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JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL Ich war in Südamerika unterwegs, unter Anderem in Patagonien. Da ich meine Feriendaten nicht ganz mit der ausgeschriebenen Reise vereinbaren konnte stiess ich erst in Balmaceda zu der Reisegruppe. Die Strecke von Santiago nach Coyhaique legte ich im Flugzeug zurück. Eine Reisegruppe deshalb, weil ich kein spanisch spreche und zum Einstieg in diese zwei Monate fand ich das recht gut zur Akklimatisierung. Die Teilstrecke aus der dieser Auszug ist, begann in Balmaceda, führte über die Grenze nach Argentinien auf die Routa 40.
Von der Routa 40 machten wir einen Abstecher zum Rio Pinturas zu den Cuevas de las Manos und weiter durch die argentinische Provinz Santa Cruz bis El Chaltén dem Bergsteigermekka um den Mte. Fitz Roy. Das nächste Ziel war El Calafate und der Perito Moreno Gletscher, der ja zum grossen südlichen kontintalen Gletschergebiet der Anden gehört. Nur wenige Kilometer Luftlinie sind es von hier bis zum Nationalpark Torres del Paine aber für die Kilometerlange Wegstrecke braucht es rechtes Sitzleder! Wir passieren dafür die Grenze nach Chile und fahren weiter zur Küste nach Puerto Natales und Punta Arenas die südlichste Stadt des chilenischen Festlandes. Die Natur erleben wollte ich und so übernachteten wir auch häufig im Zelt, beobachteten die Tier und Pflanzenwelt und genossen die Landschaft während den langen Fahrten im Kleinbus und den tollen Wanderungen. Hier nun einen Auszug aus meinen Erlebnissen.
Von Balmaceda nach Punta Arenas
Ja ich bin wieder in Südamerika unterwegs und schon mehr als eine Woche hier und habe natürlich viel erlebt und gesehen. Der Flug von Zürich nach Madrid und Santiago verlief planmässig. Ich kam gegen Mittag in Santiago an. Mit einem Taxi liess ich mich in die Stadt fahren. Zuvor hatte mir der Herr an der Hotelrezeption genau erklärt, wo ich langgehen soll und wo besser nicht. Bin natürlich genau da gelandet wo ich nicht sollte, aber war sehr spannend - am Fischmarkt. Ausser dass es nach Fisch roch und ich die Händler nicht verstand die mir allerlei aus dem Meer anboten, war ich erstaunt wie sauber es da war. Ich hätte da also schon was gekauft, aber ich wusste nicht wie ich den Tintenfisch oder den Aal im Hotelzimmer hätte zubereiten sollen also liess ich es bleiben und ging weiter auf Entdeckungsreise. In der Stadt waren es gut 20 bis 25 Grad und ich genoss die Wärme so richtig nach dem Wintereinbruch in der Schweiz. Von der Plaza de Armas ist vieles gut zu Fuss erreichbar und nur schon das Treiben auf dem Platz lohnt einen Besuch. Erwähnenswert ist der „Cerro Santa Lucia“, ein 70m hoher Hügel und Parkanlage mitten in der Stadt.
Er ist gut zu Fuss zu erklimmen und die Aussicht über die Stadt ist wirklich toll. Bis zu den Anden konnte ich allerdings nicht sehen, dazu war das Wetter zu trüb.
Am nächsten Tag flog ich weiter nach Balmaceda / Patagonien und da sollte mich jemand vom Hotel abholen. Mein Name stand auch tatsächlich an einem dieser Stände. Ich lief folgsam hinter dem Herrn her, der unbedingt meine Tasche tragen wollte - war aber ein Kopf kleiner als ich. Nun schliesslich überliess er sie dann doch mir, brachte ich sie doch einige cm höher über den Boden als er. Ich stieg in den Kleinbus und dachte, dass das Reisebüro das doch recht gut organisiert hatte. Nach einer Stunde ungefähr rief der Chauffeur meinen Namen und bedeutete mir ich solle aussteigen - irgendwo am Strassenrand! Ich dachte schon, ob ich wohl jemand beleidigt hatte und sie mich nicht mehr im Bus haben wollten... aber zum Glück stand dann plötzlich ein Taxi da und hiess mich einsteigen. Ich tat natürlich alles - sehr folgsam. Die Menschen hier sind recht nett und mit Händen und meinem itaspenglisch hat’s recht gut geklappt. Der Taxifahrer brachte mich so richtig in die Wildnis - kleine Hütten „Cabanas“ am Fluss - recht nett - und sehr kalt. Ich hatte es schon etwas wärmer erwartet. Jedenfalls war ich am rechten Ort und meine Reisegruppe traf nur ca. 30 min. später ein. Also lernte ich meine Reisegefährten kennen. Wir sind nun zu 8 unterwegs plus die beiden Reiseleiter. Die waren doch etwas über meinen Transport erstaunt, hatten sie das doch etwas anders organisiert. Aber ich war ja angekommen. Gleich in dieser Nacht wurde ich der "Weicheiprobe" unterzogen. Ich stand natürlich eingeseift unter der Dusche als kein warm Wasser mehr kam und meine Heizung funktionierte auch nicht. So hatte ich 14 Grad in meinem Zimmer. In den Nächten darauf im Zelt war es auch nicht wärmer. Ich hab mich schon geärgert, dass ich nicht meinen warmen Schlafsack eingepackt habe. Die erste Nacht, lag ich ab 01.00 Uhr zitternd im Zelt und bin dann um halb Sechs aufgestanden - untypisch für mich aber ich hab es nicht mehr ausgehalten. Die nächste Nacht habe ich dann Wärmeflaschen bekommen und gleich meinen Ruf im kalt nehmen wieder eingebüsst. Inzwischen bin ich bei 3 Stück - Wärmeflaschen -, kann mich kaum drehen im Schlafsack dafür ist es etwas wärmer. Heute standen Grenzformalitäten an. Die Nachbarländer Chile und Argentinien teilen sich zwar einen der beeindruckendsten Nationalparks aber sonst sind Rivalitäten schon spürbar. Diesmal hatten wir zwar keine Probleme und wir liessen die Grenze hinter uns. Am Lago Blancho entlang bis zur berühmten Routa 40 genoss ich die tolle Landschaft und ich entdeckte Magellangänse, Kondore, Gürteltiere, die über die Strasse rannten, Flamingos an den Flussläufen und Guanakos. Sogar einige Pampahasen konnte ich ausmachen. Ein Highlith war natürlich die Cuevas de las Manos, die Höhlenmalereien sind schön zu betrachten und nach der langen Fahrt durch die Pampa war der grüne Canyon eine Augenweide.
Die letzten beiden Tage waren wir in El Chaltén, am Fusse des Fitz Roy, einem sehr bekannten Berg hier. Wir sahen Ihn bei der Anfahrt im Sonnenschein was eher selten sei. Die nächsten Tage aber regnete es. Leider auch beim wandern! Ich sah von unten den steilen Bergweg, der sich im Zick Zack hochwand und stimmte ernst zu als der Führer meinte es lohne sich nicht da hoch zugehen wir hätten keine Aussicht. Innerlich wischte ich mir den Schweiss von der Stirn und seufzte tief, dass ich mich da nicht hochquälen musste. Wir wurden verregnet bis auf die untersten Lagen - jedenfalls diejenigen, die kein Goretex kennen.
Gestern sind wir in El Calafate angekommen und heute zum Perito Moreno Gletscher gefahren - bei Regen! Es war trotzdem sehr imposant so nah am Gletscher zu sein. Die Spannung ob nun und wann der nächste Abbruch – man nennt es kalben - stattfindet und dann die Freude es nicht verpasst zu haben sind allemal ein Erlebnis wert. Allerdings muss man schon etwas
Geduld und Ausdauer mitbringen. Vor allem wenn man das Ereignis auch noch im Bild festhalten möchte. Aber ich kann euch sagen es entstehen tolle Bilder, selbst bei bedecktem Himmel und Regen. Das blau des Gletschers sticht dann noch fast intensiver hervor. So nun geht es gleich zum Asado - Nachtessen. Lamm vom Spiess.
Morgen fahren wir weiter in den Torres del Paine Nationalpark - drei Nächte im Zelt. Ich hoffe sehr, dass es nicht regnet und etwas wärmer ist. Übrigens heute hat sich die Temperatur verdoppelt gegen Mittag auf 8 Grad! Untypischerweise hat es heute früh geschneit. Auch hier macht das Wetter Kapriolen. Hoffe die nächsten Tage zu meinen Gunsten. Inzwischen bin ich wieder an der Westküste angekommen und hab das Meer in der Nase. Zwar sehe ich noch nicht viel davon, weil der Hafen von Puerto Natales in einer grossen Bucht - ja Fjord liegt. Von Calafate sind wir auf direktem Weg in den Torres del Paine Nationalpark gefahren. Also in der Pampa aufs Kloo gehen da habe ich ja Übung aber wenn man sich mit dem Wind drehen muss um keine nassen Hosen zu bekommen dann hört die Bequemlichkeit auf.
Jedenfalls war’s auch recht kalt, es hat geschneit. An der Grenze hat sich mein Verdacht bestätigt; Die Chilenen mögen argentinisches Fleisch, auch wenn sie es nie zugeben würden. Irgendeinen Grund finden sie immer um es zu beschlagnahmen. Sonst haben wir die Grenzformalitäten wieder recht schnell hinter uns bringen können. Die drei Zeltnächte hab ich überstanden. War nicht schlimm, auch nicht lebensbedrohlich aber sehr unangenehm. Ich habe 4 Bettflaschen in mein Schlafsack genommen um nicht zu erfrieren. Ich konnte mich kaum mehr drehen. Was man nicht alles tut um es ein bisschen kuschelig zu haben. Natürlich hat es auf unseren Wanderungen geregnet. Gestern bin ich so richtig durchnässt worden – trotz Goretex. Wie wenn mich jemand abgeduscht hätte und das den ganzen Tag lang - und dann ins Zelt. Ja, das ist Abenteuer pur.
Unserem Lieblingsspruch wurde ein Satz aus einem Zeitschriftenbericht über eine Wandertour im Nationalpark Los Glaciares den wir gelesen hatten und Symbol für unsere eigenen Erlebnisse wurde; “Nein, ernst war unsere Lage nicht, nicht lebensbedrohend, aber unangenehm“... z.B. als wir in Bajo Caracoles bei tosendem Sturm unsere Zelte zwischen abgenagten Knochen aufschlugen und unsere Reiseleiter erst mal Schwamm und Besen in die Hand nehmen mussten, um irgendwo was hinstellen zu können. Der Hund, der sein Schaafsbeinknochen vor uns in Sicherheit brachte muss wohl recht erschrocken sein. Anderseits, soo ausgehungert waren wir nun doch auch nicht. Oder als wir bei strömendem Regen durch die Wildnis stapften und von der Landschaft gar nichts mitbekamen, weil der Regen wagerecht regnete. Oder als wir danach unsere Sachen im Gemeinschaftszelt trocknen wollten und wir im Zelt immer wieder einen Schauer abbekamen wenn eine Windböe durch die Planen fuhr und das Kondenswasser abschüttelte. Ja ich hab so einiges erlebt.
Nach einer Fahrt durch die patagonische Steppenlandschaft erreichen wir nun die berühmte Magellanstrasse. Auf dem erste Stück dieser Wegstrecke wirkten die Bäume mit ihren
Bartflechten und den „chinesischen Lampions“ (andere Flechtengewächse) wie verzauberte Wesen. Auch die Estancias mit ihren Schaff- oder Rinderherden zeichneten ein malerisches Bild. Eigentlich stand noch ein Besuch einer Pinguinkolonie mit ca. 6000 Tieren auf dem Plan. Den Frackträgern war es wohl zu kalt und sie haben sich in ihre Höhlen verkrochen. Die frieren wohl auch nicht gerne. Ich konnte also höchstens 36 Tiere zählen! Wir sind nun in Punta Arenas unserem Reiseziel angekommen. Die zwei Wochen waren im nu um und so verabschiede ich mich von meiner Reisegruppe. Für mich geht die Reise weiter. Ich werde morgen 3000 km in den Pazifik hinaus fliegen auf die Osterinseln. Ich freue mich und hoffe, da etwas wärme zu tanken. Seid ihr gespannt wie es weiter geht? Na dann bis zum nächsten Mal.
Barbara
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