AOTEORA & RAROTONGA
DIE SÜDINSEL TEIL 2 ODER
VON GOLDMINEN UND FJORDEN

Wir fahren die 6 weiter in Richtung Süden, passieren Haast .Unterwegs machen wir einige Fotostop‘s an einer Steilküste und rasten an einem Wasserfall der mit seinem klaren Wasser einen Flusslauf speist .Die Pause ist allerdings eher von kurzer Dauer denn der Regenwald hier steckt voll von lästigen, blutdurstigen Sandfliegen.
Karen gab uns noch den Tip mit auf dem Weg ,doch unbedingt bei der Lachsfarm anzuhalten .Wir befolgen Ihren Rat und werden nicht enttäuscht .Im Restaurant der „ Salmon Farm&Shop “gibt es Lachsgerichte in allen erdenklichen und schmackhaften Varianten .Im Restaurant sehen wir ein junges Pärchen ,das uns irgendwie bekannt vorkommt .Und richtig !Die beiden waren gestern mit uns auf dem Franz Josef Gletscher !Sehr wahrscheinlich haben sie wie wir ,dass gleiche heutige Fahrtziel : Queenstown.
Die „Salmon Farm & Shop“ scheint wohl kein Geheimtipp mehr zu sein ,denn als wir das von dichtem Farn umwucherte Anwesen verlassen wollen ,hält ein Reisebus vor dem Eingang und lädt eine große Anzahl Touristen ab ,die sichtlich ausgehungert die Lachsfarm stürmen.
Schnell noch ein Lachssandwich für unterwegs gekauft und schon cruisen wir weiter in Richtung Wanaka.
Die Landschaft zieht wie ein Film in breitem Cinemascope an uns vorbei .Da tiefblaue Seen ,hier sattgrüne Wiesen auf denen wie weiße Flöckchen hingestreut Schafe grasen ,immer vor dem imposanten Hintergrund schneebedeckter ,mächtiger Bergmassive .Die Szenerie wechselt von Tiefem Regenwald zu kahlen Bergrücken die uns eher an die schottischen Highlands erinnern ,als an eine Landschaftsform irgendwo in den Weiten des Pazifiks.
Als wir um die nächste Nadelöhrkurve biegen , liegt sie vor uns .
Was für ein Anblick!

Wir hatten gar nicht gemerkt in was für eine Höhe wir uns befinden !Keine 50 Meter oberhalb der Straße fängt bereits die Schneegrenze an und unter uns breitet sich ein wunderbares Panorama aus .Inmitten der herrlichen Bergwelt ,an den Wassern des Lake Wakatipu ,liegt wie hin drapiert …
QUEENSTOWN.
Wir parken unser Gefährt recht Zentrumsnah und schlendern an der Strandpromenade des Sees entlang .Möwen drehen kreischend ihre Runden .Am Pier legt gerade fotogen die „TSS Earnslaw“ab ,ein ca. hundert Jahre alter Dampfer .Er gewinnt so schnell an Fahrt ,dass wir nicht rechtzeitig die Kamera herausholen können um ein halbwegs gutes Bild von dem historischen Schiff zu machen.
Einem kleinen Bummel durch Souvenirläden folgt ein Fast Food Essen bei „Kentucky Fried Chicken“ .Ein paar nützliche Dinge kaufen wir noch in einem Kaufhaus ,bevor wir uns um ein Quartier für die Nacht bemühen .Wir werden fündig im
„Queenstown Motel Apartments“ für 165 NZD pro Nacht mit Blick auf den Lake Wakatipu .
Wir schlafen wie die Murmeltiere.
der 20.November 2009
Noch verdecken ein paar Wolken die junge Morgensonne, werfen Schatten auf den See, der sich vor unserem Fenster ausbreitet.
Wir essen Croissants, die wir uns gestern aus dem Supermarkt mitgebracht hatten, trinken Kaffee und genießen die Sicht aus unserem Zimmer. Checkout ist um 10.00Uhr das würden wir auch bequem schaffen.
Unsere Sachen haben wir nach nur wenigen Minuten zusammengeräumt und übergeben den Raum dem Zimmermädchen. Wir geben den Schlüssel an der Rezeption ab.
Haben Sie es heute Nacht auch Gemerkt ? Fragt uns die Dame dort hinter dem Tresen.
Was gemerkt ? Entgegnen wir unwissend.
Sie haben wirklich nichts mitbekommen? Hakt sie ungläubig nach.
Von was haben wir denn nichts mitbekommen?
Sie rückt Ihre Brille zurecht und lässt die Katze aus dem Sack:
Na von dem ERDBEBEN ! Das ganze Motel, ja ganz Queenstown hat von den Erdstößen gewackelt. Und Sie haben nichts bemerkt?
Wir schütteln die Köpfe und gratulieren uns gegenseitig zu unserem festen Schlaf.
Den heutigen Tag beginnen wir mit einer kleinen Sightseeingtour .Wir wollen erst mal einen Überblick von Queenstown bekommen und was ist in einem solchen Fall besser geeignet als eine Fahrt auf den Ben Lomond mit der Sky Gondola .Die Gondeln der Seilbahn bringen uns für 23 NZD p.P.(Return)bis in 790 Meter Höhe .Hier oben befindet sich neben dem Souvenirshop ,ein Restaurant und die Aussichtsplattform .Im Gebäude finden allabendlich Kiwi Haka-Maori Kulturshows der Kapa Haka Group statt(Täglich:17.15,18.00,19.15 und 20.00Uhr).
Adresse:PO Box 17,Brecon St. ,Queenstown ,New Zealand
Email :Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Rings um das Gebäude verläuft eine Sommerrodel- oder GoKartbahn und unmittelbar an der Seilbahn ragt ein Bungeesprungturm in die Tiefe.

Von der Aussichtsplattform haben wir einen sagenhaften Blick auf die World Capitale of Adventure ,wie sich Queenstown gern selber nennt .Die angrenzenden Berge die Remarkables und der 399 Meter Tiefe und mit 84 Kilometern längste See ,der Lake Wakatipu, Neuseelands adeln dieses Ganzjahresziel .Hier ist immer etwas los und Langeweile ein Fremdwort .Adrenalinjunkies aus der ganzen Welt strömen in die Abenteuerhauptstadt und messen ihre Nerven an immer aufregenderen Attraktionen die Queenstown auf der Welt so einzigartig macht .Mit gerade einmal 10422 Einwohnern schafft es Queenstown doch tatsächlich so etwas wie Großstadtflair zu verbreiten .Das Zentrum der pulsierenden Stadt ist gut zu Fuß zu erkunden ,die zahlreichen Restaurants und Bars gut gefüllt und einen Vielzahl an Aktivitäten-Anbietern lassen bei Besuchern keine ruhige Minute aufkommen .Das Angebot der Abenteueragenturen reicht vom Bungeejump bis zum Riverrafting ,vom Canyon Swing über Paragliding ,bis zum Skydive und schließlich zum Jetboating .Man erahnt schon ,hier könnte man problemlos einen zweiwöchigen Urlaub verbringen und man hätte immer noch nicht alle Attraktionen abgehakt.
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Bei so viel schweißtreibenden und atemberaubenden Adrenalinaktivitäten wählen wir, nachdem wir wieder mit der Seilbahn unten angekommen sind ein ganz besonderes Abenteuer .Wir beobachten den scheuen und Nachtaktiven Kiwi!
Direkt rechts neben der Seilbahntalstation befindet sich der „Kiwi Birdlife Park“ .Hier bietet sich uns die Chance Neuseelands Nationalvogel bei einer Fütterung zu beobachten .Neben dem Kiwi gibt es hier noch zahlreiche einheimische Sittiche und Keas zu bewundern .Die Fütterung (Kiwi Feeding )findet täglich um 10.00,12.00,13.30 und16.30 Uhr statt .Wir schaffen die Mittagsfütterung.
Still ist es im kleinen Gehege und dunkel .Unsere Augen gewöhnen sich nur langsam an das Rotlicht .Doch dann entdecken wir die scheuen Tiere .Ein Pfleger bringt das Futter in ihr Reservoir .Es dauert ewig ehe sich der erste Vogel traut und sich über das Fressen hermacht .Sein Partner reagiert anders und rennt aufgeregt von einem zum anderen Käfigende .Er traut der Sache ganz und gar nicht.
Adresse:
Kiwi Birdlife Park
Brecon St ,PO Box 643 ,Queenstown , New Zealand/Email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Nach diesem Adrenalinschub (mehr für den kleinen flugunfähigen Vogel als für uns )suchen wir nun wirklich das Abenteuer.
Das Abenteuer hat hier Tradition und einen Namen:
KAWARAU BRIDGE
Hier an dieser Brücke ca. 22 Kilometer von Queenstown entfernt ,fand 1988 der erste Kommerzielle Bungeesprung der Geschichte statt .Der Erfinder A.J.Hackett bediente sich bei der Idee für den Bungeesprung bei einem aus der Südsee ( Vanuatu )stammenden Ritual .

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Heute kann man hier seinen Mut testen und die 43 Meter von der Brücke hinab springen 175 NZD pro Person kostet der Spaß.
Am staubigen Parkplatz vor dem Kawarau Bungee Centre angekommen ,hören wir schon das markerschütternde Schreien eines Jumpers.
Oh ,den haben wir verpasst!
Zügig gehen wir den schneckenförmigen Gang durch das Center zur Aussichtsplattform .Hier spannt sich die Brücke über den reißenden türkisfarbenen Fluss .An Seilen gesichert springt schon der nächste .Und so geht das hier im Fünfminutentakt ! Wir machen ein paar Aufnahmen und gehen dann auf die Brücke sehen den „Todesmutigen“ bei ihren Sprungvorbereitungen zu.
Da jetzt springt mein Mann !Hören wir eine ältere Dame in breitem schwäbisch sagen.
Der ältere grauhaarige Herr aus Deutschland tastet sich unsicher nach vorne ,krempelt die Hemdsärmel um und wagt doch tatsächlich den Sprung in die Tiefe .Sekunden später baumelt er Kopfüber mehr als 40 Meter unter uns .Sein Kopf befindet sich nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche des Flusses .Ein unten am Fluss wartendes Team eilt im Schlauchboot sofort herbei und zieht den Mann wohlbehalten an Deck.
Respekt ,Respekt!
Ab 65 Jahren ist der Sprung kostenlos.
Dann haben wir ja für unseren Jump noch ein paar Jährchen Zeit.Aufgeschoben ist nicht aufgehoben !Vielleicht springen wir das nächste Mal .Und warum jetzt dafür Geld ausgeben wenn man es doch als Rentner später eh umsonst bekommt !So trösten wir uns als wir weiter dem Flusslauf in Richtung Cromwell folgen und ca.52 Km von Queenstown entfernt unser nächstes Ziel erreichen.
Auf der anderen Seite des Flusses ,hinter einer Brücke die den Kawarau überquert ,liegt wie ein Relikt des 19.Jahrhunderts das
KAWARAU GORGE MINING CENTRE.
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Wir gehen zum Besuchercenter und fragen nach Tickets für einen Jetboat Ride .Die blonde Dame hinter dem Tresen schaut aus ihren Unterlagen auf.
Für wie viel Personen? Fragt sie.
Nur für eine! Entgegnen wir.
Meine Frau kann 360Grad Drehungen im Wasser aus rund 90 Km/h nicht wirklich etwas abgewinnen.
Um 15.00 Uhr wäre noch etwas frei .Eine asiatische Reisegruppe hat sich für diese Zeit angekündigt Ist das Okay?
Wir schauen auf die Uhr .Es ist gerade 14.20 Uhr.
15.00 Uhr ist Perfekt !Sagen wir und bezahlen 90 NZD für den Trip.
Da noch etwas Zeit ist gehen wir zum Parkplatz zurück und holen die Kamera aus dem Auto.
Als wir wieder zurückkommen empfängt uns die Dame von Goldfields Jet aufgeregt.
Die asiatische Reisegruppe kann erst gegen 16.00Uhr hier sein und für 15.00 Uhr hat sie außer uns keine weitere Kundschaft .Vier Personen ist das Minimum bei der Jet Tour !Lässt sie uns wissen.
Aber. ..fügt sie überlegend hinzu…wenn Ihr bis um 16.00Uhr wartet bekommt Ihr jetzt eine kleine Gratisführung durch das Mining Centre !Na ist das ein Angebot?!Lächelt sie.
Okay !Wir müssen nur noch kurz einen Anruf tätigen .Dann kann es losgehen !Überlegen wir nicht lange.
Ich wähle die Nummer unserer über Wotif gebuchten Unterkunft in Te Anau .Ein junger Mann nimmt den Anruf entgegen.
Wie lange ist heute die Rezeption bei Ihnen besetzt ? Möchte ich wissen.
Bis um 20.00Uhr!
Wir werden das bis um diese Zeit nicht schaffen .Bei uns ist etwas dazwischen gekommen .Klage ich.
Bitte geben Sie mir Ihren Namen und die Buchungsnummer.
Ich gebe Ihm die Daten.
Ah ja ,hier haben wir es ja .Kein Problem sie haben das Zimmer schon per Kreditkarte bezahlt .Falls sie später eintreffen lasse ich den Raum einfach unverschlossen.
Etwas verdutzt wie unbürokratisch einfach sich unser kleines Problem gelöst hat ,bedanke ich mich bei ihm und lege auf.
Die kleine Gratisführung durch das Goldfield Mining Centre erweist sich als äußerst interessant.
Unser Guide ,ein wettergegerbtes Original ,erklärt uns die Geologie der Umgebung ,die Entstehung und die Geschichte der Goldgräberstadt .Er startet mit viel Getöse eine alte Goldwaschmaschine und zeigt wie man nur mit einer Schüssel Wasser das Gold aus den Sedimenten heraus spült .
Jetzt sei Ihr dran !Was Ihr an Gold findet, könnt ihr behalten !Verspricht er.
Der Goldrausch ist bei uns entfacht.
Und so machen wir uns an die zeitraubende beschwerliche Arbeit .Erst eine Schaufel voll von Sand und Gestein in die Schüssel.
Den Schutt in der Schüssel mit Wasser in immer wieder kreisenden Bewegungen ausspülen.
Kreisen und spülen .Kreisen und spülen….Bis nur noch Gold da ist.
Tatsächlich blinken uns golden ein paar kleine Steine aus der Schüssel entgegen .Stolz präsentieren wir unseren aufsehenerregenden Fund.
Anerkennend pfeifend schiebt sich unser Guide das blaue Base Cape nach hinten in den Nacken.
Er hält die Steine nacheinander schier endlose Minuten gegen die Sonne ,dreht und wendet sie ungläubig ,macht große Augen und sagt dann lapidar :CATGOLD.
Katzengold .Super !Doch nichts mit dem schnellem Reichtum!
Ein kleines bisschen schadenfroh streicht er sich über seinen zauseligen Bart und holt einen großen echten Goldnugget aus seiner Hosentasche .
Wie viel ist es wert ? Fragen wir Ihn mit leuchtenden Augen.
Fünf Tausend Dollar! Grinst er breit .Klopft uns noch zum Abschied auf die Schulter und deutet zurück zum Informations Center wo sich mittlerweile die asiatische Reisegruppe eingefunden hat.
GOLDFIEDLS JET

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CHEEEEEEEESE!
Wie auf Kommando zeigen alle ihr bestes Lächeln .Einige junge Frauen spreizen die Finger zum Victory Zeichen und schon ist die Aufnahme im Kasten.
Hinter dem Ankleideraum führt uns die Treppe direkt zu denen am kleinen Pier vertäuten, Jetbooten. Beide Boote füllen sich.
Ich für meinen Teil versuche aus Sicherheitsgründen einen Platz in der Mitte zu ergattern .Nur für den hoffentlich nicht eintretenden Fall eines Unglücks .Ein bisschen weiter hinten sind die Überlebenschancen bei einem Frontal Chrash des Boots mit einem der scharfkantigen Felsen sicherlich um einiges Grösser…… schießt es mir noch durch den Kopf ,als mir der Fahrer des Jetboats den Sitz neben sich –in der ersten Reihe-zuweist.
Der Platz hier ist gut !Hier hast Du ein wesentlich besseres Feeling ,als dort hinten .Lässt mich der Neuseeländer Kaugummi kauend wissen.
Leger lehnt er sich an die kleine Frontscheibe des Boots und dreht sich zu den anderen um .
Hallo und herzlich willkommen bei GOLDFIELDS JET !Mein Name ist ….
Nervöses Gegacker aus den asiatischen Reihen hinter mir lässt mich seinen Namen nicht richtig verstehen…
Unser Ausflug mit diesem Baby…Er deutet auf das postgelbe Boot in dem wir sitzen…dauert ungefähr 45 Minuten .Wir fahren erst ein Stück Flussaufwärts machen einen 360Grad Turn und fahren dann ,wenn noch alle an Bord sind ,unter der Brücke hindurch Flussabwärts .Immer wenn ich dieses Zeichen mache…Er hebt die rechte Hand und macht mit dem Zeigefinger kreisende Bewegungen…heißt das für euch: Festhalten!
Er setzt sich hin und startet den Boliden.
Oben auf einem Felsvorsprung wartet die Fotografin und macht noch ein Erinnerungsbild des Jetboats mit kompletter Mannschaft.
Alles klar? Fragt er in die Runde.
Ein Nicken geht durch die Reisegruppe und wird erst beendet als unsere Köpfe durch die mächtige Beschleunigung des Jetboats nach hinten gedrückt werden .Der V8 mit 250 Pferdestärken jault auf und schon schießen wir los wie eine Pistolenkugel. Das Jetboat brettert über die Wasseroberfläche .Da rechts nähert sich schon der erste Felsen .Wir rasen unbeirrt auf die Klippen zu .Sie werden grösser und GRÖSSER!
Im letzten Moment dreht der Käptn ab .Haarscharf sausen wir an der Felswand vorbei .Ein allgemeines Schreien hat an Bord eingesetzt .Dann kommt uns in einem Wahnsinnstempo eine Sandbank entgegen .Wow! Vorbei !Gerade noch geschafft!
Der Käptn macht für alle sichtbar das vereinbarte Achtungszeichen .Jetzt heißt es nur noch festhalten !Wir krallen uns fest ,die Handknöchel treten weiß hervor ,als das Boot aus einer Geschwindigkeit von rund 90 Km/h brachial abgebremst wird, eindreht und einen 360 Grad Turn hinlegt .Das Wasser spritzt meterhoch und nässt die letzten Reihen der Passagiere durch. Klatschnass wird hinten applaudiert und gejohlt .Der Strudel der durch die Drehung entstanden ist legt sich.
Alle noch an Bord? Scherzt unser Bootsmann .Er schaut zum Ufer.
Kommt euch die Landschaft dort drüben nicht irgendwie bekannt vor….? Fragt er , zeigt auf das Ufer und zieht die Augenbrauen wissend in die Höhe .Dann fragt er und präsentiert damit schon fast die Antwort:
Kennt jemand von euch jemand den Film „Der Herr der Ringe“
Raunen an Bord .Ach ja Stimmt !Das hätte man doch erkennen müssen…
DER FILM WURDE HIER N I C H T GEDREHT! Lacht er.
Nach diesem Beitrag trockenen Humors geht die Fahrt feuchtfröhlich und immer knapp am Felsen vorbei noch ca.dreißig Minuten weiter.
Als wir am Pier das Boot verlassen ringt mir ein asiatischer Herr mittleren Alters ein Händeschütteln ab und bombardiert mich daraufhin mit Fragen über die Leistung des Jetboats und ob es denn nicht gewagt wäre jeden Tag einen so risikoreichen Trip zu unter nehmen .
Etwas verwirrt
Ja es ist schon ein bisschen gefährlich…
Beginne ich und suche noch nach den richtigen Worten um das offensichtliche Missverständnis auf zu klären ,als er mir auch schon einen hochgestreckten Daumen entgegenhält etwas von ‚Top Tour murmelt und sich zu seiner wartenden Frau begibt .Der Promi Bonus hat wohl den Hintergrund:
Da ich neben unserem Kapitän der einzige an Bord mit europäischen Wurzeln war und dazu im Boot vorne saß, hat sich der Herr aus Singapore wohl gedacht das ich zum Team der GOLDFIELDS JET gehöre…
Adresse:
Goldfields Jet ,Kawarau Gorge ,State Highway 6 ( SH 6 )
PO Box 81 , Cromwell ,
Email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Nur drei rote Balken im Display der Tankanzeige verheißen uns schon bald nichts Gutes .Wir hätten noch mal in Queenstown tanken sollen !Über unser Navi suchen wir Tankstellen im Umkreis.
Nichts!
Na gut es wird schon reichen !Trösten wir uns und sind noch guter Dinge bis die Tankanzeige auf nur noch zwei Balken rutscht .Nervös studieren wir die Karte und hoffen auf eine Tankstelle im nächsten Ort .Allerdings vergehen noch etliche angstvolle Minuten und Kilometer ehe wir in Kingston ankommen .Aber das Glück ist uns wohlgesonnen ,denn als wir in Kingstown ankommen begrüßt uns ein rettendes „G.A.S.“Schild .Unsere Freude schwindet zusehends als wir an der Zapfsäule das Schild sehen :SELF SERVICE ONLY,24 HOUR CARD MACHINE,ACCEPTS VISA+MASTERCARD….ALL WITH PIN NUMBERS!
Wir haben Bargeld .Wir haben eine Kreditkarte aber den Pin haben wir nicht .Ratlos stehen wir nun vor der Tanke .Bis zum nächsten Ort könnte es äußerst knapp werden und dann ist noch nicht einmal gesagt das wir da nicht wieder vor dem gleichen Problem stehen.
Neben der Tankstelle befindet sich ein kleines Geschäft für Abendgarderobe und Brautmode. Die Besitzerin macht gerade Feierabend und schließt ihren Laden ab .Wir sprechen sie an und schildern unser Problem.
In …gibt es auch nur eine Tankstelle mit Self Service .Verrät sie uns .
Habt Ihr Bargeld dabei?
Wir nicken.
Sie bedeutet uns hier einen Moment zu warten.
Ich wohne hier gleich nebenan…Sie deutet auf das Haus neben der Tankstelle… Mein Freund ist zu Hause der kann euch sicherlich helfen!
Kurze Zeit später eilt ihr Lebensgefährte barfüssig ,mit kurzen Hosen und seiner Kreditkarte in der rechten Hand ,uns zu Hilfe .Ein paar Chipskrümel auf dem T-Shirt verraten uns das wir ihn wohl beim Fernsehen gestört haben.
Für wie viel wollt ihr tanken ? Fragt er.
Für 40 Dollar!
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Er schiebt seine Karte in die Self Service Mashine gibt seinen PIN ein und bezahlt das Benzin, dass nun deutlich hörbar in den fast leeren Tank sprudelt .
Wir bedanken uns vielmals für seine Hilfe und geben Ihm die vierzig Dollar in bar .Er murmelt etwas Unverständliches vor sich hin und ist auch schon wieder bei sich im Haus verschwunden.
Weiter geht’s über flaches dürres Land ,was einer Tundra gleicht.
Es dämmert schon fast als sich am Horizont die gewaltigen Berge des Fjordlands abheben .Dramatisch ziehen Wolkenformationen über die vom Schnee bedeckten rauen Gipfel des Südlands .
TE ANAU
Die Rezeption ist noch besetzt als wir Im „Campbells on the Lake“ankommen .Wir checken ein und bekommen die Schlüssel für unser Appartement.
Die Milch ist im Kühlschrank geparkt wird hinter dem Gebäude ! Lässt uns der junge Mann wissen.
Er streift sich seine Jacke über, wendet das ‚Closed’ Schild , schließt die Rezeption ab und bringt zu guter Letzt einen Zettel mit schriftlichen Instruktionen für einen noch zu erwartenden Gast am Bürofenster an. Wir sind also nicht die letzten die heute Abend anreisen.
Minuten später haben wir unser Zimmer ,oder besser gesagt die Wohnung in Beschlag genommen .Denn alle Annehmlichkeiten die eine Wohnung erst zu eben solcher machen ,sind hier im „Campbells on the Lake“ vereint .Schlafzimmer ,Flur ,Toilette ein groß dimensioniertes Wohnzimmer mit vollwertiger Küche im legeren amerikanischen Stil mit Blick auf die Terrasse und den Lake Te Anau lassen keine Wüsche offen .Trotz der Küche haben wir heute keine Lust etwas zu kochen und fahren zum Essen in ein empfehlenswertes Steakhouse „The Ranch“ im Town Centre Te Anau’s.
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Spätabends wieder in unserem Apartement angekommen bleiben wir beim zappen ,durch die Programme, beim ersten Teil der“ Herr der Ringe“ Trilogie –der nicht in der Nähe der Goldfields gedreht wurde-hängen .Passender kann der Tag nun wirklich nicht enden…
Campbells on the Lake,
42-44 Lakefront Drive,Te Anau,9681 Southland
Premium Lakefront Apartement ca.165 NZD per Night.

Neben den Touren zum besagten Milford Sound gibt es auch noch Ausflüge zum von Captain Cook auf einer seiner Reisen so benannten Doubtful Sound .Allerdings führt dort keine durchgehende Straße hin, was uns die Wahl des Tagesziels enorm erleichtert ,wollen wir doch mit unserem Wagen die imposante Landschaft selbst entdecken und erleben.
Nach einer kleinen Shoppingtour durch die Andenkenläden machen wir uns nun auf den Weg zu Neuseelands Top Event .Aber bevor wir durchstarten gönnen wir noch unserem Wagen ein paar Liter Super ,wissend das auf der Strecke zum Sound keine Tankstellen existieren .In der Tankstelle erkundigen wir uns außerdem ob für Heute Schneekettenpflicht besteht .Dem ist nicht so .Im Gegenteil das Wetter ist vielversprechend .Die Sonne scheint ungetrübt auch wenn die Temperaturen das T-Shirt tragen noch verbieten.
Der Motor des Toyota schnurrt wie ein Kätzchen als wir auf 70 Km/h beschleunigen. Nichts kann unser Abenteuerdrang noch aufhalten…
Fast nichts….
Ein uns entgegenkommender Streifenwagen bremst ab und wendet .Im Rückspiegel sehen wir das Blaulicht-hier in New Zealand eher orangefarben-aufleuchten und hören das aufheulen der Sirene.
Na Super!
Wir fahren Links ran .Der Streifenwagen hält ein paar Meter hinter uns und es vergeht eine geraume Zeit ehe sich die Tür des Wagens öffnet und der Officer aussteigt und sich unserem Wagen nähert.
Wir öffnen das Fahrerfenster .Der Sheriff beugt sich zu uns herab und begrüßt uns freundlich reserviert .Er trägt eine schwarze Ray Ban .In den Gläsern spiegeln sich unsere ängstlich ertappten Gesichter.
Guten Morgen .Sie sind wohl ein bisschen zu schnell unterwegs gewesen .In der Ortschaft mit 20 Km/h zu viel. Das kann richtig teuer werden .Haben sie denn nicht das Tempo 50 Schild gesehen?
Wir schütteln synchron die Köpfe und verneinen.
Sie wollen sie zum Milford Sound?
Wenn er es noch nicht an unserem Dialekt erkannt hat, spätestens jetzt sind wir als Touri‘s entlarvt.
Wir nicken.
Dann erlöst er uns mit den Worten und einem Lächeln das Milch gerinnen lässt .
Ich drücke heute ausnahmsweise noch mal ein Auge zu .Halten sie sich bitte in Zukunft an die Geschwindigkeitsbegrenzung .Das Schild steht hier nicht umsonst .Da vorn befindet sich die Schule.
Mahnt er und zeigt auf ein Gebäude.
Wir entschuldigen uns reumütig und sind froh nur mit einer Ermahnung davongekommen zu sein.
Er quittiert unsere Entschuldigung mit einem Kopfnicken und winkt uns lapidar mit der Hand weiter.
Fing der Tag in Te Anau noch mit schönem Wetter an,so ändert sich das nun zusehends .Die Gipfel des Fjordlands sind hinter dunklen , dräunenden Wolken verschwunden .Es fängt an zu nieseln und aufkommender Nebel taucht die Landschaft in ein mysthisches Grau .Aber wir lassen uns vom bescheidenen Wetter nicht entmutigen .Die Regenwahrscheinlichkeit liegt hier im Fjordland bei fast 80% und wenn wir schon nicht unsere dicken Jacken auf dem Franz Josef Gletscher brauchten ,dann vielleicht heute hier.
Die ca. 119 Kilometer lange Milford Road schneidet sich durch die spektakuläre Wildnis des Fjordlands .Allein ohne Fotostops benötigt man für die Strecke von Te Anau bis zum Milford Sound mindestens 2,5 Stunden .Aber so schnell sollte man als Naturfreund diese Scenic Road nicht bereisen ,zu grandios ist das Südland hier geraten !Wenn Gott die Erde in sieben Tagen schuf ,dann hat er sich wohl wenigstens zwei für die Erschaffung des Fjordlands gegönnt. Es gibt hier so abgelegene Landstriche in denen vorher noch nie ein Mensch war! Die Flora und Fauna ist ,man ist es ja von Neuseeland nicht anders gewöhnt ,einzigartig .
Einige vom Aussterben bedrohte Arten wie die flugunfähigen Kakapo‘s und Takahe’s wurden zwar auf vorgelagerte Inseln umgesiedelt bzw .leben in Reservaten in den Murchison und Stuart Mountains aber andere seltene Vogelarten wie der kleinwüchsige Fjordland Pinguin (oder Tawaki wie ihn die Maori nennen) leben und brüten noch in den dichten , urwüchsigen Wäldern des Nationalparks.
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Wir passieren Eglinton Flats, die Mirror Lakes und Knob Flats .Die Straße führt durch ein fotogenes Tal .Beidseitig ragen die gigantischen Berge in den Nebel .Wir folgen dem Straßenverlauf bis wir einige Kilometer weiter links abbiegen und an einem See rasten .Zahlreiche Farne und uralte moosbedeckte Bäume flankieren den sattgrünen See .Wir haben nicht auf die Ausschilderung geachtet aber laut unserer Karte müsste es der Lake Gunn sein .Der Niederschlag hat noch zugelegt so ,dass wir Schutz unter einem Baum suchen .Zu Füssen des Urwaldriesen finden wir ein verlassenes Nest in dem sich ein paar ausgebrütete Eier befinden .Zu welcher Art von Bodenbrütern die Eierschalen gehören bleibt für uns leider ein Geheimnis.
Die finsteren regenschweren Wolken berühren nun schon fast die Baumwipfel .Zeit für die Weiterfahrt .
Der Highway führt durch wildwuchernden ,dichten Regenwald .Auf der rechten Seite erstreckt sich ein Tal .Ein Aussichtspunkt lädt zum Stop ein .Am Viewpoint befindet sich ein bebildertes Schild .Kea’s scheinen hier die Gegend unsicher zu machen ,soviel verrät die Hinweistafel .Wir lassen den Blick über das Tal schweifen .Ein wilder Fluss bahnt sich tosend den Weg durch die dichte ,üppige Vegetation .Auf der gegenüberliegenden Seite reißen für ein paar Augenblicke die Wolken auseinander und geben den Blick auf einen alpinen , schneebedeckten Gipfel frei .Vor dem steinernen Giganten recken sich die Äste eines modrigen Baumes gen Himmel .Ein Anblick der uns sogleich zur Kamera greifen lässt.

Hinter uns ein keckerndes Geräusch !Dann ein Poltern.
Ein grüner Bergpapagei fühlt sich durch unsere Nähe anscheinend nicht weiter gestört und malträtiert einen Verkehrskegel der seine Neugier geweckt hat .Er bearbeitet diese offensichtliche Hinterlassenschaft von Straßenbauarbeiten mit wahrer Wonne mit seinem großen Schnabel .Langsam nähern wir uns dem gefiederten Freund und versuchen ihn mit Schokolade anzulocken .Fehlanzeige .Mit wildem Geschrei flattert der Kea hinter eine aufragende Baumwurzel und beobachtet von hier aus ,frech unsere Weiterfahrt.
Einige hundert Meter weiter halten wir erneut .Staunend verlassen wir den Wagen .Rings von den im Nebel verborgenen Felsen rauschen dutzende von Wasserfällen herab.Durch den Nebel scheint das Wasser direkt aus den Wolken zu fallen .Unterhalb der Fälle künden schmutzige Schneeablagerungen vom vergangenem noch nicht ganz besiegtem Winter .Unglaublich !Die Wasserfälle befinden sich beidseitig der Milford Road :Der Regen der uns anscheinend den Tag vermiesen wollte ist wohl Fluch und Segen zugleich .Ohne diesen Niederschlag-keine Wasserfälle.

Links neben dem Highway kracht mit atemberaubender Geräuschkulisse Gischt schäumend ein wahres Menetekel von einem Sturzbach den Berg ,die Straße unterquerend und sich mit einem reißenden Fluss vereinend ,hinab .Die fauchende Wildheit von Mutter Natur manifestiert sich uns hier auf eindrucksvolle Weise .Hier ist der Homo Sapiens noch nebensächlich ,hier herrschen noch die Urgewalten die einst diesen Planet formten und als der Begriff Zivilisation noch nicht existierte.
Wie ein unbezwingbarer zyklopischer Wall bäumt sich vor uns der Berg auf .Rechts stürzen imposante Wasserfälle aus schneebedeckten Bergspitzen die die Farbe sauren Magerquarks haben .Durch dieses Bollwerk der Natur führt in einer Höhe von 945 Metern über dem Meeresspiegel nur der im Jahre 1953 fertiggestellte und 1,2 Km lange einspurige Homertunnel.

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Nur die Grünphase der Ampel errettet uns vor noch mehr zu entrichtenden Wege Zoll an die krächzenden fordernden Bergpapageien und eventuell aufkommenden Fragen Seitens des Autovermieters.
Auf der anderen Seite des Homertunnels empfängt uns eine undurchsichtige Nebelwand .Die in vielen Reiseführern gelobte tolle Aussicht bleibt uns leider verborgen .Aber vielleicht haben wir auf der Rücktour mehr Glück !An den rot aufleuchtenden Bremslichtern des vor uns fahrenden Vans orientieren wir uns die serpentinenreiche Straße hinab bis wir fast Meeresniveau erreichen.
Vor uns erstreckt sich nun der Milford Sound .Der Nebel hat ein Einsehen mit uns und hat sich hier in Wassernähe merklich gelichtet. Das von zahllosen Postkartenmotiven bekannte Wahrzeichen des Milford Sounds ,der einer Bischofsmütze –der sogenannten Mitra-ähnelnde ,1692 Meter hohe Mitre Peak erhebt sich majestätisch aus den kalten ,grauen Wassern des Fjords .Die Milford Road endet hier am Sound .Ein paar Häuser ,Parkplätze und natürlich das Terminal für die Ausflugsschiffe bilden hier das Milford Village.Wir parken unseren silbernen Toyota ab und legen die restlichen Meter –ca.10 Minuten-zum großen Schiffsterminal zu Fuß zurück.
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Die Auswahl an konkurrierenden Touranbietern im Cruise Terminal ist schon enorm .Neben den Real Journeys kämpfen Red Boat Cruises,Cruising Milford Sound und Mitre Peak Cruises um die Gunst der Touristen .Nach einem umfassenden Vergleich entscheiden wir uns für eine Tour mit dem letztgenannten Unternehmen .Eine gute Wahl wie sich herausstellt .Das Schiff von Mitre Peak Cruise ist im Vergleich zu den Schiffen der Konkurrenz fast schon winzig .Und im Gegensatz zu diesen befinden sich an Bord nur etwa ein Dutzend Menschen ,was ein ungleich intimeres Erlebnis verspricht .Generell werden laut Flyer nur maximal 75 Passagiere pro Tour mitgenommen.
Adresse:
Visitor Centre at Milford Sound ,
PO Box 8 ,Milford Sound , New Zealand ,
Email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ein gigantisches Schiff der Red Boats legt mit mehreren Busladungen Touris vom Pier ab .Auf dem Oberdeck drängen sich die Passagiere.
Auch bei uns ist das Boarding komplett .Allerdings können wir uns angenehm breit machen .Wir bleiben unter Deck und lassen uns den dargebotenen Kaffee schmecken bis das Signalhorn des Schiffes ertönt ,die Leinen eingeholt werden und wir ablegen.
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Stampfend kämpft sich das Schiff vorwärts durch den Sound.
Schon vom Terminal sichtbar , nähern wir uns nun den gewaltigen ,schäumenden Bowen Falls .Die spektakuläre Wasserwand stürzt senkrecht und mit ehrfurchtsgebietendem Donnern aus einem Trogtal in der Darren Range 160 Meter in die Tiefe .Der Gischt aufpeitschende ,ungezähmte Wasserfall verdankt seinen Namen der Frau eines ehemaligen Gouverneurs New Zealands-Lady Bowen.

Vorbei am 1469 Meter hohen Mount Philips und am Mitre Peak gelangen wir zum Copper Point, einem der schmalsten Punkte des ca.16 Kilometer langen Fjords .Die erste Tiersichtung lässt in dessen Nähe nicht lange auf sich warten .Träge dösen ein paar Robben auf einem Felsvorsprung.
Das Schiff der Mitre Peak Cruises dreht ein und steuert auf die tosenden Fairy Fälle zu . Wir haben uns auf dem Oberdeck versammelt und genießen die Aussicht , machen ein paar Aufnahmen und stecken dann die Kamera in ihr wasserabweisendes Behältnis .Wir haben unsere Kapuzen aufgesetzt ,wohlwissend was uns nun erwartet. Das Schiff fährt direkt unter die über uns brachial herabstürzenden Wasserfälle .Schon aus einiger Entfernung werden wir durch den Sprühnebel des Falls durchnässt und gezwungen das Oberdeck fluchtartig zu verlassen um die trockenen Gefilde des Passagierraums aufzusuchen.
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Wir passieren die riesigen Bridal Veil Falls .Das Ausflugsschiff der Red Cruises befindet sich genau zwischen uns und den gewaltigen Fällen .Nun erscheint uns das Schiff doch nicht mehr so groß wie unser erster Eindruck im Hafen wahr .Im Gegenteil hier vor der gewaltigen Naturkulisse der Bridal Veil Falls wirkt es geradezu winzig klein und zerbrechlich .

Durch eine Tasse Kaffee sind wir wieder etwas aufgewärmt und die vom Wasserfall klammen Sachen sind schon ein bisschen trockener geworden .Wir lassen wir uns erst wieder durch eine Lautsprecherinfo hinaus locken als der Kapitän einen Pinguin gesichtet hat .Schnell holen wir die Spiegelreflex aus der Tasche und setzen das Teleobjektiv auf .Unsere Blicke suchen das gegenüberliegende Ufer ab .Außer großen vom Wasser rundgespülten Felsblöcken können wir vorerst nichts animalisches entdecken.
Doch da ! Und kleiner als erwartet ! Zeigt sich uns das scheue Tier.
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Der nur ca.60 Zentimeter große Tawaki watschelt etwas unbeholfen am steinigen Ufer entlang und beobachtet unser Schiff aufmerksam .Das schwarzweiße Frack und die gelben ,Augenbrauen‘ geben dem Tier ein putziges Aussehen .Der hier in den Wäldern des Fjords brütende und vom Juli bis November hier lebende Fjordland Crested Pinguin posiert noch für ein paar Fotos bevor er mit wahrer Anmut in die Fluten des Fjords springt und elegant in den dunklen Wassern des Fjords abtaucht und aus unserem Sichtfeld verschwindet.
Wir erreichen wir nun den Eingang zum Milford Sound .Hier am Dale Point beträgt die Breite des Fjords nur ca.548 Meter .Das Wasser unter uns ist nur 27 Meter tief im Gegensatz zum restlichen Sound der eine durchschnittliche Tiefe von 300-333 Metern hat .Vor uns, den Horizont ausfüllend, erstreckt sich die Tasman See .Hier nun schon fast auf offenem Meer ,linkerhand der St. Anne Point ,schlingert und schaukelt unser Schiff schon ganz gewaltig .So das einige Mitfahrer mit empfindlichen Mägen sichtlich froh darüber sind als das Schiff wieder in die etwas geschützteren Regionen des Fjords einlenkt.
Der Milford Sound oder Piopiotahi wie ihn die Maori einst nannten ist einer von 14 Fjorden die hier auf einer 215 Kilometer umspannenden Küstenlinie den Westcoast National Park, also das Fjordland, bilden .Schon der Rikki- Tikki -Tavi Erfinder , der englische Schriftsteller Rudyard Kipling ,zeigte sich seinerzeit vom Milford Sound so beeindruckt das er ihn gar als achtes Weltwunder bezeichnete.
Auch wir sind von dieser hochdramatische Landschaft sehr angetan und unsere Begeisterung wird noch gesteigert als wir den Seals Point anfahren .Hier befindet sich eine große Robbenkolonie .Die Tiere liegen hier in Höhe des Oberdecks auf den gegenüberliegenden Felsen .So ist man praktisch auf Augenhöhe mit den Tieren und kann sie sehr gut beobachten.

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Wir suchen kurze Zeit später das Unterdeck auf als das Schiff unter die 146 Meter hohen Stirling Falls steuert. Erneut werden die ,sich noch auf dem Oberdeck befindlichen Menschen , von den plötzlich auf sie herab rauschenden Wassermassen durchnässt und in die Flucht geschlagen.
Wir befinden uns etwa in Höhe von Harrison Cove, dem damals einzigen natürlichen Ankerplatz hier im Milford Sound(heute befindet sich hier ein Unterwasserobservatorium),als eine ganzer Schwarm Delfine den Weg unseren Schiffes kreuzt .Mindestens ein Dutzend dieser intelligenten Tiere durchpflügen das Wasser .Hocherfreut entdecken wir unter den Delfinen auch ein paar jüngere Exemplare ,flankiert von den Eltern .Die Delfinschule schwimmt weiter und wie zum Abschied schnellt eines der erwachsenen Tiere aus dem Wasser empor vollführt einen grandiosen Salto in der Luft und taucht unter unserem Beifall klatschend in die eisigen Fluten ein.
Ein bisschen wehmütig verlassen wir das Schiff, als wir wieder zurück im Hafen sind ,wohlwissend das wir am folgenden Tag ,dem 22.November 2009,die wunderbare Südinsel verlassen werden.
Auf dem Rückweg vom Milford Sound halten wir erneut am Homer Tunnel .Der Nebel ist nun vollständig verschwunden und gibt uns den Blick auf die atemberaubende Landschaft frei ,der uns auf der Hinfahrt verwehrt geblieben war .Tosend krachen etliche Wasserfälle in das Tal deren schneebedeckte schroffe Berge zu beiden Seiten imposant schier endlos empor ragen und der ganzen Szenerie die nötige Größe verleihen .Die Milford Road schlängelt sich hier in Serpentinen in den Talkessel hinab .Die letzte Wolkenfetzen zerreißen und verdampfen am nachmittäglichem Frühjahrshimmel.

Neben uns erönt das fordernde Krächzen eines hungrigen Keas .Vielleicht haben wir ja noch einen Müsliriegel dabei….
Und wer weiß ,vielleicht sind wir hier nicht zum letzten Mal gewesen…
Wer weiß ?!
Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne tauchen den Lake Te Anau in ein blutrotes, Licht als wir Stunden später unser Domizil in Te Anau erreichen .Hobbyfotografen nutzen die wunderbaren weichen Lichtverhältnisse und stellen am Ufer des Sees ihre Stative auf .Ein Wasserflugzeug schaukelt auf den Wellen des Sees und wird zum gern genommenen Motiv der Fotografen .Eine Entenfamilie schwimmt in den Sonnenuntergang.Der See schimmert nun durch das sich am Firnament brechende Licht in allen Farbschattierungen von Orange bis Violett.

Es riecht nach Frühling und auch ein kleines bisschen nach Abschied.
Menschen schlendern auf der Uferpromenade entlang , genießen die friedliche Stimmung und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des ersterbenden Tages auf ihren Gesichtern.
Morgen werden wir auf die Nordinsel nach Auckland fliegen und am Tag darauf das eigentliche Neuseeland verlassen in Richtung der aufgehenden Sonne.
Wir wollen zu einem Ort der seit den Tagen der Entdeckungsfahrten des Captain Cook zum allgemeinen kollektiven Traumziel der Menschheit gehört und der allein schon bei der Nennung des Namens Fernweh auslöst….
Einen Ort der von Europa eine halbe Erdumdrehung entfernt ist und das Paradies auf Erden zu sein verspricht…
Die…
SÜDSEE !
WIR KOMMEN !

