Noch 3000 Kilometer...

Wir radeln durch die ostargentinische Steppe, ein Plateau so weit, es übersteigt das Fassungsvermögen. Der Horizont endlos. Die Monotonie absolut. Kein Berg. Kein Haus. Kein Baum. Nichts. Nur Sträucher. In zwei Farben. Vereinzelt Schafe. Selten ein Hase. Einmal eine Herde Lamas.

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Nichts an dem sich die Gedanken festhalten können. Selbst die ab und an vorbeifahrenden Trucks nimmt man anders war. Sie verschwinden nicht einfach hinter der nächsten Gabelung. Sie fahren. Und fahren. Und fahren. Man kann getrost wegschauen, ein wenig erzählen, sich dann erneut auf ihr Dasein besinnen und findet sie dann immer noch am Horizont. Die Strasse hat sich längst im Flimmern der Hitze aufgelöst, sich mit dem Himmel verbunden. Aber das Auto sieht man noch immer, als kleinen bunten Punkt, irgendwo zwischen Asphalt und Himmel. Und wir haben Gegenwind, von 60 Kilometern pro Stunde. Nichts geht mehr. Wir haben Staub zwischen den Zähnen und Sand in den Augen. Der Strassengraben ist oft der letzte Stop.
 


Übernacht riss uns eine Abspannleine des Zelts. Schlaf fanden wir nicht. Dafür eine für unser Verständnis ausgesprochen große Spinne in unserem Vorzelt. Haare hatte sie nicht, doch Pablo sagte ihr ob der Form ihrer Beine Sprungfertigkeiten nach. Nicht nur, daß unser Essen dort noch lag, nein, auch raus hätten wir dringend noch einmal gemusst.

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Das Chaos war perfekt. Aus Mützen und Taschentüchern wurden Panzerungen für Arme und Hände gebaut, aus Gabeln und Löffeln Bewegungsdetektoren und anschliessend erst das Innen-, später das Vorzelt und endlich die gesamte Umgebung systematisch durchkämmt. Nichts.
Nun liegen wir im Sandsturm am Strassenrand. Das Brot ist alle, das Wasser knapp. Wir geben auf, vorerst. Drei Stunden später stoppt ein Jeep und wir springen auf.

Tres Cerros, Provinz Santa Cruz, Argentinien. Tagebucheintrag einer Reise mit dem Fahrrad von Patagonien nach Alaska.