nur mit seitenlage links an. der motor stoppte wieder usw. usw.
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was fuer ein horror.
"oh mein gott, oh mein gott, oh mein gott! bet, bet. lieber jesus! lieber schutzengel! lieber heiliger josef, michael, klaus, sebastian, georg, usw. liebe, liebe, liebe heilige bernadette von lourdes (irgend jemand MUSS mich doch hoeren): ich bin so klein , mein herz ist rein, ich will nicht abnippeln!"
aber es waren ja nur noch 7stunden und 40 minuten auszuharren..................
und tatsaechlich bin ich am naechsten nach einer logischerweise schlaflosen nacht morgens um 4h auf der gewuenschten insel angekommen. echt gnadenlos hier!
dort gab es dann geilen dschungel, papageien, kakadus, affen, etc. allerdings hatte ich nicht viel davon. denn dort nichts tourismus, nix guide, nix dschungelpfad. and i am not jane, die mit machete alleine in den dschungel rennt. NO, NO! dafuer kutschierten mich dann die hotelbesitzer einen tag lang gratis durch die gegend. als belohnung, weil ich mich da hinverirrt hatte und weil der besitzerin auf der insel einfach scheisslangweilig war und sie froh ueber den kontakt mit mir war.
und ein tag reichte dann auch aus , denn mehr gab es dort fuer mich nicht zu tun, und somit begab ich mich am naechsten abend wagemutig wieder aufs naechste nachtschiff um zurueckzufahren. die netten hotelbesitzter liessen es sich auch nicht nehmen mich hoechstpersoenlich zum hafen zu bringen. dort organisierten sie dann die private, superfeine, glaenzend saubere capitaenskajuete mit doppelbett und aircondition fuer mich (ich fand nur eine einsame erdnuss im bett. die hatte die schwaebische putzfrau wohl uebersehen). und so durfte ich zum economypreis fuer den sich restlichen 150 passagiere zwischen kakerlaken waelzen durften, neben dem kontrollraum unter obhut des ganz braven captains, der die ganze nacht vor dem radar und GPS stand, uebernachten.
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am morgen ging es dann aufs naechste schiff, um halb acht war ich auf der naechsten insel angekommen. auf den weg richtung dorf und guesthouse hatte ich gleich den naechsten burschi am hals der es sich nicht nehmen liess, mich stundenlang mit seinem moped durch die gegend zu fahren. super , was will frau mehr! und das alles gratis, ohne vorzeigen der schwabencard. nur weil ich so charming bin! ja, zeitweise bin ich dort echt von einer bekanntschaft in die naechste geschlittert. touris habe ich die letzten 2 wochen keinen einzigen gesehen.
jetzt noch schnell zu einer besonderen eigenart der inselbewohner. statt "hello Misterrr" riefen die dort alle "BULEH", was so viel heisst wie "fremdling mit weisser haut".
das war echt streckenweisae extrem. buleh, buleh, den ganzen tag hoerte ich nur buleh-rufe. wenn ich in einem foodstall kaffeetrinken wollte, standen mindestens 10 kinder um mich herum:'BULEH, BULEH,..."
versuchte ich mal an einem schoenen see auf einem balkon entspannt ein buch zu lesen, was passiert? es kommen 20 leute angepaddelt (kein witz) und planschen hartnaeckig "BULEH, BULEH, BULEH, " rufend unter dem balkon herum.
auf der strasse: "BULEH!"
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im guesthouse und aus allen ecken kam immer wieder: "BULEH!"
es ist ja nicht boese gemeint, dieses buleh.. aber mann, ja gehts noch?! stellt euch mal vor, ich treffe meine imaginaere nachbarin frau oezguen-egetuerk im hausflur. na, da schreie ich doch auch nicht jedesmal "TUERKE,TUERKE, TUERKE, TUERKE, TUERKE,..." huepfe aufgeregt im kreis herum um gleichzeitig noch die anderen nachbarn herauszuklingeln um dann im chor nochmal eine runde "TUERKE, TUERKE, TUERKE,.." zu schreien. freundlich gemeint hin oder her; also wie bitte schoen soll man sich denn da fuehlen, hae? also ich fands nicht sehr convenient, da machscht was mit! BULEH!
well, jetzt ist fast schluss mit "BUleh", ich bin letzte nacht 14 stunden lang nach sulawesi zurueckgeschippert, natuerlich zwischen muell, kakerlaken und rauchenden indonesiern liegend. jetzt haenge ich schon den ganzen morgen in manado herum und warte auf das naechst boot. zum abschluss meiner reise fahre ich nachher auf die angebliche tauch-und schnorchel-weltklasse-insel pulau bunaken. viele fische, viele korallen. und ab und zu entdeckt man eine neue spezies von rosa riesenrochen, die sich dann wieder nur als vom festland angeschwemmte plastiktuete entpuppt. well, we will see.
tja, das wars dann wohl. jetzt noch 7 tage beachholiday, dann naechsten donnerstag flieger nach malaysia. samstag den 17.10. bin ich dann abends wieder in ulm. endlich wieder anstaendiges essen, denn kochen koennen die hier ueberhaupt nicht. gewuerzinseln, pah, das ich nicht lache. seit 2 monaten FRESSE (muss man echt so sagen) JEDEN TAG trockenen reis, ein bischen fisch (auch oft pfurztrocken) und als kroenung sambal oelek, sprich very boring chillypaste. bin schon gaanz duenn geworden. klapper. denn hier isst man nicht zum genuss, nix oraler geschmacksorgasmus, sondern nur zum ueberleben. yo, wuergs dir rein baby! buaeh!
genug gelaestert, ich jetzt shopping. brauch mal wieder etwas obst (auch meistens mangelware).
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ihr lieben, ihr habt tapfer meinen berichten standgehalten. dafuer bringe ich euch auch eine chillyschote mit! bleibt weiterhin brav ihr kleinen rapanten.
ein kraeftiges "BULEH" nach deutschland.
bulehbuleh.
eure buleh
be.
bulehbuleh.
eure buleh
be.