Sonntag, 25. September

 

 

Wir marschieren wieder gegen 08.00 Uhr los. Der Weg führt aufwärts zwischen den Lavablöcken hindurch. Es ist nicht so steil wie am Vortag. Es scheint auch wieder die Sonne, und weil wir uns schon gestern an einigen Stellen, z. B. Oberkante Ohr oder Handrücken verbrannt haben, passen wir auf und cremen nach. Unser Führer geht rücksichtsvoll langsam, so dass die Wanderung nicht übermässig anstrengend ist. Wir stoppen für Wasserpausen und werden so nach und nach von den Trägern und anderen Gruppen überholt. Zur Lunchpause erreichen wir die Weggabelung (4.200 m) zum Lavatower. Dorthin sollt man gehen, damit man sich besser an die Höhe anpasst. Der Lunch besteht wieder aus Marmeladentoast, Ei, einer Orange und Saft. Wir folgen dem Weg weiter zum Lavatower (4.800 m), ohne Kopfschmerzen zu haben. Trinity hatte unterwegs Bedenken, aber es war wohl eher die Sonnencreme, die ihr in die Augen lief. Am Lavatower sind wir dem Schnee und dem Berg schon sehr nahe. Nun folgt ein sehr langer Abstieg zum Barranco Camp bei 3.900 m. Gegen halb fünf kommen wir endlich an. Es ist anstrengender, bergab zu gehen, weil wir ständig aufpassen müssen, dass wir nicht ausrutschen. Wir nutzen das letzte Licht des Tages zum Waschen und zur Toilette. Das abgekochte Wasser macht sich in seiner Wirkung langsam bemerkbar. Ausserdem schmeckt es erbärmlich, obwohl wir noch Orangengeschmack-Vitamine reinwerfen. Zum Abendessen gibt es Nudeln und Rind. Danach verkriechen wir uns in die Schlafsäcke und pennen.
 
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Montag, 26. September

 

 

Irgendwie macht Camping keinen Spaß. Wir frieren früh und abends wie die Schneider. Heute haben wir immerhin so lange gewartet, bis die Sonne unser Zelt beschien und sind dann erst herausgekrochen. Israel Hands hat zusätzliches Pech. Sein Zelt hat auch kein Überzelt, was nämlich besser wärmt und isoliert. Nach dem Frühstück begannen wir, den 200 Meter hohen Barranco Wall zu erklettern. Der ist als einziges Hindernis richtig steil. Der Anstieg hat auch den Namen „Breakfast Wall“, weil man ihn nach dem Frühstück erklettert und weil viele oben ihr Frühstück wiedersehen. Wir müssen teilweise unsere Stöck weglegen und mit zwei Händen klettern. Nach anderthalb Stunden war es geschafft, und nun ging es über leichtes Auf und Ab zum Karanga Valley – Camp. Das sollte eigentlich das Tagesziel sein, aber da wir mit der Höhe bis jetzt keine Probleme hatten, entschieden wir uns, eine Nacht auszulassen. Das hieß zwar, gleich bis zum Barafu-Camp weiterzugehen (nochmal drei Stunden leichtes und mittleres Aufwärts), aber das schien uns weniger anstrengend als eine weitere Nacht auf einem kalten Plateau. Auch hätten wir gar nicht gewußt, was wir da hätten tun sollen. Da wir nun einen Tag sparen, haben wir uns bei unserem Guide Musa ausbedungen, dass wir die letzte Etappe zum Gipfel nicht um Mitternacht beginnen, sondern erst bei Tagesanbruch. Die Träger freuen sich, weil es nun für sie weniger Arbeit bei gleichem Geld gibt.