seid lieb gegruesst. bleibt sauber!
eure
bernadette

 

liebe schwestern, liebe brueder,
 
superschlecht gelaunt, unausgeschlafen und mit angespannten, ueberreizten nerven fuhr ich letzten freitag an den  grossen hafen von  "Bitung" um meine reise auf die molukken anzutreten.
tausende von menschen wuselten aufgeregt auf dem riesigen hafengelaende herum, sicherlich hundert in orangenen westen gekleidete lasten- und gepaecktraeger und viele fliegende haendler mit verpacktem essen, getraenken und zigis im angebot, versuchten noch auf die schnelle sich  ein paar  rupien zu verdienen.

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zwischen riesigen frachtern, unzaehlbaren meist blauen, uebereinandergestapelten cargocontainern, lastkraenen und LKW'S ankerte die grosse personenfaehre MS. DOROLONDA die mich auf die molukken bringen sollte. das schiff mit 8 decks hatte schon eine lange reise hinter, aber auch noch vor sich; ueber java, kalimantan, von sulawesi zu den molukken sollte die DOROLONDA schlussendlich in papua/jayapura ankommen (ca 5-6 tage fahrtdauer).
nachdem ich noch schnell 2 pakete mit reis und fisch gekauft hatte (einen tag spaeter diarrhoe), zwaengte ich mich mit meinem gepaeck durch die aufgeregten menschenmassen , die sich in unkoordinierten wellen hin- und her und vor- und zurueckdraengten.
trotz der allgemeinen hektik oder vielleicht gerade deshalb fanden viele leute die zeit mich widerlich schlangenartig anzuzischen "Zschhhhhh", mir mit laut kraechzenden stimmen "MISTERRRR" ins ohr zu bruellen oder an mir herumzuzupfen.
 

matrosen versuchten sich ein zubrot zu verdienen, indem sie ihre kabinen zur miete anboten. "nein danke", meine reise sollte vorraussichtlich nur 8 stunden dauern, und ich hatte keinen bedarf an eine versiffte, vermiefte, fensterlose und mit pin-up-girls geschmueckte seemannskajuete.
laut ticket hatte ich einen platz auf dem 4. deck.
jedes  deck bestand aus grossen, stickigen raeumen mit dutzenden parallel angeordneten langen holztribuenen auf den blaue, schmale plastikbezogene matrazen ohne zwischenraum oder abgrenzung  aneinandergereiht lagen. hier klebten die menschen haut an haut aneinander und machten es sich auf indonesische art bequem. sprich, man qualmt sich mit nelkenzigaretten zu tode, wirft munter und engagiert mit plastikmuell um sich und geniesst das bordeigene unterhaltungsprogramm auf channel holidaY: "guck mal!!!!! da laeuft weisse tourifrau!!! groehhhl!"
 
da ich ja wie ihr alle wisst fuer reisen unter einem 5-sterne-deluxe-level nur ein begrenztes interesse hege, beschloss ich  auf meine matraze, die meinen gehobenen anspruechen dann doch nicht ganz genuegte, zu verzichten und sie generoes einem anderen mitbruder zu ueberlassen.
stattdessen begab ich mich fast schnurstracks auf das oberste openair-deck. natuerlich nicht ohne racheluestig einigen leuten meine ellenbogen und tasche in die seiten zu rammen. (strafe muss sein, ihr impertinenten affen!)

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ich war echt genertvt von diesem penetranten poebel der mir mit staendigem "Hello misterrr"-gesabbel immer wieder den weg versperrte.
oben angekommen ging das geklotze direkt weiter und einige passagiere machten superheimlich (haha) fotos mit ihren handycameras von mir. dauernd rutschte jemand neues an meine seite und "klick", wurde ich erneut ungewollt abgelichtet.
in meinem kopf schwirrten dann ganz boese, rassistische gedanken herum:  " ihr beschissenen, ungebildeten, dummen, schmutzigen, unsensiblen, umweltverpestenden, bloeden indonesier! ICH HASSE EUCH! ihr seid echt ein unterentwickeltes, bescheuertes, third-world kackvolk!!!!!!! das naechste mal mache ich urlaub irgendwo in europa, dort wo die menschen hirnmasse besitzen. " AAAAAAAAAARGH!!!!!!!!!!!!!!!

 irgendwann wurde mir alles zu bloed. aus mangel an einem MG konnte ich nur meinen MP3 -player auspacken, ich legte mich mit dem kopf auf mein rucksaeckle und fiel fast augenblicklich in einen erloesenden schlaf.
als ich die augen wieder aufschlug stellte ich fest, dass ich die ausfahrt aus dem hafen verschlafen hatte und wir schon auf dem offenen meer waren.
der kurze schlaf war echt nervenstaerkend, denn danach war ich wieder in der lage mich mit etwas mehr toleranz meiner neugierigen umwelt zu widmen und konversation zu betreiben.
unter anderem traf ich einen mann auf geschaeftsreise nach papua der 2 grosse haehne in 2 alten kartoms dabei hatte.er meinte es waeren die superausgebildeten kampfhaehne (ich dachte, na wenigstens die tiere bekommen in indonesien etwas bildung ab)  mit denen er, sollten die haehne im hahnenkampf den sieg davontragen, 100 000 rupien gewinnen koenne. ich fand diese businessidee etwas undurchdacht, denn die reise nach papua dauerte ueber 30 stunden und kostet oneway 450 000 rupien. naja, ich muss ja nicht alles verstehen......

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dann traf ich meine 2 maennlichen beschuetzer die sich aus mitleid, weil ich alleine war, dafuer zustaendig fuehlten mich zu unterhallten und kaum von meiner seite zu weichen. das war aeusserst praktisch, weil sie immer mein gepaeck bewachten und meinen sitzplatz freihielten. wuff wuff!
ich machte eine kurze bekanntschaft mit der schiffsprostituierten, die mir irgend etwas von vaginagymnastik erzaehlte. schluck! ich wollte ihr dann schon die adresse von der gynaekologischen  beckenbodenuebungsgruppe der rehaklinik bad waldsee zustecken, da haette sie dann noch die uebungen "schwamm ausdruecken" und "kirschen aufheben " gelernt..........
 
den rest der fahrt verbrachte ich mit einer gruppe sehr dunkelhaeutiger, garnicht indonesisch sondern richtig ureinwohnermaessig aussehenden papuamaennern die sich mit alkohol die kante gaben. die waren ausgesprochen lustig und wir hatten am oberdeck die beste party laufen mit livegitarrenmusik und papuasongs. und obwohl die jungs echt knuelle waren, waren sie zu mir gaaanz lieb und brav und ich habe mich koestlich amuesiert.
 
gegen 23Uhr liefen wir dann im hafen von PULAU TERNATE auf den nordmolukken ein. meine 2 beschuetzer die an bord bleiben und weiterfahren mussten, hatten richtig schiss um mich. schliesslich weiss ja jeder von den grossen gefahren die nachts in haefen auf einen lauern. man denke nur an all die fingerfertigen taschendiebe, schmierigen zuhaelter und dubiosen nachtschattengewaechse die dort herumlungern. die 2 haben mich dann mit ihrer paranoia angesteckt.

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Ich tat zwar (mal wieder) supercool, aber als ich vom oberen deck im "traumschiff=fuer-arme-stil" die einfahrt unseres schiffes in den beleuchten hafen beobachtete, war mir innerlich doch ganz mulmig zumute. schwitz, bibber.
aber kaum war ich vom schiff unten, sprach mich eine junge indonesische frau im perfekten englisch an und wollte wissen, ob ich alleine sei. sie sagte dann, ich sei "very brave", aber sie wuerde mich trotzdem lieber hoechstpersoenlich mit ihrer familie, die auch auf dem boot war, mit dem auto zum hotel bringen!
tja, so lief mal wieder alles supergeschmeidig. eine halbe stunde spaeter wurde ich sicher und wohlbehalten in der stadt in der  gerade stromausfall herrschte, vor meinem hotel abgesetzt. mit taschenlampe bewaffnet bezog ich dann mein zimmer....
 
 
JOOOO, jOOOO liebe kinder- so war des . damals! jetzt kommt noch die gutenacht-geschichte:
 
im der zwischenzeit habe ich 2 inseln erkundet. ich will euch jetzt nicht mit dem aufzaehlen der hiesigen naturschoenheiten quaelen, es sei nur soviel gesagt, das es sich um inseln vulkanischen ursprungs handelt. man kann riesige, kegelfoermige, teils noch aktive und qualmende, dschungelbewachsenen vulkane sehen. in der gegnd liegen oft gigantische, schwarze lavabrocken verstreut, es gibt wunderschoene seen, usw. usw.

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ich miete mir hier immer einen motorroller inclusive driver und lasse mich durch die gegend kutschieren. die beste art herumzukommen. allerdings manchmal etwas beangstigend, je nach fahrstil...................
heute abend fahre ich auf die insel bacan, 200 km suedlich.
touris habe ich bis jetzt noch keine gesehen, touristische infrastruktur auch fehlanzeige. ich bin gespannt, was noch geht!
 
in 3 stunden geht mein boot.
 
also dann. die naechsten news eventuell erst wieder um den 7. oktober, vielleicht auch in 2 tagen.