Chile Reisen: Von Santiago de Chile nach Lima/ Peru
Wir hatten uns ganz schön viel vorgenommen, mit den „öffentlichen“ Verkehrsmitteln von Chile nach Peru in 4 Wochen... Unser gebuchter Gabelflug Santiago (Hin) - Lima (Zurück) war uns dabei sehr hilfreich. Alle anderen Transporte, Übernachtungen und Exkursionen, sind viel besser vor Ort zu realisieren. Selbst Spanisch reicht in den Grundzügen, da die Indigenas meist nur Quetchua sprechen und in den Hostels man auch mit englisch weiter kommt .
Am Anfang stand Santiago, sozusagen zur "Eingewöhnung". Die Stadt gilt als die Schweiz von Südamerika, denn ihnen geht es dort ganz gut und die Berge sind auch immer im Blickfeld. Interessant wird es dann nordwärts im Pullmann-Bus (sehr bequem) durch die Atacama Wüste. Unbedingt aussteigen und übernachten, so eine Ruhe und so einen Sternenhimmel sieht man als Mitteleuropäer selten. Weiter nach San Pedro de Atacama, ein Muss. Der Ort selber nicht mehr (zu viele „Gringos“), aber die Ausflüge von dort sind sehr bizarr, egal ob die Geysire von „El Tatio“, das Mondtal „Valle de la Luna“ oder das Tal des Todes. Bei der Höhe bleibt uns nicht nur wegen der dünnen Luft manchmal der Atem weg.
Weiter über die Grenze nach Arequipa/ Peru im Lokalbus. Abends am Plaza de Armas ist es immer wie ein großes Volksfest. Am nächsten Tag mit einer Exkursion (in jedem Hostel zu buchen) in den Colca Canyon - das „Tal“ mit 1200 Metern Tiefe gilt es als "das Tal der Condore". Am "Cruz del Condor“ waren sie dann auch zum greifen nahe.
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Um Zeit zu sparen, sind wir Nachts mit dem Zug zum Titicaca See gefahren. Puna hat sich dort als günstiger Startpunkt erwiesen. Bei 4000 Meter geht alles ein bisschen langsamer, auch wenn es nur die Treppe vom Bootsanleger zur Insel Taquile ist. Die Schulkinder vom Schiff flitzten an uns vorbei nach Hause. Die Insel selber ohne Straßen, ohne Autos und die Männer stricken – himmlisch anders. Natürlich haben wir auch unseren Fuß auf die schwimmenden Inseln der Urus gesetzt.
Tip: Wieder so ein Muss, die Zugfahrt von Juliaca nach Cusco. Wir fühlten uns wie auf einer Zeitreise, mit jedem Kilometer 1 Jahr zurück und die Strecke ist lang. Wie die „Kellner“ dabei Essen und Trinken servieren ist zirkusreif, wir verschütten jedenfalls selbst im Sitzen unseren Kaffee.
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Endstation Cusco, die alte Inkahauptstadt. Mit jedem Schritt auf dem Pflaster, spürt man den Hauch der Geschichte. Wie in jeder Stadt Südamerikas, ist wieder der Mittelpunkt allen Lebens der Plaza de Armas. 2 Tage reichen nicht für diesen Ort. Uns aber ruft Machu Picchu, die sagenumwobene Inkafestung, die nie erobert wurde, weil von Pizzaro und Gefolge erfreulicherweise nie endeckt und erst vor ca. 100 Jahren wieder "ausgegraben".
Wieder eine nostalgische Zugfahrt nach Aguas Calientes. Unten im Tal ist es so grün wie im Dschungel, der Rio Urabamba fließt ja später dann auch irgendwann in den Strom der Ströme. Am nächsten Tag sind wir an den Gleisen zu km 82 der Bahnlinie zurück gelaufen und haben von dort den alten Inkatrail erreicht. Obwohl es sehr steil nach oben geht, fühlten wir uns besser, da dies alles nicht mehr ganz so hoch liegt. Noch ein Vorteil als wir oben waren, weit und breit niemand, der große Treck war schon früh durchgezogen. Und dann lag SIE vor uns in der gleissenden Sonne, unbeschreiblich schön. Wir blieben eine halbe Ewigkeit am Sonnentor sitzen, bevor wir sie „eroberten“. Bis heute kann niemand genau sagen, für wen sie geschaffen wurde. Irgendwann mußten wir aber doch absteigen und daß im wahrsten Sinne des Wortes. Nach so einem Tag konnten wir nicht in einen Bus steigen. Abends an der Bar in unseren Hostel, hing jeder seinen Gedanken nach, irgendwie war es ganz schön still.
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Tip: Wer den Aussichtsberg hinter Machu Picchu besteigen will (Huayna Picchu), sollte bis 14 Uhr dort sein. Man(n) läßt später keine Touristen mehr hoch, da man sonst nicht rechtzeitig wieder unten wäre. Wer genügend Kondition hat, sollte dies aber nicht verpassen.
Zurück nach Cusco mit dem Zug und von dort mit dem Flieger nach Lima (fast preiswerter als die 10 Stunden Busfahrt), nach Nazca wo wir hin wollten, ging es nicht direkt. In Lima gleich zum Busbahnhof und über ein Stück unserer Traumstraße der Welt (die Panamercina von Alaska nach Feuerland), zu den Linien in der Wüste. Aber von unten sieht man gar nichts, so als wenn man ein Strickmuster zu nah ans Gesicht hält. Deswegen haben wir am nächsten Morgen einen Rundflug mit einer altersschwachen Cesna gebucht. Erst aus der Luft erkennt man die „Botschaften an die Götter“. Unbedingt vorher Erich von Dänickens „Zeichen für die Ewigkeit“ lesen. Maria Reiche aus Dresden hat diese Linien im vorigen Jahrhundert erforscht, als wir sagten, dass wir aus Alemania kommen, kannten wir innerhalb von Minuten die halbe Hosteria. Wenn ich dran denke, dass bei uns nicht einmal eine Straße nach ihr benannt ist...
Zurück haben wir noch einen Stop in Pisco eingelegt. Das Vogelparadies der Halbinsel Paracas ist unweit entfernt. Im Gegenzug zum andinen Hochland, bruzelte uns die Sonne hier am Pazifik. Aber wer in ihm Abkühlung sucht, wird sich mit dem kalten Humboltstrom, der sich an der Westküste Südamerikas hochschiebt, schwer tun.
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Tip: Unbedingt abends an der Bar in Pisco ein, zwei oder auch drei PISCO SOUR probieren, ist ein schöner Urlaubsabschluß!
Nachts im Hostel sind wir dann auch noch fast aus dem Bett gefallen, Pachamama wackelte daran. Es ist aber nichts passiert, so dass wir am nächsten Morgen zurück nach Lima konnten. Täglich im dortigen Sommer zieht gegen Mittag der unheimliche Nebel vom Meer auf, aber trotzdem blieben wir 2 Tage und haben wie immer nur die Hälfte gesehen...
Tip: Wer sich dann ganz zum Schluß noch mal gruseln will, geht ins Museo de la Inquisicion, der Name sagt alles.
Wohlauf und pünktlich erreichten wir dennoch unseren Flieger. Glücklich, aber auch traurig über den Abschied.
Eine Übersicht über Reiseveranstalter für Chile Rundreisen finden Sie hier: www.willgoto.com/3/052927/liens.aspx
