10. August, Freitag – Tag 4: LAMA TREK,  von PAUCARCANCHA zum CAMPINGPLATZ KM 82

 

An diesem Tag steigen wir wieder hinunter ins Urubamba-Tal. Leider konnten wir bis zum Beginn unseres Abstiegs keine Sonne genießen. Einige Minuten gingen wir im Schatten des riesigen Berges und die Sonne fing an, uns zu wärmen. Sofort legten wir unsere Sachen ab, da es sich schnell aufwärmte.

 

Unser Weg führte uns am Dorf Huayllabamba vorbei, wo wir  erste Wanderer trafen, die den klassischen Inca-Trail gingen. Wir waren erschrocken über die vielen Träger, die ca. 25 kg tragen mussten. Teilweise waren die Gepäckstücke größer als die Träger. Unser Abstieg führte uns an einem breiten Weg weiter hinab bis zum archäologischen Komplex Llactapata, der vor einigen Jahren wunderschön restauriert wurde. Wir können den gesamten Komplex von oben bewundern. 

 

Wir folgen dem Tal und absolvieren einen letzten steilen Abstieg und Aufstieg zu einem Rastplatz. Hier müssen wir mit Erstaunen feststellen, wie die Wanderer und Träger erschöpft am Scheitelpunkt ankommen. Dies sollte ein kleiner Vorgeschmack auf das werden, was uns beim Absieg erwarten sollte.

 

Die Wärme war hier oben schon fast unerträglich geworden. Je tiefer wir kamen, desto gleißender wurde die Hitze. Ein jeder von uns war froh, als wir endlich verschwitzt den Campingplatz bei km 82 wieder erreichten. Alle waren kaputt und abgemattet. Der spektakuläre Blick auf den Gletscher des Veronica, eine kleine Massage und der Besuch der Sauna entschädigten aber für den strapaziösen Abstieg.

 

Zusammengefasst müssen wir für die gesamte Trecking Tour wieder ein “OBER-Wau” vergeben, da die Ausblicke auf die Berge, Gletscher und Täler spektakulär und einzigartig waren. Die besuchten Ruinen lassen uns erahnen, wie schön es morgen auf Machu Picchu werden wird. Zum Abschluss des Abends genießen wir noch ein traditionelles “Pachamanca” Dinner (verschiedene Kartoffeln und Hühnchen gekocht in einem Erdofen auf heißen Steinen).

11. August, Samstag – Campingplatz km 82 – Machu Picchu – Cusco

Früh am Morgen werden wir gegen 06:00 Uhr mit unserem letzten Kaffee am Zelt geweckt. Der Morgen beginnt etwas hektisch, da die Zeit bis zum planmäßen Abfahrt der Bahn etwas zu kurz ist. Alle sind ein wenig durcheinander aber wir kommen überpünklich an. Bahnsteige gibt es hier nicht wirklich. Man überquert die Bahn wo man will. Die Fahrt durch das Urumba Tal ist ein Erlebnis und der Service während der Fahrt dem Preis angemessen!

 

Nach einer einstündigen Fahrt kommen wir in Aguas Calientes am Fuße des Machu Picchus (alter Berg) an. Durch die Gassen eines Geschenkartikel Großmarktes gelangen wir auf die Hauptstraße. Ich staune nicht schlecht, da ich so etwas noch nie sah. Eine Pkw-Straße gibt es hier nicht. Dafür schlängeln sich die Menschenmassen über den Eisenbahnhighway. Ein erstaunliches aber sehr schönes Bild für uns Europäer.

 

Mit dem Bus erreichen wir über eine sich in die Höhe schlingernde Schotterstraße Machu Picchu. Der Puls stieg nicht nur auf Grund der kribbelnden Aufregung, den Höhepunkt unserer Reise zu erreichen. Einige erste kuzfristige Blicke auf die wunderschöne Ruinenstätte konnten wir während der Busfahrt erhaschen. 

Die Inkas verehrten die Natur und bauten viele ihrer Gebäude und Tempel in einer einzigartigen Harmonie mit dieser dramatischen Landschaft. Unser Guide, Peter, führte uns über einen Rundkurs vorbei an den Tempelanlagen, um uns ausführlich über jeden Teil der verlorenen Stadt zu informieren.

 

Besonders beeindruckend waren hier der Tempel des Condors und natürlich der Sonnentempel sowie die vollständig erhaltene Sonnenuhr. Begeisternd haben wir den Erläuterungen zum Condortempel verfolgt. Dieser wurde in zwei riesige Gesteinsbrocken intergiert, welche die Flügel des Condors darstellen. Am Boden sind Kopf und Hals des Condors dargestellt. Über die angedeutete Unterwelt wurden die Mumien der führenden Inkas in den oberen Teil des Tempels gebracht und auf dem Körper des Condors in eigene Grabstätten aufgebart. 

So konnten sie nach dem Glauben der Inkas wieder in ihr neues Leben durch den Condor gebracht werden. Da der Machu Picchu ein sehr steiler und nur schwer zu erreichbarer Berg war, wurden die Ruinenteile hier aus dem vorhandenen Steimassiv des Berges geschlagen.