Datum: Montag, 28. Januar 2008, 6:02 

Hola amigas y amigos!

Die letzte Mail endete ja ein bisschen holterdiepolter, weil es plötzlich knapp wurde, die gewünschten 20 Minuten vor Abfahrt am Bus zu sein. Wir hetzten also mit vollem Gepäck zum Busbahnhof (Buergersteige mit vollem Gepäck hinaufzusteigen gilt als Trainingseinheit, nicht selten sind sie so vierzig Zentimeter hoch), darüber kichernd, dass wirs selbst im Urlaub nicht schaffen, es mal nicht eilig zu haben. Der Bus hatte 40 Minuten Verspätung.
 

Dann will ich auch noch mal kurz von meinem Trauma in der Lagune berichten. Britchen hat noch nie geschnorchelt und ich zeige ihr kurz wies geht und sie schnorchelt von dannen. Ich unterhalte mich weiter total nett mit einem pensionierten Kanadier bis er mich plötzlich fragt:"Is your daughter snorkelling for the first time?" BUAEHHHH!!!! Ich hasse ihn und schubse ihn nur deshalb nicht ins Wasser, weil er 1969 mal für 3 Jahre in Bielefeld gewohnt hat. Wer kann helfen und schickt Faltencreme?(so einen Karton, am besten gleich mit Spachtel) Schluchz, dabei trennen uns bloß 12 mickrige Jahre.

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Wenigstens sind wir in der Lagune Frank Furunkel losgeworden, unseren ungeliebten Mitreisenden. Er mutierte aus einem entzündeten Pickel in Brittas Nacken zu einem monströs entzündeten besorgniserregend aussehenden Riesenfurunkel und sie musste diverse Aspirin beim Hinflug schlucken, weil er so schmerzte. Außerdem war Britta bei der Einreise in die USA besorgt, weil Frank nicht in ihrem Pass eingetragen war. Beim Schnorcheln in der Lagune fiel er ab und wurde vermutlich von einem Fisch gefressen.
 


Wir haben auch das Kampfgeschwader Mücken hinter uns gelassen, die sich allnächtlich an Brittas linkem Arm aufwärmten, um dann mit jeweils 3 gezielten Stichen erst mein linkes und 2 Tage später dann mein rechtes Auge komplett zuzustechen. Es ist auch nicht schön, im Reisetagebuch Brittas Eintrag zu lesen:" Ich wache auf und liege neben Karl Dall...."

 Also, wir waren in San Cristobal de las Casas auf diversen Märkten, wo bunt gekleidete Indigena-Frauen aus den umliegenden Dörfern neben Obst und Gemüse (ganz lecker die Backwaren neben den frisch geschlachteten Hühnerhaufen ohne Kopf) auch jede Menge bunten Schmuck und Strickwaren verkauften.

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Sie haben lange schwarze Haare, die mit bunten Bändern zu Zöpfen geflochten sind, tragen bunte Blusen und schwarz eingefärbte Flokatiteppiche als Rock. Außerdem überrage ich sie um mindestens 40 Zentimeter, was mir immer wieder erstaunte Blicke und Gekicher einbringt.
 
 
In Chiapas sind wir mit einem Speedboot durch den Cañon del Sumidero gefahren, eine total geile Bootsfahrt: der Fluss wird immer schmaler und schließlich ragt die Schlucht rechts und links mit über 1000 m in die Höhe. In Oaxaca haben wir Weltkulturerbe bestaunt: Die Zapoteken haben von einem Berg, dem Monte Alban, die Spitze abgetragen, ihn planiert und aufwendig bebaut (zwischen 250 und 750 n.C) mit allerlei Tempeln, Observatorium und Ballspielplatz (Verlierer im Ballspiel wurden geköpft, wie gut, dass es das bei uns nicht gibt, sonst stünde es schlecht um Arminia )
 


Nun sind wir in Puerto Vallarta gelandet und wollen noch ein bisschen beachen, bevor wir Richtung Zugfahrt mit dem Chepe aufbrechen). In Puerto Vallarta sind mehr als 90 % aller Urlauber entweder berentete Amerikaner oder schwul.
Wir haben uns feist in einem Hotel mit kleinem Pool eingemietet und genießen die happy hours: Margaritas für 10 Pesos (= 1 Dollar).
 
 
Heute gab’s ein großes Highlight: Whalewatching tour mit jeder Menge Buckelwale, zum Heulen schön und so ergreifend: eine Mutter mit Baby, die allerdings wegen des Babys nicht abtaucht und man somit die Schwanzflosse nicht sehen kann, sie waren aber stellenweise nicht mehr als 6, 7 Meter vom Boot entfernt. Dann 3 Wale am Stück, die Fontänen bliesen. Dann völlige Begeisterung, als eine große Gruppe Delphine (mindestens 50) das Boot begleitete und direkt vor dem Bug herumschwammen und sprangen. Dann gab’s wieder Wale und alle standen mit den Kameras bereit und jemand rief: "Jump, Willie, jump", alles gackerte. Mein persönliches Highlight war ein schwules Paar, von denen einer rief:"Show us your tail!" und sich dann kichernd die Seiten hielt. Ich wäre fast von meiner Bank gekippt. Es gab dann tatsächlich noch mindestens 6 x Wale, die auch aus dem Wasser sprangen, riesige Mengen von Wasser aufspritzen ließen und zeigefreudig ihre Schwanzflossen präsentierten. Sensationell. Von einer weiteren Gruppe Delphine flankiert fuhren wir zurück Richtung Hafen, glücklich seufzend mit einem Rumpunsch in der Hand.

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Bueno, dass war’s so im Groben erst mal wieder, hoffe, es geht euch gut und die gröbsten Regenfluten sind abgezogen. Wer da ist, möge doch  bitte auf der Alm für mich mitjubeln!!! (Ich hoffe auch, dass ich viele Heimsiege verpasse, Markus )
 
Besos, Eure Gabi