

Hola meine Hola, meine Lieben!!!!!!!!!!!!!
Bin mal wieder gut angekommen, nach langem Flug mit Zwischenübernachtung in Madrid bei Sonnenschein auf 2.850 m in Quito Innenstadt gelandet (der Flughafen liegt fast in der Stadtmitte). (Kleiner Ansporn für die bald eintreffende Inkatrailgruppe: 10,5 kg im Rucksack incl. Schlafsack).
Viele kleine Menschen hier (so um 1,50 m), da falle ich natürlich überhaupt nicht auf mit meinen 1,80 m und wirklich kaum jemand spricht englisch (seufz!). Nun, ab Montag beginnt also mein 2-wöchiger Sprachkurs, 20 Stunden pro Woche Einzelunterricht. Futter fürs Hirn, und man kann sich gar nicht in der letzten Reihe verdrücken, wenn man ein bisschen ermüdet...... 6 US Dollar pro Stunde. Und dann ziehe ich natürlich auch in meine Gastfamilie, eine Naturheilkundeärztin mit drei Kindern und Haushälterin und zwei Hunden und einem riesigen Papstfoto im Wohnzimmer, so 0,5 x 1 m groß. Halbpension für 13 US Dollar und das volle Spanischbrett.
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War heute mit Nadine aus der Schweiz unterwegs in der Altstadt (Weltkulturerbe), Abenteuer vollbesetzter Trolleybus ohne beklaut zu werden. Haben eine riesige Kirche angeschaut, die Notre Dame sehr ähnelte, und deren Besichtigung zur Klettertour wurde, weil wir plötzlich auch auf dem Dach herumgeführt wurden (natürlich alles ohne Absicherung) und für einen ganz wunderbaren Ausblick auf die Stadt unglaubliche Leitern außen am Kirchturm erklimmen sollten, uaaahhhhhhhhh, begleitet von einem kichernden Guide......bei vier Leitern wurde ich dann doch etwas blass um die Nase und musste abwinken......
Mit der Höhe hier komme ich gut zurecht, nur die Berganstiege haben es in sich, schnauf........ich sollte vielleicht doch noch ins Hilton-Fitnessstudio gehen, oder lieber zum Salsa-Tanzkurs im Nachbarhaus??


Ein schöner Tagesausflug führt zur Mitte der Welt: „Mitad del Mundo“, dem Äquatordenkmal (Metro 2 eine Station vor der Endstation raus und mit dem Bus weiter). Es gibt einmal ein großes Denkmal, an dem man sich schön vor Äquatorschildern fotografieren lassen kann, aber viel interessanter ist ein kleines Museum inmitten eines schönen Kakteengartens hinter diesem Denkmal (einmal um das Gelände herum). Hier ist angeblich der „wirkliche“ Äquator und man kann lustige Experimente machen: Nördlich des Äquators läuft das Wasser im Ausguss rechts herum in einen Eimer und einen Meter weiter, nämlich südlich des Äquators, läuft das Wasser links herum. Das liegt jeweils an der unterschiedlichen Magnetkraft der Pole, jaja. Außerdem darf man Eier auf einem Nagelkopf ausbalancieren (die bleiben stehen), mit einem langen Blasrohr schießen und man wird in die Geheimnisse der Schrumpfkopf-Herstellung eingeweiht, kann man ja immer mal gebrauchen.
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Nach einer Woche in Quito fuhren wir weiter mit dem Bus in 11,5 Stunden ans Meer nach Puerto Lopez in mein Spanischlern-Domizil für die 2. Woche.
Tja, und nach dem wunderschönen, knallblauen Himmel in Quito eine dicke Enttäuschung:
P.L. präsentierte sich unter grauem Himmel mit Garúa, einem feinen Nieselregen, den es nur in der Trockenzeit gibt, als Kaff mit vertrockneten, staubigen Strassen und ebensolcher Unterkunft.
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Vor lauter Schreck sind wir erstmal in den Nachbarort geflüchtet: Montanita, ein Hippieort mit Surferszene, die sich auch lecker anzuschauen in den Wellen tummelte. Dazu ein Strandspaziergang, ein Bierchen gezischt, Nachos gefuttert und zurück in P.L. erstmal die Bude mit Fotos der Lieben daheim dekoriert, leckeren Fisch für 3 US Dollar am Strand verputzt, bei einem super netten kleinen Strandlädchen mit dem Verkäufer geplaudert, seine göttlichen Milkshakes getrunken und den Ort dann doch ganz charming gefunden.

Der Spanischunterricht fand täglich draußen unter einem bunten Sonnenschirmchen statt. Gleich am 2. Tag wurde geschwänzt: Ganztagsausflug zur Isla de la Plata, dem Galapagos für Arme (statt 500 US Dollar für den Flug nach Galapagos und 100 US Dollar Nationalparkeintritt zu bezahlen, setzt man einfach für kleines Geld mit dem Boot über.

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Dort traf ich meine neuen Lieblingsvögel: die Blaufußtölpel (klingen auf englisch noch viel toller: „blue footed boobies“ :-)) Mit großen Knopfaugen und interessanten Frisuren watscheln sie lustige Töne machend auf großen knalleblauen Patschfüssen um die Weibchen herum, dabei kippeln sie stark von rechts nach links, fast so, als hätten sie ein Getränk mit Schirmchen zuviel gekippt. Wenn ein Weibchen drauf reinfällt, darf das Männchen ran, äh, rauf, die Paarung dauert ca. 5 Sekunden, dabei hab ich sie auch noch gefilmt, ich alte Spannerin, grins. Aber im Ernst, sie sind ganz süß und man könnte sie stundenlang beobachten. Und sie sind überhaupt nicht scheu, unglaublich!!!
Die ausgefallenen Spanischstunden wurden am nächsten Tag dann erbarmungslos drangehängt: 7 Stunden, ächz!!!
Zurück in Quito hab ich schnell noch die vorher reservierte Edelbude bezogen und bin ab zum Flughafen: Kleppi abholen!!! Yippieh!!! Durch das Zimmer hüpf!!! Wir habens uns 3 Wochen richtig gut gehen lassen und sind stressfrei in kleinen Etappen durchs Land gefahren, eine Gegend mit malerischem Namen, die „Straße der Vulkane“. Die Anden-Landschaft ist großartig, aus dem Bus ziehen rechts und links schneebedeckte Vulkane vorbei, und zwar streckenweise wolkenfrei bei blauem Himmel!
Wir waren am Cotopaxi und sind von Refugio I nach II hoch, bloß 300 Höhenmeter, aber von 4.500 auf 4.800 (schnauf!!! nur mit vielen Pausen). Am Chimborazo (der höchste Berg Ecuadors mit 6.310 m) warens nur 200 Höhenmeter, von 4.800 auf 5.000 m, meine bisherige Höhenpremiere. In den Refugios gibt es Stempel mit Berglogo und der Höhe, die man sich in den Paß stempeln kann.
In Baños sind wir gewandert mit wunderschönen Ausblicken auf den aktiven (!) Hausvulkan von Baños, den Tungurahua, (immer schön mit Rauchfahne, es gibt tägliche Berichte über den Grad der Aktivität).
Auf keinen Fall verpassen sollte man die Fahrt mit dem Zug ab Riobamba zur Nariz del Diabolo, der Teufelsnase, eine 7-stündige Zugfahrt auf dem Dach des Zuges (Tipp: unbedingt das Kissen für einen Dollar mieten!)
In Riobamba hatten wir das unglaubliche Glück, als einzige Touristen in einer Bar miterleben zu dürfen, wie sich Ecuador für die WM 2006 qualifizierte!!! Mit Salsagetanze in der Halbzeit!! Da war vielleicht was los!!!! Und noch viel mehr, als sie erfuhren, dass wir aus dem Gastgeberland kommen!! Nach Abpfiff fuhren den ganzen Abend hupende Konvois durch die Straßen.
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Auf knallbunten Indiomärkten fanden sich riesige Stallungen mit süßen Meerschweinchen. Wie reizend von ihnen, den Kindern so viele Haustiere zu schenken, dachte ich noch, bis ich die Meerschweinchen eine Ecke weiter wieder traf: goldgelb gebraten am Spieß. Meerschweinchen = Cuy ist eine lokale Delikatesse. Schmeckt lecker als Ragout mit Soße, am Spieß ist doch etwas wenig dran, finde ich.
Ein Highlight heben wir uns noch fürs nächste Mal auf, das ist Galapagos. Die Berichte über seekranke Reisende auf kleinen schaukelnden Booten in hohen Wellen zu dieser Jahreszeit haben mich zu sehr abgeschreckt und das Wasser ist im Herbst zu kalt zum Schnorcheln. Nun, so muss man halt noch mal wiederkommen, kein Problem, Ecuador ist wirklich mehr als eine Reise wert. Wir haben es auch nicht geschafft, einen Ausflug ins Oriente zu machen, den Regenwald, dafür ist auch eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.
Fazit: Ecuador ist ein wunderbar abwechslungsreiches Land für den Aktivurlauber. Man kann mit nur kurzen Reiseetappen an schneebedeckten Vulkanen oder an Sandstränden wandern, das Amazonasgebiet oder bunte Indiomärkte erleben, Städte besichtigen oder die Tierwelt erforschen. Spanischkenntnisse sind deutlich von Vorteil.
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Tipp: Nach Galapagos in der Regenzeit von Januar bis Mai fahren, dann regnet es vielleicht mal eine Stunde stark am Nachmittag, dafür ist der Himmel aber ansonsten blau und nicht grau verhangen. Dann blühen viele Blumen, das Wasser ist schön warm zum Schnorcheln und vor allem: man muss sich nicht so häufig übergeben, weil die See viel ruhiger ist, praktisch, nicht wahr??
Hasta luego, Gabriela (hier klingt mein voller Name wirklich gut :-))
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