Einen Tag vor Abflug haben wir dann doch noch eine aktuelle Ausgabe des Reiseführers bekommen (das 80iger Jahre Modell, welches wir fälschlicherweise Zuerst bekommen haben, hat der Verkäufer ohne groß zu maulen zurückgenommen). Jetzt kann’s dann endlich losgehen – von München nach London – alles OK – wir haben einen Platz zusammen, und der Typ neben uns ist auch ganz in Ordnung, die 2 Stunden Aufenthalt in London sind ruck zuck um, weil man ja alleine um von einem Terminal zum anderen locker eine Stunde braucht. London-Miami war dagegen schon etwas blöd – wir sitzen im Vierer-Mittelgang auf den zwei mittleren Plätzen –aber immerhin ein netter Mann mit dem man sich unterhalten kann neben uns. 7 Stunden Aufenthalt in Miami – war sterbenslangweilig – keine Geschäfte, innen eiskalt (Klimaanlage), draußen unerträgliche Temperaturen – unsere Idee mit einer Stadtrundfahrt haben wir dann auch wieder verworfen nachdem der Anbieter 65$ pro Nase haben wollte, also haben wir die Zeit abgesessen.
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Nachts um 11:30 sollte es dann endlich weitergehen nach Santa Cruz – nur das dieser Flug nirgends erwähnt wurde nachdem wir mittlerweile total übernächtigt und gereizt mehrere unqualifizierte Mitarbeiter des Flughafens gefragt hatten – stellte sich heraus, dass unser Flug nach La Paz geht und dann erst nach Santa Cruz (ist jetzt eh schon scheißegal Hauptsache weg aus Miami) – nach weiteren 7 Stunden Flug (diesmal sitzen wir noch nicht mal nebeneinander - einer in der rechten Reihe und einer in der linken Reihe aber natürlich beide den mittleren Sitz ganz toll – die Sitznachbarn sind auch recht merkwürdig und Deutsch oder Englisch spricht natürlich auch keiner – aber das muss den Schweden ja nicht abhalten einen die ganze Zeit in seiner Sprache vollzutexten).
Endlich in La Paz angekommen verlässt die Hälfte der Insassen den Flieger und dann wird erstmal saubergemacht (ihr erinnert euch sicher noch wie das war als wir nach Brasilien geflogen sindJ). Von La Paz geht’s dann endlich nach Santa Cruz ins bolivianische Tiefland – Wir werden abgeholt und ins Hotel La Siesta gefahren – wo wir erstmal eine echt außergewöhnlichen Dusche erleben – man hat hier keine Heißwasserversorgung über einen Boiler, sondern einen elektrischen Duschkopf mit einer eingebauten Heizspirale, dass allein ist schon ein Gefühl als steht man mit dem Fön unter der Dusche, aber die Krönung ist , das der Sicherungskasten gleich über dem Wasserhahn ist – also perfekt für eine prickelnde Erfrischung. Nach diesem Erlebnis freuen wir uns auf die nächsten 4 Wochen, denn wer weis was noch so alles auf uns wartet. So belebt geht’s dann gleich los die Stadt erkunden (es ist mittlerweile Sonntag früh um 8 Uhr). Als erstes machen wir uns auf zum Platz des 24 September – dort soll es angeblich Faultiere in den Bäumen geben – wir haben trotz angestrengter Suche keine finden können (wahrscheinlich haben die wegen der täglichen Großveranstaltungen die auf dem Platz stattfinden das Weite gesucht), so sind wir dann weiter durch die Stadt geschlendert und haben diverse Kirchen angeschaut, heute zum Sonntag waren auch alle brechend voll, aber ansonsten haben alle Geschäfte zu.
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Am Nachmittag stellt sich dann langsam ein Hungergefühl ein, also machen wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant – hier stellen wir fest, dass natürlich kein Mensch US$ haben will, nach einigem hin und her gab sich dann doch einer mit der weltweit geschätzten Währung ab und wir bekommen endlich was in den Magen – einheimische Küche Chincheron de Pollo (panierte und gebackene Hühnchenstücke) und de Mixta (man weis es nicht so genau) – den Rest der riesigen Portion gibt uns der Kellner netterweise mit. Nach dem salzigen Essen stellt sich bald ein tierischer Brand ein – also Getränke kaufen. Wir landen auf einem riesigen Markt, wo es von Haarwäsche bis hin zu lebenden Hunden, Hühnern und Tukanen alles gibt – außer Getränke, nach einem halbstündigen Irrlauf ist es uns dann doch gelungen eine Flasche Zuckwasser mit giftiger Färbung zu kaufen. Nach dem Markt sind wir über jeden Kulturschock erhaben, und wir gehen zurück ins Hotel, wo wir (ca. 18 Uhr) fast augenblicklich einschlafen.
Am nächsten Morgen stehen wir dem Jetlag sei Dank auch schon um 7 Uhr im Frühstücksraum, als ich die 2 Teller mit Keksen erblicke bin ich schon wieder Pappesatt, aber gut wir haben Urlaub, nicht aufregen, erst mal einen Kaffee (lecker löslicher Kaffee) trinken und mal abwarten, als wir schon fast satt waren von den trockenen Keksen geht’s dann los und die Kellnerin fängt an Semmeln, Brot, Eier, Wurst, Käse und was sonst noch alles so dazugehört hinzuräumen – um 8 ist sie dann endlich fertig und wir satt. Wir haben uns vorgenommen einen Ausflug in den Amboró Nationalpark zu machen, laut Reiseführer einer der schönsten und auch artenreichsten Nationalparks in Südamerika. Also auf in die Touristeninfo, da es uns an spanischen und der guten Frau an Deutsch und Englischkenntnissen fehlt müssen wir uns was anderes überlegen. Im Reiseführer steht, dass im Globetrotterhotel (gleich in der Nähe unseres Hotels) ein Mann ist der die günstigsten Touren anbietet und auch Englisch und ein paar Worte Deutsch spricht – diesen suchen wir dann auch gleich auf und erklären ihm was wir vorhaben – 20 min. später sitzen wir in einem Taxi welches uns den ganzen Tag für 35€ durch die Gegend fährt. Die ca. 100 km bis zum Park legen wir in ca. 2 Stunden zurück (boliv. Straßen !!!) aber die einmalige Landschaft macht das Geschaukel wett. Als erstes besuchen wir den Nationalpark wo wir einige bunte Papageien sehen (leider viel zu schnell für den Fotoapparat) außerdem gibt es mehrere kleine und große Wasserfälle mitten im Dschungel und das Beste ist, wir sind ganz allein – keine drängelnde Reisegruppe und absolute Ruhe.
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Danach geht’s weiter zu den Inkaruinen von Samaipata (noch mal eine sehr aufregende Fahrt – mit Flussdurchquerung, Schotterpisten und steilen Abhängen)– heute UNESCO- Weltkulturerbe und bolivianisches Nationaldenkmal, hier bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack auf Machu Picchu. Einmal in Kulturstimmung lassen wir uns das kleine dazugehörige Museum im Nachbarort natürlich nicht entgehen. Wie das so immer im Urlaub ist geht der Tag Ruck Zuck vorbei und wir sitzen wieder im Taxi zurück nach Santa Cruz. Kaum im Hotel angekommen, machen wir uns gleich wieder auf die Socken auf der Suche nach was Essbarem, werden wir auch recht schnell fündig, denn wir haben ja noch den Rest von gestern und in der Kneipe um die Ecke bekommt auch der Bierdurst wonach ihm verlangt. Satt und müde geht’s zurück in die Heia wo auch gleich wieder die Augen zufallen.
Heute haben wir aus unseren Fehler gelernt und gehen erst um 8 Uhr zum Frühstück – siehe da heute ist das Buffet fertig aufgebaut. Als wir das Hotel verlassen versucht uns die Rezeptionistin etwas über unseren Flug am Nachmittag mitzuteilen (das alte Sprachproblem) – nun ja Jörg hat verstanden, dass alles wie geplant abläuft, und ich hab verstanden das irgendetwas anders ist, also bei der örtlichen Reisevertretung angerufen – Gott sei Dank, nur so haben wir erfahren, dass der Flug 2 Stunden früher als geplant und von einem anderen Flughafen abfliegt – da hätten wir aber die Brille aufgehabt. Da das nun geklärt ist, können wir noch mal einen kleinen Stadtbummel unternehmen – erste Ansichtskarten für die Daheimgebliebenen werden gekauft, außerdem besteigen wir noch den Turm der Kathedrale am Plaza und genießen den Ausblick auf die Stadt. Kurz nach Mittag nehmen wir uns ein Taxi zum Flughafen um nach Sucre zu fliegen – mittlerweile sind wir zum Briefträger aufgestiegen, die Hotelleitung hat uns gleich noch einen Brief mitgegeben den wir in Sucre bei der örtlichen Reiseleitung abgeben sollen. Auf dem Flughafen angekommen müssen wir uns das Lachen doch sehr verkneifen – Kontrollen gibt es nicht, das Gepäck wird noch per Traktor zum Flieger gebracht und die Flughafensteuern – sagenhafte 1€ müssen wir noch an einem kleinen Zollstand bezahlen (das wurde natürlich kontrolliert).
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Kaum ist der Flieger gestartet kommt auch schon eine Stewardess und teilt ein Lunchpaket aus (auf einem 30min. Flug) – wir konnten gar nicht so schnell essen bis zur Landung. In Sucre auf dem Flughafen haben wir dann erstmal die Touristeninfo aufgesucht und uns ein paar Flyer mitgenommen, mit dem Taxi ging’s dann bis ins Hotel im Zentrum, schnell merken wir das das Klima wesentlich angenehmer ist – nicht so schwül – aber klar wir sind ja schon auf 3000m Höhe. Gleich nachdem wir unsere Sachen ins Zimmer des sehr schönen Posada Hotel geschafft haben geht’s los zur Stadterkundung der nominellen Hauptstadt Boliviens auch hier ist der zentrale Stadtplatz Mittelpunkt des Lebens wo sich die Leute treffen, Schuhputzer nach Kundschaft suchen, Kundgebungen stattfinden und etliche Kinder um die Wette laufen. Schnell wird klar, hier haben die Spanier sich richtig ausgetobt beim Kirchen bauen, natürlich werden alle von uns besucht (aber nur von außen, denn so versessen auf Kirchenkunde sind wir ja nun wirklich nicht). Gleich zwei Querstrassen vom Plaza entfernt besuchen wir den Sitz des örtlichen Reiseveranstalter Bolivia Spezialist – diese Agentur ist in Bolivien für uns zuständig – dort bekommen wir noch Bustickets und bringen die Post aus Santa Cruz mit. Am Abend gehen wir dann erstmal ein bisschen shoppen, erste Souvenirs werden erstanden und auch eine Alpakajacke wird uns auf unserer weiteren Reise be(k/g)leiten. Um etliche kleine Toninkas reicher packt uns so langsam ein Bärenhunger, da wir keine Lust haben noch mal in die Stadt zu gehen entscheiden wir uns für ein Abendessen im Hoteleigenen Restaurant – Lecker Meeresfrüchte für schlappe 3€ schwimmen jetzt in meinem Bauch. Abends werden dann noch schnell ein paar E-Mails an die Daheimgebliebenen versendet und bald ruft auch schon das Bettchen.
Kaum eingeschlafen fängt auch schon das Telefon ganz penetrant zu klingeln an, es ist plötzlich ungemein wichtig, das einer von uns zur Rezeption kommt – also geh ich missmutig gelaunt nach unten, um zu erfahren das man jetzt unsere Reisepässe kopieren möchte – aber klar doch- also bring ich die scheiß Dinger – komisch nur beim einchecken heute Nachmittag war keiner dran interessiert. Kaum wieder im Bettchen klingelt das Telefon auch schon wieder, aber man lernt ja sehr schnell aus seinen Fehlern – diesmal wird’s ignoriert.
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Auf dem Rückweg ereilt uns dann ein Gewitter, aber Gott sei Dank hört es wieder auf mit regnen, als wir in der Stadt ankommen, so haben wir noch genügend Zeit die Casa de la Libertad anzuschauen, hier wurde im Jahre 1825 die Unabhängigkeit Boliviens erklärt. Wir schlendern so noch ein bisschen durch die Gassen und gelangen zu einem – na ja in unserem Reiseführer sah's aus wie ein Park, aber es ist ein riesiger Friedhof. Allzu lange verweilen wir dann doch nicht hier und ziehen es vor noch mal zum Markt zu laufen – die kleinen Toninkas haben es uns echt angetan und unser Bestand wächst heute weiter und ich bin ab jetzt stolze Besitzerin einer neuen Tasche. Nach so viel erlebten ist der Hunger mittlerweile enorm und wir begeben uns auf die Suche nach einem netten Restaurant, nicht weit vom Hotel entfernt werden wir auch fündig also gleich rein – mit so was noblem hatten wir jetzt doch nicht gerechnet (in Deutschland kämen hier nur Schlipsträger rein). Die Tatsache dass außer uns keine Gäste da sind macht uns auch nicht wirklich stutzig und wir suchen einen Platz aus. Der Kellner der eben noch hinter der Bar stand ist plötzlich verschwunden, taucht aber recht schnell in neuen Kleidern wieder auf, nachdem er unsere Bestellung aufgenommen hat, wirkt er irgendwie etwas nervös, aus seinen Gesten und spanischen Erklärungen verstehen wir dann endlich was er eigentlich von uns will – der Koch ist noch nicht da und unsere Bestellung muss noch eine Weile warten (manchmal frage ich mich schon ob sowas nur uns passiert) also warten wir, es dauert auch nur ca. 15 min. dann kommt er auch schon angerast um uns unser Essen zu bringen. Heute genießen wir unseren ersten Pisco Sour – ein typisch einheimischer Cocktail aus Pisco (ein 43% Traubenschnaps aus der Region Pisco/Peru), etwas Limettensaft, Zucker und Eiweiß – recht schnell wird uns warmJ.
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Der Anbau ist heute unter strengen Auflagen legalisiert, aber trotz hoher Gefängnisstrafen blüht natürlich der Drogenhandel über Zwischenländer wie z.B. Kolumbien. Legal dürfen die Blätter nur zu Medizinischen Zwecken (Narkosemittel, Schmerzmittel) und als Aromastoff ausgeführt werden – der Weltkonzern Coca Cola ist der Weltgrößte Abnehmer der Blätter – jedes Jahr verlassen ca. 45 Tonnen Südamerika in Richtung Staaten.
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Nach einer nicht besonders erholsamen Nacht (die Höhe) müssen wir feststellen dass es saukalt geworden ist. Eine Kopfschmerztablette hilft über die letzten Beschwerden der Höhe hinweg. Beim Frühstück wird dann noch mal ordentlich Mate de Coca nachgetankt und jetzt fühlen wir uns einigermaßen bereit die Minentour hinter uns zu bringen. Um 8:30 Uhr werden wir vom Minen-Guide abgeholt und erfahren noch einiges über die Geschichte der Stadt und den Silberabbau. Im Jahre 1545 wurde das Silber im Berg entdeckt, damit war der Grundstein für die schnellwachsendste Stadt Amerikas gelegt. Die Spanier kommandierten ganze Dorfschaften ab um sich in den Stollen zu Tode zu schuften. 1573 zählte die Stadt 120.000 Einwohner, das ist mehr als Madrid, Paris oder Rom zu jener Zeit. Damit war Potosi die größte Stadt des amerikanischen Doppelkontinents. Bis zum Jahr 1660 wurden 16.000 Tonnen Silber abgebaut und bis heute 46.000 Tonnen (da fragt man sich natürlich schon, wie es sein kann, dass bis heute noch ein Berg dort steht). Für die Indios war die Stadt der Eingang zur Hölle, denn bis zum 18 Jh. hatten ca. 8 Mio. von ihnen in oder um die Minen ihr Leben gelassen. Im 18. Jh. War fast alles Silber im Berg abgebaut und Potosi versank in Bedeutungslosigkeit, die Einwohnerzahl sank auf unter 10.000. Anfang des 20.Jh. erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung durch den Abbau von Zinnerz, welches zu Zeiten des Silbers bedeutungslos war. Heute sind die über 300 Minen im Berg verprivatisiert, was jedoch die Arbeitsbedingungen nicht wirklich verbessert.
Wir sind nach dem kleinen Stadtrundgang mit dem sehr gut Englisch sprechendem Guide im Büro der örtlichen Agentur angekommen und lernen den Rest der kleinen Truppe kennen, nachdem wir eine Unterschrift geleistet haben (wegen der Versicherung falls was passiert) bekommen wir ein kleines Versorgungspaket mit Schokoriegeln und Capri Sonne. Dann werden wir in einen Kleinbus verfrachtet und fahren zu einem verlassenen Haus, dort bekommen wir einen gelben Schutzanzug, Gummistiefel und einen Helm verpasst und jetzt geht es richtig los mit dem Kleinbus fahren wir an den Fuß des Berges zum Miners Market, dort wird für je einen Euro noch Dynamit, Coca-Blätter, purer Alkohol, Limo für die Kinder und Süßigkeiten gekauft. (Wir entschließen uns noch weitere 50 Cent für eine Atemschutzmaske auszugeben). Nach einer weiteren kurzen Fahrt sind wir jetzt auf halber Höhe am Berg angelangt und können unsere Atemmaske bereits jetzt gebrauchen. Vor den Minen arbeiten die Frauen und klopfen die heruntergefallenen Steine auf und Sortieren sie. Uralte Muldenkipper fahren tonnenweise Gestein weg und wir nehmen Kontakt mit einer alten Frau auf, die uns die Mineralien im Stein zeigt – unser erstes Souvenir aus der Mine ist ein Stein mit Zinnerz, Nachdem man uns alles hier draußen gezeigt hat krabbeln wir jetzt den Schutthang zu einem Eingang hinauf, sofort beginnt das Keuchen wieder – es braucht wohl doch etwas länger um sich vollständig an die Höhe zu gewöhnen. Und da ist es, das Loch in welches wir jetzt hineingehen werden, es ist finster wie im Bärenarsch und schnell wird klar, dass man den Helm wirklich braucht, da man ständig irgendwo mit dem Kopf anschlägt. Nachdem wir ein paar Minuten in den Berg reingelaufen sind, bleiben wir stehen und schauen uns um, überall sind riesige Löcher im Boden die zum nächsten Level führen und an der Decke kann man die Erzadern sehen (ich hätte nicht gedacht das nach 300 Jahren Bergbau noch soviel da ist). Außer dem Erz hängen noch weiße nadelförmige Kristalle von der Decke – Asbest – oh wie wunderbar. Immer tiefer Laufen wir in den Berg hinein, die Luft wird immer stickiger und die Gänge immer kleiner, aber der Adrenalinspiegel ist mittlerweile so hoch, dass man die verkrampfte Haltung die man beim geduckten laufen einnimmt gar nicht mehr so recht wahrnimmt. Ab und zu treffen wir mal auf Minenarbeiter – Jörg gibt einem zwei, drei Stangen Dynamit, ein anderer bekommt Coca-Blätter (das ist der Lohn dafür dass die Touristen durch ihren Arbeitsplatz trampeln). Einmal kommt aus der Dunkelheit ein Trupp Arbeiter und rast mit einer Lohre an uns vorbei. Nach einiger Zeit sind wir in einem kleinen „Minenmuseum“ angelangt und unser Guide zeigt uns mit welchen Mitteln man früher gearbeitet hat und welche Gottheiten zu welchem Zweck angebetet wurden. Um uns zu verdeutlichen wie es den Leuten früher ging wenn ihre Gaslampen ausgegangen sind (wir tragen jeder eine halbe Autobatterie mit uns rum um die Helmlampe am Leben zu erhalten) müssen wir alle die Lampen und Fotoapparate ausschalten und uns an den Händen fassen und ein paar Meter gehen – es ist so unglaublich dunkel, dass man echt in Panik ausbrechen könnte, nach wenigen Schritten lässt er uns das Licht wieder anschalten, wir stehen vor einem riesigen Loch – da kann einem echt anders werden. Dem Minengott/teufel El Thio statten wir dann auch noch einen Besuch ab, jeden Freitag kommen die Bergarbeiter hierher und „opfern“ Alkohol, Coca und Zigaretten für ein unfallfreies Arbeiten. Jetzt gehen wir weiter und unser Guide erzählt uns, dass es keine Pläne von der Mine gibt, und jede Woche die Gänge anders sind (wie ermunternd) jetzt gehen wir runter auf die nächste Ebene. Jörg verschwindet als Erster in einem dunklen Loch – auf allen Vieren klettert man einen Geröllhang hinunter, das Loch ist kaum größer als man selbst, aber irgendwann ist es dann geschafft und wieder laufen wir durch unzählige Gänge voller Gasleitungen und anderer Kabel und stickige Luft bis wir plötzlich Licht sehen und etwas Wind im Gesicht spüren kaum ist die Stelle erreicht kommt auch schon ein Eimer vom Himmel gefallen – hier wird das Gestein in einen Eimer geschaufelt und nach oben gezogen – auch hier dürfen die Jungs sich in der Minenarbeit versuchen und ne Runde mitschaufeln – der Lohn sind ein paar glitzernde Steine. Wir machen uns wieder auf den Weg Richtung Ausgang, bis jetzt konnte man wenigstens noch immer auf seinen Beinen laufen, aber nun geht’s nur noch auf allen Vieren durch die Gänge und am Ende steht eine kleine Kletterpartie auf dem Programm und endlich können wir wieder richtige Luft einatmen – eigentlich gehört zu einer solchen Führung noch eine Dynamitexplosion die man in der Mine erleben kann, aber wir wollen mit dem 12 Uhr Bus nach Uyuni fahren, deshalb ist dafür keine Zeit mehr (dafür leben wir jetzt noch).
Wir waren ca. 3 Stunden in der Mine aber jegliches Zeitgefühl geht einem da drinnen verloren. Glücklich dass wir noch alle am Leben sind fahren wir mit dem Bus zurück zu unseren Klamotten und dann in die Stadt – wir müssen uns beeilen um den Bus nicht zu verpassen, aber vorher müssen wir noch zurück ins Hotel um unser Gepäck abzuholen. Unser Minenguide begleitet uns noch bis ins Hotel und ruft dann einen befreundeten Taxifahrer, der uns zum Busbahnhof bringen soll an. Das Taxi ist auch gleich da, aber als wir am Busbahnhof ankommen wird der Fahrer sichtlich nervös weil die Tür unserer Busgesellschaft geschlossen ist. Der Fahrer steigt gleich aus und befragt sämtliche Leute die auf der Straße rumlaufen, wo denn unser Bus ist. Er wird von einem Büro ins nächste geschickt, bis schließlich rauskommt, das der Bus unterwegs eine Panne hatte und nicht kommt, in der Zwischenzeit hat er den Guide von vorhin angerufen und dieser kam völlig aus der Puste angelaufen (der ist wirklich die 1,5 km bis hierher gerannt wie ein Irrer) der fragt nach dem Stand der Dinge, telefoniert mit Bolivia Spezialist und schildert denen die Situation, dann schnappt er uns und schleift uns in das nächste Busterminalbüro, dort kauft er neue Tickets für uns – leider sind alle Mittagsbusse schon weg, oder völlig ausgebucht so wird’s dann der Nachtbus. Also fährt uns der Taxifahrer zurück in die Stadt (unser Gepäck lassen wir gleich an der Busstation) und gibt uns noch ein paar Empfehlungen was wir mit dem restlichen Tag anfangen sollen. Für uns sind die Helden des Tages schnell gekürt, denn wenn man bedenkt, das der Fahrer uns einfach dort raus gelassen hätte, würden wir vermutlich heute noch auf den Bus warten, eine so schnelle und unkomplizierte Problembewältigung ist doch echt SUPER.
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Hier steigt noch ein englisches Paar zu und wir haben die Gelegenheit das Hotel zu besichtigen – alles ist hier aus Salzsteinen gebaut, von der Bar über die Wände, Stühle und Figuren sogar der Fußboden besteht aus „Salzkies“ nur bei den Betten hat man sich für Hängmatten entschieden. Nachdem wir ausgiebig fotografiert haben und auch die ersten kleinen Kakteen ausgiebig angeschaut haben geht’s wieder weiter. Nach einer weiteren ½Stunde kommen wir im Salzdorf Colchani an, dort sehen wir das erste Lama des ganzen Urlaubs (leider war’s für nur für die Touristen angebunden) ansonsten gibt’s in dem winzigen Ort nicht viel zu sehen außer einigen kleinen Ständen, wo man Figuren und andere kleine Andenken kaufen kann – wir verzichten diesmal auf weitere Souvenirs- und dann ist da natürlich noch der Blick auf den Salar de Uyuni, der hier beginnt. Wir brechen wieder auf und lassen die Zivilisation endgültig hinter uns. Schnell verschwindet alles braun und grün aus der Landschaft und es gibt nur noch weiß und blau – die Sonnenbrille macht sich schon bezahlt. Unterwegs halten wir mehrmals an und treffen mehrere Leute die Salz abbauen. Die Landschaft ist einfach unglaublich und wir müssen erstmal einen Weißabgleich bei der Kamera machen – durch den Sonnenschein ist das weiß so unerträglich grell, das man beim fotografieren von Leuten gar nicht sieht, wen man da vor der Linse hat, weil Personen vor dem Hintergrund einfach nur schwarz aussehen. Immer weiter führt uns der Weg über den riesigen Salzsee bis zum Hotel Playa Blanca (noch ein Salzhotel) hier machen wir noch einen kleinen Stopp und haben Gelegenheit uns die Beine ein bisschen zu vertreten oder ein paar Snacks zu kaufen.
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Durch das Aufeinandertreffen zweier Erdplatten haben sich die Anden auf der einen und die Cordillieren auf der anderen Seite aufgetürmt und das Meer von seinen Zuläufen abgeschnitten, die Verdunstung tat dann ihr übriges und übrig blieb eine bis zu 7m dicke Salzschicht, diese ist heute neben dem Tourismus die einzige Einnahmequelle der Region (es sind nicht wirklich viele Leute hier oben). Ein anders Überbleibsel des Urmeeres ist z.B. der Titicacasee, sowie zahlreiche andere Altiplanoseen und Salare. Ein Blick auf die Uhr verrät, das es höchste Zeit wird an den Rückweg zu denken, recht schnell finden wir auch noch einen anderen Weg und gehen durch einen regelrechten Kakteengarten nach unten, dort wartet der Fahrer bereits mit Steaks, Gemüse und Quinoa (einer Urform des Reis – hier auch gerne Inka-Reis genannt, weil selbige begannen ihn zu kultivieren).
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Nach einer sehr stürmischen Nacht (die Geräuschkulisse in einer Blechhütte ist echt gruselig) treffen wir uns am Morgen beim Frühstück alle wieder und bald brechen wir auf Richtung Chiguana auf um den halbaktiven 5869 m hohen Vulkan Ollagüe zu besichtigen. Der Vulkan steht auf der Grenze nach Chile – soweit südlich sind wir mittlerweile. Nachdem ausgiebig fotografiert wurde wie schön der Vulkan dampft und raucht, beeilen wir uns in den Jeep zurückzukommen, denn es ist noch ziemlich früh am Tage und dementsprechend kalt (was uns beim aussteigen ohne Jacke noch nicht wirklich gestört hat, weil da ging es ja darum wer den Vulkan als erster sieht.
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Jetzt machen wir uns auf zum letzten Etappenziel für heute, der Laguna Colorado auf 4275m Höhe, die Lagune verdankt den Namen ihrer Farbe, denn der ca. 60 qkm große See ist durch kupferhaltige Mineralien rot gefärbt, dazwischen schimmert das grün der Algen und das ganze wird eingerahmt von weißem Borax. Hier oben brüten die seltenen Andenflamingos, insgesamt leben hier 4 Flamingoarten, die aber von uns nicht wirklich unterschieden werden können. Auf jeden Fall ist das ganze Schauspiel zusammen mit dem stahlblauen Himmel und dem gelben Andengras, eine wahre Explosion an Eindrücken und wir fordern das letzte unserer Fotoakkus, trotz der aufkommenden Kälte und dem peitschenden Wind kann keiner recht genug bekommen, und wir fragen uns wie die dürren Flamingos hier überhaupt überleben können. Als wir uns zu unserer Unterkunft für heute Nacht aufmachen dämmert es bereits, aber wir müssen nicht mehr weit fahren, denn die Unterkunft befindet sich in Sichtweite zur Lagune. Heute haben wir nicht das Glück ganz allein zu sein, aber bei einem kleinen Holzfeuer im Ofen wird’s doch recht gesellig aber trotz allem bitterkalt, recht schnell ziehen wir uns zurück um eine Schicht nach der anderen anzuziehen. Wir gehen noch einmal raus und steigen auf den Hügel hinter dem „Hotel“ und bestaunen wie die Bergspitzen rot glühen von der untergehenden Sonne, länger als 5 min. halten wir es aber nicht aus denn die Temperatur ist schon bei unter 0°C angekommen und es stürmt ohne Ende. Mit tauben Fingern kommen wir rechtzeitig zum Essen wieder in die gute Stube, aber auch hier ist´s nicht gerade heiß und zum Abendessen sitzt der ganze Trupp in diverse Pullover und Jacken gehüllt und isst mit Handschuhen das Abendessen, um uns aufzuwärmen springt sogar ne Flasche Wein raus, hilft aber nicht wirklich.
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Nach und nach werden die Klamottenschichten immer dicker (ich hab mittlerweile 3 Pullover + Filzjacke, lange Skiunterwäsche, Kniestrümpfe + dicke Wollsocken und Handschuhe an und kann nicht behaupten das es zu heiß wäre. Um 9 Uhr verschwindet dann jeder in seiner Koje, denn morgen geht’s bereits weit vor Sonnenaufgang los.
Wir fahren noch 50 km (auf Schotterpisten 2-3 Stunden) bis zur Laguna Verde, diese 17 qkm große und auf 4350 m gelegene Lagune ist wie ihr Name schon sagt smaragdgrün gefärbt, dies kommt von hohen Eisen und Bleigehalt, das ist auch der Grund warum die Lagune erst bei unter -20°C zufriert. Mit dem höchsten Vulkan der Welt, dem Licancabur, im Hintergrund ist es auch ein einmaliges Bild, hier ist es dann soweit unsere Akkus vom Fotoapparat brechen zusammen, ist ja wieder typisch, Gott sei Dank haben wir ja noch die Videokamera, damit können wir zur Not auch noch Fotos schießen.
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Jörg meint er muss unbedingt noch ein paar Fotos schießen, denn soviel hat er ja noch nicht fotografiert, später soll sich dann rausstellen das es nur ca. 50 Fotos sind (der große Nachteil der digitalen Technik). Nachdem alle Loks inspiziert und begutachtet sind machen wir uns auf den genauso trostlosen Rückweg in die Stadt. Dort schlendern wir über den Markt, der hier nicht sehr touristisch ist, aber es ist auch so sehr lustig, sich ein bisschen umzuschauen, und wir finden sogar einen Stand an dem es Lippenbalsam gibt, Juhuu denn bei der trockenen und kalten Luft, sowie der enormen Sonneneinstrahlung fühlen sich unsere Lippen mittlerweile wie abgestorben an – was für eine Wohltat ist da der nach Pfirsich schmeckende Lippenbalsam. Auch sonst gibt’s alles zu kaufen was man für das alltägliche Leben so braucht, nur eben nicht im Laden sondern an Verkaufsständen. In einer Seitengasse finden sich dann doch ein, zwei Händler die auch für die armen Touristen ein paar attraktive Waren anbieten und so bekommen wir heute einen 1,50 € teuren Ersatz für unsere defekte Fototasche. Da wir heute Abend erst mit dem Nachtbus Richtung La Paz aufbrechen, nutzen wir die Zeit um noch, in ein vom Reiseführer als bestes Restaurant der Stadt angepriesenes Lokal zu gehen und Mittag zu essen, war leider nicht so toll wie angepriesen, denn das Lama mit dem groß auf der Tafel geworben wurde, gab’s leider nicht und die Bedienung war auch alles andere als freundlich, an diesem Punkt des Urlaubs hatten wir noch nicht gelernt, dass es einfach das Beste ist sich das Tagesmenü zu bestellen, denn das gibt’s immer, das schmeckt, ist immer reichlich und auch unschlagbar im Preis. Aber wir essen eine mittelmäßige Pizza und verlassen das Restaurant wieder. Jetzt wissen wir langsam nichts mehr groß mit uns anzufangen und schlendern durch die Straßen und Läden, aber eigentlich haben wir schon alles gesehen, schließlich wird es dann doch Abend und unsere Abreise rückt näher.
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Als um 18 Uhr die Kirche - na ja bei uns läuten die Glocken – hier ertönen Rock- und Pop-Klänge aus der Kirchturmkuppel, begeben wir uns zum Busbahnhof. Die Busgesellschaft ist nach kurzem hin und her recht schnell gefunden, wir checken ein und können auch gleich Platz nehmen in diesem Luxusgefährt der Fa. Todo Tourismo. Wie der Name schon sagt, ist das eher ein Touristenbus, aber auch Einheimische fahren mit, es ist eine Stewardess an Bord und serviert gleich Getränke und ein kleines aber gutes warmes Essen, es gibt Fernsehunterhaltung, die uns natürlich nicht viel bringt, warme Decken und die Sitze lassen sich in Liegeposition umklappen, dann kann die Nacht ja kommen, aber vorher genießen wir noch den in der Stadt erworbenen Wein und lassen es uns so richtig gut gehen, bis wir aus Uyuni raus sind, denn da fängt die Schotterpiste an und wir lernen, dass es besser ist die Weinbecher nur halbvoll zu machenJ. Wie schlecht die Straße ist wird klar, wenn man bedenkt, dass die Strecke von Uyuni nach La Paz ca. 450 km lang ist und wir 12 Stunden unterwegs sind, da nützt auch der tollste Hi-tech –Bus gar nix, überall quitscht’s und scheppert’s, wenn wir durch die Schlaglöcher fahren, nichts desto trotz schlafen bald alle im Bus. Irgendwann nachts halten wir mal in Oruru, dieser Ort ist für sein Diablada – Teufelsmaskenfest – dem Karneval bekannt.
Früh morgens um 7 Uhr erreichen wir La Paz, die heimliche Hauptstadt und größte Metropole Boliviens. Eigentlich sollte uns jemand hier abholen, leider ist keiner da (warum immer wir?). Als uns einer der Busfahrer unseres Busses so verlassen Rumstehen sieht fragt er was los ist, und schnappt sich sofort sein Handy und ruft im Hotel an – 15 min. später ist unser Fahrdienst da – das nenn ich bolivianische Hilfsbereitschaft. Für unser Warten durften wir dann gleich noch umsonst ein Frühstück abfassen und machen uns dann von unserem Hotel, Estrella Andina, auf um die nähere Umgebung zu erkunden. Bei den ersten Schritten erlebt man einen richtigen Kulturschock, nachdem man die Abgeschiedenheit und Ruhe des Hochlands hinter sich gelassen hat und in diese pulsierende Großstadt kommt. Dichter Verkehr und Unmengen Leute bevölkern die Straßen und ein nicht enden wollendes Hupkonzert tönt einem in den Ohren. Wir beschließen uns kundig zu machen was für Ausflüge man hier so machen kann und buchen bei Diana Tours, dem günstigsten Anbieter den wir finden konnten einen Ausflug für den nächsten Tag nach Tiwanaku, für heute kann sie uns leider nix mehr anbieten, empfiehlt uns aber den Touristenbus, der 2 mal am Tag seine Schleifen durch die Stadt zieht. Also machen wir uns auf zur Station, immer mit dem Reiseführer und der Stadtkarte in der Hand und sind der festen Überzeugung das es ja gleich um die Ecke sein muss, aber denkste La Paz ist weitaus größer als man denkt und vor allem liegt die Stadt an einem Bergrücken, so das der höchste Punkt bei 4100 m und der tiefste Punkt bei 3100 m liegt. Noch nie haben wir solche steilen Gassen und Straßen gesehen und überall sind Bretterbuden mit Ständen an den Bordstein gepflastert.
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Natürlich kommen wir zu spät um den ersten Bus zu erwischen, da der nächste erst Nachmittag um 14 Uhr abfährt machen wir uns wieder an den Aufstieg, über die Paseo El Prado, der Lebensader von La Paz laufen wir bis zur Plaza Pedro Domingo Murillo, dort befindet sich das Parlamentsgebäude und die Kathedrale, von hier aus machen wir das Stadtzentrum unsicher und laufen alle bekannten Plätze und Bauwerke in der näheren Umgebung ab. Beim Bummel durch die Gassen kann ich einfach nicht an den echten Alpaka-Zehensocken vorbeigehen. Diesmal machen wir uns rechtzeitig auf den Weg zur Busstation und erwischen ihn auch. Neben uns sind nur noch eine Handvoll anderer Touristen an Bord, und wir haben das Glück im Doppelstockbus oben ganz vorn zu sitzen, aber wie das mit dem Glück so oft ist, dauert es meist nicht sehr lange an und eine der drei anderen Mitfahrer muss sich unbedingt neben mich setzen, ich versteh es echt nicht, der ganze Bus ist leer und diese in der Tat sehr eigenartige Person muss sich neben mich, ach was sag ich fast auf meinen Schoß setzen um glücklich zu sein, aber gut der Hampelmann sitzt jetzt wo er sitzt und die Fahrt geht los. Über Kopfhörer erfahren wir in Deutsch an was wir gerade vorbeifahren und auch so einiges informatives, aber die meisten Sachen haben wir auf unseren Rundgang schon gesehen. Die Tour ist in zwei Teile geteilt und wir sind in erster Linie wegen dem zweiten Teil mitgefahren, nämlich dem am Stadtrand liegendem Valle de la Luna - Mondtal. Valle de la Luna ist wie der Name schon sagt eine Mondlandschaft, die über Jahrtausende durch Erosion und Klimagegensätze geformt wurde, graue Erd, und Steintürme und Säulen ragen mehrere Meter in den Himmel und hier und da wachsen ein paar Kakteen. Mit dem Citybus geht’s schließlich zurück, vorbei am Estadio Olympico Hernando Siles, dem höchstgelegenen Fußballstadion der Welt und durch die Nobelviertel von La Paz. Auf dem langen, steilen Fußmarsch zurück ins Hotel, statten wir dem berühmten Hexen- (oder auch Zauber-) markt einen Besuch ab.
Am Abend beschließen wir dann doch noch mal das Hotel zu verlassen, um nach was essbarem Ausschau zu halten. Eigentlich sollte es bloß was um die Ecke sein, aber dann sind wir doch wieder fast den ganzen Weg bis zur Stadtmitte gelaufen, dafür bekommen wir heute endlich mal Lama auf den Tisch – das wurde ja auch Zeit und mit der riesigen Buffetauswahl können wir uns auch sehr schnell anfreunden. Satt und zufrieden schleppen wir uns erneut den Berg nach oben, und genießen das Flair der Stadt, die anscheinend nie schläft, vorbei an etlichen Straßenständen und kleinen Geschäften gelangen wir wieder ins Hotel. Unser Zimmer liegt im 3ten Stock, so sind wir jedes Mal wieder aus der Puste vom Treppensteigen, aber die Aussicht auf die Stadt ist wirklich einmalig. Auch das Zimmer ist sehr schön gestaltet, die Wände sind ein Abbild der Innenstadt von Potosi, auch die Gänge sind alle mit Malereien der Städte Boliviens verziert, so können wir den bisherigen Verlauf der Reise noch einmal Revue passieren lassen. Das Badezimmer ist ein mit Glas (wo man nix sehen kann Popo) verkleideter Balkon und dadurch etwas kalt, aber sonst durchaus sehr schön.
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Also soll sich jeder in der Gruppe mal ne Weile auf dem Stein ausruhen um Energie zu tanken – da ich für so einen Schwachsinn ja überhaupt nix übrig habe und es um meine Energien eigentlich auch ganz gut steht, schaue ich mich ein bisschen um und sehe den, meiner Meinung nach wahren Grund für den Energie aus Stein-Schwachsinn – am Sonnentor, der nächsten Station, steht noch ein anderer Trupp, und wir können noch nicht ran. (Jörg hat übrigens auch keine neuen Energien in sich aufgenommen). Nach 10 min. ist der andere Trupp weiter und wir können jetzt auch aufhören uns esoterisches Geschwafel anzuhören und kommen nun zum nordwestlichen Eck hier steht das berühmteste und bekannteste Glanzstück der Tiwanaku-Steinmetzkunst – das nicht vollendete Sonnentor. Dieses ca. 10 Tonnen schwere Tor ist aus einem einzigen 2,8 m hohen und 3,8 m breiten Stein herausgehauen worden, es ist mit einem Flachrelief verziert, über dessen Bedeutung sich die Archäologen streiten (die Vorschläge gehen vom Sonnengott, über den Schöpfergott Wiracocha bis hin zu einem Mondkalender). Auf der anderen Seite der Anlage befindet sich das kleinere Mondtor – hier hat noch keiner angefangen Vermutungen anzustellen.
Nach soviel Kultur gehen wir erstmal Mittagessen, es gibt wieder Lama, mhh. Während des Wartens auf die edle Speise lernt man auch die anderen Gruppenmitglieder ein bisschen kennen – es ist mal wieder sehr international und von Franzosen über Spanier, Österreich, Brasilien und Chile ist alles vertreten. Beim Essen lesen wir dann, das man mit unserer Eintrittskarte auch noch Zugang zu den Ruinen von Pumapunku haben, also fragen wir die Reiseleiterin, diese ist zwar erst überhaupt nicht dafür zu begeistern, lässt sich schließlich aber doch überzeugen mal vorbeizuschauen. Jetzt, da das Lama den ewigen Frieden in unseren Mägen gefunden hat, besuchen wir erstmal das zu Anlage gehörige Museum und auch wenn die Außenanlagen Anfangs etwas enttäuschend waren, so ist der Besuch des Museums auf jeden Fall die Reise wert gewesen – und das sage ich als jemand der kaum einem Museum etwas abgewinnen kann.
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Hier sind viele Gegenstände aus dem normalen Alltag gezeigt – immer mit einem Bild im Hintergrund, sodass auch die nicht Spanischsprechenden Besucher gleich wissen wofür das Zeug gut war. Auch einige der berühmten Langschädel sind hier zu besichtigen, sowie Schädel an denen man erkennen kann, dass bereits Operationen am Gehirn vorgenommen wurden. Natürlich gibt’s auch jede Menge Vasen und behauene Steine und kleinere Monolithe zu sehen. Das größte Ausstellungsstück ist der 20 t schwere Riesenmonolith Bennet, der im Jahr 2002 von La Paz wieder hier raus geschafft wurde. Da er in der Stadt stand hat er durch sauren Regen und Abgase so gelitten, das der Verfall schneller vorangeht (ist mal wieder typisch, da steht ein Ding viele 100 Jahre irgendwo rum und nix passiert damit und irgendein Idiot kommt auf die Idee es mitten in die Großstadt zu stellen und nach ein paar Jahren ist es dann hin) deswegen steht er in einer Halle im dunkeln und natürlich wird es auch hier mit dem Fotografierverbot nicht allzu ernst genommen. Im Anschluss besuchen wir dann noch die Ruinen von Pumapunku, die nur 1 km entfernt sind. Was uns echt erstaunt ist, dass man uns nicht gleich hierher geführt hat, denn auf den ersten Blick ist gleich wesentlich mehr zu erkennen als in Tiwanaku, nur haben hier die Archäologen anscheinend recht schnell die Lust (oder das Geld?) verloren um die Ausgrabungen zu Ende zu bringen. Nachdem wir uns ausgiebig umgeschaut haben, machen wir uns auf den Rückweg nach La Paz. Unterwegs halten wir am Hügel der der Stadt gegenüberliegt und genießen den herrlichen Ausblick auf die Stadt.
Wieder in La Paz machen wir uns gleich auf den Weg in das Reisebüro, welches unser Busticket für morgen hat, der Ärger ist nicht gerade klein als uns die Dame eröffnet, dass sie uns das Ticket nur gegen einen Voucher überreichen kann– statt sie es uns einfach ins Hotel bringt, also gut latschen wir eben wieder zurück und holen das verflixte Ding. Glücklich nun doch morgen mit dem Bus weiterzukommen geht’s wieder in die Stadt, erstmal wird Reiner angerufen der nämlich heute seinen Geburtstag feiert und dann machen wir uns auf um den Hexenmarkt noch einmal zu besuchen, da ja gestern schon alle am zusammenpacken waren. Bei einer alten „Kräuterhexe“ kaufen wir dann eine kleine Schildkröte die für vieles gut sein soll – mangels Spanischkenntnissen wissen wir bis heute nicht für was genau. Wir bestaunen die unzähligen Kräuter und Sträucher deren Duft die ganze Straße erfüllt. Es gibt getrocknete Lamaföten, Schlangen, Echsen Frösche und was man sonst noch alles braucht um das Glück herbei zu beschwören. Eigentlich wollten wir noch den Schwarz- und Diebesmarkt anschauen aber in Anbetracht der hereinbrechenden Dämmerung erscheint uns diese Idee nicht mehr so verlockend und wir ziehen es vor gleich ins Coca-Museum zu gehen. Am Eingang bekommt man ein kleines Buch in verschiedenen Sprachen – sogar in Deutsch und dann kann man durch die Gänge wandern und sich von der Entdeckung über den Anbau und auch die Weiterverarbeitung des Cocas informieren – die Ausstellung ist zwar weis Gott nicht’s besonderes, aber die Geschichten, Beschreibungen und auch die wissenschaftlichen Berichte sind so interessant geschrieben, das wir uns auf einem Stuhl niederlassen und das ganze Buch durchlesen. Als wir nach 1 ½ Stunden wieder rauskommen ist es bereits dunkel. Direkt vor unserem Hotel treffen wir zwei bekannte Gesichter – die zwei Brasilianer, die wir bei unser Busfahrt von Potosi nach Uyuni kennen gelernt haben – schnell werden ein paar Worte gewechselt und man muss sich doch echt wundern, dass man hier am anderen Ende der Welt in einer riesigen Stadt bekannte Gesichter sieht.
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Wieder im Hotel merken wir erst wie sonnig es heute war – beide total verbrannt, dann werden noch schnell die Taschen gepackt, da uns morgen zwischen 7:30 und 8:00 der Bus am Hotel abholen soll.
Heute Morgen, sind wir wieder in aller Frühe aufgestanden und haben eine heiße Dusche genossen (seit Santa Cruz der erste elektrische Duschkopf – irgendwie ist es doch ein bisschen gruselig sich drunter zu stellen). Der Nachteil an der bolivianischen Langschläferei ist, dass man das Frühstück erst um 8 Uhr komplett auf dem Tisch stehen hat, aber meist schon viel früher los muss, na ja ein paar essbare Sachen finden sich doch noch und so sitzen wir gemütlich bei einer Tasse Coca Tee, als plötzlich um 7:20 Uhr schon unser Bus kommt. Der Fahrer macht einen Aufstand als wären wir ne Stunde zu spät dran, also holen wir unsere Sachen und machen es uns im Bus gemütlich. Die erste Stunde fahren wir kreuz und quer durch La Paz und sammeln diverse Mitreisende ein – natürlich macht der Fahrer überall einen Aufstand als wäre jeder zu spät dran. Endlich entkommen wir dem Verkehrscaos von La Paz und werfen noch einen letzten Blick auf die ungewöhnliche Metropole, als auch schon der Bus zum stehen kommt – irgendetwas ist kaputt – eine halbe Stunde und vieles Fachsimpeln später geht’s dann weiter (und bei uns macht der nen Aufstand, weil wir nicht 10 min. vor der abgemachten Zeit schon Gewehr bei Fuß stehen). Nach ein paar weiteren ungeplanten Stopps erreichen wir gegen Mittag endlich den Titicacasee. Die Fahrt geht vorbei an unzähligen Hängen, die allesamt von den Inkas mit Terrassen versehen wurden, auch auf die sagenumwobene Sonneninsel können wir einen Blick werfen, hier soll der Legende nach der Ursprung der Inkakultur liegen. Die Fahrt geht weiter bis nach San Pablo de Tiquina hier müssen wir den Bus verlassen um mit einem Boot den Titicacasee an der schmalsten Stelle zu überqueren, der Bus selbst wird auf ein Floß geladen und überschippert ebenfalls den See.
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Der Fahrpreis für das Boot, welches uns übersetzt muss übrigens extra entrichtet werden, nur gut das wir noch ne Hand voll Bolivianos haben – das wäre echt wieder typisch gewesen, wenn wir alles bolivianische Geld, in dem Glauben dass wir es nicht mehr brauchen, unter die Leute gebracht hätten – man muss auch mal Schwein habenJ. Auf der Fähre treffen wir auch Christian, einen Reiseteilnehmer des Ausflugs nach Tiwanaku wieder – so klein ist die Welt.
Nachdem wir wieder im Besitz unserer Taschen sind (den Fotoapparat musste uns ein sehr freundlicher Bolivianer noch Hinterhertragen, weil wir ihn im Bus liegengelassen haben) wollen wir uns ein Taxi zum Hotel suchen. Es dauert auch nicht lange und ein englischsprachiger Mann bietet uns ein Taxi an. Wir sind wir recht froh, da wir noch keinen genauen Plan hatten wie wir jemandem auf spanisch erklären sollen, dass wir zuerst zur Bank müssen, denn wir haben ja noch kein peruanisches Geld. Also machen wir alles klar mit ihm und er bringt uns zu einem Taxi und setzt sich auf den Beifahrersitz, kaum losgefahren versucht er uns einen Ausflug auf den See aufzuschwatzen, den wir aber dankend ablehnen, denn wir haben ja bereits einen Ausflug gebucht. Nach ein paar Minuten gibt er auf und verlässt das Taxi, natürlich weis der Fahrer nicht das wir erst zur Bank müssen, also erklären wir mit Händen und Füßen was wir wollen. Er fährt uns also ins Hotel und ich springe schnell über die Straße zu der Bank in die er mich geschickt hat, dort sind wie soll es anders sein, Unmengen von Leuten, die anscheinend alle an den Geldautomat wollen, als ich endlich einen Blick auf das Gerät werfen kann, vermisse ich das EC Logo doch sehr schmerzlich und frage einen Bankangestellten, der lacht nur und schüttelt mit dem Kopf – na vielen Dank auch! Der Taxifahrer fährt noch zwei weitere Banken an, ohne Erfolg. Schließlich können wir ihn davon überzeugen das er US$ annimmt, das verdoppelt natürlich die Fahrtkosten, aber mittlerweile will ich eh nur noch ins Hotel – schließlich stehen unsere Sachen dort in der Lobby. Der Fahrer lässt uns mit der Begründung, dass er nicht noch mal durch die Stadt fahren will zwei Querstraßen vom Hotel entfernt raus und verschwindet.
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Als wir schließlich wieder im Hotel sind wundert sich die Rezeptionistin schon wegen der Taschen. Wir völlig entnervt, geben ihr unseren Voucher und wollen nur noch aufs Zimmer, da muss sie uns leider mitteilen, dass sie uns nicht auf der Liste hat. Juhu! Aber das Problem ist schnell gelöst, es gibt zwei Hotels dieser Gruppe in Puno, einmal das Casa Andina Tikarani Hotel, das welches für uns gebucht ist und dann gibt’s noch das Casa Andina – irgendwas anderes, jenes in dem wir jetzt stehen, weil uns der Taxifahrer hingebracht hat. Die freundliche Frage der Rezeptionistin ob sie uns ein Taxi rufen soll, kann ich nur verneinen, also laufen wir Wutembrannt die 5 Straßenblocks bis zum richtigen Hotel – und ich schwöre dieser Taxifahrer hätte mir heute nicht mehr unter die Augen treten dürfen. Endlich angekommen ist die Wut auch schon zum Teil verraucht und wir freuen uns über ein sehr schönes Zimmer. Kurz nach unserem „Einzug“ kommt eine Vertreterin der hiesigen Partnergesellschaft, die für den Titicacasee-Ausflug zuständig ist und erklärt uns wie die nächsten zwei Tage ablaufen und was wir alles mitnehmen bzw. besser hier lassen sollen. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem funktionierenden Geldautomaten, denn wir verfügen ja noch immer über keinen einzigen per. Sol. Direkt vor der Haustür werden wir fündig – dieses Hi-tech Gerät „spricht“ sogar deutsch, nur funktionieren tut’s leider immer noch nicht!!! Nach einigen Versuchen probieren wir es mit Jörg’s Karte und siehe da it works!! Wir machen einen kleinen Stadtbummel durch die Innenstadt- mittlerweile sind wir so routiniert im auffinden der Sehenswürdigkeiten, das wir auch bald alles gesehen haben.
Also genießen wir die Sonnenstrahlen und lassen es uns auf dem Plaza de Armas gut gehen. Am Abend haben wir große Ziele für´s Essen: Heute wollen wir endlich das peruanische Nationalgericht „Cuy“ essen, für alle Haustierfreunde gemeint ist Meerschwein(chen). Mehrere Restaurants der Stadt preisen auf ihren Werbetafeln Cuy an, da die Preise direkt im Zentrum ungefähr doppelt so hoch sind wie 2 Querstraßen weiter, landen wir schließlich in einem kleinen Grillrestaurant und geben unsere Bestellung auf. Nach 10 min. kommt der Kellner wieder und erzählt uns dass es kein Cuy mehr gibt (das kennen wir schon aus Bolivien – erst machen sie groß Werbung um die Touristen ins Lokal zu locken und dann gibt’s doch wieder bloß Hühnchen, aber nicht mit uns) wir verabschieden uns und gehen bis zu nächsten Ecke. Dort werden wir im Restaurante Rembrand fündig. Jeder bekommt ein Meerschweinchen und die große Fiselei geht los. Jörg braucht ca. 2 Stunden um das possierliche Tierchen mit Messer und Gabel zu sezieren zum Schluss geht er dann doch zu der animalischen Methode, mit den Fingern zu essen, über.
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Das Ganze wird mit einem Pisco Sour runtergespült, dann geht’s an den Heimweg, unterwegs fängt es doch tatsächlich an zu Hageln, also legen wir das letzte Stück im Laufschritt zurück. Bei einem Gläschen Wein nutzen wir dann gleich mal noch den Internetservice des Hotels und senden ein Lebenszeichen nach Hause, auch die Sparkasse wird gleich mal angemailt wegen der Nichtfunktionierenden EC-Karte. (Die Rückantwort auf meine Anfrage, bei der ich durchaus erwähnt habe, das ich in Peru sitze und nicht an Geld komme, war allen Ernstes, dass sie das Problem nur lösen können, wenn ich mal in der Filiale in Moosburg vorbeischaue – na vielen Dank auch liebe Sparkasse). Da meine Eltern ja derzeit auch in Peru – heute Cusco sind, beschließen wir sie zu überraschen und im Hotel anzurufen, die Überraschung ist an der Dummheit der Rezeptionistin gescheitert und wir haben unser ganzes Kleingeld an den Automaten verfüttert.
Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass es über Nacht bitterkalt geworden ist, aber dann kommen wir in den Speisesaal. Hier hat man alle 3 Kamine angezündet und es breitet sich eine angenehme Wärme aus, dazu kommt, dass wir vom Frühstück regelrecht überrascht werden, es gibt French Toast, Bacon, richtiges Brot und Semmeln, eine riesige Auswahl an Obst und Säften – juhu wir sind im Schlaraffenland (nicht, dass wir sonst kein Frühstück hatten, aber das „Continental Breakfest“ ist mit seinen immer nach nichts schmeckenden Brötchen und der pappsüßen Marmelade auf Dauer nichts für europäische MägenJ). Es dauert auch nicht lang und wir werden für unser Titicaca-Inselhüpfen abgeholt. Mit dem Kleinbus geht’s quer durch die Stadt bis alle Mitreisenden eingesammelt sind, dann hat man noch die Möglichkeit auf einem kleinen Markt Buntstifte und Co für die Gastfamilien zu kaufen (von uns gibt’s selbstgesammelte Seife aus den Hotels die wir bisher besucht haben). Bei bewölktem Himmel und nicht gerade sommerlichen Temperaturen besiedeln wir das Boot und die Fahrt auf dem höchstgelegenen schiffbaren See der Welt (3810m) kann beginnen. Als erstes fahren wir nur in der Bucht von Puno umher, durch einen riesigen Schilfteppich um die Nachfahren der Uro zu besuchen. Die „echten“ Uros sind ausgestorben, aber ihre Nachfahren versuchen die Kultur zu erhalten. Zu Zeiten der Inkas waren die Uros das wildeste Volk, sie konnten auch nie von den Inka unterworfen werden, da sie sich bei Gefahr immer auf ihre Schilfinseln im Titicacasee flüchten konnten. Schätzungen zufolge lebten im 19 Jh. Ca. 4000 Familien auf den schwimmenden Inseln, heute sind es noch ca. 140 Familien, aber es wenden sich immer mehr von den alten Traditionen ab, um auf dem Festland zu leben, einzig führ den Tourismus werden die Boote und Inseln noch in Schuss gebracht.
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Wir sind auf der ersten Insel angekommen und werden gleich von den Bewohnern in alter Tracht begrüßt. Während wir auf einem Stückchen Schilf rumkauen (man hat uns erzählt das das auf den Inseln für die Kinder die Süßigkeiten sind) erfahren wir alles über den Aufbau und das Leben auf den Schilfinseln. Jetzt da wir in der Lage sind, zumindest theoretisch, eine Schilfinsel zu bauen, haben wir noch Zeit uns umzuschauen und auch ein paar Schilfsouvenirs zu erwerben. Nachdem wir nix passendes gefunden haben, klettern wir noch auf den kleinen Aussichtsturm, der auf der Insel ist und genießen den Rundumblick. Während der Rest der Truppe mit einem Schilfboot bis zu nächsten Insel tuckert, genießen wir noch die Ruhe der Einsamkeit auf dieser und schaffen es so auch ein paar Erinnerungsfotos ohne fremde Menschen drauf zu schießen bevor es für ums mit dem Motorboot weitergeht, so kommt es das wir auch auf der zweiten Schilfinsel erstmal alles allein erkunden können, denn das Schilfboot mit den anderen hat’s noch nicht bis hier her geschafft. Zu unserem Erstaunen verfügt diese Insel über diversen Luxus wie z.B. eine Telefonzelle, eine Bar, ein kleiner Laden und sogar ein „Hotel“. Auch hier bekommen wir natürlich noch die Gelegenheit ein paar typische Andenken mit nach Hause zu nehmen bevor es weitergeht. Wieder auf dem Boot unterwegs lassen wir das Schilf langsam hinter uns und fahren jetzt auf dem „offenen Meer“. Einige Stunden kalter Wind und riesige Wellen später erreichen wir unser Ziel für heute, die Insel Amantani (diesmal ist’s ne echte Insel) und plötzlich kommt auch die Sonne raus und es wird richtig warm.
An der Anlegestelle der Insel bekommen wir unsere Gastfamilien zugewiesen und machen uns jeder auf den Weg in sein Heim. Wir gehören zur Familie Olga, und müssen feststellen das die Kommunikation noch etwas schwieriger wird als bisher, denn Olga spricht noch nicht einmal spanisch, sondern nur Quechua (die öffentliche Sprache der Inkas) aber es wird schon gehen, also machen wir uns auf den Weg. Immer Bergauf führt der Ziegenpfad und hin und wieder muss mal ein kleinerer Bach überquert werden, aber schließlich sind wir doch angekommen und bei dem Blick zurück müssen wir feststellen das die Aussicht den mühsamen Aufstieg echt wert war (und wir sehen noch etwas: wir hatten von allen bei uns in der Gruppe mit Abstand den weitesten Weg). Nun wird es Zeit unser Zimmer zu beziehen, da hatten wir ja echt schon ein paar Skrupel wie dass so sein wird, da man ja die Lehmhütten überall sieht …J. Aber wahrscheinlich sollte man an jede Sache so rangehen, dass man gar nix erwartet, denn dann kann’s nur positive Überraschungen geben, so ging’s uns auch. Der Hof sieht zwar aus wie alle anderen auch, aber das Gästezimmer ist echt in Ordnung und sogar elektrisches Licht ist da, einzig die Raumhöhe ist mit ca.1,7 m nix für zu groß geratene Mitteleuropäer J. Nachdem wir uns ein Bett ausgesucht haben, schauen wir uns erst mal in der näheren Umgebung um. Vor dem Haus ist ein kleines Feld auf dem z.Zt. nicht besonders viel wächst, auf einer Matte werden etliche kleine Fische zu Trockenfisch verarbeitet und auf der Koppel nebenan heult ein Esel vor sich hin.
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Das Highlight ist das extra für die Touristen gebaute Klohäuschen – irgendwer hat sich da eine goldene Nase mit den Hütten verdient, denn im ganzen Dorf sieht man hinter jedem Haus exakt das gleiche grüne Klohäuschen, innen befindet sich ein aus Beton gegossener Thron und eine mechanische Spülung (Eimer voll Wasser). Als wir mit unserem Rundgang fertig sind gibt’s erstmal essen. Vorweg kommt eine Quinoa –Suppe auf den Tisch und da wir im Land der Kartoffel sind liegt es nahe das uns selbige auch aufgetischt werden, was natürlich auch so ist, dazu gibt’s gegrillten Schafskäse – ein Essen für uns, denn ich mag keine Kartoffeln und liebe Käse und Jörg hasst Käse und liebt Kartoffeln, also wird schnell klar wie das Mahl aufgeteilt wird. Probiert habe ich die 3 verschiedenen Kartoffelsorten dann doch mal und muss sagen, das die violetten Süßkartoffeln wirklich nix mit den uns bekannten Sorten zu tun hat. Dazu gibt es Munja Tee – der soll ähnlich wie der Mate de Coca für so ziemlich alles gut sein, aber der Geschmack ist wesentlich besser. So gestärkt starten wir in den Nachmittag den wir erstmal faul auf unserem Balkon begehen, wo uns die Sonne auf den vollen Bauch scheint. Gegen 16:00 bringt uns Olga jedem eine gestrickte Mütze damit wir nicht frieren müssen und dann brechen wir zum Zentrum des Ortes auf.
Unterwegs gesellen sich immer mehr Leute aus unserer Truppe wieder zu uns und wir erreichen geschlossen und unter Atemnot (man unterschätzt die steilen Hänge echt viel zu leicht) den örtlichen Fußballplatz, hier haben wir die Möglichkeit noch ein paar Runden zu kicken, was von einigen auch sehr gern angenommen wird – als dann alle Mitspieler einem Herztod nahe sind ruft unser Guide nur „Vamos“ und beginnt den Aufstieg zum Llacasiti dem mit 4130m höchsten Punkt der Insel. Über einen Ziegenpfad geht es immer nur Bergauf und die anfänglichen Gespräche verstummen recht schnell, aber wie unserer Atemnot zum Trotz rennen ein paar Kinder an uns vorbei und singen für ein paar Sol noch fröhlich Lieder, weiter oben am Berg vermietet einer sein Pferd an alle Fußschwachen, aber wir sind tapfer und laufen hoch, als sich der Weg dann teilt, gehen wir einfach den vor uns laufenden nach und merken gar nicht, das auch einige den anderen Weg einschlagen (den nächsten Tag erfahren wir das aus unserer Gruppe einer den anderen Weg gelaufen ist und sich schon gewundert hatte wo wir denn alle waren). Hier auf der Bergkuppe stehen noch ein paar alte Ruinen aus der Inkazeit, aber man braucht schon viel Fantasie um mehr als nur ein paar Mauern und Torbögen zu erkennen. Als wir endlich oben sind kommt ein eisiger Wind in der Dämmerung auf und wir bereuen weder die Mützen noch die Jacke mitgenommen zu haben, auch wenn es uns unten noch etwas unsinnig vorkam alles mitzuschleppen. Vom Gipfel aus haben wir einen herrlichen Ausblick auf den See und auch auf die Halbinsel Capachica und natürlich den Sonnenuntergang mit all seinen kitschigen Farben. Im Halbdunkel machen wir uns wieder an den Abstieg und stellen fest das wir die Taschenlampen natürlich nicht eingesteckt haben, aber wir schaffen es trotzdem ohne Sturz wieder bis zum Fußballplatz, dort wartet Olga schon auf uns und wir machen uns wieder auf den Heimweg, Gott sei dank hat sie eine kleine Gaslampe dabei, denn der Weg über die Wiesen und Bäche ist uns leider nicht so vertraut wie ihrJ.
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Durchgefroren kommen wir wieder an und wärmen uns erstmal beim Abendessen auf, wir sitzen mit der Familie in der Küche und schlürfen unsere Suppe, jetzt ist auch der Mann im Haus da, der war wohl am Tage auf Fischfang aber ein bisschen komisch ist es schon, wenn man bei wildfremden mit in der Küche sitzt und man sich nicht unterhalten kann. Die Küche selbst sieht so aus wie wir uns unsere Übernachtungsmöglichkeit vorgestellt haben es gibt keinen Strom, in der Ecke brennt ein Holzfeuer auf dem gekocht wird und nur für die Besucher/Touristen ist ein kleiner Tisch mit Stühlen in der Ecke aufgebaut alle anderen sitzen auf dem Boden, was das komische Gefühl noch verstärkt, aber na ja. Nach dem Essen gehen wir wieder auf unser Zimmer und lesen noch ein bisschen, als wir dann eingenickt sind bringt uns Olga traditionelle Indio-Klamotten, denn wir sind heute noch zu einer kleinen Party eingeladen.
Jörg hat’s gut der braucht bloß nen Poncho drüberzuziehen, aber ich darf mehrere Röcke und Blusen übereinander anziehen, mit 5 kg mehr Kleidung am Leib geht’s wieder in den Ort zum Gemeindehaus. Draußen ist’s mittlerweile saukalt geworden und natürlich stockfinster also laufen wir mit unseren Lampen wieder über Stock und Stein und versuchen mit Olga mitzuhalten, die offensichtlich jeden Stein auf der Insel kennt. Etwas außer Atem kommen wir zum Gemeindehaus, hier wartet schon der Rest unserer Gruppe und einer lacht über den anderen, da wir uns alle in Einheimische verwandelt haben. Als dann die „Band“ anfängt zu spielen suchen sich die Dorfbewohner einen touristischen Tanzpartner aus und es wird getanzt was die Füße hergeben. Wenn man die peruanische Musik sonst irgendwo hört, ist das so ein langsames Gedudel auf der Panflöte, aber damit hatte das hier nicht viel zu tun, denn alle Tänzer sind nach dem ersten Lied schon aus der Puste, so auch Jörg, den ich natürlich zu seinem Entsetzen beim Tanzen gefilmt habe. In der Pause wird der kleine Kiosk an dem es Bier gibt gestürmt dann geht es weiter, nach einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg und frieren kein bisschen mehr, wie Tod fallen wir ins Bett und unter dem tonnenschweren Stapel an Decken frieren wir die ganze Nacht kein bisschen.
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Wir machen uns also auf den Weg nach oben und bei dem schönen Sonnenschein und der tollen Aussicht fällt es uns auch nicht schwer hier und da eine Pause einzulegen. Nach ca. 45 min. entspanntem Fußmarsch sind wir im Ort angekommen und finden uns auf dem Dorfplatz, wo sich langsam die Einheimischen auf den Touristenstrom des heutigen Tages bereitmachen, wieder. Es gibt außer einer kleinen Kirche und natürlich die Sicht über die terrassierten Hänge nicht viel zu sehen, also lassen wir uns von der Sonne bescheinen und schauen uns im örtlichen Mützenladen um – wir haben unsere Mütze gestern ungefähr zum halben Preis gekauft, wie sie hier angeboten werden. Und jetzt sehen wir auch die ersten strickenden Männer, die sich am Rande des Marktplatzes niederlassen um ihrer Arbeit nachzugehen. Die strickenden Männer haben Taquille so bekannt gemacht, auch wenn sie heute vermutlich nur noch für die Touristen stricken, die Frauen sieht man den ganzen Tag mit Wollspindeln rumlaufen und das bunte Garn spinnen – diese Arbeit machen sie einfach nebenher beim Laufen oder Viehhüten.
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Unten machen wir uns auf die Suche nach unserem Boot (wäre natürlich sinnvoll gewesen sich den Namen zu merken), aber schließlich finden wir es doch und die Rückfahrt kann beginnen. Der Wellengang von heute morgen hat sich, dem Himmel sei Dank, gelegt und so kann man bequem auf dem Dach sitzen und sich von der Sonne die Nasenspitze verbrennen lassen, aber die Sonne ist ziemlich trügerisch, denn der Wind bläst recht kalt und am Resultat sollen wir uns in ein paar Tagen erfreuen….
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Ca. in der Mitte der Mauer befindet sich der wohl meistfotografierte Stein Südamerikas, er hat 12 Ecken und ist passgenau in die Mauer eingefügt (natürlich gibt es auch eine Hand voll Forscher die sich damit beschäftigen, ob dieser Stein das eine oder andere repräsentieren soll) natürlich machen wir auch unser Beweisfoto. Auf der mächtigen Mauer aus der Inkazeit stehen spanische Herrenhäuser. Die Spanier haben bei der Besetzung der Stadt etliche der Inkabauten abgerissen, aber meistens blieben die Grundmauern stehen und man setzte neue Gebäude meist einfach obendrauf, durch die vielen Erdbeben in der Region um Cusco werden immer wieder Kolonialbauten der spanischen Eroberer beschädigt, aber den darunter liegenden Inka-Grundmauern können die Beben meist nix anhaben, denn durch die mörtellose Verfugung haben die Steine etwas Spiel und können so die Kraft weiterleiten.
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Falls ich zu dem Mann in der Touristen Information etwas zu unfreundlich war entschuldige ich mich hiermit. Also geht’s wieder zurück ins Hotel, zum Glück liegt Cusco auf nur 3000 m Höhe und wir haben die letzten 2 Wochen auf ca. 4000 m Höhe verbracht, so bewältigen wir die Anstiege in Cusco mit einer Leichtigkeit, während die anderen Touristen sich die steilen Gassen Hochquälen und um ihr Leben keuchen – man denkt gar nicht wie viel so ein bisschen „Höhentraining“ ausmacht, man kommt sich gleich superfit vorJ. Mit EC-Karte geht’s zum dritten Mal in die Stadt runter und ab an den Geldautomaten, schnell sind ein paar Soles abgehoben (natürlich hat der Automat auch hier gefragt ob wir nicht doch lieber US$ haben wollenL). Die Taschen voll Geld und den Kopf voll guter Dinge gehen wir wieder ins Touristenbüro, da sagt der Mann den ich vorhin evtl. etwas unfreundlich angegangen bin, dass sie jetzt der für den Verkauf der Tickets zuständige Schalter geschlossen hat und er darf uns nix verkaufen L, aber wir sollen zu dem anderen Touristenbüro auf der gegenüberliegenden Straßenseite gehen, denn die haben bis 19 Uhr geöffnet und verkaufen auch die Tickets, also gehen wir rüber und stellen uns dort an. Plötzlich sind die Leute vor uns ziemlich aufgebracht und schimpfen in mehreren Sprachen auf die Verkäuferin der Tickets, denn diese hat beschlossen für heute Feierabend zu machen (es ist kurz vor 6) sie lässt sich auch durch nix auf der Welt umstimmen und schmeißt uns und eine kleine Reisetruppe einfach raus, also gehen wir wieder zum anderen Büro und erklären dem Mann das Geschehene, der hat nicht mehr als ein ungläubiges Schulterzucken und ein „eigentlich haben die bis 7 Uhr auf“ für uns übrig, aber er versichert uns, dass wir das Ticket überall kaufen können wo es gültig ist (super Information nachdem man sich den halben Tag die Hacken abgelaufen ist, Danke lieber Reiseführer!!!). Da es schon dunkel wird und wir langsam keinen Bock mehr haben machen wir uns zum letzten mal für heute auf den Weg zum Hotel, unterwegs machen wir noch in der Apotheke „Inka Pharma“ halt und besorgen etwas gegen Halsschmerzen, denn zu allem Überfluss scheinen jetzt die Temperaturschwankungen vom Titicacasee ihren Tribut zu fordern.
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Kaum sind wir im Hotel, da kommt auch schon die Reisebüro-Tante um mit uns zu reden. Wir schildern ihr unser Anliegen und dass wir unbedingt nach Machu Picchu wollen, dabei stellt sich heraus, dass sie einen etwas anderen Reiseplan von uns hat als wir – oh Freude, denn sie hat uns für den Tag für Rafting vorgesehen, welches bei uns aber für den folgenden Tag vorgesehen ist. Nach einigen Telefonaten ist der Fehler dann behoben und wir verhandeln über unsere Zugtickets nach M.P., da das Büro heute bereits geschlossen hat (haben wir ja auch schon erfahren) kann sie uns nur anbieten die Tickets morgen früh zu besorgen, da wir dann aber schon im heiligen Tal unterwegs sind, muss sie uns die Tickets bis nach Urumbamba bringen, die 20US$ (die hat keine Probleme ne harte Währung anzunehmen) dürfen wir natürlich aus eigener Tasche zahlen, denn wir hätten ja schon von zu Hause aus sagen können das wir dahin wollen – das habe ich ja nur 3 mal geschrieben, aber die gute Frau hat gemeint, die Tickets müssen wir vor Ort bei der Reiseleitung kaufen und die kann sie uns nicht reservieren L und außerdem ist es ja total unwahrscheinlich, dass jemand nach Cusco kommt und M.P. besuchen will!!! Aber gut wir machen ihr klar, dass es uns nicht auf 10US$ hin oder her beim Zugticket ankommt, sondern wir nur so früh wie möglich los und so spät wie möglich zurückfahren wollen, als das geklärt ist geben wir ihr das Geld (nicht ohne ihr eine Quittung abzuverlangen) und ich darf noch mit dem Rafting-Veranstalter telefonieren um mit ihm alles zu besprechen, nachdem ich ihm gesagt habe das wir so was noch nie gemacht haben, lacht der doch tatsächlich – was hat das wohl zu bedeuten??
Nachdem nun alles mehr oder minder geklärt ist gehen wir essen und um uns einen erneuten Marsch in die Stadt zu ersparen gehen wir bloß 50 m die Straße runter und kehren beim Mexikaner ein. Nach einem sehr zufriedenstellendem Menü und einem Pisco ist der Ärger des Nachmittags verflogen und wir gehen vergnügt zu Bett.
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Als nächstes fahren wir durch das heilige Tal zu den Ruinen von Pisaq. Hier sind wir früh am morgen die allerersten und können die Ruhe noch so richtig genießen, vor allem nachdem wir jetzt endlich unser Touristenticket haben J.Auf einem Bergvorsprung über dem heutigen Ort Pisaq errichteten die Inkas eine ganze Stadt, die man über einen zum Teil sehr abenteuerlichen und natürlich in keinster Weise gesicherten Weg erreichen kann. Von hier oben hat man einen Wahnsinnsblick auf die Terrassenanlagen der Stadt, welche man von unten gar nicht sieht und wieder stellt sich die Frage wie haben die Inkas das nur geschaffen. Jörg besteigt dann noch einen weiteren Weg nach oben, wo sich das Ortszentrum mit den Tempeln und dergleichen befindet, bei mir hat die Erkältung so zugeschlagen, dass ich selbst beim nicht Bergauflaufen kaum atmen kann und so beschließe ich, im Hinblick darauf, dass wir morgen Machu Picchu besichtigen wollen, lieber hier unten zu warten und mir die Sonne die langsam rauskommt auf den schweren Kopf scheinen zu lassen (Oh ja bedauert mich nur!!). Pisaq gilt nach Cusco als eine der wichtigsten Städte der Inkas die durch Tore und Bastionen geschützt war.
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Die gesamte Anlage ist mehrere Quadratkilometer groß und besteht aus Palästen, Tempeln, Mausoleen und Wohnhäusern man hat sogar einen Friedhof mit Tausenden von Gräbern entdeckt. Als Jörg mit unserem Fahrer, der sich kurzerhand entschlossen hat, als Führer zu dienen, wieder vom Berg runterkommt und wir gemeinsam zurück zum Auto gehen treffen die ersten Horden von Touristen ein, gleich mehrere Reisebusse sind vorgefahren und mit der Ruhe ist’s dahin, aber wir sind ja schon fast wieder weg.
Als nächstes steht das Landwirtschaftszentrum Moray auf der Tagesordnung. Hier hat man riesige kreisförmig angelegte Terrassen mit Bewässerungssystem entdeckt, diese sind genau in die Täler zwischen den Bergen eingepasst, eine der Anlagen ist bereits komplett restauriert worden, sodass wir die Gelegenheit nutzen können auf den freischwebenden Treppen der Inkas unser Glück zu versuchen (mein Bild von einem Inka sieht mittlerweile so aus: Körpergröße 2,5-3 m, überdurchnittliche Kraftreserven – könnte es evtl. mit einem Elefanten aufnehmen, komplett unbeeindruckt von der dünnen Höhenluft und das Gehirn muss ungefähr doppelt so groß sein, wie das eines durchschnittlichen Menschen der Moderne).
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Wir gehen einmal um die restaurierte Anlage herum und haben dabei auch die Gelegenheit einen Blick auf die anderen 4 halbverwitterten Anlagen zu werfen. Mittlerweile ist es gegen Mittag und es beginnt echt unglaublich heiß zu werden, heute früh noch mit Fleecepulli und Jacke bewaffnet hält man es jetzt im T-Shirt kaum noch aus, so haben wir auch keine Lust noch ewig herumzuschlendern und machen uns recht bald wieder auf den Weg in Richtung Maras. Dort befinden sich die Salzterrassen von Pichingote, aber bevor diese erreicht werden, müssen wir auf dem engen Gebirgspfad um unser Leben bangen, denn ca. 30 cm neben dem Auto fällt der Hang gute 100 m steil nach unten ab, selbst ohne Höhenangst kein erheiternder AnblickJ. Aber schließlich kommen wir am Stück an den Salzterrassen an. Diese werden noch heute zur Salzgewinnung genutzt, sind aber wie soll es anders sein, auch noch ein Überbleibsel aus der Inkazeit.
Gleich am Eingang passieren wir eine kleine Brücke, darunter fließt ein kleiner Bach der direkt aus dem Berg kommt, dieser löst das Salz aus dem Gestein, die Fingerprobe zeigt uns wie salzig das Wasser ist – da können die Weltmeere nicht mithalten. Der Bach wird dann über ein ausgeklügeltes System in die Terrassen eingeleitet, dort verdunstet das Wasser innerhalb von 1-2 Wochen. Das so gewonnene Salz wird in 3 verschiedene Reinheitsgrade eingeteilt und dann von den Salzarbeitern in Säcke gepackt und zum Verladezentrum geschleppt. An den Händen und Füßen der Arbeiter sieht man, dass das auf keinen Fall eine angenehme Arbeit ist, denn das Salz frisst sich regelrecht durch die Haut. Nachdem wir genug Fotos gemacht haben um auch den letzten Daheimgebliebenen zu Tode zu langweilen, machen wir noch einen kleinen Abstecher in den Shop und kaufen uns ein paar salzige Knabbereien. Und schon geht es wieder weiter, das letzte Ziel für heute ist die Stadt Ollanta mit der Inkafestung Ollantaytambo. Ollanta gilt als ältester ständig bewohnter Ort in Südamerika und war ein wichtiger Ort während der Inkazeit, denn hier gab es sowohl ein militärisches Zentrum, als auch ein religiöses und landwirtschaftliches. Fast alle Häuser im Ort sind aus Steinen errichtet (im Gegensatz zu vielen anderen Orten wo die Wohnhäuser aus Lehm gebaut wurden).
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Noch heute geht der Stadtgrundriss auf die Inkazeit zurück auch die gesamte Bewässerungsanlage hat sich bis heute nicht geändert – man kann sagen die Leute wohnen in einem Museum. Aber wir halten uns nicht lang im Ort auf, sondern gehen gleich zur Festung, diese ragt auf einem riesigen Felsvorsprung. Über eine sehr steile Treppe quälen wir uns hinauf und überholen dabei ein paar alte Bekannte vom Titicacasee. Oben angekommen müssen wir feststellen, dass wir nicht die einzigen sind die heute auf die Idee gekommen sind, Ollantaytambo zu besuchen, denn etliche Reisegruppen bahnen sich ihren Weg durch die mächtige Anlage, aber wir kämpfen uns durch und haben schließlich eine unglaubliche Aussicht auf das Urumbambatal und Ollanta.
Die Festung selbst ist meiner Meinung nach das beeindruckendste was wir heute gesehen haben (na ja von den Lamas vielleicht mal abgesehen). Die unfertige Mauer eines potentiellen Tempels besteht aus sechs Steinblöcken, die zwischen 3,4 und 4 m hoch, zwischen 1,3 und 2,2 m breit und 0,7 bis 2 m dick sind, das Gewicht beträgt ca. 50 Tonnen und das Beste kommt erst noch, die armen Schweine haben die Steine von der anderen Seite des Tales bis hier hoch geschleppt und das obwohl sie weder Rad noch Flaschenzug kannten. Bis heute hat keiner eine Vorstellung wie sie das genau fertig gebracht haben, aber ich muss sagen: Hut ab! Wir laufen kreuz und quer durch die verschiedenen Gebäude, welche alle noch nicht fertig gestellt sind – das ist sogar für uns recht gut zu erkennen, da überall noch halb behauene Steine Rumliegen und die sonst glatt geschliffenen Oberflächen der Steine noch Nasen aufweisen, die man wohl zum Transport benutzt hat und erst wenn der Stein seinen endgültigen Platz in der Mauer hatte, abgeschlagen hat. Dann kommt Jörg auf die Idee den „Intiwatana“ – den Platz an dem die Sonne angebunden zu besichtigen. Wir machen uns also an den Aufstieg und am Anfang ist auch alles noch super und es gibt auch keine anderen Touristen, aber dann wird der Pfad immer schmaler und steiler, bis er sich schließlich in Serpentinen den Berg hoch schlängelt und neben uns geht’s ziemlich weit runter. Nach ziemlich viel Genöle meinerseits erreichen wir endlich das Ziel – und was soll ich sagen es hat sich so was von überhaupt nicht gelohnt – das Gebäude ist zwar da, aber es ist ziemlich verfallen und zugewuchert, einzig der Blick ins Tal entschädigt für den Aufstieg, aber obwohl wir direkt über der Festung sind, können wir von selbiger gar nix sehen, denn offensichtlich hat der Berg einen ziemlich starken Überhang, also machen wir uns etwas enttäuscht auf den Rückweg, der sich als noch schwieriger erweist, weil man ja ständig den Blick nach unten hat.
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Wieder heil in der Festung angelangt stellen wir fest das sich doch ein paar der Touristen verzogen hat und so können wir alles noch in Ruhe anschauen und uns im Reiseführer weiterbilden. So erfahren wir, dass die Gebäude auf dem gegenüberliegendem Berg Kühlkammern sind, in denen die Nahrungsmittel länger haltbar waren, da sie durch strategisch günstig eingesetzte Lüftungsschlitze vom Wind gekühlt wurden. Nachdem wir uns satt gesehen haben machen wir uns auf den indirekten Rückweg. Über einen Inkatrail gehen wir um den Berg rum und müssen feststellen, dass auch hier alles bebaut ist.
Zwischen den Terrassen geht eine Treppe ins Tal hinunter, dabei passieren wir einige restaurierte Häuser aus der damaligen Zeit und gelangen direkt zur Bewässerungsanlage der Stadt. Überall kommt Wasser aus dem Fels und fließt dann zum Teil in verschiedene Becken und Tröge oder aber es verschwindet wieder unter einem Stein und kommt an ganz anderer Stelle wieder zum Vorschein. Was hier aber genau gemacht wurde da kann man wie so oft nur rätseln. Langsam etwas Fußlahm begeben wir uns Richtung Ausgang als uns plötzlich unser Fahrer entgegenkommt und uns noch das eine oder andere zeigt. Als wir wieder im Auto sitzen ist es bereits 18:30 Uhr und wir werden nach Urubamba gefahren, hier werden wir heute übernachten. Unser Hotel ist ein altes Kloster, noch so richtig mit Glockenturm und allem drum und dran und unser Zimmer ist ne echte Überraschung, denn es ist quasi eine ganze Wohnung: im Obergeschoß befindet sich das Bett und im Untergeschoss finden wir eine Minibar und ein kleines Sofa + Fernseher. Nachdem wir also unsere neue Behausung bezogen haben ruft auch schon die Rezeption an um uns mitzuteilen dass unsere Zugtickets für Machu Picchu abgegeben wurden. Also springen wir gleich mal los um sie abzuholen, wie wir feststellen müssen sind wir erst um 10 Uhr in Aguas Calientes und müssen bereits um 15 Uhr wieder zurück – na vielen Dank auch, das ist genau das was wir wollten der letzte Zug hin und der erste zurück und das allerbeste ist das es auch noch mit Abstand der teuerste Zug ist der verkehrt L. Nachdem wir ja jetzt eh nichts mehr ändern können beschließen wir erstmal essen zu gehen und machen uns auf Richtung Urubamba (das Kloster liegt etwas außerhalb), beim ersten Haus das etwas Ähnlichkeit mit einem Lokal hat lassen wir uns nieder.
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Das Ganze ist mit seinen roten Plastikstapelstühlen nicht gerade ein 5 Sterne Restaurant aber wie wir mittlerweile gemerkt haben, kann man eigentlich mit dem Tagesmenü nichts falschmachen und so kommt es, dass wir jeder vor einem Kilo Fleisch und einem Kilo Pommes/Reis sitzen und recht schnell satt sind. Gegen 7:30 Uhr füllt sich plötzlich die Hütte und haufenweise Leute kommen um kauend die Simpsons zu schauen. Mit 5 l Getränken bewaffnet und um nicht mal 10€ ärmer gehen wir satt und zufrieden zum Hotel zurück, wo wir bei einer Flasche Wein den Tag Revue passieren lassen. Nachdem wir alles heute gesehene nochmal im Reiseführer überfliegen, merken wir dann auch, warum wir die einzigen waren die das Bedürfnis hatten den Platz wo die Sonne angebunden ist zu besuchen, denn im Reiseführer heißt es „ein steiler und gesperrter Weg zieht sich zum Intiwatana hinauf“ – nun gut das können wir zumindest bestätigen J.
Am nächsten Morgen haben wir mal wieder keine Gelegenheit um ewig an der Matratze zu horchen, denn um 6 Uhr gibt’s für uns Frühstuck – und dafür hat es sich echt gelohnt aufzustehen – es ist anscheinend von erlebe Peru so geplant, dass man immer wenn man denkt man erträgt kein einziges Continental Breakfest mehr, mal was anderes vorgesetzt bekommt. Auf jeden Fall war es sehr üppig, vielfältig und superlecker! Pünktlich um 7 Uhr stehen wir an der Rezeption und warten auf unseren Taxifahrer – umsonst, denn der Zug hat Verspätung und wir werden erst um halb Acht abgeholt, Sch…. Schließlich klappt dann doch noch alles und wir fahren mit dem Vistadome durchs Urubambatal, unterwegs halten wir am berühmten km 104 – dem Start des Inkatrails und nach 2 Stunden Fahrt durch den Regenwald kommen wir in Aguas Calientes an. Hier ist man voll auf Touristen eingestellt – man muss erstmal einen riesigen Markt durchqueren um den Bahnhof verlassen zu können, wir hängen uns einfach an eine Gruppe mit ran und gelangen so zum Busterminal, dort erzählt man uns, dass wir das Busticket im Ortzentrum neben der Kirche kaufen soll. Also nix wie hin und ein Ticket kaufen – wieder 12 US$ dahin, und dann ab zum nächsten Bus. Bei der 20 min. Fahrt – immer nur bergauf- müssen wir an die Frau von CAT denken, denn die hatte uns empfohlen den Fußweg zu nehmen um Geld zu sparen – da wären wir wohl heute noch unterwegs.
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Welche Bedeutung die Stadt hatte, kann heute keiner mehr sagen, aber jeder Archäologe hat da seine eigene Theorie und dass wird wahrscheinlich auch so bleiben, es sei denn man findet doch noch einen Überlebenden. Genauso verschwommen wie das Wissen über das damalige Leben in der Stadt, ist die Geschichte um deren Entdeckung. Offiziell als Entdecker der verlorenen Stadt hat sich Hiram Bingham selbst benannt, ihm sagt man auch nach, dass er einige Jahre vor seiner offiziellen Entdeckung schon mal hier oben war und dabei eine ganze Maultierkaravane voll Sachen aus der Stadt geschafft hat, denn bei der offiziellen Entdeckung fand man so gut wie nix vom ehemaligen Reichtum der Stadt. Mittlerweile kann man ziemlich genau belegen, dass schon früher ein paar Wissenschaftler in der Stadt waren, zwei von ihnen waren so clever ihre Namen in eine Palastwand zu ritzen, und für die Indigena war die Stadt noch nie ein Geheimnis, denn sie nutzten die Terrassen weiterhin zum Anbau ihrer Feldfrüchte. Nun sei es wie’s ist, heute besiedeln auf jeden Fall täglich hunderte Touristen die verlorene Stadt und auf den Terrassen weiden nur noch ein paar Lamas um das Gras kurz zu halten. Die Stadt ist in verschiedene Wohnviertel eingeteilt, die alle baulich voneinander getrennt sind. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die wichtigen Gebäude wie Paläste und Tempel, sowie ein weiterer Platz an dem die Sonne angebunden wird, hier wurden astronomische Beobachtungen durchgeführt um Aussaat und Erntezeiten zu bestimmen. Hinter der Stadt erhebt sich der Waynapicchu, auf diesem Berg befindet sich der Mondtempel und Jörg will allen Ernstes da hochgehen, Zitat Reiseführer: „der Aufstieg ist steil und der Pfad sehr eng, die letzten 30 m bis zu Gipfel führen über sehr hohe und äußerst enge Stufen fast senkrecht nach oben“ (man nennt das Ding auch die Todesleiter).
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Aber zum Glück hatte der Durchgang bereits geschlossen als wir hingekommen sind, man muss sich nämlich in einem Buch eintragen, weil es immer mal wieder Abstürze gegeben hat – so weis man dann wenigstens wer runtergefallen ist. Also bestaunen wir lieber in Ruhe die Stadt und ihre kleinen und großen Wunder. Einzig das Wetter ist nicht ganz so perfekt wie es sein könnte, denn es ist zwar superheiß, aber durch den Nebelwald sieht alles sehr grau und diesig aus und von einer Fernsicht kann man auch nicht gerade sprechen, aber dafür ist der Ort ja auch bekannt und am Wetter kann man ja eh nix ändern.
Gerade noch rechtzeitig beschließen wir, dass es Zeit wird Abschied zu nehmen, denn als wir unten ankommen und durch den Ort rasen wird es immer später und unser Zug fährt gerade ein als wir kommen. Während der Zugfahrt, die immer am Urubamba entlang geht bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack auf das morgige Rafting und Jörg wird’s langsam mulmig, denn hier ist der Fluss ziemlich reisend und an manchen Stellen kann man sich nicht vorstellen, dass da ein Boot zwischen den Felsen durchpassen soll. Während der zweistündigen Fahrt genießen wir den Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel der Cordilleren und können noch immer nicht glauben, dass wir es tatsächlich geschafft haben nach Machu Picchu zu kommen, denn irgendwie ist ständig was daneben gegangen.
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Gegen 18 Uhr sind wir dann wieder im Kloster und gönnen uns neben einer Dusche (man meint gar nicht wie staubig es da oben ist) noch einen Rotwein und ein paar Knabbereien, denn im Zug gab’s schon was zu essen und wir haben heute einfach keinen Bock mehr noch irgendwo hin zu gehen. Jörg macht sich langsam Gedanken, ob sein Leben morgen beim Rafting ein Ende nimmt, aber als allererstes können wir morgen mal ausschlafen – Juhu!
Die Jungs müssen das Boot aufblasen und dann erhalten wir noch eine kurze Einweisung und schon sind wir auf dem Fluss. Es ist auch gar nicht so schlimm wie befürchtet und wir müssen einige Strecken ganz schön paddeln um voranzukommen, dafür geht’s an anderen Stellen doch ganz schön vorwärts, wir sind zwar alle bis auf die Knochen nass, aber ins Wasser ist trotz einiger starker Stromschnellen keiner gefallen. Während der langsameren Passagen erfahren wir viel über das Leben heute in Peru und die Geschichte der Umgebung, denn wenn man nur danach Ausschau hält sieht man an jeder Wegbiegung noch Überreste einer Handels- oder Botenstation des Inkareiches und natürlich auch die Terrassen für den Ackerbau, sogar die Gleise für die Zuglinie nach Machu Picchu sind auf den Terrassen verlegt. Nach 2 Stunden Rafting sind wir am Ziel angekommen, ab hier werden dann die Stromschnellen noch wesentlich stärker und das ist dann eher was für die Lebensmüden, für uns reicht der kleine Wasserfall – the drop - den wir zum Schluss runter gefahren sind völlig aus. Nachdem alle wieder trockenen Kleides sind gibt’s erstmal ne typisch peruanische Stärkung (wies genau heißt, weis ich nicht mehr, aber es war sehr lecker) inklusive der pappsüßen und quitschgelben Inkakola.
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Dann haben wir noch die Gelegenheit eine Foto-CD mit Bildern von uns zu kaufen, was wir natürlich auch tun und dann heißt es wieder Abschied nehmen und wir nehmen erneut Kurs auf Cusco. Wieder im gleichen Hotel angekommen, müssen wir erst einmal unsere Reisetaschen identifizieren, da der Kofferraum bis unters Dach vollsteht, aber auch das ist schnell erledigt und wir können unser Zimmer beziehen. Da es erst am Nachmittag ist, beschließen wir Cusco noch ein bisschen unter die Lupe zu nehmen und ziehen mit dem Reiseführer bewaffnet los.
Als erstes zieht es uns zur Gasse der sieben Schlangen, nach langem Suchen finden wir die Namensgeber der Gasse – in den Stein gehauene Schlangen, die zur Inkazeit Bildung symbolisierten – aber irgendwie hatten wir doch etwas mehr erwartet als zwei, drei Wellenlinien die in den Stein gehauen wurden, na ja. Am Ende der Gasse ist ein kleiner Platz und eine Kirche und von da aus ist es auch nicht weit bis zum Plaza de Armas, diesen überqueren wir und gehen zur Kirche La Merced aus dem 16 Jh., diese wurde wie viele andere Gebäude mehrfach durch Erdbeben zerstört, aber immer wieder aufgebaut. Direkt an die Kirche angeschlossen ist ein Kloster mit einem typischen Innenhof und einem reich verziertem Gewölbe. Nachdem wir alles ausgiebig bestaunt haben machen wir uns auf zur Santo Domingo Kirche, hier wurden bei dem Erdbeben von 1950 die Mauern des Sonnentempels wieder entdeckt und das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Kirche ist so riesig, das man gar keine Vorstellung davon bekommt, wie, wann, wo was entstanden sein könnte, denn auf der einen Seite sind die freigelegten Mauern des Sonnentempels die mehrere Zimmer bilden, dazwischen finden Restaurationsarbeiten statt, dann ist ein Teil mit Glas versehen und grenzen einen Saal ab, in dem offensichtlich Großveranstaltungen stattfinden und dann ist da noch die eigentliche Kirche aus der Zeit der spanischen Besetzer.
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Nachdem wir eine Weile durch die verschiedenen Zimmer, Säle und Gänge gelaufen sind, finden wir uns plötzlich im Freien wieder und selbst hier liegen noch überall die typisch behauenen Steine umher und dienen als Blumenständer. Während es dunkel wird, werden wir dezent darauf hingewiesen, dass wir jetzt gehen müssen und während wir die Kirche durch den Seiteneingang verlassen gehen unzählige Menschen in Abendgaderobe hinein. Da jetzt Jörg mit einer Erkältung zu kämpfen hat, beschließen wir gleich zurück zum Hotel zu gehen und auf ein richtiges Essen zu verzichten, dafür gehen wir in einen kleinen Imbiss und kaufen Getränke und noch ne Kleinigkeit zu knabbern. Als ich plötzlich eine Dose Wiener Würstchen entdecke, steht unser Abendessen fest. Voller Vorfreude auf die Würstchen geht’s ab nach Hause, dort steht der erste Schock bevor als ich die Dose öffne und die Dinger sehe. Während ich den Saft ins Waschbecken gieße, muss ich feststellen, dass das Zeug rosa gefärbt ist, aber man lässt sich nicht verunsichern und fängt gierig an mit dem Finger die Würstchen aus der Dose zu ziehen – nun ja es ist beim Versuch geblieben denn irgendwer hat die anscheinend zusammengelegt und die Dose mit der engeren Öffnung drumherumgebaut so ne Scheiße, schließlich gelingt es mir ein Stück aus der Dose zu angeln.
Bei Licht betrachtet hat dieses Ding überhaupt nix mit dem Bild auf der Dose zu tun – wenn sie also wissen wie Wiener Würstchen aussehen, wieso machen sie die Würstchen dann nicht so???? Also halte ich dieses rosa Ding was aussieht wie gepresste und eingefärbte Sägespäne in der Hand und wage es abzubeißen und was soll ich sagen der Geschmack ist natürlich noch viel widerwärtiger als das Aussehen. Resultat der Klomann freut sich über die Würstchen und ich zwinge mir die Inkakola runter um den ekligen Geschmack aus dem Mund zu bringen. Bähhh! Wenigstens der im Imbiss gekaufte Wein hat so geschmeckt wie er soll.
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Ob es sich hierbei um ein „Wasserheiligtum“ oder den Landsitz des Incas Yupanki handelt ist wie immer reine Interpretationssache, auf jeden Fall kommt Wasser aus einer Wand und fließt in ein Becken, deshalb wird es auch gerne das Bad des Inka genannt. Das Wasser hierfür kommt aus einer bisher noch nicht gefundenen Wasserleitung der Inkas oder aus einem unterirdischen Bach. Die ganze Anlage ist sehr gut erhalten und wir bleiben ein bisschen in der Sonne sitzen und warten bis sich eine amerikanische Reisegruppe aus dem Staub macht, um noch die obligatorischen Fotos zu schießen. Als wir zum Taxi zurückkommen müssen wir den Fahrer erst mal aufwecken, denn der döst in der Sonne. Wieder zurück in Cusco wollen wir noch die Kathedrale besuchen, aber in Anbetracht der Menschenmassen und des überzogenen Eintritts beschließen wir, dass wir eigentlich genug Kirchen besucht haben und machen auf dem Rückweg zum Hotel noch in den vielen Touristenshops halt, jedoch ohne was richtiges zu finden. Kaum im Hotel angekommen müssen wir feststellen, dass unsere Reisetaschen nicht mehr da sind und die Suche nach selbigen kostet uns die nächste halbe Stunde. Schließlich findet sich doch alles, denn offensichtlich ist der Reinigungstrupp auf die fertig gepackten Sachen gestoßen und hat angenommen, dass wir einen mehrtägigen Ausflug machen und die Koffer, wie das in einem solchen Fall üblich ist, in den dafür vorgesehenen Kofferraum gebracht.
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Da wir nicht so genau wissen, wann uns ein Fahrer abholt um uns zum Flughafen zu bringen, setzen wir uns in den Innenhof des Hotels und beginnen Karten an die Daheimgebliebenen zu schreiben. Kaum ist alles nötige dafür ausgepackt und die erste Karte zur Hälfte beschriftet steht der Fahrer auch schon bereit – typischJ.
Nachdem wir den äußerst wackeligen Start überlebt haben sind wir uns nicht mehr sicher, ob das mit der Landung genau so glimpflich ablaufen wird – aber schließlich haben wir’s dann doch gleich zweimal überlebt, denn es gab noch eine Zwischenlandung in Juliaca. In Arequipa angekommen suchen wir ein Taxi, welches uns zum Hotel bringen soll, nach zähen Verhandlungen ist ein Fahrer schließlich bereit uns für 13 Sol in die Stadt zu fahren. Das Hotel Casa de Melgar macht seinem Namen alle Ehre, denn wir wohnen in einem richtigen Burgzimmer mit Gewölbedecke und riesigen Holztüren und die Nachtischlampen sind aus antiken Bügeleisen gebastelt. Aber die Begeisterung über unseren neuen Wohnsitz, kann nicht über den Mordshunger (bis jetzt hatten wir nur ein sehr dürftiges Frühstück und es ist mittlerweile 17 Uhr – nicht das jemand denkt man kann in Peru nix zu essen kaufen, aber der Flug hat uns echt einen Strich durch die Rechnung gemacht) den wir mittlerweile haben hinwegtäuschen.
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Also schnell mal im Reiseführer nachgeschaut wo wir sind und was es in der Nähe so gibt, anscheinend haben wir Glück, denn Arequipa wird als El Dorado für Feinschmecker angepriesen und da wir wie immer nicht weit von Zentrum entfernt wohnen, machen wir uns gleich auf. Wir ziehen durch die Straßen und können außer Fast Food und Imbissen nix, aber auch gar nix finden – warum nur immer wenn der Hunger am größten ist??? Nach einer Weile kehren wir dann im erstbesten Restaurant ein. Wie das El Dorado sieht’s zwar nicht aus, aber warten wir mal ab. Aus den erwähnten Hungergründen bestellen wir das mit 5,5 Sol erstaunlich günstige Menü, die Suppe und der Tee sind echt sehr gut, aber die Hauptspeise ist (mal von den Dosenwienern abgesehen) das schlechteste Essen was wir in diesem Urlaub bekommen haben, aber wie sagt man so schön der Hunger treibt’s rein der Eckel runter und der Geiz behält’s drin.
Auf jeden Fall satt, machen wir uns auf den Heimweg und was soll ich sagen, offensichtlich hätten wir nur eine andere Querstraße benutzen müssen und wir hätten freie Restaurantwahl gehabt.
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Plötzlich kommt einer und gibt uns unsere Zimmerschlüssel, wir sagen ihm, dass es sich um einen Irrtum handeln muss, denn wir wohnen in Chivay und nicht hier draußen im Nirgendwo, aber da sind wir offensichtlich falsch informiert, denn wir werden hier untergebracht, ob wir wollen oder nicht. Nicht, dass das Hotel nicht schön wäre, nur leider eben mitten in der Pampa, die beiden anderen deutschen Pärchen haben auch bei erlebe Peru gebucht und die fahren natürlich nach Chivay ins Hotel. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machen wir mit einigen anderen und dem Guide eine kleine Wanderung, bei der wir einiges über die hier angebauten Mais- und Kartoffelsorten, sowie über das Leben in der Region lernen. Wir besteigen den Berg hinter dem Hotel und haben von oben eine super Aussicht auf das ganze Tal, auf den Terrassen, die sich die Felsen hochziehen, arbeiten Bauern mit Ochsenkarren noch wie im vorletzten Jahrhundert. Beim Abstieg nehmen wir noch ein abgeschlagenes Stück eines Kaktus mit (für die amerikanischen Zollkontrolleure, die auf dem Hinflug unser ganzes Gepäck durchwühlt haben und es zum Schluss noch nicht mal für nötig gehalten haben den Reisverschluss wieder zuzumachen – möge der Richtige in die langen Stacheln greifen), der heute in unserer Küche wächst und gedeiht. Nachdem wir wieder zurück sind, werden alle Reisenden auf diverse Hotels verteilt und wir ärgern das hoteleigene Alpaka noch ein bisschen. Gegen 5 Uhr am Abend holt uns der Bus wieder ab und wir fahren zurück nach Chivay, um in den Thermalquellen La Calera baden zu gehen, einige müssen wegen schwerer Magen-Darmprobleme in ihren Hotels bleiben, aber uns geht’s super.
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Da es draußen schon wieder bitterkalt zu werden scheint, ist das gar keine schlechte Idee, also dauert’s auch nicht lang und wir sitzen in 38°C warmen Wasser und lassen es uns bei peruanischer Live Musik so richtig gut gehen. Wir beschließen uns noch einen Pisco zu bestellen und diesmal nicht als Pisco Sour, sondern pur – irgendwer hat gemeint das würde auch so gut schmecken, nun ja ich wollte, dass wir uns einen teilen, aber Jörg wollte seinen eigenen.
Als die Bedienung mit den zwei Kölschgläsern voll 45%igem Schnaps zurückkommt, trauen wir unseren Augen kaum, aber so was hält uns ja nicht ab und wir beginnen zu trinken, jeder der schon mal hochprozentiges auf nüchternen Magen in einer 38 °C warmen Wanne und bei viel Frischluft getrunken hat, kann sich ungefähr vorstellen, dass es ca. 5 Sekunden gedauert hat, bis sich eine unglaubliche Wärme im Körper breit macht. Nach dem halben Glas gebe ich auf und suche mir Unterstützung bei den anderen der Gruppe (nur gut das die Norweger so trinkfest sind) – Jörg bleibt auf seinem Glas sitzen. Als wir ne Stunde später aus dem Wasser steigen – die Gläser sind tatsächlich leer geworden - und durch die eisige Luft bis zur Umkleidekabine laufen, friert keiner!! Während der Rückfahrt zum Hotel ist die Atmosphäre im Bus doch merklich gelöst – das war mit 4 Sol das billigste Gruppenbesäufnis aller Zeiten. Beim Abendessen haben wir dann keine andere Wahl, als das Buffet im Hotel und schlagen auch richtig zu. Nach dem Essen sitzen wir noch ne Weile zusammen und jeder erzählt ein bisschen, als Jörg plötzlich aufsteht und sagt, dass er sich hinlegen geht, weil es ihm nicht so gut geht, na ja ich bezahle dann noch und verabschiede mich von allen und geh dann keine 15 min. später. Im Zimmer liegt Jörg schon im Bett und meint er hat wohl zuviel getrunken, also lege ich mich auch hin und bin bald im Traumland, aber nicht lange, denn Jörg ist in dieser Nacht geschätzte 20 mal auf der Toilette, und sieht am Morgen auch echt sehr bescheiden aus – ich mache mich noch ein bisschen lustig, von wegen zuviel getrunken und so aber ganz astrein geht’s mir auch nicht.
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Wir gehen also zum Frühstück – ich esse und Jörg beäugt, bevor er wieder aufs Klo läuft. So geht das immer weiter bis wir zum Cruz del Condor aufbrechen. Während der Fahrt hängt Jörg mehr oder weniger im Bus und ist nicht wirklich ansprechbar, selbst während der Fotostopps kommt er nicht raus.
Am Colcacanyon selbst ist er dann doch bereit den Bus zu verlassen – meine Überzeugungskünste („steig jetzt endlich aus, du wolltest doch unbedingt hierher, nur wegen dir sind wir hier, …“) tragen anscheinend langsam Früchte. Sehr langsam laufen wir zu einem der Aussichtspunkte und warten ob wir einige der mächtigen Andenkondore sehen. Wir schauen hinab in die Schlucht des tiefsten Canyon der Welt (das zählt aber nur wenn man die umliegenden Berge mit dazurechnet – ansonsten ist und bleibt der Grand Canyon der größte seiner Art) und wundern uns über die Unmengen an Touristen, denn überall steht geschrieben, dass dies eines der meistunterschätzten Gebiete Perus ist – da haben wir aber Glück gehabt, dass nicht jeder hierher gekommen ist, denn auf dem Parkplatz fährt ein Reisebus nach dem anderen vor und spuckt seine Ladung Touristen aus – und wir sind in der Nebensaison,da möchte ich auf keinen Fall hier sein, wenn viel los ist. Bei dem ganzen Lärm den die ständigen Neuankömmlinge machen, sehen wir alle Chancen schwinden heute noch die hier lebenden Kondore zu sehen. Wir gehen zu einem anderen Aussichtspunkt um Jörg, der mittlerweile aussieht wie ein Magersüchtiger, noch etwas zu trinken zu kaufen, dabei passiert es, zwei der riesigen Raubvögel gleiten über uns hinweg und segeln auf den hier herrschenden Aufwinden, natürlich alles viel zu schnell für Foto und Film. Beim Weg zurück zum Bus müssen wir erst noch mal am Klo halten – an eine „Pisco-Vergiftung“ glauben wir mittlerweile nicht mehr, sondern er hat so richtig schön die Scheißerei und jeder Schluck den er trinkt, wird mit einem Toilettengang belohnt.
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So kommt es auch, dass er während der Rest der Gruppe noch eine Wanderung macht, im Bus liegen bleibt. Wir gehen zurück an die Schlucht und laufen weg von den überlaufenen Aussichtsplattformen in etwas ruhigere Gegenden, hier erklärt uns der Guide alles über die verschiedenen Pflanzenarten und auch einiges über die hier lebenden Andenkondore, sie haben eine Flügelspannweite von bis zu 3,2 m, wiegen bis zu 11 kg und erreichen ein Alter von ca. 70 Jahren. Sie sind zwar Raubvögel aber ernähren sich hauptsächlich von Aas.
Hier am Cruz del Condor ist die Wahrscheinlichkeit sie zu sehen besonders groß, weil sie sich in den frühen Morgenstunden von den Aufwinden tragen lassen, dann verschwinden sie wieder in tiefere Gegenden des Tals. Noch während der gute Mann alles erzählt, schießen die Schatten der Vögel wieder über uns hinweg, wenden und fliegen wieder zurück – und diesmal hatte ich sowohl Kamera, als auch Fotoknips griffbereit, nachdem alles ausführlich dokumentiert geht’s weiter. Nach einer Stunde Spaziergang gehen wir im Kreis zurück zur Straße, wo der Bus mit Jörg drin, bereits auf uns wartet. Auf der Rückfahrt nach Chivay halten wir noch an diversen Aussichtspunkten, von wo aus man eine Wahnsinnsaussicht auf das Colcatal hat. Zurück in Chivay hat unser Guide bereits ein Restaurant (naturlich bei einem guten Freund) im Visier, wo er auch schon mal so frei war ein Buffet für alle zu bestellen, aber wir sagen dankend ab, denn Jörg kann eh nix zu sich nehmen und ich kann es nicht leiden, wenn man wie ein Stück Vieh hierhin und dahin geschleppt wird, also gehen wir uns den Ort ansehen. Wir sind noch gar nicht weit gekommen, als wir an jemandem vorbeilaufen, der uns sehr bekannt vorkommt, noch bevor wir schalten kräht es hinter uns „I know you“ und Tatsache Melissa unsere Begleiterin auf der Reise von Kapstadt zu den Vic-Falls (letztes Jahr) steht hier mitten in der Pampa vor uns. Wie sich rausstellt, ist sie mit ihrem Freund hier unterwegs und die beiden haben sich auch aus ihrer Gruppe abgeseilt, weil sie keinen Bock hatten, in das tolle Restaurant zu gehen. Die Welt ist echt ein Dorf!! Wir schlendern noch ein bisschen durch den Ort, kaufen Getränke und Jörg besucht so ziemlich jedes Klo der Stadt.
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Als wir dann eine aus unserer Gruppe treffen, sagt sie, dass es ihr gestern Nachmittag so furchtbar ging und weis ein Mittel was helfen soll (Da können wir aber froh sein das wir gestern nicht im Hotel Mittag gegessen haben, sonst hätten wir wahrscheinlich auch schon viel früher Probleme gehabt). Also ab in die Apotheke und das Zeug – „Cipro“ gekauft, ohne Packungsbeilage, aber der Verkäufer hat ja gesagt es ist ein Antibiotika und man soll 5 Tage lang zwei Tabletten täglich nehmen – was anderes bleibt uns eh nicht übrig.
Die Rückfahrt ist ziemlich langweilig, weil es die gleiche wie gestern auf dem Hinweg ist. Wieder in Arequipa angekommen, nimmt Jörg seine erste Tablette und verschwindet im Bett und ich lese etwas. Nach 2 Stunden Schlaf geht’s ihm dann tatsächlich besser und er kann auch wieder was trinken, ohne danach gleich wieder aufs Örtchen zu müssen. Am Abend beschließen wir dann keine Essensexperimente zu machen, sondern gleich um die Ecke gibt’s laut Reiseführer einen deutschen der eine Dönerbude betreibt. Gesagt, getan die Döner sind gekauft und auch durchaus OK, wenn auch nicht ganz so gut wie hier bei uns, aber zumindest rufen sie keine Magendarm Beschwerden hervor. So fallen wir nun in den Schlaf der gerechten. Wieder Zuhause, beim Fotoanschauen sagt Jörg immer oh Kondore da hätte ich auch gern welche gesehen – denn er kann sich an den Tag nahezu nicht erinnern.
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Bevor es mit dem Bus losgeht nutzen wir die Zeit um auch noch die letzten Karten nach Hause zu schreiben und gleich hier zur Post zu bringen, was leider nicht möglich ist, da die Post zu hat, es kommt zwar ein Mitarbeiter an die Tür und erklärt uns, dass in einer halben Stunde wieder geöffnet wird, dann legt er sich wieder auf die Bank zum schlafen. Als wir 45 min. später wieder da sind, ist immer noch zu und der gleiche Mann kommt wieder um uns zu erklären, dass erst morgen wieder geöffnet ist, dann legt er sich wieder auf seine BankJ. Also gehen wir unverrichteter Dinge wieder zum Hotel um von dort aus zum Busterminal aufzubrechen. Gegen 17 Uhr fährt unser Bus dann los Richtung Lima, aber für uns geht’s erstmal nur bis nach Nazca, beim Verlassen der Stadt genießen wir den Sonnenuntergang über den endlosen Aschefeldern, bevor wir auf die Panamerika einbiegen, der wir bis nach Nasca folgen werden. Während im Bus ein Film auf spanisch läuft, verzehren wir den Snack, den es bei Nachtfahrten immer gibt und bald schlafen wir tief und fest. Bis plötzlich mitten in der Nacht die Stewardess vor uns steht und meint, dass wir da sind – ein Blick auf die Uhr verrät, das es 2 Uhr morgens ist und wir sind eigentlich davon ausgegangen erst gegen 6 Uhr da zu sein, da unser Hotelgutschein auch erst für den heutigen Tag ausgestellt ist. Wir bekommen unser Gepäck und schauen uns ganz verschlafen um, wo wir denn jetzt hinmüssen, ein Mitarbeiter der Busgesellschaft merkt uns das an und fragt wie unser Hotel heißt und da haben wir es ja auch gleich, keine 50 m von der Busstation entfernt.
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Der Portier schaut uns an und dann unseren Gutschein, dann auf die Uhr und dann meint er nur „you are very early“, wir bekommen eine Art Notzimmer, da das Hotel eigentlich ausgebucht ist und klettern im Dunkeln mehrere Treppen hoch und runter, bis wir schließlich am Ziel sind, wo wir quasi augenblicklich wieder einschlafen. Am nächsten Morgen werden wir von einem unglaublichen Lärm geweckt, es kommt einem so vor als laufen ganze Hundertschaften an unserm Zimmer vorbei, dabei ist das bloß die Gittertreppe, die bei jedem Schritt ein metallischen Plong von sich gibt, außerdem ist der Hotelpool (Oja es ist richtig warm hier) schon gut besucht und die ersten Cessna kreisen über der Nasca Pampa.
Nachdem an Schlaf nun nicht mehr zu denken ist, machen wir uns über ein lecker Continental Frühstück her (ich freu mich schon so auf richtiges Brot, dass kann sich kein Mensch vorstellen, jeden Morgen die gleiche Pappe mit Marmelade) und brechen gleich auf um einen Flug über die bekannten Nasca-Linien zu buchen. Mit 80US$ sind wir dabei und sehen auch noch zusätzlich die Pampa –Linien (man hat schon so viel über Tourismus gelernt, das man die 22 Figuren die angeflogen werden noch mal unterteilt und dann zwei verschiedene Touren anbietet). Der Leiter des örtlichen Reisebüros fragt uns, ob wir nicht Interesse hätten nach Ica und nach Huacachina und zu den Ballestas-Inseln zu fahren, darauf können wir nur antworten, dass die Gegend ja wegen des schweren Erdbebens vor 4 Wochen nicht bereisbar war, denn wir hatten ja ursprünglich genau so gebucht. So kommt es, dass wir erfahren, dass das Gebiet seit einer Woche wieder für den Tourismus geöffnet ist. Also geht’s los ins nächste Internetcafe und erlebe Peru bekommt ne Mail von uns, denn eigentlich hatten wir gesagt, dass wir unbedingt unseren Originalen Reiseplan machen wollen, falls das Gebiet in der Zwischenzeit wieder bereisbar ist. Der nächste Gang ist zum Telefon, hier machen wir CAT –Travel ein bisschen „Feuer unterm Arsch“ und aus einem anfänglichen Unmöglich, wird nach mehren Telefonaten ein neuer Reiseplan gebucht. Statt noch einen weiteren Tag in Nasca zu verbringen, fahren wir morgen mit dem Bus bis nach Ica, dort übernachten wir in der Palmenoase Huacachina und machen einen Ausflug auf die Ballestas-Inseln, bevor wir nach Lima weiterfahren – das ist noch mal wie ne Woche Urlaub extra.
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Wir sind überglücklich über die doch extrem kurzfristige Umplanung der gesamten weiteren Reise und bedanken uns bei allen verantwortlichen die das möglich gemacht haben. Nachdem all das geklärt ist, laufen wir noch mal zum Reisebüro und buchen eine Fahrt mit Führer zum Wüstenfriedhof in Chauchilla, welches 25 km von Nasca entfernt liegt. Mit dem Taxi fahren wir durch die unbarmherzige Mittagssonne mitten in die Wüste (man kann sich gar nicht mehr vorstellen wie sehr wir vor 2 Wochen gefroren haben), dort liegt ein riesiger Friedhof der Nasca-kultur mit tausenden von Gräbern, wovon einige von Archäologen restauriert und mit einem Sonnendach versehen wurden. Man kann direkt an die Löcher rangehen, in denen die Mumien in sitzender Position beigesetzt wurden (für uns immer noch sehr eigenartig, da ja in Deutschland alles hinter Glas oder zumindest streng abgegrenzt wäre und hier jeder herumspazieren kann und tun und lassen kann was er will).
Auf der ganzen Fläche sieht man die Knochensplitter und Textilreste die sich in der trockenen Gegend hervorragend halten. Nachdem auch das klitzekleine angeschlossene Museum angeschaut ist, fahren wir zurück nach Nasca und von dort geht’s gleich weiter zum Flughafen, wo bereits eine 4 sitzige Cessna auf uns wartet. Nachdem wir treu und brav die örtlichen Flughafensteuern beglichen haben, steigen wir in die Mini-Maschine ein. Jeder bekommt eine Karte mit der Flugroute in die Hand gedrückt und der Pilot erklärt uns, dass er jede Geoglyphe einmal rechtsrum und einmal linksrum anfliegt, so dass auch jeder alles sieht. Nachdem alles geklärt ist geht’s ab auf die Startbahn und nach wenigen Metern heben wir bereits ab. Unter uns wird die Stadt Nasca immer kleiner und wir haben einen unglaublichen Ausblick auf die Küstenwüste und die sie durchziehenden Höhenzüge. Gleich nach der Überquerung der Panamerika, ist die erste Figur in den Boden geritzt – der Wal und wie versprochen zieht der Pilot einen Kreis und zeigt mit der Tragfläche auf die Figur im Boden, man braucht auch erst einen Augenblick um überhaupt auf das richtige zu achten denn die gesamte Fläche ist mit größeren und kleineren Linien durchzogen, aber schließlich sehen wir doch den Wal und dann zieht der Pilot eine sehr enge Kurve um den Kreis noch einmal andersherum zu fliegen.
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Nachdem wir noch die „Triangel“ und die „Trapeze“ auf diese Art und Weise hinter uns gebracht haben, bringe ich nur noch die Worte „mir ist schlecht“ raus – und ich bin wirklich sehr froh seit über 5 Stunden nix mehr gegessen zu haben, denn das hätte ich auf jeden Fall noch mal zu Gesicht bekommenJ. Die folgenden Figuren „Astronaut“, „Affe“, „Kondor“ uvm. werden in größeren Kreisen überflogen, sodass der Magen wieder etwas zur Ruhe kommt. Neben den bekannten Tier- oder Menschen-Figuren sind auch riesige geometrische Figuren, wie Trapeze oder auch Spiralen zu beobachten und nicht zuletzt über Kilometer immer schnurgerade verlaufende Linien, auf eine dieser Linien wurde die Panamerika gebaut, weil sie einen guten Orientierungspunkt in der Wüste darstellte und so die Baumaßnahmen vereinfachte. Die Figuren stammen von der Nasca – Kultur und wurden, nur daumentief und ca. 20 cm breit, in den trockenen Boden gescharrt, sodass hellere Erdschichten zum Vorschein kamen, die die Figuren sichtbar machen. Zu welchem Zweck die Figuren in den Boden geritzt wurden bleibt vermutlich ein Geheimnis Auch mit welchen Mitteln sie die Figuren so exakt und absolut gerade auf den Boden gemalt haben, kann man nicht erklären, auf jeden Fall konnten sie ihr Werk nicht vollständig bewundern, denn die bis zu 300 m langen Figuren können nur aus der Luft als solche wahrgenommen werden.
Die dt. Mathematikerin Maria Reiche vermaß in der ersten Hälfte des 20 Jh. die Linien und setzte sich dafür ein, dass das ganze Gebiet als archäologisches Schutzgebiet ausgewiesen wird. Man vermutet, dass es sich bei einigen der Linien um ein astrologisches Messsystem handelt, denn sie folgen genau dem Lauf der Sonne. Das Alter der Linien konnte man auf ca. 500 n. Chr. datieren und der einzige Grund für das lange überdauern der Linien sind die mit 20 min. Regen im Jahr geringen Niederschlagsmengen (hier ist der Trockenheitspol der Erde), doch auch hier findet der Klimawandel messbar statt und die Niederschläge und Winde häufen sich, was zur Folge hat, dass die Linien langsam aber sicher zerstört werden. Ein Teil der Figuren wurde auch durch die Autos von „Hobbyufologen“, die der Meinung waren, dass Außerirdische die Figuren geschaffen haben, zerstört.
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Das Hotel ist wirklich absolut super, mit Pool und Hängematten in einem wirklich sehr schönen Garten und einer Voliere mit kleinen bunten Piepmätzen. Als erstes testen wir den Pool, denn es ist wirklich unglaublich heiß und dann genießen wir die vom eifrigen Vogelgezwitscher abgesehen, vollkommene Ruhe und schaukeln gemütlich in der Hängematte. Nach einer Stunde völligen Nixtuns beschließen wir die Oase einmal abzulaufen, bevor es dunkel wird. In der Mitte befindet sich eine kleine, rötlich grün gefärbte Lagune die von Dattelpalmen und Johannisbrotbäumen umgeben ist, man kommt sich vor wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Die Lagune wird durch einen unterirdischen Fluss gespeist, der aus den Anden herabfließt und Mineralien wie Eisen, Jod und Schwefel mit sich führt, daher auch die Färbung. Noch vor wenigen Jahren war die Lagune wohl doppelt so groß wie heute denn der Wasserverbrauch der Region steigt mit jedem Einwohner und natürlich auch Tourist und so sinkt der Grundwasserspiegel deutlich ab und die Lagune trocknet nach und nach aus. Hoffentlich kommt es nicht soweit, denn die paar Quadratmeter sind wahrhaft ein kleines Paradies in der Ödnis der Wüste. Der Ort Huacachina ist recht schnell abgelaufen (max.1/2 Stunde) und außer Restaurants und Hotels gibt es keine anderen Gebäude, man ist also völlig auf den Tourismus aus, aber dadurch, dass die Region erst seit einer Woche wieder bereist werden darf, sind max. 50 Touristen im ganzen Ort (bei uns im Hotel übernachtet außer uns nur noch eine peruanische Familie – es sind mehr Angestellte als Gäste da).
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Natürlich decken wir uns mit Samen der buntblühenden Bäume ein, mal schauen ob zu Hause was draus wächstJ. Im Anschluss an den Oasenrundgang besteigen wir die hohe Düne hinter unserm Hotel und warten, während ein einsamer Hund auf der nächsten Düne heult, auf den Sonnenuntergang. Mit der Dämmerung kommt der Wind und mit ihm die Kälte und als wir, nachdem die Sonne hinter den Dünen verschwunden ist, wieder zum Hotel zurückkehren haben wir schon mächtig Gänsehaut. Beim Duschen verlieren wir jeder ca.3 kg Sand und haben trotzdem noch das Gefühl, dass es überall knirscht. Zum Abendessen gehen wir in eines der vielen Restaurants, sind aber doch eher enttäuscht, denn das Touristenmenü welches hier überall angeboten wird, ist weder besonders preiswert, noch besonders üppig und schon gar nicht schmackhaft – wie überall auf der Welt wo man einen ganzen Ort nur für Touristen errichtet hat, na ja kann man nix machen, zumindest sind wir nicht mehr hungrig.
Am nächsten Morgen werden wir schon um 6:45 Uhr am Hotel abgeholt um zur Halbinsel Paracas zu fahren, die Fahrt geht an riesigen Feldern vorbei bis zu Pazifikküste. Dort steigen wir auf ein Speedboot um und fahren Richtung Ballestas – Inseln. Unterwegs halten wir am „Candelabro“, einem in den Wüstensand gescharrten Dreizack, der stark an die Nasca –Linien erinnert, wobei man sich gar nicht vorstellen kann, wie die Figur hier so direkt am Meer all die Jahre überstanden hat, denn es wehen ständig Seewinde. Bereits die Spanier nutzten diese Figur als Orientierungspunkt um an Land zu gehen. Nach einer Stunde auf dem Speedboot sind wir komplett durchgefroren (noch gestern Nachmittag haben wir geschwitzt und jetzt sind wir keine 50 km weiter und nun das!) und sehen die ersten zerklüfteten Felsen und Felsbücken im Meer auftauchen. Die Ballestas –Inseln werden auch als Galapagos des kleinen Mannes bezeichnet, da auch hier eine unvergleichliche Tierwelt zuhause ist. Wir sehen tausende von Seevögeln, wie Möwen, Pelikane, Kormorane, Tölpel und verschiedene Scharbenarten, die sich alle an den riesigen Sardellenschwärmen des Pazifiks gut tun und wie durch ein Wunder, wird nicht einer im Boot von einer Ladung frischen Guano getroffen.
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Außerdem sehen wir noch Humboldtpinguine und Seelöwen, die sich in der kalten Humboldtströmung besonders wohl fühlen und hier optimale Brut und Futterbedingungen vorfinden. Besonders die Seelöwen haben es uns angetan, denn sie liegen einfach nur auf den Felsen und lassen sich die Sonne auf den Wanst scheinen.
Aber so erkennt man gleich das große Problem der Stadt, die aus einer Oase in der Küstenwüste entstanden ist und sich auch immer mehr in selbige hineinfrisst, durch die große Armut im Hinterland gibt es eine regelrechte Landflucht und jeden Tag erreichen neue Indigena die Stadt von der sie sich ein besseres Leben/Überleben erhoffen. Gegen 10 Uhr sind wir im Hotel angekommen und stellen mit großer Freude fest, das unser Zimmer über einen Whirlpool verfügt – Juhu!! Mit dem Reiseführer bewaffnet legen wir uns noch eine Strategie für unseren morgigen letzten Urlaubstag zurecht und bald horchen wir an der Matratze.
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Lima bekam mit voller Macht die Miseren seines ausgebeuteten Hinterlands zu spüren und keine Maßnahme konnte die Indigena aufhalten. 1970 bebte die Erde erneut und die stark angeschlagene Stadt stand vor einem ernsten Problem, erst 1991 konnte mit finanzieller Unterstützung der UNESCO der Stadtkern saniert werden und eine Perspektive für die Zukunft geschaffen werden, doch das nächste Beben kommt mit Sicherheit.
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Von der San Francisco Kirche aus laufen wir die gesamte und sehr schön gestaltete Innenstadt ab und verschleudern noch ein paar Sol bei diversen Touristenhändlern, bevor wir uns ein Taxi nehmen und zum viel gelobten Anthropologischem und Archäologischen Museum fahren. Zumindest versuchen wir es, denn unser Taxifahrer sagt zwar sofort, dass er uns dahinfährt, aber nach 10 min. Fahrt muss er dann doch mal anhalten und einen Polizisten nach dem Weg fragenJ. Nach einigem Hin und Her lädt er uns dann vor einem Archäologischem Museum ab, kurz darauf stellen wir fest, dass es das falsche ist (woher kommt uns das nur bekannt vor?? – Warum immer wir??), aber offensichtlich passieren derartige Missgeschicke häufiger mal, denn gleich am Eingang dieses Museums steht geschrieben, dass man nur der blauen Linie folgen muss um zum Anthropologischem und Archäologischen Museum zu kommen. Also folgen wir ca. 2 km einem blauen Strich auf der Straße und sind endlich da wo wir hinwollten. Am Eingang des Museums bewaffnen wir uns mit einem Geländeplan und schon kann’s losgehen. Wir sehen etliche Tonarbeiten aller Kulturen, die sich’ im Laufe der Zeit mal in Peru haben gut gehen lassen, sowie Modelle der Stadt Cusco wie sie zu Inkazeiten aussah und Machu Picchu, uvm.. Alles in allem ist es eine sehr große Anzahl an Dingen, die auch sehr interessant sind, aber leider ist nahezu alles nur in spanisch beschrieben und nach der 50zigsten Tonvase von der 3. Kultur ist’s halt nicht mehr ganz so interessant und unterhaltsam (auch wenn ein paar, nun ja ich sag mal pornographische Vasen – so was gibt’s wirklich - dabei waren).
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Aber weil wir einmal hier sind, schauen wir uns natürlich alles an und sind letzten Endes auch gut 3 Stunden in den vielen Räumen unterwegs. Mit einem Taxi fahren wir zurück ins Stadtviertel Miraflores. Dieses Nobelviertel Limas liegt direkt an der Pazifikküste und ist nahezu für alle Touristen die Herberge. Wir schlendern durch ein riesiges Einkaufszentrum, hier können wir uns schon mal wieder an die deutschen Preise gewöhnen, bevor wir zurück zu unserem Hotel laufen. Dort versuchen wir uns zu entscheiden, wo’s heut Abend was zu futtern gibt und der Zuschlag geht an die „Calle las Pizza“ – die Pizzastraße, denn wir haben beschlossen da kann man nicht viel Falschmachen. Bei einer Pizza und einem Gläschen Wein fühlen wir uns schon wieder halb Zuhause und können uns nur wundern wie schnell die 4 Wochen wieder ins Land gegangen sind. Wieder im Hotel wird noch der Whirlpool ausgetestet – so was will ich zu Hause auch und dann machen wir, dass wir ins Bett kommen, denn bereits um 2 Uhr morgens werden wir von einem Fahrer abgeholt und zum Flughafen gebracht. Hier geht das bekannte Spiel wieder los: stundenlanges herumsitzen und zielloses Umherlaufen um die Zeit zu vertreiben bevor es endlich losgeht. Doch irgendwann verrinnt auch an einem Flughafen mal die Zeit und wir sitzen im Flieger nach Miami (sogar nebeneinander), wo diesmal die Zeit auch etwas schneller vergeht – das liegt wahrscheinlich aber nur daran, dass die aus Südamerika kommenden Passagiere besonders gut kontrolliert werden, denn bis wir den Zoll durchschreiten sind schon 2 Stunden um. In London dann noch mal umsteigen, hier müssen wir zum Schluss die Beine in die Hand nehmen um unseren Anschlussflug zu kriegen, weil so ein Chaos herrscht. Schließlich erreichen wir München, wie durch ein Wunder sind alle Gepäckstücke da, dieses Glück hatten nicht viele aus unserem Flieger, trotzdem mussten wir an den Reklamationsschalter um eine kaputte Reisetasche zu melden, die wir auch anstandslos ersetzt bekommen haben. Und irgendwann sitzen wir dann wieder in unserer Wohnung und der Urlaub beginnt schon zur bloßen Erinnerung zu verblassen, denn bereits morgen wartet der Alltag wieder auf uns. Aber schön war’s auf jeden Fall!!