Ursprünglich wollten wir nach Patagonien reisen, wurden aber dann für Peru von Christian begeistert.
Statt 7 Teilnehmer fuhren letztlich nur noch 4: Ulli, Jürgen und wir!
Die Aktivitäten der Terrororganisation „Leuchtender Pfad“, hohe Kriminalität wie Diebstähle oder Überfälle und böse Auswirkungen von El Nino, vor denen in allen Berichten gewarnt wurde, konnten uns nicht abhalten.
Peru ist ein Land abwechslungsreicher Fülle von unterschiedlichster atemberaubend-schöner Landschaften: vergletscherte Berge, grüne Seen, wilde Täler, Wüste, Urwald, Küsten... dazu Spuren faszinierender alter Kultur, geheimnisvolle Ruinen, reizvolle Kolonialbauten, freundliche Menschen in leuchtend bunten Trachten, lebensfrohe
Märkte und Volksmusik. Gewiß finden wir kein einfaches Reiseland vor, aber unvergeßliche, eindrucksvolle Erlebnisse sind garantiert.
Am Sonntag, 01.02.98 fahren wir 14.22 Uhr mit dem Zug nach Berlin. Schon an der Straßenbahnhaltestelle erkundigen sich die Leute, wohin wir mit den großen Rucksäcken fahren wollen. Kalter Wind und Frost zwicken trotz Sonnenschein in’s Gesicht. Hilfsbereite Nachbarsleute versorgen Haus und Pflanzen. Und in Berlin am Bahnhof Zoo nehmen uns treu Wini und Renate in Empfang. Es gibt noch eine gemütliche abendliche Runde zu sechst mit Silke und Karsten.

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02.02.1998
Schon um 5 Uhr morgens bringt uns der liebe Winfried durch’s Verkehrsgewühl nach Tegel. Dort treffen wir Ulli und fliegen nach Amsterdam. Jürgen kommt von Bremen hierher, Ulli findet ihn, nun sind wir komplett, 10.35 Uhr hebt die Maschine ab: es geht Richtung Lima. Wir haben Mittelplätze und sowieso keine Sicht über den Wolken.
Da wir mit der Sonne fliegen, wird es nicht dunkel. Bei der Zwischenlandung in Aruba scheint die Sonne (meine Uhr zeigt kurz vor Mitternacht), schwülwarme 31° C umfächeln uns, die steifen Gelenke versuchen wir im dortigen Flughafen in Gang zu bringen. Dann fliegt uns die Mc Donnell Douglas MD 11, 61,3 m lang, 17,6 m hoch! ruhig und gelassen, nachdem wir gut verpflegt sind, nach Lima. 19.35 Uhr landen wir. Die Uhren werden 6 Stunden zurückgestellt.
Schnell wird es dunkel, beim Rucksackaufsatteln schwitzen wir bei über 30°C. Hotel- und Taxischlepper bieten uns hartnäckig ihre Dienste an. Wir verbleiben lieber in den weichen Sesseln des Flughafenrestaurants und verträumen dort die Nacht bis 4 Uhr morgens (mit einem halboffenen Auge auf’s Gepäck).

 
03.02.1998
Ulli hat schon alle Schalter für Flughafensteuer und Flugbestätigung ausgemacht. Endlich sind wir auch unser Gepäck los und fliegen nach Arequipa. Beim Frühstücken blicken wir auf öde Gebirge und wolkenverhangene Täler, auch auf einige weiße Bergspitzen. Nach der Landung präsentieren sich die Hausberge Misti und Chachani.
Ein Taxifahrer fährt uns in das Hotel „Posade de Sancho“ in der Santa Catalina. Wir beziehen ein sauberes Viererzimmer mit einer innenarchitektonisch kostbaren Duschzelle. Bei Coca-Tee sitzen wir mit Oscar, dem Chef des Hauses und erfahren auf deutsch alle Neuigkeiten.
Er betreibt ein kleines Reisebüro nebenbei. So können wir gleich die Fahrt zum -Colca-Canyon, die Bahnfahrt nach Puno und dort ein Hotel buchen. Auch den Flug nach Cusco machen wir fest, wenn auch nicht zum gewünschten Tag.
Die Sonne lacht vom Himmel, es ist hochsommerlich warm und fremd mutet die Zeitungsmeldung an: in Auswirkung von El Nino hat es das Dorf Chopo weggespült.
Vom Dachgarten des Hostals hat man eine gute Sicht auf die Stadt und die Vulkane, außerdem läßt sich die Wäsche gut zum Trocknen aufhängen.
Wir bummeln durch die Altstadt, besichtigen Plaza de Armas, die älteste Kirche Südamerikas, La Compania mit reich zierenden Barockschmuck. Das schöne Bauwerk hat alle Erdbeben und Feuersbrünste fast heil überstanden. In der Kathedrale erfahren wir, daß wir vor der größten Orgel des Kontinents stehen, die aus Belgien stammt. Beim Stadtrundgang sehen wir noch die Kirchen San Francisco, Santa Domingo und San Augustin, die mehrmals durch Erdbeben stark beschädigt wurden und nur teilweise im alten Stil wieder hergestellt wurden.

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In der Wärme sind wir etwas müde und durstig, so gehen wir in eine Pizzeria. Als das bestellte Essen kommt, werden wir gerade beim Einschlafen gehindert.
Nun lösen wir nicht billige Eintrittskarten für die kulturelle Kostbarkeit und Sehenswürdigkeit: das Kloster Santa Catalina. Eine kleine Stadt in der „Weißen Stadt“ lohnt den Besuch. Früher lebten darin 2 500 Nonnen, heute nur wenige. Die restaurierten Bauten sind farbharmonisch blau, ocker und braun getüncht, überall blühen Pflanzen, auch in den Schalen dekoriert. Kolibri’s schwirren, die hochstehende Sonne markiert romantische Schlagschatten in den Kreuzgängen.
Die Gebäude, Gemälde, Sperrgitter, Vorhänge, Wäscherei, Gestühl, Geschirr - alles ist sehenswert - in einer faszinierenden Atmosphäre und das eben unter dieser Sonne. Bei einem Schlafstündchen später im Quartier schwingt das Gesehene nach.
Am Abend sitzen wir auf dem Balkon einer Gaststätte am Plaza de Armas bei Indiomusik und abendbroten. Ich esse tapfer das Nationalgericht „Cebiche de Corvina“, rohen Seebarsch, Tintenfisch, Zwiebel, Lemonen und einer Süßkartoffel.
Nach dem Rucksackpacken gehen wir zeitig schlafen, trotz des Schlafdefizits hören wir das nächtlich-laute Südamerika.

 
 
04.02.1998
Es ist 7.30 Uhr, die Sonne lacht. Wir fahren in einem Kleinbus Richtung Colca-Canyon. Zuerst passieren wir öde, bergige Gesteins- und Aschewüsten, durch die die Straße gegraben ist. Die Hänge sind mit Kakteen bewachsen, tief unten liegen die Gleise der Eisenbahn nach Juliaca, die sich im Nichts verlieren. Der jugendliche Reiseführer Miguel schnattert in englisch und spanisch pausenlos auf uns ein. An Bord sind noch ein Däne namens Peer, er spricht gut deutsch und spanisch. Seine Ex-Frau ist Peruanerin, z.Z. in Dänemark, wo sie bleiben will, er zieht vor, in Peru zu wohnen, dann noch ein Peruaner und eine Mexikanerin. Der Bus quält sich bergan und die Landschaft zeigt sich zauberhaft schön: grüne Berge, dann Weitblicke über endlose steinige und bewachsene Pampa. Halten am Aussichtspunkt auf einer Höhe von 4 225 m. Der Blick reicht zu den Vulkanen Misti, Chanchani, Ampato u.a. schneebedeckte 6 000er. Malerisch äsen vor uns Lamas, Alpacas, Viruncas vor tief blauem Himmel und Federwolken.
Ein herrlicher Fleck Erde, es riecht nach Abenteuer und Freiheit.
Beim Fotografieren merkt man die Höhe: Schnaufen und Herzklopfen.
Wir queren nun die Eisenbahn, vorbei an einigen armseligen Hütten und rasten an einem Paß (4 800 m) bei Coca-Tee (Aufguß von Coca-Blättern, dieser wirkt der Höhenkrankheit entgegen - bei uns verboten) in einem „Restaurant“.
Auf gewagten Serpentinen geht es abwärts in den Ort Chivay. Diese Aussichten sind phantastisch, überall blühen Büsche von Rittersporn und färben das Grün stellenweise blau. Vor dem kleinen Ort arbeiten die Indiofrauen in ihrer bunten Tracht im leuchtendgelben Rapsfeld. Wieder fährt der Bus zu schnell für ein Foto vorbei.

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In dem bescheidenen Ort beziehen wir ein Hotel in hübscher spanischer Bauweise. Nach Verzehr eines Alpaca-Steaks fahren wir zum Thermalbad. Mit 60° C sprudelt das Wasser aus der Erde im Tal des Rio Colca. Die dünne Luft, das heiße Schwefelwasser setzen dem Kreislauf zu. Beim abendlichen Spaziergang im Ort erleben wir peruanisches Flair. Fotografieren der Einwohner ist nicht erwünscht.
Es gewittert und regnet, so sind wir beim Folkloreabend gut aufgehoben. Eine temperamentvolle Gruppe sorgt für Stimmung, nach Forellenessen tanzen wir und erfreuen uns bei andinen Weisen.

05.02.1998
Auf der Fahrt zum Canyon genießen wir die Morgenstimmung: tiefblauer Himmel, Nebelschwaden, Vulkane, Kakteen, barocke Kirchen, alte Hütten und wie immer - meterhohe Agaven. Freundlich winkende Kinder, Bauern, die Vieh hüten, grüßen. Terrassen blühender Kartoffelfelder, und wieder Rittersporn schmücken die Landschaft. Grüne Weiden, rote Tuffberge mit Sahnehäubchen-Wolken und am Wegesrand Säulen von Cereus peruvianus zwischen dem leuchtenden Gelb des blühenden Ginsters. Da kann man nicht wegsehen.
Ein Schlag, das ist eine Reifenpanne! Kein Problem für den Fahrer - für uns Fotopause.
Am Kreuz des Kondors halten wir das nächste Mal und staunen, was hier wieder die Natur geschaffen hat. 1 200 m unter uns rauscht der Colca eilig dem Pazifik entgegen. Ringsum steile Bergflanken, die mit ihren weißen Spitzen sich in Wolken hüllen. An den Hängen bizarre Agaven, Aloe, Opuntien. Hier verweilen wir und genießen, später sehen wir noch die Kondore, wie sie unter uns kreisen, die warmen Aufwinde nutzen.
Einheimische verkaufen uns Opuntienfrüchte, diese schmecken fruchtig-süß.
Auf der Heimfahrt besichtigen wir Macas. Das Erdbeben beschädigte schwer die Kirche. Aber die Kinder des Ortes hantieren fröhlich mit Feuerwerkskörpern.
Abends, nach sehr herzlicher Verabschiedung der Reisegruppe, tauschen wir Geld, duschen, essen Pizza und trinken Pisco sour und Pina Colada in der französischen Gaststätte.

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06.02.1998
Am Morgen chartern wir das Taxi gleich von unserem Balkon aus. Vier Mann und vier Rucksäcke in einem Taxi fahren zum Flughafen!
Wir fliegen nach Cusco über rauchende Vulkane, Wüsten und grüne Täler.
Nach der Landung fallen uns ‘zig Schlepper an, um uns ihre Dienste anzubieten. Im Taxi klären wir, uns zum Hotel „Eureka“ zu fahren. So wohnen wir in der Altstadt, preiswert und gut. Zunächst empfehlen die Männer ihre Touren. Außerhalb der Saison sind die Preise niedrig und nicht viel teurer, als wenn wir sie ganz individuell unternehmen.
Jetzt gehen wir bei diesem Prachtwetter erst einmal los, um Cusco anzusehen.
Die Stadt Cusco, 3 400 m hoch gelegen, ist zweifellos das Juwel Perus. Als einstige Inkahauptstadt (=Nabel der Welt) und heute das Touristenzentrum, bietet sie eindrucksvolle Kulturschätze. Auf alten Inkaruinen bauten die Spanier nach Einmarsch Pizarros prächtige Kirchen. Auch nach der Plünderung durch spanische Abenteurer gibt es heute noch wertvolle Kostbarkeiten zu entdecken.
Zunächst bummeln wir abwärts durch die engen Gassen, wie romantisch, malerisch, verträumt! Die alten Häuser, das Pflaster, die buntgekleideten Menschen scheinen aus einer anderen Welt, wenn andererseits das pulsierende Leben nicht wäre. Durch die schmalen Straßen zwängen sich die Autos und drängen uns an die Fassaden. Indios verkaufen wie immer Schnickschnack, stellen sich mit Lamas zum Fotografieren in Positur - „un Sol, Amigo“. Der prächtige Plaza de Armas mit den dominierenden Kirchen, die Kathedrale und La Compania, wirkt bei diesem gleißenden Sonnenschein zauberhaft. Alle Eindrücke lassen sich nicht auf einmal aufnehmen. Steigt man die Stufen zum Kirchenportal empor, muß man tief durchatmen - 3 400m!

Im Moment belästigend wirkende Andenkenverkäufer belegen uns stetig. Zum Glück haben wir noch viel Zeit, uns in Ruhe umzusehen.
Bei einer Mixtur aus exotischen Straßenszenen, pausenlosen Autohupen, Wärme, Gerüche, kontaktfreudigen Menschen, stetigen Augenblicken versuchen wir Geld zu tauschen (Reiseschecks nicht angenommen), besorgen Eintrittskarten und suchen nach den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Mit dem Sammelticket für 10 $ erhalten wir auch Einlaß zur Kirche San Blas, hervorragend fällt dort die holzgeschnitzte Kanzel auf, die ein Indianer in 4 Jahren fertigstellte.
Der Schauwert der 7-Schlangengasse wird durch infernalische Gerüche der dortigen Bedürfnisanlage geschmälert, so treibt es uns wieder abwärts zur Kathedrale, eine mächtige Kirche von 85 x 46 m mit einer 6 t schweren Glocke. Das lichte, mächtige Kirchenschiff mit seinen Seitenaltären ist mit über 300 Gemälden geschmückt. Der vergoldete, aus Zedernholz geschnitzte, wertvolle Altar, wird leider von einem mit Silberblech verkleideten Hauptaltar verdeckt. Ebenso das Chorgestühl ist aus Holz geschnitzt und zeigt 40 lebensgroße Heilige.
La Compania ist äußerlich und im Innern noch prächtiger, vergoldete, geschnitzte Barockaltäre mit korkenzieherförmigen Säulen beeindrucken gewaltig.
Die Museen heben wir uns für Regentage auf. Also sitzen wir auf dem Balkon eines Cafés und schauen dem Treiben auf dem Platz zu. Während wir im Coca-Tee rühren, läuft vor uns eine bunte Theatervorstellung ab.

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Abends bezahlen wir preiswert unsere kommenden Touren beim Veranstalter und sitzen dann bei Volksmusik in einer Steinofenpizzeria. Der Wirt erzählt uns von seinen Besuchen in Bremen. Heimwärts regnet es, so liegen die Liebenden unter Arkaden. Die Nacht war wieder laut.
07.02.1998
Per Auto fahren wir empor zu der Ruinenfestung Saqusaywaman. Riesige Steinquader sind so sauber zu Mauern gefügt, daß keine Rasierklinge dazwischenpaßt. Der größte Stein wiegt 360 t! Ob schon vor der Inkazeit - und wie gebaut, zu welchem Zweck errichtet, es bleibt bis heute undurchdringliches Geheimnis. Die meisten Blöcke sind abtransportiert und zum Bau in Cusco verwendet worden. Trotzdem ist ein Bauwerk zu bestaunen, rätselhaft und monströs: Sonnenuhr, Opferstätten, schlangenförmige Blutrinnen zum Innern des Tempels, Lebensmittelspeicher, Tempel und Rutschbahnen.
Wir besuchen noch weitere geschichtsträchtige Ruinen vor der Kulisse eines mächtigen Bergpanoramas und zum Schluß das Bad der Inka. Handarbeiten werden von Indianern feilgeboten, die später unter dem halben Preis erhältlich waren.
In einer volkstümlichen Quinta essen wir Nationalgerichte: Rocoto relleno, mit Hackfleisch und Gemüse gefüllte Paprikaschoten; Chicharones mit Choclo - fritierte Schweinshaxen mit Maiskolben. Es schmeckt gut, hat aber durchschlagenden Erfolg.
Dann schlendern wir durch die Markthalle, ein buntes Kaleidoskop von Menschen, Tieren, Farben, Gerüchen, Geräuschen und Angeboten. Von 12 schwarzhaarigen Mädels, die frischgepreßten Fruchtsaft gestikulierend präsentieren, suchen wir uns drei aus und probieren je eine Sorte.
Vor dem Bahnhof ist Markttag, da wird noch eins draufgesetzt. Lebensfrohes, lebendiges Cusco!
Die Freundlichkeit der Menschen ist erstaunlich, man winkt und lächelt uns zu, sobald Interesse gezeigt wird. Mobile Schuhputzerjungen umschwirren unsere Schuhe ständig. Wie macht man es klar, daß die Imprägnierung kein Fett verträgt?
Im Kloster Santa Catalina überrascht uns ein 7-jähriger Museumsführer, der perfekt im Reden, Gestik und Mimik die Besucher informiert.

08.02.1998
Ein Bus fährt uns zum bekannten Markt nach Pisac. Die Berge sind wolkenverhangen, es regnet etwas. Tief unten im Urubambatal liegt der gleichnamige Ort. In Pisac herrscht reges Markttreiben. Bei dem trüben Wetter leuchten die bunten Trachten der Indios. Es drängen sich Händler und Kunden, Lautsprechergeschrei, Musik, die Waren werden angepriesen. In den Garküchen brutzeln Fleischstücke und choclo, es wird u.a. mit vielen Kräutern, Blumen, vielen Arten von Kartoffeln, Obst und Gemüse gehandelt. Preisgünstig gibt es Felle und Souvenirs. Es regnet heftig, so retten wir uns von Foliendach zum nächsten. Deshalb verzichten wir auf den Ausflug zu den Ruinen.
Auf den Bus müssen wir eine Stunde warten, dann erreichen wir die Inkafestung Ollantaitambo. Im Nachmittagssonnenschein stehen wir vor den Resten einer Anlage, die den Berghang emporstrebt. Stufen, Terrassen, Ruinen soweit man nach oben blickt, teilweise von Sukkulenten überwuchert. Schwitzend und schnaufend klettern wir die Steintreppen herauf und sind beeindruckt vom Rundblick: der tiefe Taleinschnitt, darin verloren das ärmliche Dorf und eine Vielzahl von Mauern, die einmal Menschen gefügt haben.
Die Weiterfahrt durch’s Urubambatal ist genüßlich für die Augen, die schroffen Berge über dem blühenden Tal, schmeichelhaft beleuchtet von der warmen, tiefstehenden Sonne. Von dort aus quält sich der Bus wieder auf 3 800 m Höhe über den Bergkamm, nun blickt man über 1 000 m hinab in’s Tal, dicht über uns üppige Wolken, die noch heute Morgen die Sicht behinderten.

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In Chinchero, kurz vor der Dämmerung, warten immer noch Händler mit ihren mannigfaltigen Auslagen auf uns. Das Bummeln auf dem abendlichen Kirchplatz und dem Markt mit Blick auf die untergehende Sonne hinter den Bergketten ist ein lohnender Abschluß.
Vor Fahrtende liegt das funkelnde Lichtermeer Cuscos unter uns, dort werden wir uns noch etwas die Beine vertreten.
09.02.1998 - Auf zum Inka-Trail!
Das bedeutet, 5 Uhr aufstehen und mit dem Bus wieder ins Urubambatal zu fahren. In Urubamba ist es sommerlich warm, wir frühstücken unter blühenden Hibiskusbäumen. Bis zum Fahrtziel „KM 77“ kommen wir nicht. Der Nebenfluß hat die Brücke weggespült. Ein Bus hat sich schon im Wasser festgefahren. Also laufen wir über die Eisenbahnüberführung und steigen in ein Colektivo um. Zusammengefercht werden wir eingestaubt und durchgerüttelt, die Räder haben bis zum Abgrund aber immer noch eine Handbreit Geröll unter sich, Aussteigen! Wir formieren uns, Gepäck aufsatteln, Träger nehmen Verpflegung und Zelte auf, mit uns wandern eine Gruppe junger Chilenen und zwei Brasilianer. Eine schaukelnde Hängebrücke quert den Urubamba und wir werden wieder an Nepal erinnert. Der Weg steigt aus dem Tal (2 300 m). Es ist schwülwarm, ein gelegentlicher Nieselschauer ist angenehm.
In der Landschaft blüht es farbenprächtig, vielgestaltig sind hier die Pflanzen: Gladiolen, roter Salbei, die blütenverschwenderische Cassia, Ginster, aufsitzende Tillandsien aller Größen, Bromelien und wieder die robusten, 1 ½ m hohen, kräftigen Agaven. Es ist ein abwechslungsreicher, schöner Wanderweg inmitten hoher Berge.
Es kommen ärmliche Hütten in Sicht, Kinder betteln, die Mittagspause ist willkommen, als eine Bergwiese dazu ausgesucht wird. Die Kinder geben uns eine lustige Vorstellung.
Später schauen wir auf die Ruinen von Llagtapata und steigen im Tal des Rio Cusichaca bis Wayllabamba. Dort rettet Jürgen einen Ziegenbock vor einem bösen Hund.
Dieser Zeltplatz liegt auf 3 000 m Höhe. Nach Genuß von Coca-Tee unterm Grasdach erfrischen wir uns am Bach. Beim Abendbrot blakt die Benzinlampe gewaltig (Peru-Patent: Konservendose mit Putzlappen und Kerosin gefüllt). Hunde, Katzen, Schweine lauern hinter unseren Bänken auf Essensreste.
In der Nacht trommelt ausgiebiger Regen auf das Zeltdach, stellenweise sind die Sachen im Zelt naß.

10.02.1998
Gegen 7 Uhr marschieren wir los. 1 500 Höhenmeter müssen wir unsere Rucksäcke nach oben schleppen! Wie gut haben es die Wolken, sie liegen auf den Bergen auf. Schwitzend, tief atmend, krauchen wir weiter. Zunächst durch einen dunklen tropischen Bergregenwald, zottig hängen Flechten und Lianen von den schorfig-flattrigen Rinden-Bäumen. Kein Quadratmeter Himmel ist sichtbar. Jetzt regnet es wieder mächtig. In unseren Regenanzügen stört es uns nicht. Das Wasser von oben wäscht den brennenden Schweiß aus den Augen.
Der Wald bleibt zurück und macht einem blühenden Steingarten Platz. Durch Nebelschwaden erkennt man den Paß Warmi Wanuska auf 4 200 m. Gegen eine Rast da oben ist absolut nichts einzuwenden. Während wir dort sitzen und auf den letzten warten, jagen die Wolken über den Grat.
Weiter geht es ‘zig Stufen abwärts, nämlich 900 Höhenmeter, bis über den Rio Pacaymayo. Später, beim Mittagsmahl, regnet es wieder kräftig, oben erkennen wir die Ruinen von Runcurakay.
Überall rauschen Wasser von den Bergen und inmitten der Wolkenfetzen sieht alles etwas geheimnisvoll aus. Unten liegt ein See, der bei Sonnenschein sicherlich postkartenblau geschimmert hätte.
Der Zeltplatz hat einen wabbernfeuchten Untergrund, wir ziehen Gräben. Als wir uns nach dem Essen im Gemeinschaftszelt zum Schlafen begeben, kann man im Mondschein die herrlichen Berge sehen.

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11.02.1998
Im Regen laufen wir dennoch los. Es geht bergauf zum Paß 3 800 m, Aufstieg Steintreppen, Abstieg Steintreppen! Es kommen die Ruinen Sayacmarca in Sicht. Im wechselnden Nebel gespenstisch anmutende Ausblicke! Die Pfade sind von den zottigen Urwaldbäumen fast zugewuchert. Regen. Es tropft, trieft, rauscht von den bewachsenen Felsen. Steig und Bach werden eins.
Die Inkas haben für ihren Weg auch Naturtunnel ausgewählt.
Vorbei an den kunstvollen Ruinen von Phuyupatamarca (3 600 m) geht es nun durch tropischen Regenwald aber tausende hohe Steinstufen bergab, bergab, bergab bis es im rechten Knie sticht.
An einer ernüchternden Stromleitung ist der romantische Weg erst ‘mal zu Ende, und wir steigen in einer Herberge ab. In einem Schlafsaal wird genächtigt. Der Führer erzählt in spanisch und englisch über die Geschichte der Inkas und malt es an eine Schultafel.
Zwei Österreicher und zwei Bayern erzählen uns ihre Erlebnisse aus Patagonien und Huaraz.
12.02.1998
Schon um 5 Uhr ein vorsichtiger Blick in das Tal: zwischen Nebelschwaden blauer Himmel! Nichts wie los. Auf dem Weg lohnen schöne Fernblicke auf Eisspitzen und auf den so tiefen Urubamba, der übrigens später Ucayaly heißt und zum Amazonas wird.
Am Berghang wuchert Urwaldflora, stellenweise sind Ruinenreste überwachsen, Schmetterlinge taumeln in der Morgensonne. Aber wir klettern wieder über Steintreppen.
Am Sonnentor (Intipuncu) blicken wir unvermittelt in die Tiefe auf Machu
Picchu, die geisterhafte, verlorene Inkastadt. Wie man es sich vorgestellt hat: inmitten dunkler Berge, umspült vom tosenden Urubamba, zwischen Nebel, Sonne und Schatten liegen die Felspyramide des Huaina Picchu und herum die Ruinen und grünen Terrassen.
Ein Dresdner namens Ulf spricht uns an. Er hat zum Schutz vor Diebstahl seinen neuen Fotoapparat arg demoliert und mit Pflaster verklebt.
Wir steigen abwärts zum Aussichtspunkt und lassen den malerischen Flecken überwältigender Schönheit auf uns wirken. An der Kontrollstelle müssen wir Rucksäcke abgeben, Erklärungen über uns ergehen lassen, und dann lösen wir uns von der Gruppe, um diese eigenartige Ausstrahlung zu genießen. Der Touristenzug hat Verspätung. So sind wir fast allein und streunen zwischen den Ruinen, Treppen und Terrassen herum. Die Sonne brennt dabei senkrecht von oben. Die Deutung vom Zweck der Bauten sind wissenschaftlich nicht erwiesen, Bezeichnungen hören sich gut an, sind jedoch nur Vermutungen. Es ist doch schön, daß es noch ungelöste Rätsel gibt. Nur eins ist sicher: 1450 erbaut, erst 1911 von Bingham entdeckt und nie von den Spaniern erobert.
Nach Mittag treffen die Besucher ein, da streben wir zum Ausgang und fahren mit dem Bus auf engen Serpentinen hinab in den Ort Aquas calientes.
Ein Indiojunge rennt geradewegs nach unten und grüßt an jeder Kehre mit „Good bye“. Außer Gelächter erhält er am Ende einen lohnenden Obulus.
Der Urubamba tost mit meterhohen braunen Stromschnellen vorbei, während wir an der Bahnstation wieder ein unbeschreibliches Treiben beobachten können. Vor dem Freisitz einer Gaststätte - auf dem Bahnsteig - lassen wir es uns gut gehen bis der Zug abfährt. Es regnet wieder tropisch. Ein Mädel besorgt mir ein T-Shirt in XXL-Größe. Sie hat’s einfach mit Kugelschreiber hineingemalt. Gegenüber zerhackt eine alte Frau auf dem Hackklotz Fleisch in Stücke. Ein Junge verkauft völlig zerflederte Postkarten mit unmöglichen Motiven für un Sol. So macht uns bis jetzt die Verspätung des Zuges nichts aus.
Er kommt angeschaukelt und ein heilloses Drängen beginnt... Stehplätze sind angezeigt. Leider dämmert es schon, als wir uns durch das romantische Tal zwängen: über 1 000 m hohe Steilwände, gerade Platz für Fluß und Schienenstrang, Notbrücken queren Wasserfälle, die Passage halb zugewachsen.
In Ollantaitambo steigen wir in den Touristenzug. Hektik. Mit Rumpeln und Schaukeln kämpft er sich höher, wieder auf 3 400 m. Das erleuchtete Cusco ist in Sicht, aber er fährt noch 50 min im Kreis und mehrmaligen Zickzack, bis er hinab zum Bahnhof rollt. Der Reisevermittler holt uns ab, noch Duschen und ohne Abendbrot ins Bett.

13.02.1998
Bei Sonnenschein bummeln wir wieder durch das liebe Cusco, in einer Quinta essen wir Forelle und suchen dann das Kloster Santa Domingo auf. Alte Mauern, Schattenspiele und interessant bearbeitete Steine finden wir hier. Wir treffen die Chilenen vom Inka-Trail zu ihrer großen Freude.
Am besten gefällt uns die Kirche Santa Catalina mit ihrer klaren Übersichtlichkeit und Ausleuchtung.
Im Inka-Museum erfahren wir viel über die Inka-Kultur, wie Trachten, Werkzeuge, Medizin und erschauern bei den Mumien.
Über den Dächern der Stadt schreiben wir 16 Ansichtskarten (à 4 DM), aber Briefkästen gab es im Lande nur 3 x.
Abends trinken wir Pina Colada bzw. Pisco sour bei Live-Musik.
14.02.1998
Zur Bahnfahrt nach Puno lassen wir uns pünktlich abholen, der Zug hat aber Verspätung. Für die 390 km läßt er sich 12 Stunden Zeit. Soll er, es gibt bei Sonnenwetter viel zu schauen, es wird Speis und Trank serviert und Musikgruppen übertönen das Gerumpel.
Der Fluß heißt hier noch Vilcanota, später bekannterweise Urubamba. Im Tal teilt er sich den Platz mit Viehweiden, Kartoffel- und Maisfeldern, ärmlichen Hütten und Agaven.
Fauchend stößt die Lok gewaltige schwarze Rauchwolken aus, Hunde rennen wie immer kläffend nebenher und Dorfbewohner werfen mit Wasser gefüllte Plastbeutel durch geöffnete Zugfenster. An Haltestellen wird gleich Markttag gehalten.
Die Bergspitzen sind teilweise verschneit. Ullis Höhenmesser zeigt 4 313 m, Haltepunkt am La Raya-Paß, der zweithöchsten Eisenbahn-Paßquerung.
Ab hier fließt der Fluß neben den Gleisen mit unserer Fahrtrichtung und nun nicht mehr in den Amazonas (Atlantik), sondern zum Pazifik.

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Danach geht die Fahrt durchs paramobewachsene Altiplano um 4 000 m Höhe. Heiße Quellen dampfen in der Kühle, endlose Weite mit dramatischen Wolkenbildern, einige Lamas oder Alpacas (den Unterschied lerne ich nicht) grasen, man fährt an verlassenen Lehmkaten vorbei. Abends langen wir in Juliaca an. Entlang der Schiene ist ein großer katastrophaler Gerümpelmarkt zu sehen, Müllberge türmen sich in der Stadt. In Puno endet die Fahrt, wir finden das Auto und fahren zum Hotel. Die Straßen verstopfen Schaulustige des Teufelsmaskenfestes.
Sogleich machen wir uns zum Plaza de Armas auf, bekommen ein Glas Bier angeboten. Kapellen mit zahlreichen Tubas ziehen durch die Stadt, im Sog tanzende Menschen.
Essen frischen Fisch aus dem Titicacasee, treffen den Dänen Peer und begleiten die Blaskapellen mit den freundlichen Menschen.

15.02.1998
Puno wirkt nach Cusco auch bei Sonnenschein fade. Wir suchen einen Tourenveranstalter auf, zwecks Fahrt und Aufenthalt auf Taquile, besuchen den Markt, sehen eine schmucke Kirche aus Holz und weißen Steinen und bummeln durch’s Gewühl zum Hafen. Der Titicacasee hat sich heute fein herausgeputzt und strahlt im leuchtenden Blau, so lassen wir uns zu einer Bootsfahrt für 1,40 DM überreden.
Vom Aussichtsberg mit der Statue des Inka Capac schauen wir über Puno und den Titicacasee.
16.02.1998
Wir sitzen auf dem Dach des Bootes, welches uns in 3-4 Stunden zur Insel Taquile bringt. Die Sonne scheint, den Himmel schmücken markante Wolken, die Farbe des klaren Wassers wechselt von Grün nach Blau. Immerhin liegt der
10° C kalte See 3 812 m hoch, ist 170 km lang, 274 m tief, hat 80 cm Gezeiten und ist der höchste schiffbare See (15 x Bodenseefläche).
Zunächst kommen die schwimmenden Schilfinseln der Uros-Indianer in Sicht. Das Schilf (Totora) ist Baustoff, Brennmaterial und Nahrungsmittel für sie. Auf den künstlichen, aus Schilfbündeln verdichteten Inseln, stehen Hütten, liegen ihre Schilfboote (Balsa) zum Fischfang. - Was für Fotomotive unter diesem Himmel! Wir betreten den schwankenden Untergrund und sehen den armen Uros bei Handarbeiten zu, die sie natürlich sogleich feilbieten. Einen Wandbehang kaufen wir und denken an eine andere Welt. Mit einem Balsaboot lassen wir uns um die Insel schippern und probieren Totorawurzeln.

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Die Luftperspektive - einfach bestechend: hier Fata Morgana am Horizont, dort glitzern weiße Bergspitzen aus Bolivien herüber, Wolken und Wasser faszinieren mich.
Auf der Insel Taquile geht es erst einmal in der Mittagshitze 530 Stufen nach oben. Zutrauliche Kinder fragen nach Caramelos. Das haben wir pfundweise mitgenommen, aber im Moment Unlust, es vorzukramen.
Am Ende der Treppe ein steinerner Rundbogen. Da stehen sie schon, die strickenden Männer. Ein Foto kostet un Sol. Jeder versucht, einen kleinen Teil unseres Geldes in seinen Besitz zu bringen, z.B. durch Verkauf von Handarbeiten.
Die Schlafstatt für eine Nacht ist äußerst rustikal, zum Öffnen der Tür mußte ein Kind durchs defekte Fenster geschoben werden, der nächtliche Gewitterregen ist dank Wellblechdach nicht zu überhören.
Der Aufstieg zum höchsten Punkt der Insel (400 m) bietet eine fantastische Aussicht bis Bolivien. Absolute Stille, Farbspiele, unter uns eine Siedlung ohne Straßen, ohne Hunde, überall aus Stein errichtete Mauern mit Kakteen, Terrassenfelder mit blühenden Kartoffeln. Die Sonne verschwindet hinter Gewitterwolken.

17.02.1998
Auf der schönen Insel wandern wir zu Ruinen, beschenken Kinder, erfreuen uns am Panorama. Sogar ein Bad wird im kalten Wasser riskiert.
Während der Rückfahrt verschlechtert sich das Wetter. Abends beziehen wir ein billigeres Hotel und hören noch Volksmusik.
18.02.1998
Auf dem Markt kaufen wir Obst, die vielen, teils metergroßen Fische liegen in der Sonne. Mit einem Colektivo fahren wir zum Flughafen nach Juliaca. Aber für den Flug nach Lima ist kein Flugzeug da.
Aufregung!
Italiener wollen über Lima heimfliegen. Sie zeigen zweihändig mit 10 Fingern der Schalterbeamtin den Vogel und lassen lautstark Kaskaden von Schimpfwörtern los. Das läßt diese ganz gelassen: Manana und Schulterzucken.
Aero Peru läßt uns ins teuerste Hotel der Reise fahren, morgen geht es weiter. Ulli kann in Ruhe seinen Darm pflegen. In der unberührten Stadt schauen wir uns um, kaufen Kuchen und essen diesen in einer Spelunke zur Cola. Der Budiker wußte um Deutschlands Wiedervereinigung.
Einen Verkehrspolizisten auf der Kreuzung fragen wir nach dem „Royal“. Er begrüßt uns mit Handschlag, führt uns stracks dahin. Ein Marktbesuch an der schon zitierten Eisenbahnstrecke ist haarsträubend: werkelnde Friseure, meterweiße rostende Eisennägel, leere Flaschen, Mumien von Lamaföten und Hühnern, zentnerweise Säcke mit Konfetti, eine Schubkarre voller Fleisch, Hunde, Unrat, Kinder, Gerüche, Geräusche, Staub, Fahrradtaxen, verstopfte Straßen, Hupen...
Einige rufen Gringos, die meisten sind freundlich.
Im Cafè liefert die Polizei den Kuchen an.

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19.02.1998
Wir steigen auf das Dach eines heruntergekommenen Hotels. Der Chef führt uns nach Startschwierigkeiten bereitwillig. Von oben gelingen gute Fotos vom Markt. Der Zug fährt ein, wer seinen Stand nicht wegräumt, wird umgeworfen.
Die Kirche aus Naturstein ist sehenswert. Daneben werden entlang einer Straße hunderte alte Singer-Nähmaschinen angeboten.
12.40 Uhr sollte der Bustransfer zum Flughafen stattfinden, welche 13.40 Uhr fliegen soll. 13.15 Uhr kommt ein Kleinbus. Er kann aber nur 1/3 der Leute mitnehmen und muß 3 x fahren. Am Flughafen ist kein Flugzeug da. Dafür läßt man eine Kapelle aufspielen. Durchsage: Maschine soll 20 min später eintreffen. Ein schwarzer Hund trabt über das nasse, leere Flugfeld ohne Eile. Manana ist auch ein Urlaubstag.
Mit mehr als 25 Stunden Verspätung fliegen wir nach Lima. Die Boeing 727 wird kräftig durchgeschüttelt. Mit Taxi geht’s zum Busbahnhof. Ulli und Jürgen ergattern gleich ein Ticket für 22 Uhr nach Huaraz. Ein Polizist hilft uns. Gepäckaufgabe. Wir gehen zum Chinesen um die Ecke essen. Was wir auf dem Teller zurücklassen, holen sich zwei Bonbonverkäufer. Im Bus kann man schlafen, wenn man den süßen Kaffee ablehnt. Bei Ankunft in Huaraz dämmert es gerade, die Schlepper reizen uns mit ihrer Hektik: Taxi, Hostal, Taxi, Hotel...
Zuletzt ziehen wir bei „Edward’s Inn“ ein.
Huaraz (3 090 m), der Hauptort im Santa-Tal und Ausgangspunkt für Touren in die Cordillera Blanca, die sich hier über 4 000 m vom Tal aus erhebt, 1970 vom Erdbeben völlig zerstört, entwickelt sich zusehends zum Touristenort.
Das schöne Wetter veranlaßt uns, gleich aufzubrechen in Richtung Lagune
Arhuac unter den weißen Bergen. Per Taxi fahren wir bis zum Begräbnistempel Wilkahuain. Er stammt aus der Zeit ab 200 vor Christus und ist mit steinernen Köpfen verziert. Von da klettern wir 1 000 m höher, um auf Huaraz und die Bergketten einen schönen Blick zu haben. Bis zur Arhuac sind es noch 500 Höhenmeter - es ist nachmittags - wir kehren um. Nach dem Abstieg ergattern wir ein Colektivo, dieses bringt uns zum Thermalbad Monterrey. Gut gekleidete Indios fotografieren uns im Bus mit ihren Kindern. Im heißen Wasser von Monterrey macht baden Spaß (Von den Schlangen in der trüben Suhle erfahren wir erst hinterher.). Die Heimfahrt im überfüllten Kleinbus war wieder Peru pur. Wie immer müssen wir Teilnehmerlisten für die Polizeikontrolle ausfüllen.
Nun haben wir noch Lebensmittel und Benzin für den Santa-Cruz-Treck einzukaufen. Dazu dürfen wir hinter die Ladentafeln und die Dinge auswählen.

21.02.1998 - Der Santa-Cruz-Treck
ist die beliebteste und schönste Tour durch die Cordillera Blanca. Um 7 Uhr starten wir mit dem Colektivo nach Yungay. Ein hübscher Ort. 1970 wurde er völlig von einer Eislawine des 18 km entfernten Huascaran (nach einem Erdbeben) verschüttet.
Umgestiegen wird in einen kleinen Bus, dieser ist völlig überfüllt. Auf dem Dach türmt sich meterhoch nochmals Gepäck. Es ist eng, laute Musik klirrt, es riecht peruanisch, stetig fahren wir bergauf. Angehalten wird nur, um neue Fahrgäste aufzunehmen oder um Plasttüten mit Wasser zu füllen, diese werden dann in den Siedlungen nach Mädels geworfen. Die Ausblicke sind fantastisch, eine blühende, grüne Bergwelt. Bei der Einfahrt zum Huascaran-Nationalpark löst Ulli Eintrittskarten. Am grünen Llanganuco-See ragen die glatten Felswände senkrecht weit über 1 000 m hoch, Wasser stürzt tosend herab. Dann fahren wir mit dem überladenen Bus auf dem schmalen Schotterweg die steile Felswand bis auf
4 800 m hoch. Die Wolken hüllen den höchsten Berg Perus ein, trotzdem begeistert diese atemberaubende Kulisse.
Das Vehikel muß mehrmals zurückstoßen, um die schmalen Kurven zu meistern. Der Paß wird gequert. Dann geht es wieder in ewigen Serpentinen - vorbei an unzähligen Wasserfällen abwärts.
Ab Yaqueria (3 710 m) laufen wir. Packen vorher um, füttern verhungerte Katzen und Hunde und folgen dem Flußlauf. Um die ärmlichen Hütten betteln Kinderscharen nach Caramelo, Erwachsene nach Schmerztabletten. Es regnet und der Weg ist schlammig, aber die üppige, blühende Vegetation wertet alles auf.

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Im Huaripampa-Tal (3 740 m) zelten wir. Dazu suchen wir einen rinderkotfreien Untergrund, der auch noch trocken sein muß, das ist nicht einfach. Ein idyllischer Platz, der bei guter Sicht traumhaft schön sein muß! Zeltaufbau, Kocherreparatur, Ulli kocht ein Reisgericht und Jürgen vertreibt mit Geschrei und Taschenlampe die neugierigen Rindviecher. Die Bananen und der übrige Reis im Topf werden in der Nacht aufgefressen - ohne Spuren.
22.02.1998
6.00 Uhr, der Regen läßt nach. Nach üblichen Kocherproblemen Frühstück und Abmarsch. Nun geht es auf schlammigen Pfaden (Santa-Cruz-Dreck), manchmal sind es gar keine mehr, 1 000 m aufwärts zum Paß Punta Union (4 750 m) durch eine grandiose Bergwelt. Den Ausblick auf die Gletscher der Berge geben die Wolken nur gelegentlich frei, dafür stürzen die Wasser überall hundertfach über die Felswände zu Tal.
Es zieht sich hin, mühsam geht es Schritt für Schritt wie im Bachbett nach oben. Wann kommt er denn, der Paß?! Wieder eine Kante und im Nebel geht es weiter höher. Jürgen kommt zurück und nimmt Petras Rucksack ab. Dann ist es geschafft. Blick ins Tal des Santa-Cruz, rechts halb in den Wolken der Gletscher des Taulliraju, da donnern die Eislawinen in den grünen See. Beidseitig des Tales die 6 000er, aber leider nur schemenhaft zu sehen.
Wir bauen die Zelte auf einer Alm in 4 100 m Höhe auf. Wolkenschwaden jagen vorbei, Ulli kocht leckere Spaghetti, Jürgen muß wieder Rinder verscheuchen.
In dieser Nacht schlafen wir 10 Stunden.

23.02.1998
Nach dem Regen der Nacht haben wir Sicht auf die Berge. Im Tal geht es durch eine herrliche Landschaft nur noch abwärts. Vom tiefblauen Himmel scheint die Sonne, über die hohen Bergflanken rauschen überall die glitzernden Wasser. Pferde grasen auf saftigen Wiesen und viele Blumen säumen den langen Weg. Auf der rechten Seite strahlt die weiße Pyramide des Alpamayo. An der breitesten Stelle des Tales queren wir den Rio Santa Cruz. Ohne Schuhe und Hose waten wir durch die eiskalten, strömenden Flußläufe. Nach dem malerischen See Jatuncocha müssen wir wieder links Geröllfelder passieren. Immer steiler geht es bergab, seit Stunden hören wir nur den tosenden Fluß, der durch diese Schlucht, inmitten einer urwaldähnlichen Vegetation stürzt. Ein Regenschauer und stellenweise Nebel oder aufsitzende Wolken tauchen diese Gegend in eine geheimnisvolle Szenerie. Jetzt würde man gern eine Pause einlegen, aber blutgierige Stechfliegen fallen erbarmungslos über einen her.
Schlagartig, nach 8 Stunden Abstieg, endet die Schlucht und man steht in einer fruchtbaren Ebene vor der Siedlung Cashapampa (2 900 m). Eukalyptusbäume, Agaven und Opuntien säumen den Weg, unten stehen Lehmkaten. Die Einwohner haben sich vor einer Blaskapelle versammelt, um Rosenmontag zu feiern. Nicht alle blicken uns freundlich an. Wir verschenken einige Dinge, erfahren dabei vor einem Haus die willkommene Nachricht, daß noch ein Colektivo nach Caraz fährt (2 300 m), und wir die 5 Stunden nicht laufen müssen. Das Vehikel rumpelt dann noch 2 Stunden auf einem einmaligen Fahrweg hinab. Die Spur- und Wasserrinnen sind ½ m tief. Dann steigt eine Frau mit einem großen Bündel Maisstroh zu, obwohl der Wagen voll besetzt ist. Der Fahrer organisiert noch ein Fahrzeug, welches uns nach Huaraz bringt. Es regnet, aber bei Edward gibt’s Wasserprobleme.
Die Fliegenstiche plagen uns noch nächtelang.

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24.02.1998
Zuerst suchen wir ein Restaurant zum Frühstücken, dann trocknen wir die Zelte. Gegen 13 Uhr erwarten wir an der Hauptstraße den Karnevalsumzug, aber das dauert. Zwischenzeitlich jagen die jugendlichen Gruppen mit wassergefüllten Eimern und Luftballons vorbei, um ihr Unwesen zu treiben. Einige haben auch Wasserfarben dabei, die Opfer sollen eingefärbt werden. Es gelingt uns trotzdem, die Zeremonie trocken zu filmen. Dabei wird geknallt, Lautsprecher plärren überlaut Musik und Ansagen, während buntgeschmückte Wagen vorbeifahren. Maskierte und kostümierte Narren winken herab. Ein lustiges Treiben!
Am Ende werde ich doch noch kräftig eingefärbt und muß mich und die alten Sachen gründlich waschen.
Am Abend öffnet der Himmel bei Blitz und Donner seine Schleusen, und die Straßen stehen ½ m hoch unter Wasser. Unter den Arkaden beobachten wir die Probleme der Autofahrer.
Für Morgen chartern wir einen Fahrer, der uns in das Gebiet der Puya raimondii bringen wird.
Letztes Problem eines Tages: Wo essen wir zu Abend? Wir entscheiden uns für eine Polleria und haben gut gewählt.

25.02.1998
Das Auto fährt uns das Santa-Tal aufwärts. Zum Puya raimondii-Nationalpark müssen wir bis zu 4 600 m hoch. Zunächst ziehen Erzförderstätten und wieder die Siedlungen mit dem einheitlichen Gemisch von Hunden, Kindern, Schweinen, Lehmkaten und Kühen vorbei. Nach Verlassen der Hauptstraße geht es auf schlechtem Fahrweg bis zum Kontrollhaus bergan. An einer kohlensäuresprudelnden Mineralquelle halten wir und probieren. Die Gegend wird zunehmend herb, in Sümpfen steht kurzes Paramogras. Dann sehen wir die aufragenden Kerzen des seltenen, epedemisch wachsenden Ananasgewächses, welches bis zu
100 Jahren alt wird. Nachdem es die gigantischen, bis 9 m hohen Blütenstände gebildet hat, blüht es zwischen Mai und September und stirbt dann ab. Dekorativ stehen sie vor dem blauen Himmel und den Bergen.
Im Anschluß statten wir der leuchtenden Lagune Querococha am Fuß des rötlichen Pucaraju (5 322 m) einen Besuch ab. Im Anblick des schönen Panoramas picknicken wir, später versuchen uns zwei niedliche Mädels frische Forellen zu verkaufen.
Bei der Heimfahrt zeigen sich noch die weißen Zacken der Cordillera Blanca.
Nachmittags wollen wir Kaffeetrinken gehen, aber es gewittert und schüttet, wir müssen warten, doch durch den Regen sehen wir vom Balkon aus Perus höchsten Berg, den Huascaran stehen (6 770 m).
Am Abend herrscht wieder rege Turbulenz im Ort. Per Taxi holen wir die Kameras, denn der Karneval wird mit Getöse zu Grabe getragen. Mit Musikumzügen werden brennende Puppen in den Fluß geworfen. Alles ist auf den Beinen.

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26.02.1998
Wegen Regen fällt die Tour zur Lagune Churup aus. Ulli bucht die Busfahrt nach Lima auf heute um. Wir verabschieden uns im Restaurant „Piccolo“ und haben eine hochinteressante Fahrt vor uns. Die Straße verläuft von 3 000 m auf 4 100 m und dann hinab auf 0 m. So sieht man nochmals das Gebirge und windet sich dann durch die 200 km lange Fortalenzatal-Schlucht. Über einer langen Brücke wird der Fluß gequert, dann sieht das Auge nur öde Berge, satte Zuckerrohrfelder, das vom Wasser verwüstete Tal und Hütten, denen man nicht ansieht, ob sie bewohnt sind.
Schließlich schlagen rechts die Wellen des Pazifiks an die Küste, ehe wir durch hunderte Meter hohe Dünen fahren, wo die Straße gefährlich in die Flanken gekratzt ist. Das ist hier die Pan Amerika. Nun nähern wir uns Lima, dem
8 - 10 Millionen-Moloch. Queren noch das mächtige Erosionstal des Rimac. Schaudern über Armensiedlungen in die täglich 1 000 wild zuziehende Einwohner ihren Müll vor die Hütten werfen...
Verkehrsgewühl, Autohupen, Hektik. Am Busbahnhof ist die lange Fahrt zu Ende. Mit dem Taxi quälen wir uns zum Nobel-Stadtteil Miraflores. Die Jugendherberge gefällt uns nicht, so nehmen wir Quartier im Hostal „Larco“, bei einer freundlichen Frau.
Oh je, ist es hier warm und schwül. Wir bummeln im Dunkeln durch hellerleuchtete Stadt, 28° C.

27.02.1998
Die Altstadt Limas ist sehenswert. Hat sie auch von ihrer gepriesenen Schönheit eingebüßt, so sind doch die schönsten Häuser restauriert. Der großzügige Plaza de Armas schmückt sich mit dem Regierungspalast (Wachablösung) und der Kathedrale. Überall trifft man auf die typischen Holzbalkone. Die große Kathedrale beherbergt die sterblichen Überreste des Eroberers des Inkareiches, Francisco Pizarro, der hier mit seinem Schwert ein Kreuz in den Sand malte und diese Stadt bauen ließ. Desweiteren findet man das wundervoll geschnitzte Chorgestühl, es soll das schönste Amerikas sein. Hinter dem alten Bahnhofsgebäude stehen Kirche und Kloster San Francisco, hier beeindrucken die Holzdecken und der farbenfrohe Kachelschmuck. Der Chor ist verschwenderisch ausgestattet und gliedert sich in viele reichhaltige Seitenaltäre. Darunter steigen wir in die Katakomben, dunkle gruselige Gewölbe mit eigenartigem Geruch, dort liegen Knochen von etwa 70 000 Menschen, die bis 1808 in Lima gestorben sind. Die Skelette sind zerlegt und je Knochenart ordentlich plaziert angehäuft. Makabre Bilder aus Knochen wurden 1975 entfernt.
Gegenüber des Congress-Centrums lassen wir uns durch das Inquisitionsmuseum führen. Außer der geschnitzten, sehenswerten Holzdecke sieht man Folterkammern und von Mönchen gequälte Wachspuppen und zugehörige Instrumente.
In der Markthalle trinken wir Saft, die großen Fische interessieren mich und überhaupt das, welches man Meeresfrüchte nennt. Folgend Postmuseum, neue Fußgängerzone, wo es die lebenden Echsen zu kaufen gibt und kommen zum schönen San Martin-Platz. Die Gebäude sind nicht mehr rot getüncht, auf dem Denkmal trotzt der Freiheitsheld, der für Argentinien, Chile und Peru kämpfte.

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Verzweifelt suchen wir einen Briefkasten, die es in Peru fast nicht gibt, weil sowieso nur wenige lesen können.
Heimwärts fotografieren wir Autowracks, die so zahlreich herumknattern.
Abends sitzen wir bei La Glorietta, Freisitz bei andiner Musik, lieblichen Platzanweiserinnen, Blumenverkäuferinnen, unter dem Kreuz des Südens und lassen es uns gutgehen.
28.02.1998
Am Pazifik schauen wir nach einer Badestelle. Zunächst befriedigt uns die Wasserqualität nicht, aber als wir die schöne Küstenstraße um das Kap laufen, entdecken wir Playa La Herradura. Sand, warmes Wasser, Wellen, so lassen wir uns nieder. Zwischen uns schwimmt eine große Robbe, Tölpel tauchen und Pelikane fliegen. Die Wellen beuteln uns ausreichend.
Im lebendigen Vorort Barranco schlendern wir am Abend. Gaststätten aller Arten, feine, stilvolle, sehr laute, teure mit Blick auf den Ozean und quirrliges Leben sind hier reichlich vorhanden. Die Qual der Wahl befällt uns wieder.
Am besten war der Eisbecher beim Italiener.
01.03.1998
Vergeblich versuchen wir uns im Strandbad gegen die Sonne zu schützen, auch unterm Schirm und Hemd rötet sich die Haut.
Nachmittag laufen wir über den Villenort Barranco, dessen Häuser aufwendig gesichert sind, zurück in die Av. Larco, später zum Sangria in die Pizza-Meile. Im Park wird getanzt, in den Kirchen geheiratet und Maler stellen ihre Bilder aus. Überall ist Leben!

02.03.1998
Stadtspaziergang, Einkaufsbummel, letztes Schlemmen im Straßencafè und irre Fahrt durch’s Verkehrsgetümmel zum Flughafen. Die restlichen Sol werden ausgegeben. 21.20 Uhr blicken wir von oben auf das Lichtermeer der riesigen Stadt.
Den Zwischenhalt in Aruba habe ich verschlafen. Im Sonnenschein blinzle ich auf die Atlantikwellen, stelle die Uhr 6 Stunden vor. Es geht uns gut beim Fliegen.
Nach 17.35 Uhr landen wir nach vielem Kreisen in Amsterdam, aber der Flug nach Berlin 19.20 Uhr ist gestrichen. Damit ist der letzte Zug ab der Hauptstadt nicht erreichbar (die Holländer sollten lieber Tulpen züchten als Fliegerei zu betreiben). Jürgen verabschieden wir zum Flug nach Bremen.
Mit 2 ½ Stunden Verspätung sind wir in Tegel. Wini und Renate warten geduldig und haben uns noch eine Nacht auf dem Hals. Im Auto gibt es Begrüßungssekt!
Vom Zug betrachtet sehen die kahlen Bäume trostlos aus. Bei uns zu Hause sind die Schneeglöckchen fast verblüht.
Alles in bester Ordnung, dank den lieben Nachbarsleuten.
Morgen beginnt der Ernst des Arbeitslebens.
Fazit:
Wie war’s denn in Peru?
Es war ein erlebnisreicher, interessanter, gelungener Urlaub. Dieses Land besitzt wirklich so viele abwechslungsreiche landschaftliche Schönheiten, die Kultur, die freundlichen Menschen... Alles hat gut funktioniert, es gab viel Spaß.
Vom Wetter her hatten wir eigentlich auch Glück - in den Bergen hätten wir uns bessere Fernsicht gewünscht. El Nino war uns gnädig. Man sollte den
Santa-Cruz-Treck im Winter wiederholen.

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Für unempfindliche Unternehmungslustige ist Peru jedenfalls ein faszinierendes Stück Erde wo stündlich erstaunliche Entdeckungen zu machen sind, wenn man die Augen offen hat.
Peru ist zu groß, um sich in 4 Wochen alles anzusehen.
 
Individuelle Reise vom 02.02.-04.03.1998